Verrückte Japanfakten
Dagashi Kashi: ©2018 コトヤマ・小学館/シカダ駄菓子

Der wundervolle Wahnsinn der japanischen Kreativität findet sich nicht nur in der Welt von Anime und Manga, sondern existiert natürlich auch im realen Alltag. Wir stellen euch 5 skurrile Fakten über das Land der aufgehenden Sonne vor!

Anmerkung: Dieser Beitrag behandelt einige reale Phänomene, die in Japan tatsächlich zu beobachten sind, bringt jedoch auch einiges an Humor ins Spiel und ist teilweise überspitzt formuliert. Die entsprechenden Stellen sind natürlich nicht zu 100 % ernst gemeint, sondern sollten mit einem Augenzwinkern verstanden werden.


01: Das Müllparadoxon: müllereimerlose Sterilität

© congerdesign auf pixabay.com

Wer das Land der aufgehenden Sonne schon einmal selbst besucht hat und davor nur europäische Großstädte gewohnt war, der wird direkt bei seiner Ankunft bereits erstaunt festgestellt haben, dass zugemüllte Seitengassen und kotzebesprenkelte Parkbänke offenbar doch keine unvermeidliche Begleiterscheinung der modernen Zivilisation sein müssen.

Obwohl Tokyo die größte Stadt ganzen Welt ist und Millionen von Menschen hier tagtäglich durch die Straßen schlendern, blitzt und glänzt die Metropole, als würde an diesem Ort täglich eine reinheitsfanatische Putzfrau mit einem Microfasertuch Amok laufen.

Skurril ist daran aber vor allem eines: Die Existenz von öffentlichen Mülleimern scheint in Japan lediglich der Stoff für verrückte Legenden zu sein. Jeder hat schon einmal davon gehört, aber sehen tut man sie dann doch nur so selten, dass die Begegnung mit einem dieser legendären Abfallbehälter beinahe schon Anlass dafür ist, erschrocken seine mit Merch überladenen Einkaufstüten fallen zu lassen und ein beeindruckendes Erinnerungsfoto zu knipsen.

Ob die japanische Bevölkerung nun besonders anständig ist und sämtlichen Müll gewissenhaft mit nach Hause nimmt, der futuristische Asphalt in Tokyo Müll absorbiert und anschließend automatisch zu grottenschlechten Anime-Serien verarbeitet oder ob die amoklaufende Putzfrau tatsächlich real ist, ist bis heute nicht geklärt.


02: Getränkeautomaten: Egal wo, egal wann, Kaffee gibt’s überall!

© Kyubinoyoko

Wir stehen hoch oben auf dem majestätischen Gipfel des sagenhaften Fuji-san. Vor unseren Augen erstreckt sich eine scheinbar grenzenlose Weite aus malerischen Wäldern, Feldern, Bergen und idyllischen kleinen Dörfern. Der frische Wind weht uns durch die Haare, die Welt liegt uns zu Füßen.

Ein überwältiges Gefühl der Freiheit strömt durch unseren Körper und der friedliche Moment wäre fast schon perfekt – wäre da doch nur nicht das immer penetranter werdende Summen eines einsamen Getränkeautomaten, der wie ein stummer Marktschreier wütend vor sich hin blinkend um die Aufmerksamkeit zahlender Kundschaft buhlt. Doch man kann es ihm nicht übel nehmen, denn der Automat hat eine Mission: rote Bohnensuppe, Softdrinks, aber vor allem Kaffe in zehntausend verschiedenen Sorten, an den Mann bringen!

Wie absurd das auch klingen mag, dieses Beispiel ist nicht einmal übertrieben. Fakt ist: In Japan muss definitiv niemand verdursten. Eine ganze Armada von Getränkeautomaten ist fester Bestandteil der japanischen Großstadtkulisse und selbst an ländlichen Orten, ja sogar auf dem Fuji-san, hat die japanische Regierung zuverlässig dafür gesorgt, dass das arbeitende Volk stets mit qualitativ hochwertigen Aufputschmitteln versorgt ist.


