© 荒木飛呂彦/集英社・ジョジョの奇妙な冒険製作委員会

Za Warudo! Enemy Stand! It was me, Dio! Wer schon einige Zeit im Internet verbracht hat, wird vielleicht ein paar dieser Phrasen und Memes schon mitbekommen haben, denn alle sind fasziniert von »JoJo’s Bizarre Adventure«. Was macht die Serie eigentlich so genial?

»JoJo’s Bizarre Adventure« erscheint bei KAZÉ

Wann und wo gibt es die Serie zu sehen?

Während die alten Adaptionen von »JoJo’s Bizarre Adventure« hierzulande keine Lizenzierung spendiert bekommen haben – der Film von 2007 ist sogar so schlecht, dass er nicht einmal in Japan auf Disc veröffentlicht wurde! – ist das Remake von Studio David Production vom ersten bis zum letzten Teil bei Crunchyroll mit japanischem Originalton und deutschen Untertiteln verfügbar.

Neben allen fünf bisher adaptierten Parts – Phantom Blood, Battle Tendency, Stardust Crusaders, Diamond is Unbreakable und Golden Wind – findet sich dort auch eine »Re-Edit«-Fassung, die die Story von Part 1 und 2 in drei Filmen zusammenfasst, falls man gleich ins Abenteuer von Stardust Crusaders hineinspringen möchte. Unsere Empfehlung ist jedoch: Schaut alles!

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Alternativ kann man die Serie außerdem bei Anime on Demand abrufen, allerdings nur Part 1 und 2. KAZÉ Anime veröffentlicht zusätzlich ab dem 6. Mai 2021 die Discs zur Serie, die auch eine deutsche Sprachfassung enthalten.

Zuletzt wurde im Oktober 2018 der fünfte Part, Golden Wind, als Anime adaptiert; wann Part 6 mit dem Namen Stone Ocean in animierter Form zu sehen sein wird, steht noch in den Sternen.


Darum geht’s in »JoJo’s Bizarre Adventure«!

Wir schreiben das Jahr 1868: Der adelige Engländer George Joestar wird in ein schlimmes Unglück mit seiner Kutsche verwickelt. Unerwarteterweise öffnet George die Augen wieder und dankt der ersten Person, die er für seinen Retter hält: Dario Brando, ein schmieriger Typ, der eigentlich nur die Unfallstelle plündern wollte!

Viele Jahre später erscheint ein junger Mann namens Dio an der Türschwelle des Hauses Joestar – er sei der Sohn des kürzlich verstorbenen Dario und würde nun eine neue Bleibe benötigen. George erinnert sich an seinen Unfall zurück, nimmt Dio als Adoptivsohn auf und stellt ihn seinen leiblichen Sohn Jonathan – Spitzname: JoJo – vor.

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JoJo ist ein ehrlicher und aufrichtiger Junge, der nichts lieber möchte, als ein wahrer Gentleman zu werden. Schnell muss er jedoch feststellen, dass sein neuer Stiefbruder Dio nicht so noble Absichten hegt – er hat es eigentlich nur auf das Geld der Joestars abgesehen!

Lange Jahre gibt Dio nun also vor, der beste Freund von JoJo zu sein, bis er eines Tages seine Pläne in die Tat umsetzt, JoJo seinen verdienten Ruhm und seinen Kindheitsschwarm Erina stehlen möchte und auf eine seltsame magische Steinmaske trifft, die den Anfang einer Geschwisterfehde markiert, die noch Generationen andauern soll …


Warum alle so sehr darauf abfahren!

»JoJo’s Bizarre Adventure« ist garantiert nichts, was ihr nicht schon mal irgendwo gesehen habt – und trotzdem ist der Anime dermaßen einzigartig und experimentell, dass man von der Serie unmöglich nicht fasziniert sein kann! Würde man sie auf eine Aussage herunterbrechen, könnte man sagen: »JoJo’s Bizarre Adventure« ist ein typischer B-Movie, der diese Tatsache aber nicht versteckt, sondern sie mit offenen Armen empfängt.

Leute, die nur Part 1 kennen und damit nicht so richtig warm geworden sind, wissen vermutlich noch gar nicht, wie over-the-top die späteren Szenarios werden und mit welchen überzogenen Geschehnissen die Protagonisten fertigwerden müssen – nur, um die Hindernisse mit noch grandioseren Lösungswegen schließlich zu überwinden.

