Das Shoujo-Genre wird in den letzten Jahren auch im Animebereich immer beliebter und wichtiger. | © Ao Haru Ride Production Committee

Das Shoujo-Genre gehört zu den elementarsten Grundpfeilern von Anime und Manga. Wir erklären euch, wofür die gefühlvollen Anime stehen und wie das Genre entstanden ist.

Shoujo bedeutet wörtlich übersetzt schlicht und ergreifend »Mädchen« und bezeichnet demnach Werke, die sich vordergründig an eine junge weibliche Zielgruppe, also Mädchen im Alter von ca. 10 bis 18 Jahren, richten.

Dementsprechend lassen sich genau wie bei seinem männlichen Pendant Shounen vielerlei Werke als »Shoujo« bezeichnen, denn Shoujo ist eigentlich kein richtiges Genre, sondern eher eine Ausrichtung.

Anders als im Shounen-Genre legt Shoujo deutlich weniger Wert auf brachiale Action-Szenarien, sondern wie diese 3 zuckersüßen Anime eher auf Ästhetik, Feinheiten und typische »Mädchenthemen«.

Wie ist Shoujo entstanden?

Da Manga von Anfang an ein Medium für die breite Masse war, verlangten natürlich auch zahlreiche Frauen und Mädchen nach Lesestoff. Im Jahre 1923 erschien mit »Shoujo Club« ein Frauenmagazin, das auch bereits die ersten Manga für weibliche Leserinnen enthielt.

Diese waren aber, wie in dieser Zeit für das Medium üblich, eher mit amerikanischen Comicstrips vergleichbar, also kurze, unzusammenhängende Geschichten, die meist eine Pointe am Ende trugen.

Osamu Tezukas Ribon no Kishi gilt als erster moderner Shoujo-Manga. | © Mushi Production

Der erste Shoujo-Manga in moderner Form wurde vom »Gott der Manga«, Osamu Tezuka im Jahre 1953 aufs Papier gebracht und trug den Titel Ribon no Kishi bzw. in Deutschland Choppy und die Prinzessin.

Genau wie Tezuka-senseis andere Werke besaß dieser Titel eine zusammenhängende Geschichte und war optisch und erzählerisch an die extrem erfolgreichen Disney-Filme dieser Zeit angelehnt.

Der heutige Shoujo-Stil bildete sich erst heraus, als die sogenannte Gruppe der »24er« in den 70er-Jahren das Ruder des zuvor hauptsächlich von Männern dominierten Shoujo-Marktes herumrissen. Die weiblichen Mangaka wichen vom bis dato gesetzten Erzählmuster der Shoujo-Manga ab und gingen völlig neue Wege, was Zeichnung und Erzählung anging.

Lady Oscar behandelt die Geschichte eines jungen Mädchens inmitten der französischen Revolution. | © Tokyo Movie Shinsha

Wegweisend dazu gilt insbesondere Riyoko Ikedas Lady Oscar: Die Rosen von Versailles, der einige Jahre später als nicht minder erfolgreicher Anime adaptiert wurde und damit auch den endgültigen Durchbruch des Shoujo-Genres in der Welt der Anime ermöglichte.

Mit der Zeit erschienen immer mehr populäre Mädchenmanga wie Chibi Maruko-chan, Hana Yori Dango oder Fruits Basket, die Shoujo vollends zu einer eigenen und wichtigen Ausrichtung der japanischen Popkultur werden ließen.

Mit dem Remake zu Fruits Basket erwartet euch in der Spring Season ein absoluter Shoujo-Klassiker im neuen Gewand. | © NATSUKI TAKAYA•HAKUSENSHA/FRUITS BASKET PROJECT

Der wohl bekannteste Ableger des Shoujo-Genres ist das Magical Girl-Genre, in dem junge Mädchen von meist magischen oder außerirdischen Wesen übernatürliche Kräfte erlangen, mit denen sie die Welt oder ihre Liebsten beschützen.