03: Plastik-ception: nur dreimal verpackt ist gut verpackt

© TheDigitalArtist auf pixabay.com

Wer in Japan ausgiebig einkauft, darf sich danach auf jeden Fall ein paarmal wohlwollend dafür auf die Schulter klopfen, gewissenhaft seinen Teil zur Verschmutzung des Planeten beigetragen zu haben. Denn ganz gleich, was ihr auch gekauft habt, massig Plastik und Kunststoff gibt es immer dazu – und als guter Deutscher weiß man natürlich: Wenn ich schon dafür gezahlt hab, dann nehm ich das jetzt auch mit!

Selbstverständlich wäre es aber langweilig, alles einfach nur so zu verpacken wie der Rest der Welt. Man will sich immerhin von der Masse abheben, darum haben die Japaner kreative Methoden entwickelt, um den Plastikverschleiß möglichst effizient in die Höhe zu treiben.

Eine Packung Pocky mit insgesamt 10 Vollmilchschokoladen-Sticks gefällig? Gerne, lasst sie mich euch doch bitte in zwei separate Plastikbeutel mit jeweils 5 Sticks verpacken. Das Ganze schmeißen wir dann noch in einen Pappverpackung und tüten es letztendlich an der Kasse in einer weiteren Plastiktüte ein. Falls ihr noch eine Red Bull-Dose dazu möchtet, kriegt ihr noch eine Extratüte. Red Bull-Dosen haben ja auch dummerweise keine Tragegriffe. Das macht dann 340 Yen und ein schlechtes Gewissen bitte.


04: Schock: Alle sprechen JAPANISCH!

© KELLEPICS auf pixabay.com

Hätte man mir vor meiner ersten Reise nach Japan gesagt, dass die schrulligen Bewohner dieser kleinen Insel alle kein Deutsch sprechen und sich sogar zu fein dafür sind, das lateinische Alphabet zu benutzen, hätte ich mir diese Schnapsidee sicher ganz schnell wieder aus dem Kopf geschlagen und mir stattdessen lieber traditionsgemäß beim Ballermann sämtliche Hirnwindungen zu Brei gesoffen.

Spaß beiseite: Wie viele von euch sicherlich bereits in dem ein oder anderen Anime bemerkt haben, klingt das Englisch vieler Japaner oft etwas unbeholfen. Spätestens nachdem man aber mal selbst versucht hat, eine englische Konversation in Japan zu führen, und sein Gegenüber notgedrungen höflich fragen musste, ob es ihm gut ginge, er vielleicht einen Schlaganfall habe und man nicht doch lieber den Krankenwagen rufen soll, weiß man aber sicher: Das Klischee gilt nicht nur in der Welt von Anime und Manga.

Der Grund für die schlechten Englischkenntnisse vieler Japaner liegt im japanischen Schulsystem, das lange Zeit nur einen sehr dürftigen Englischunterricht zu bieten hatte und teilweise auch englische Worte lieber in der Schreibweise japanischer Katakana, statt mit dem lateinischen Alphabet lehrte. So werden aus englischen Wörtern wie »whiteboard« oder »computer« ganz schnell einmal »hooaituuboodu« oder »konpyuuta«.

Hinzu kommt, dass sich die Japaner ihrer seltsamen Aussprache natürlich bewusst sind und deswegen erst recht davor zurückschrecken, sich in englischer Konversation zu üben. Ein Teufelskreis, der mit der jungen Generation und einem mittlerweile besseren Englischunterricht allerdings schon bald der Vergangenheit angehören wird. In Tokyo und anderen Großstädten muss man aber auch schon heute keine Angst haben, nicht verstanden zu werden, und kommt als Tourist schon irgendwie durch.


05: Ein Ausländer! Schnell, mach ein Foto!

© trinhkien91 auf pixabay.com

Obwohl wir hier natürlich fast alle große Fans von Anime, Manga und Japan allgemein sind, hat Japan leider auch einige Schattenseiten zu bieten. Rassismus und teilweise sogar eine Angst vor Ausländern ist besonders in der älteren Generation der Japaner keine Seltenheit.

