© 幸村誠・講談社/ヴィンランド・サガ製作委員会

Wickie ist erwachsen geworden – nachdem Attack on Titan in der letzten Season vorerst sein episches Ende fand, liefert Studio Wit mit Vinland Saga das nächste markerschütternde Abenteuer nach – wir haben für euch die erste Episode unter die Lupe genommen!

Hoch im Norden, wo die Stürme rau sind und der eisige Atem jahrtausendealter Mythen über die Wiesen und Fjorde streift, entfaltet sich das Reich der Wikinger – großgewachsener Recken, die mit Donnerhall und Kampfeslust die Wurzel für zahlreiche Erzählungen und Legenden bieten.

So auch für Vinland Saga – der neueste Streich des abenteuerlustigen Attack on Titan-Studios Wit ist die schon längst überfällige Anime-Adaption des Kult-Mangas von Autor und Zeichner Makoto Yukimura, der hierzulande beim Carlsen-Verlag erschienen ist. Wir haben uns die erste Folge des Epos einmal vorgeknöpft und verraten euch, ob die Serie zum nächsten großen Stern am Animehimmel wird oder geradewegs am Ziel vorbeisegelt.

Vinland Saga Key Visual Titel: Vinland Saga
Art: Serie
Episoden: 24
Genre: Abenteuer, Drama, Action
Studio: Wit Studio (Attack on Titan, Seraph of the End)
Regisseur: Shuuhei Yabuta (Inuyashiki – Last Hero, Episodenregie bei Alderamin on the Sky)
Vorlage: Manga von Makoto Yukimura
Simulcaster: Amazon Prime Video
Trailer: Hier anschauen
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Wo kann man Vinland Saga auf Deutsch schauen?

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Der Versand-Riese Amazon sicherte sich durch sein positives Verhältnis zum Producer Twin Engine die weltweite Lizenz am Wikinger-Abenteuer – so steht euch Vinland Saga auch in Deutschland beim Streaming-Service Amazon Prime Video auf Japanisch mit deutschen Untertiteln zur Verfügung.

Dabei wurden zum Start direkt die ersten drei Episoden auf einmal veröffentlicht, weswegen der Anime nun zunächst eine zweiwöchige Pause einlegt – die vierte Folge erscheint also erst am 28. Juli, bevor es ganz normal im wöchentlichen Rhythmus weitergeht und ihr euch jeden Sonntag auf eine neue Vinland Saga-Episode freuen dürft.

Dank fehlender FSK-Prüfung steht euch Vinland Saga erst ab 18 Jahren zur Verfügung. | © 幸村誠・講談社/ヴィンランド・サガ製作委員会

Um den Anime zu schauen und gleichzeitig in den Genuss zahlreicher weiterer Anime- und Realfilm-Titel zu kommen, benötigt ihr ein Amazon Prime-Abonnement. Das schlägt mit 7,99€ monatlich zu Buche und gewährt euch neben der Nutzung der Streamingdienste weitere Vorteile wie etwa kostenlosen Versand.

Beachtet auf jeden Fall, dass ihr um Vinland Saga anzuschauen bestätigen müsst, dass ihr über 18 Jahre alt seid. Da es sich bei dem Anime um einen aktuellen Simulcast-Titel handelt, blieb der FSK bislang keine Zeit, ihn unter die Lupe zu nehmen, weswegen die Serie vorsichtshalber eine vorübergehende Freigabe ab 18 Jahren erhalten hat.

Darum geht es in Vinland Saga!

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Im 11. Jahrhundert, inmitten eines Zeitalters der tosenden Kriege, mächtigen Recken, forschen Seefahrer und epischen Mythen fristet der kleine Thorfinn mitten im tief verschneiten Island ein entspanntes Leben. Tief im Herzen hegt der aufgeweckte Junge den Traum, eines Tages in den Fußstapfen seines Vaters, dem angesehenen Krieger Thors, zu treten.

Als Seefahrer möchte er eines Tages nach Vinland gelangen – ein in seiner von Sklavenhandel, Konflikten und Hass zerfressenen Welt wie ein Paradies wirkender Ort der Freiheit und des Friedens, der weit hinter dem Horizont, vom bedrohlichen Monster Jormungand beschützt, der Wunschvorstellung des Paradieses Valhalla gleichkommt.