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Das spiegelt sich nicht nur im Setting, sondern auch in den Dialogen wider. Der Mangaka Hirohiko Araki lässt sich eindeutig von älteren Shounen-Manga inspirieren, insbesondere von typisch hypermaskulinen Figuren wie denen aus »Fist of the North Star«, gibt ihnen aber einen eigenen, frischen Spin und lässt die Charaktere allein schon beim Sprechen unterhaltsam wirken, was für einen unverkennbaren »JoJo«-Dialogstil sorgt – andere, ähnliche Geschichten wirken fast schon langweilig dagegen!

»JoJo’s Bizarre Adventure« ist dabei nicht nur ein einziges »bizarres Abenteuer«, es ist eine richtige Saga über mehrere Generationen, die zwar voneinander unabhängige, aber doch mit einem roten Faden zusammenhängende Geschichten einer Familie erzählt, die ihren Anfang schon im Großbritannien des 19. Jahrhunderts findet. Wie viele andere Manga und Anime können so etwas von sich behaupten?

Richtig »fabulöse« Designs

Wäre Hirohiko Araki kein Mangaka geworden, hätte er versucht, im Mode-Business als Designer groß rauszukommen – zumindest laut eigener Aussage, aber das sieht man seinen Figuren auch an: Übertrieben auffällige Klamotten, schräge – vielleicht sogar »bizarre« 😉 – Charakterdesigns, riesige, auffällige Lautmalerei und viele Spielereien mit der Farbgebung sind sein großes Markenzeichen und heben sich stark von anderen Manga und Anime aus dem Genre ab.

© 荒木飛呂彦/集英社・ジョジョの奇妙な冒険製作委員会

Inspirieren ließ er sich dabei von italienischen Modemagazinen, denn Araki ist nicht nur von Fashion fasziniert, sondern auch von so gut wie Allem, was aus Italien kommt: Das Essen, die Sehenswürdigkeiten, die Geschichte, sogar die Sprache. Der größte Teil von Part 2 spielt schließlich auf Sizilien und Part 5 behandelt eine ganze Reise durch die mediterrane Heimat der Pizza!

Und wer kann schon die berühmten JoJo-Posen vergessen? Sind sie nötig für die Handlung? Nein. Sind sie für den Plot irgendwie signifikant? Auch nein. Aber sehen sie dabei sowohl exzentrisch als auch irgendwie total cool aus? Auf jeden Fall!

Anderer Part, andere Stärken

Wer die Serie schon kennt und die Inhaltsbeschreibung oben im Text gelesen hat, hat sich vermutlich gedacht: Ja, das ist der Anfang von »JoJo’s Bizarre Adventure«, aber die Serie erstreckt sich über mehrere Generationen und hat viele Geschichten, neue Feinde und neue Protagonisten. Und das stimmt!

Jeder Part ist ein neues Abenteuer mit einem anderen Hauptcharakter – der/die wieder den Spitznamen JoJo trägt – und hat somit andere Stärke, die andere Geschmäcker ansprechen. Somit verwundert es nicht, dass Part 1 mit seiner geradlinigen, einfachen Story und seinen doch noch eher uninspirierten Charakteren einige neugierige Anime-Fans eher abschreckt.

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Doch dann kommt Part 2 und schenkt uns zusätzlich zu der viel interessanteren Story plötzlich einen supersympathischen, humorvollen Hauptcharakter und lässt die Stakes dramatisch in die Höhe schnellen, sodass die Figuren in teils völlig absurde Szenarios getrieben werden! Part 3 macht aus dem Abenteuer schließlich eine spannende Weltreise mit vielen, neuen Gegenspielern und einem ganz neuen Standbein der Serie, den berühmten »Stands«.

Part 4 verfolgt eine andere Richtung und bleibt in einer einzigen Stadt, vergrößert seinen Cast jedoch auf zig extem sympathische Hauptfiguren und den wohl unterhaltsamsten Gegenspieler, den JoJo bis dato hatte. Schließlich versucht Part 5, einen Kompromiss aus den vorherigen beiden Teilen zu schließen und spendiert uns einen schrägen, dauerhaften Cast, macht aus der Story aber auch ein rasantes Roadmovie. Und viele meinen sogar, die besten Parts sind noch gar nicht animiert worden – wir können gespannt bleiben!

Popkultureller Einfluss

Was liebt das Internet mehr als Katzen? Nun, nicht viel, aber Memes sind definitiv knapp dran, und »JoJo« ist die Quelle von unzähligen witzigen Bildern und Videos, die im ganzen Netz verteilt werden und für Spaß sorgen. Wenn man sich die Einträge von bestätigten JoJo-Memes ansieht, wird man feststellen, dass sogar dieser Artikel voller Anspielungen ist. Merkt euch, alles ist eine »JoJo«-Anspielung – ihr könnt ihnen nicht entkommen!