Als Weißer – und besonders als weißer Tourist – hat man es in Japan zwar keineswegs schwer und wird meistens extrem freundlich behandelt, doch ist natürlich dennoch immer wieder den Blicken schaulustiger Passanten ausgesetzt, die offenbar zu dem Schluss gekommen sind, eine besonders seltene neue Tierart entdeckt zu haben, und nun einen Pokéball aus ihrer Tasche herauskramen, um euch ihrer Sammlung hinzuzufügen.

Oft ist diese Aufmerksamkeit zwar eher lustig oder sogar sehr schmeichelhaft, wenn man von wildfremden Leuten auf offener Straße plötzlich um ein gemeinsames Selfie gebeten wird, doch manchmal steckt dahinter leider nicht nur Neugier, sondern auch Misstrauen und Vorurteile. So gibt es in großen Städten zum Beispiel auch Restaurants, die ganz offen Ausländer ausgrenzen und ausschließlich japanische Gäste erlauben. In Deutschland undenkbar. (Weil wir hier nicht so viele Japaner haben vielleicht.)

Doch während man es als weißer Europäer oder Amerikaner eigentlich noch recht gut hat, sieht es mit einer dunkleren Hautfarbe oder als ausländischer Asiate manchmal etwas anders aus. Besonders letztere Gruppe, vor allem Menschen chinesischer Herkunft, haben in Japan mit allerhand Vorurteilen zu kämpfen.

Das soll jedoch niemanden entmutigen, denn trotz aller Skepsis sind die meisten Japaner doch sehr freundlich und würden ihre Vorurteile niemals offen zum Ausdruck bringen.


06: Ich hasse dich. Aber ich sag’s dir nicht.

© Ben_Kerckx auf pixabay.com

Doch auch die extreme Freundlichkeit und die zuvorkommende Art der meisten Japaner ist nicht immer nur von Vorteil. Natürlich ist es schon ganz nett, wenn man sich nicht von einem alten konservativen Opa rassistische Stammtischparolen anhören muss, aber in anderen Fällen wäre etwas mehr Ehrlichkeit nicht schlecht.

Diese teilweise schon überzogene Höflichkeit ist oft nämlich vor allem eines: aufgesetzt. Da es ein wichtiger Teil der japanischen Kultur ist, die Harmonie in der Gesellschaft zu wahren und auf keinen Fall die Ehre des Gegenübers zu verletzten, wird Kritik so gut wie gar nicht geäußert. Stattdessen wird lieber herumgedruckst oder es werden nicht ernst gemeinte Komplimente verteilt.

Noch besser wird es allerdings, wenn ihr tatsächlich versucht, japanische Freunde oder gar einen Partner zu finden. Stellt euch vor, ihr habt eine süße Japanerin in einer Bar kennengelernt. Ein japanisches Date wolltet ihr natürlich schon immer mal haben, darum kommt ihr nun voll in Fahrt und labert eurem Gegenüber einen Knopf an die Backe.

Der Abend läuft ganz gut und eure Gesprächspartnerin ist sichtlich interessiert. Das erkennt ihr daran, dass die Gute die ganze Zeit über eifrig am Nicken ist. Eure dummen Witze findet sie offensichtlich auch zum Brüllen komisch und sie kann einfach nicht die Augen von euch lassen. Nachdem ihr ihre Nummer bekommen habt, geht ihr mit vor Stolz geschwellter Brust nach Hause und freut euch schon auf den Beginn eurer fernöstlichen Liebesgeschichte.

Tja, Pech gehabt – denn ob sie euch wirklich mag, erfahrt ihr erst dann, wenn sie euch bei eurem ersten Date nicht einfach im Regen stehen lässt. Aber so lange müsst ihr gar nicht warten: Ihr ruft sie an, um das Date zu vereinbaren, und müsst feststellen, dass die Nummer zu einem Beautysalon für Intimhaarpflege gehört, und weint euch anschließend mitten am helllichten Tag einfach in den Schlaf.