Wie alle Jungen seines Dorfs träumt der kleine Thorfinn von einem Leben als glorreicher Abenteurer. | © 幸村誠・講談社/ヴィンランド・サガ製作委員会

Doch der Traum von gelobten Land wirkt wie eine ferne Illusion, als Thorfinns Schwester Ylva im Schnee einen entlaufenen Sklaven findet und sein Vater in Konflikt mit dessen Besitzer, dem grausamen Haldan, gerät.

Welche Prüfungen und Strapazen wird das Schicksal wohl noch für den gutherzigen Jungen auf seinem Wegbereithalten, sich vom Elend seiner Heimat zu befreien und endlich nach Vinland zu gelangen?

Story & Charaktere

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Der Anime zu Vinland Saga wird in der ersten Folge seiner opulenten Thematik von der ersten Sekunde an gerecht – so begrüßt uns die Serie mit einem epischen Auftakt, der uns mit bedächtiger Erzählweise und großen Bildern langsam und bedeutungsschwanger in die Wikinger-Welt einführt.

Dabei gibt die Premieren-Episode gar nicht mal so viel von der eigentlichen Handlung preis – die tatsächliche Geschichte um Thorfinn als Mitglied von Askeladds Wikinger-Truppe und seinen zahlreichen Abenteuern als Wikinger gerät erst später in Fahrt, sodass in der ersten Folge lediglich der Grundstein für die folgende Handlung gelegt und uns auf stimmungsvolle Art und Weise eine Einführung in die nordisch angehauchte Welt der Seerecken gewährt wird.

Seinen Beginn lässt Vinland Saga langsam und bedächtig verstreifen – weswegen die erste Folge noch nicht viel zur Haupthandlung beiträgt. | © 幸村誠・講談社/ヴィンランド・サガ製作委員会

Dies ist mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit auch der Grund dafür, dass die ersten drei Episoden im Paket veröffentlicht wurden, statt sich wöchentlich den Weg in die Köpfe der Anime-Fans zu bahnen, und zeugt von der großen cineastischen Vision, die Studio Wit seinem neuen Zugpferd zuspricht.

Nichtsdestotrotz vereint Vinland Saga die typischen Elemente eines klassischen Abenteuer-Romans, die Robert Luis Stevenson persönlich wohl ein anerkennendes Lächeln auf die Lippen zaubern würden – ein kleiner Junge mit einem unscheinbaren Leben hegt einen großen Traum und mit vielen fesselnden Mysterien, haarsträubenden Situationen und schrulligen Charakteren entfaltet sich ein Erlebnis, das eine gelungene Abwechslung zum eintönigen Alltag bietet und seine Zuschauer regelrecht in Träumerei versetzt.

Selbst als Erwachsener hängt man als Zuschauer gebannt an den Lippen des wackeren Leiff Erikson – nur eine von vielen Anspielungen auf die tatsächliche Geschichte der Wikinger. | © 幸村誠・講談社/ヴィンランド・サガ製作委員会

Damit qualifiziert sich Vinland Saga nicht nur durch sein unverbrauchtes Setting, sondern auch durch seine sich von anderen, meinst shounenhaft erzählten Action-Anime abhebenden Erzählstruktur als einer der interessantesten Titel der aktuellen Summer Season.

Künstlerische Umsetzung

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Nach seiner Gründung im Jahr 2012 hat das mittlerweile weltweit renommierte Studio Wit durch Serien wie Attack on Titan, Seraph of the End oder Kabaneri of the Iron Fortress mit aufwendig inszenierten, epischen Actiondramen seine ganz eigene Nische gefunden.

So reiht sich auch Vinland Saga mit seinem Bombast problemlos in das Portfolio der Produktionsschmiede ein und präsentiert ein gewohnt pompöses Abenteuer voller großer Szenerien. Ob nun eine ganze Schiffsflotte am Horizont in Flammen steht, Leif Erikssons Mannschaft gigantische Täler aus Schnee und Eis durchquert oder das Polarlicht über dem sich endlos erstreckenden Ozean scheint – mit der gewissen Portion extra-Pathos lässt Regisseur Shuuhei Yabuta die Luft in Vinland Saga erzittern und erzeugt eine ganz besonders urige Abenteuer-Atmosphäre.