© 荒木飛呂彦/集英社・ジョジョの奇妙な冒険製作委員会

Diese Tatsache geht aber auch in die andere Richtung: »JoJo« ist randvoll mit popkulturellen Anspielungen aus allen Zeitaltern, in denen Araki an seiner Serie schon gearbeitet hat. Wie oben erwähnt ist er ein großer Fan von allem Italienischen, aber es ist auch kein großes Geheimnis, wie viel Freude er mit westlicher Musik hat – so gut wie jeder wichtige »JoJo«-Charakter ist nach einer Musikgruppe, einem Song oder einem Album benannt.

»JoJo« gigantischer Erfolg – der Manga war schließlich lange Zeit auf Platz 2 der beliebtesten Comics in Japan, knapp hinter Dragon Ball – macht sich außerdem in ganz anderen Werken bemerkbar. Während ähnliche Titel wie Dragon Ball erst viel später begonnen haben, bewusst ihre eigenen Plotpunkte zu hinterfragen und sich über sie lustig zu machen, hat »JoJo’s Bizarre Adventure« fast direkt mit einer selbstironischen Erzählweise begonnen.

»JoJo« markiert den Beginn dieses Trends, der erst nach und nach von heutigen Genre-Riesen wie One Piece aufgegriffen wurden und den Spagat zwischen Comedy und Drama meisterten.

Unser Fazit?

Schaut alle »JoJo’s Bizarre Adventure«!

Arrivederci.

© 荒木飛呂彦/集英社・ジョジョの奇妙な冒険製作委員会

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Jetzt seid ihr gefragt!

Warum habt ihr euch in »JoJo’s Bizarre Adventure« verliebt? Oder wenn ihr die Serie noch nicht kennt: Seid ihr jetzt neugierig darauf geworden?

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JoJoseph

Jaja, mich haben auch die Memes zu JJBA geführt (oder besser gesagt, ein Kumpel aus einem Spiel hat mir zuerst davon erzählt). Manche werden zwar von der Community gehasst, weil sie zu häufig gespammt wurden, aber ich mag auch die Klassiker! Inzwischen ist ja keine Youtube-Kommentarsektion eines Liedes mehr sicher, sobald ein Charakter oder Stand sich darauf beziehen.

Man darf aber nicht vergessen, das JJBA auch ziemlich ernst sein kann, trotz all dem bizarren und verrücktem Zeug. Gerade die Tode von “guten Charakteren” sind echt traurig. Wenn man mit den teilweise recht brutalen Kämpfen kein Problem hat, sind sowohl Anime als auch Manga sehr zu empfehlen!

Bleggy

Warum Ironic Weebs JoJo’s lieben
FTFY

Italo Beat Boy

Zu JoJo fallen mir zig Dinge ein. Zum Beispiel…..

ORA ORA ORA ORA ORA ORA ORA ORA ORA ORA ORA ORA ORA ORA ORA ORA ORA ORA ORAAAAAAAAAA!

Aber selbst ich, der eigentlich auf ganz andere Animes steht und normalerweise nichts mit Shounen anfangen kann, bin in der Tat auch von JoJo beeindruckt. OK, der erste Part mit Jonathan Joestar war vielleicht jetzt nicht so der Burner und auch der 2. Part mit Joseph Joestar war auch nicht wirklich meins, aber Stardust Crusaders war wirklich TOP. Was mir halt wirklich gefällt ist, dass das nicht einfach irgendwelche Kiddies sind, wie man sie eben aus den ganzen Shounen kennt, es sind echte Kerle. Echte, männliche Typen. Wenn schon männliche Chars, dann solche. Und Jotaro ist eh der beste Char von allem, ein richtiger Badass. Neben Dio natürlich!^^
Apropos Dio, am Anfang fand ich den Kerl tatsächlich unsympathisch ohne Ende, aber ab Stardust Crusaders hat er sich wirklich zu einem Badass entwickelt. Die letzten 4 Folgen waren eh das Highlight im ganzen JoJo-Universum.
Nur…. alles, was nach Stardust Crusaders kam…, darüber schweige ich mich mal aus. Das ist für mich einfach kein JoJo mehr.

In diesem Sinne:

MUDA MUDA MUDA MUDA MUDA MUDA MUDA MUDA MUDA MUDA MUDA MUDA MUDA MUDA MUDAAAAAAAAAAAAA!

Oh, und wenn ihr Stardust Crusaders mögt, guckt euch auch die OVAs dazu an (kamen schon bereits 1994 raus). Geht auch ab.

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