07: Das hast du aber fein gemacht, kleiner Gaijin!

Girls und Panzer Applaus
© GIRLS und PANZER Projekt

Wie bereits erwähnt, erntet man als Ausländer in Japan oft neugierige oder auch missbilligende Blicke. Doch das Gaijin-Dasein hat natürlich auch so seine Vorzüge, denn bei landesfremden Touristen drücken die Japaner gerne so viele Augen zu, dass sie dafür ständig den dreiäugigen Tien Shinhan aus Dragon Ball Z zurateziehen müssen, um auch wirklich für das maximale Maß an Nachtsicht garantieren zu können.

Das bedeutet jedoch nicht nur, dass Ausländern mal der ein oder andere kulturelle Fehltritt verziehen wird, sondern auch, dass man auf regelmäßiger Basis mit unberechtigtem Lob überschüttet wird. Offenbar ist man in Japan zu der Erkenntnis gekommen, dass der Geisteszustand eines Nicht-Japaners maximal dem eines geistig unterentwickelten Zwergkaninchens entspricht. Staunende »Sugoi«-Rufe und scheinbar beeindruckte »Eeeeeehhhh« dürfen in einem interkulturellen Austausch also niemals fehlen.

Das mag jetzt vielleicht ein Schlag ins Gesicht für all jene sein, die wirklich dachten, dass die Japaner es tatsächlich »totemo sugoi« fanden, dass ihr schier unermessliches Japanischvokabular mit höchst komplizierten Floskeln wie »Ohayou gozaimaisu« glänzen konnte, doch die Wahrheit tut bekanntlich immer weh. Falls ihr jedoch wirklich mal etwas getan haben solltet, das tatsächlich beeindruckend ist, sind Ohrenstöpsel und gepolterste Kleidung empfohlen, um euch vor Knochenbrüchen durch eine möglicherweise folgende Sugoi-Druckwelle zu schützen.


08: Alkoholexzesse zum Tiefpreis

KonoSuba Alkohol
© 2017 暁なつめ・三嶋くろね/KADOKAWA/このすば2製作委員会

Wer dachte, dass Deutschland mit seiner langjährigen Biertradition, dem Oktoberfest und der ausgeprägten Vorliebe zum Komasaufen das Alkohol-Kapitol der modernen Welt ist, liegt falsch. Denn obwohl der Kaufpreis für alkoholische Getränke in Japan nicht niedriger ist als in Deutschland, haben die Japaner dennoch eine höchst effiziente und günstige Möglichkeit entwickelt, um sich möglichst effektiv selbst zu zerstören: All you can drink.

Das All you can drink-Geschäftsmodell findet sich meist in Restaurants, die auch ein gewöhnliches All you can eat-Angebot besitzen. Damit besteht die Möglichkeit, einmal lasche 500-1000 Yen (ca. 4-8€) auf den Tisch zu legen, um dafür den ganzen Abend eine Vielzahl unterschiedlicher Biere, Spirituosen und Cocktails gnadenlos in sich rein zu kippen und seiner Leber mal so richtig zu zeigen, wer hier der Boss ist.

In Deutschland würde ein Laden mit diesem Geschäftsmodell zwar ganz schnell in die Insolvenz getrunken werden, doch da viele Asiaten ein gewisses Enzym zur Alkoholverstoffwechselung nicht besitzen, liegt hier der schmale Grat zwischen All you can drink und Notaufnahme anscheinend bei etwa 2-3 Bier, wovon eines davon natürlich alkoholfrei ist.

Um rauszufinden, ob ein Restaurant ein solches Angebot besitzt, müsst ihr lediglich nach »Nomihodai« fragen und, falls euch anschließend mit dem verfluchten X geantwortet wird, beleidigt den Laden verlassen, um euch anschließend mit einer Billigbierdose aus dem 7Eleven auf eine einsame Parkbank unter einer flackernden Straßenlaterne zu setzen.