Der erste Magical Girl-Anime erschien 1962 mit Himitsu no Akko-chan und erschuf damit eine der populärsten Anime-Sparten, die weltweit erfolgreiche Titel wie Sailor Moon oder Card Captor Sakura zutage förderte.

Aber was macht Shoujo aus?

Shoujo-Manga und -Anime definieren sich neben ihrer Ausrichtung auf junge Mädchen hauptsächlich durch ihren sehr eigenen Zeichenstil: Große, extrem detaillierte Augen, lange Wimpern und zierliche Körper säumen das oft sehr detailreich umgesetzte Charakterdesign.

Häufig werden nicht nur die Mädchen, sondern auch die auftretenden Jungs extrem feminin dargestellt.

Card Captor Sakura gehört zu den bekanntesten Vertretern des Shoujo-Genres. | © Kodansha, NHK Enterprises 21, Sogo Vision

In Shoujo-Mangas wird viel Wert auf Bildsprache und Ästhetik gesetzt, was sich auch in immer wiederkehrenden Blumenmotiven und kitschigen Szenerien widerspiegelt.

Inhaltlich werden dabei meistens typische »Mädchenthemen« angesprochen, wie etwa die erste Liebe, das Alltagsleben der weiblichen Hauptcharaktere oder die innige Freundschaft zwischen diesen Mädchen.

An Frauen gerichtete Mangas mit tiefgründigeren und erwachseneren Thematiken werden »Josei« genannt und bilden ihrerseits eine eigene Ausrichtung.

Ein Genre auf dem Vormarsch

Der hauptsächlich an Frauen gerichtete Eiskunstlauf-Anime Yuri on Ice konnte die Herzen der Fans weltweit für sich gewinnen. | © Kodansha, NHK Enterprises 21, Sogo Vision

Der Hype um Shoujo ist nach wie vor ungebrochen. Nicht zuletzt läuft in der Spring Season 2019 mit Fruits Basket 2019 einer der erfolgreichsten Shoujo-Klassiker an.

Generell werden weibliche Animefans für die Industrie immer wichtiger, Titel wie Yuri on Ice! oder Katsugeki/Touken Ranbu erreichen Verkaufszahlen, von denen viele an Männer gerichtete Titel nur träumen können.

Wenn Shoujo-Anime und -Manga genau euer Ding sind, findet ihr auf unserer Übersichtsseite noch weitere Artikel über das anmutige Genre der Mädchen-Manga.

Jetzt seid ihr gefragt!

Was haltet ihr von Shoujo-Anime? Habt ihr einen Lieblingstitel auf dem Genre der Mädchenmangas? Schreibt es uns in die Kommentare!

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mariamchan
Gast
mariamchan

Shoujo Manga und Anime sind was tolles<3
Es gibt so viele schöne Titel, sodass ich nicht sagen kann, welchen am besten finde. Empfehlen kann ich für alle die einen Tipp brauchen: "Miyako auf den Schwingen der Zeit", "Sommer der Glühwürmchen" und "Last Exit Love".
Kann wer noch gute Shoujo Manga vorschlagen?

Leyaa
Gast
Leyaa

Ich muss sagen dass diese ganze Überflut an Shoujo-Mangas (bzw. Anime) mich mittlerweile ein wenig verschreckt hat. Es gibt sehr gute Shoujos, aber auch viele banale Geschichten, die sich in den Grundzügen zu sehr wiederholen. Möglicherweise liegt es auch an meinem Alter, bin ich mittlerweile doch keine 16 mehr und lege daher mehr Wert auf “ernsthaftere” Geschichten. Wobei ich sagen muss, dass viele Shoujo-Mangas die am Anfang noch sehr zart sind, im verlauf der (vielen) Kapitel deutlich ernstere Töne annehmen, so z.B. Fruits Basket, Alice Academy, Kamikaze Kaito Jeanne, Fullmoon wo Sagashite, etc. Zugegeben, dass sind alles nicht gerade neue… Weiterlesen »