Yabutas CGI-Sequenzen kommen leider nach wie vor in einem unangenehm steifen Look daher. | © 幸村誠・講談社/ヴィンランド・サガ製作委員会

Komplettiert wird die Gänsehaut durch den einprägsamen Soundtrack des Tokyo Ghoul-Komponisten Yutaka Yamada, dessen durch die Boxen hallenden Orchestralklänge eine hollywoodreife Stimmung erschaffen.

Allerdings ist nicht alles Gold in Wits neuestem Prestigeprojekt: Yabuta, der zuvor für die 3D-Sequenzen von Anime wie Attack on Titan, No Game No Life oder Steins;Gate verantwortlich zeichnete, lässt auch in Vinland Saga seine Vorliebe für Computeranimation spielen und setzt so beispielsweise die Kampfszene zu Beginn von Episode 1 durch ihre statischen Bewegungen negativ von den ansonsten liebevollen Handanimationen ab.

Nichts für schwache Nerven – bereits in der ersten Folge wird Vinland Saga stellenweise ziemlich explizit. | © 幸村誠・講談社/ヴィンランド・サガ製作委員会

Diese sind untypisch für das sonst eher als bewegungsfaul bekannte Studio mit sorgfältiger Charakteranimation versehen, die die Gefühle der Figuren in ihre Körpersprache bannt und damit noch intensiver nach außen trägt. Sobald die Story erst mal ordentlich Tempo aufgenommen hat, dürfen wir uns also wahrscheinlich auf den ein oder anderen Herzschmerz-Moment gefasst machen.

Fazit – Beginn einer Legende

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Zwar hält sich die erste Episode von Vinland Saga was die Hauptstory angeht noch relativ bedeckt, macht jedoch unmissverständlich klar, auf was wir uns im Laufe der nächsten beiden Seasons freuen dürfen: Ein abenteuerliches Epos, vollgestopft mit rauer Wikinger-Atmosphäre und heldenhaften Motiven aus der nordischen Mythologie.

Abgesehen von Yabutas merkwürdiger CGI-Vorliebe ist der Anime außerdem mitunter das Stärkste, das Studio Wit produktionstechnisch in letzter Zeit vom Band gelaufen ist und beweist mit einer Menge Liebe zu Detail, welche Kraft doch eigentlich in dem noch ziemlich jungen Studio steckt.

Wer sich als Kind begeistert durch bergeweise Abenteuer-Romane geschmökert hat, seinen Urlaub am Liebsten in Dänemark verbringt oder einfach nur nach einer etwas anderen Anime-Erfahrung sucht, wird bei Vinland Saga in jedem Fall voll auf seine Kosten kommen. Sollte es der Serie gelingen, ihr hohes Niveau durchgehend zu halten, haben wir hier vielleicht sogar das Anime-Highlight des Jahres 2019 gefunden.

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Jetzt seid ihr gefragt!

Habt ihr den Auftakt zu Vinland Saga schon gesehen? Was haltet ihr von dem Anime? Und wie würde eure Flotte aussehen, wenn ihr ein Wikinger wärt?

Schreibt es uns in die Kommentare!

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Sakechia
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Sakechia

Hey ich hab mir erst einmal euren Punkt “Darum geht es bei Vinland Saga” durchgelesen und festgestellt, dass ihr mächtig am eigentlichen Punkt vorbei gelaufen seid. Um euch einen Vergleich zu zeigen, es ist als würde ich sagen in One Piece ginge es darum, dass Ruffy Königin der Piraten sein will und als Don Creek (ca Folge 15) ihm gegenüberstand drehte sich sein Abenteuer um 180 Grad. Ich verstehe eure Sorge mit den Spoilern aber ihr habt einen vergleichsweise sehr unwichtigen Punkt der Story genommen und ihn als die große Schicksalswendung präsentiert. Und ganz ehrlich man kann zu Vinland Saga… Weiterlesen »