09: Das verfluchte X

© geralt auf pixabay.com

Ich hatte ja schon erwähnt, dass es die anerzogene Höflichkeit den meisten Japanern gebietet, ihrem Gegenüber stets freundlich zu begegnen und ihre Missbilligung niemals zum Ausdruck zu bringen. Das heißt aber natürlich nicht, dass sie es euch nicht einfach mit passiv-aggressiver Körpersprache zeigen können.

Um bloß kein Nein aussprechen zu müssen, haben sich die Japaner nämlich einen genialen Trick überlegt: einfach die Arme vor der Brust zu einem X verschränken und über grimmigen Blickkontakt – und ohne zu blinzeln – ihre Dominanz etablieren.

Kommt man abends als Ausländer zum Beispiel in ein Restaurant, das eigentlich bis Mitternacht geöffnet hat, aber dessen Küche bereits geschlossen ist, wird man direkt mit einem freundlichen X begrüßt. Natürlich könnte man auch einfach einen Erklärungsversuch unternehmen, aber da wir ja gelernt haben, dass Gaijins geistig mit den Zwergkaninchen verwandt sind, ist das X die einzig richtige Lösung.

Gegenfragen, was gemeint ist, oder weitere Nachfragen, ob man vielleicht noch ein geöffnetes Restaurant in der Nähe kennt, werden ebenfalls stur mit einem X beantwortet. Hat der begriffsstutzige Gaijin dann frustriert das Restaurant verlassen, kann der japanische Ladeninhaber endlich wieder frei atmen und wischt sich stolz den Schweiß von der Stirn.


10: Tut mir schrecklich leid, dass ich existiere!

Fire Force Weinen
©Atsushi Ohkubo, KODANSHA/ “FIRE FORCE” Production Committee

Höflichkeit schön und gut, aber man kann es auch übertreiben. Während man in Deutschland ab und zu unhöflich angeschnauzt oder angerempelt wird und anschließend kein Wort der Entschuldung zu hören bekommt, hat es Japan zur olympischen Disziplin erklärt, sich für absolut alles ausgiebig zu entschuldigen.

Das mag zwar ganz nett sein, wenn man angerempelt wird, wirkt dann aber doch schnell sehr befremdlich, wenn die betroffene Person eigentlich gar nichts falsch gemacht hat. Zum Beispiel, wenn eine nette alte Dame eine knietiefe Verbeugung hinlegt und sich dabei fast den Rücken bricht, weil sie einen Getränkeautomaten benutzt hat und man deshalb das unzumutbare Opfer bringen musste, 5 Sekunden zu warten, bis man selbst an der Reihe ist.

Das Ganze geht sogar so weit, dass es mir selbst auch schon einmal passiert ist, dass eine wildfremde Frau an mir vorbeilief und sich dabei kleinlaut und ohne ersichtlichen Grund bei mir entschuldigte. Ich weiß bis heute nicht, wieso sie das getan hat. Vielleicht hat sie etwas zu laut geatmet, aber es wirkte doch eher so, als wolle sie sich dafür entschuldigen, in meiner Gegenwart existiert zu haben. Aber alles gut, random Frau aus Japan, ich verzeihe dir. Aber nur noch dieses eine Mal.


Jetzt seid ihr gefragt!

Welche skurrilen Fakten über Japan kennt ihr noch und seid ihr vielleicht schon einmal selbst Zeuge eines solchen geworden? Schreibt es uns in die Kommentare!

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
12 Comments
Oldest
Newest Most Voted
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
DerKatakanaVerkäufer

Zu Punkt 1 mit den Mülltonnen hat das einen anderen Grund und zwar dass 1995 ein Giftgas Anschlag der Aum Sekte in den Tokyoter U-Bahnen statt gefunden haben indem sie in Zeitung umwickelte Plastikbeutel mit Nervengift gefüllt freigesetzt haben. Dies hatte zu Folge dass die öffentliche Mülleimer entsorgt werden damit ein weiterer Anschlag verhindert wird.

Um die Liste mit skurrilen Japan Fakten zu ergänzen.

In Japan ist es auf der Arbeit erlaubt an seinem Arbeitsplatz schlafen. Was für den westlichen Büroarbeiter als Faulheit sieht und derjenige der das tut mit Kündigung ermahnt wird ist für den japanischen Büroarbeiter ganz normal weil die sich 24/7 sprichwörtlich sich zu Tode arbeiten und der Schlaf dafür sorgt dass sie sich davon erholen und auf die nächste harte Arbeit vorzubereiten.

In Japan gibt es keine Straßennamen wie bei uns hier in Westen. Tatsächlich geben sie ihre Adresse als sogenannte Block an. Dieser Block genannt chome kann man als ein Grundstück ansehen auf dem viele dieser kleine Häuser stehen die nummeriert sind.

Schlürfen an der Nudelsuppe in Japan gilt im Gegensatz bei uns hier als höflich. Zum einen dass man sich nicht mit der Nudel an der Zunge brennt und zum anderen ist es ein Zeichen dass es ihm besonders schmeckt. Je lauter das schlürfen desto köstlicher ist die Nudelsuppe

Holger

In Japan ist nichts kaputt. Bei mir in Berlin ist eine funktionierende Rolltreppe ein Jahrhundertereignis, das in der Regel nur wenige Tage, meist nur Stunden anhält. Doch in Japan habe ich in über 2 Wochen keine einzige defekte Rolltreppe erlebt. Und es sind nicht nur die Rolltreppen. Alles, was da ist, funktioniert auch immer. Oder es arbeitet gerade jemand daran. Aber außer Betrieb, ohne dass gerade tatsächlich aktiv repariert wird, gibt es in Japan einfach nicht.

Kleine Geschichtsstunde

Dass Chinesen in Japan nicht gerne gesehen werden (und vice versa) liegt an den beiden Sino-Japanischen (oder auch Japanisch-Chinesischen) Kriegen. Dabei wurden viele unschuldige Zivilisten (und Soldaten) verletzt oder getötet. Unzählige Frauen wurden auch vergewaltigt. Dazu fällt mir auch eine Sequenz aus einer Dokumentation ein, welche ich im Geschichtsunterricht verwendet habe. Und zwar im Kontext, dass ein Chinese den Zweiten Sino-Japanischen Krieg beschreibt. Dabei erzählt ein Soldat, dass er viele Frauen vergewaltigt hat. Aber dass war “normal” und deshalb war es auch “okay”. Und das ist bis heute noch so! Viele verharmlosen oder verleugnen die beiden Kriege / Geschehnisse derer.

Ist ein spannendes Thema, kann jedem, der sich etwas für Geschichte und Japan interessiert nur empfehlen, sich damit auseinanderzusetzen.

Kris

Dein Artikel war wieder ein Schmankerl, vor allem, weil ich alles durch meine Japanreise bestätigen kann. 😂 Japan ist anders, einiges gefällt uns mehr, anderes (Müll, fragwürdige Tiercafes) weniger. Aber abgesehen von den Schattenseiten muss man das Land einfach lieben.

Italo Beat Boy

Ja, in Deutschland wäre es undenkbar, ausländische Gäste aus Restaurants auszuschließen, weil dann sofort die Bullen angestürmt kommen und die Gaststätte kann dicht machen. Ist bei uns in der Gegend schon einmal passiert, da hat der Inhaber höchstpersönlich Leute aus seiner schwäbischen Gaststätte rausgeworfen, nur weil diese Ausländer waren. Tja, dann hat er auf’n Sack gekriegt.
Ich jedenfalls möchte nicht mal nach Japan reisen. Ich bin mir sicher, ich würde zu viele Fehler machen, egal wie sehr ich mich mit allem auskenne.

JoJoseph

Nur ein kleiner Scherz:

Ach ja, die gekreuzten Arme… wenn die Person dann nicht auf mich zuspringt und “Du bist drauf reingefallen, du Narr!” ruft, geht das.

Tobias Herborn

Ein Fest, das zu lesen 😅 sehr schön amüsant und informativ geschrieben

Teeto

Japaner setzen unglaublich viel “Manpower” ein. Das beginnt in großen Geschäften, in denen Mitarbeiter mit Einkaufskörben an den Rolltreppen stehen und geduldig warten, ob sie gebraucht werden, geht über Baustellen, an deren beiden Enden immer jemand steht, damit nichts passiert (ich habe etwa einmal um Mitternacht eine unbeaufsochtigte Baustelle gesehen) und endet bei den Ausfahrten von Parkhäusern, wo ein Mitarbeiter darauf achtet, dass nichts passiert und die Passanten aufhält, falls jemand ausfahren möchte.

Der Service hört nicht an der Ladentür auf, so haben mir die Verkäufer im Gundam Shop auf Odaiba eine Karte geschrieben, wo ich den nächsten 7-Eleven finde, inklusive einer Telefonnummer, damit diese den dortigen Mitarbeitern erzählen können, was ich wollte, ein Hotel in Osaka hat noch Wochen später mit mir Kontakt gehalten, damit eine Paketsendung möglichst effektiv nach Deutschland noch, ein Serviceschalter in einem Hotel hat extra für mich aufgemacht und danach wieder geschlossen, auf der Post hat eine Mitarbeiterin ein aket zurechtgeschnitten, damit ich meine Girps und Panzer Fahrzeug verschicken könnte und ein Hotel Rezeptionist hat seinen Posten veröassen und uns persönlich zu einem Restaurant geführt (nachdem er dort angerufen hat, ob dort Plätze frei sind).

Im japanischen werden viele Begriffe durch japanisierte englische Wörter ersetzt (Fahrstuhl – erebeta, Rolltreppe – esukareta). Wer jetzt aber auf die Idee kommt, Begriffe, die er nicht kennt durch englisch zu ersetzen, wird nicht weit kommen, da der typische Japaner nicht verstehen wird was gemeint ist. Auch erkennt er kein englisches Wort, das NICHT im japanischen Sylbensystem ausgesprochen wird (vermutlich würde er das Wort Blizzard nicht erkennen, falls man nicht Burissarudo sagt). Hält man sich an simple Sätze und einen Taschen-Langenscheid, so kann man einen Verkäufer aber durchaus nach dem gewünschten Fate/stay night Spiel fragen und bekommt mit Händen und Füssen auch den Unterschied erklärt, falls es derer 4 Versionen gibt. Andererseits, falls man einem bestimmten Restaurant sucht und Passanten das Weite suchen, wenn man sie anspricht, so hilft einem auch gerne der Bahnhofspolizist weiter, vorausgesetzt man hat ein Bild vom Restaurantnamen, denn so gerne er helfen würde, er versteht sonst nicht, was der Gaijin hier mitten in Kyoto vom Old Hongkong Restaurant faselt.

Teeto

Das Gerücht, um getragene Unterwäsche die verkauft wird stimmt übrigens, teilweise sogar mit Bild des Mädels, dass diese getragen hat, ich habe sogar einen Automaten in Nakano gesehen. Allerdings muss man dafür schon die Adult-Abteilung aufsuchen. Ein deutlischer Hinweis, dass der achte Stock eines Ladens eher für Erwachsene gedacht ist, können auch deutliche Hinweisschilder sein, dass Frauen ab dieser Etage nicht mehr erwünscht sind…

Qubexx

Der letzte Punkt mit dem Entschuldigen ist mir schon in diversen Anime aufgefallen und das nervt so hart…

Sehr irritierte Tabea

Sehr unterhaltsamer und durchaus lehrreicher Artikel, werde bei meinem (hoffentlich bald stattfindenden) Japan-Trip daran denken 🙃

Aber mal eine Frage: Wenn der Titel dieses Artikels „ Japans kreativer Wahnsinn: 10 verrückte Japan-Fakten! [Teil 02]“ ist….. Was ist mit Teil 01 passiert? 🤔 Hab ihn nirgends auf der Website gefunden 🧐

12
0
Sag uns Deine Meinungx
()
x