© Tower of God Animation Partners

Schon seit längerer Zeit erfreut sich »Tower of God« im Internet großer Beliebtheit, nun erobert die Geschichte die Welt der Anime! Wir haben vorab in die erste Folge reingeschaut und verraten euch, ob die Manhwa-Adaption ihrem Hype gerecht wird!

Trotz des weltweiten Anime-Hypes ist nicht nur Japan Geburtsland spannender Geschichten – auch der Nachbar Südkorea erfreut sich in den letzten Jahren einer immer erfolgreicheren Popkultur! Neben K-Pop und Kimbap heißt das Zauberwort hier insbesondere »Manhwa« oder »Webtoon«: Letztere sind von jungen Zeichnern auf die Bildschirme gebrachte, digitale Comics, die einen frischen Wind durch die fernöstliche Zeichenindustrie wehen lassen.

Einer davon ist »Tower of God«, eine seit 2010 vom Künstler SIU gezeichnete Reihe, die mit über 470 Kapiteln zu den langlebigsten und erfolgreichsten ihrer Art zählt.
Nach jahrelangem Hype in den Weiten des Internets lernen die Bilder nun in einer Anime-Adaption das Laufen, die weltweit exklusiv beim Streamingdienst Crunchyroll zu sehen ist.

Wir durften für euch vorab in die erste Folge hereinschauen und verraten euch, ob »Tower of God« der Aufstieg in den Anime-Olymp gelingt!


Titel: Tower of God
Art: Serie
Start: 01. April 2020
Episoden: 13
Genre:
Abenteuer, Action, Drama, Fantasy
Studio: Telecom Animation Film (»Orange«, »All Out!!«)
Regisseur: Takashi Sano (»Sengoku Basara: Judge End«)
Vorlage: Manhwa von SIU
Simulcaster: Crunchyroll
Trailer: Hier anschauen


Wo kann man »Tower of God« auf Deutsch schauen?

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»Tower of God« gehört zu einer Reihe brandneuer Originals vom Simulcast-Anbieter Crunchyroll!
Dementsprechend könnt ihr die Serie ab dem 01. April 2020 auf dem Streaming-Dienst exklusiv auf Japanisch mit deutschen Untertiteln verfolgen.
Dabei erwartet Premium-Abonnenten jeden Mittwoch eine neue Folge, das Abo erhaltet ihr zum Preis von 4,99€ monatlich.

Auch kostenlose Nutzer müssen nicht auf Bams Abenteuer verzichten, müssen sich in diesem Fall jedoch stets eine Woche länger gedulden und gelegentliche Werbepausen in Kauf nehmen.


Darum geht es in »Tower of God«!

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Lange Zeit fristete der junge Bam sein Leben inmitten der pechschwarzen Finsternis einer unbekannten Höhle. Einziger Rettungsanker vor der Verzweiflung und liebevolle Gesellschaft war Rachel – eine Freundin, die Bam stets mit Wärme und Zuneigung zur Seite stand.
Als sich Rachel eines Tages dazu entscheidet, den Turm Gottes zu erklimmen, an dessen Spitze alles in der Welt zu finden ist, eilt Bam ihr von Verzweiflung erfüllt nach.

Im Inneren des Turms wartet eine surreale Welt voller schockierender Mysterien und schwerwiegender Rätsel auf ihn, die seine Belastbarkeit als Mensch auf eine harte Probe stellen …
So muss er bei seiner ersten Prüfung eine schwarze Kugel inmitten eines gewaltigen Beckens zerstören, die unerbittlich von einem stählernen Aal bewacht wird …


Story & Charaktere

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Die erste Episode von »Tower of God« wirft ihre Zuschauer in eine unbekannte, zu jeder Zeit surreal anmutende Welt. Dabei geht Autor SIU mit den Details seiner Erzählung relativ sparsam um, denn weder erfahren wir etwas über Bams und Rachels Hintergründe abseits ihrer innigen Freundschaft, noch wo der Turm Gottes steht, wie er entstanden ist oder wie genau man in sein Inneres gelangt.

Was als narratives Element zur Erzeugung von Spannung durchaus legitim ist, gerät bei der Charakterisierung der Figuren jedoch schnell an seine Grenzen: Denn abseits von seiner Standhaftigkeit und engem Band zu Rachel bleibt Hauptcharakter Bam in der ersten Folge weitgehend blass und hinterlässt kaum einen bleibenden Eindruck.

Neuer Trailer zu »Tower of God« stellt Opening vor!

Deutlich besser sind dabei die Nebencharaktere aufgestellt: Durch ihr Ehekrach-ähnliches Zusammenspiel entfalten Hai Yuri und Evan eine witzige Chemie und besitzen beide jeweils ihr eigenes Charisma.

Die Prüfungen des Turms sind Dreh- und Angelpunkt der Geschichte und nehmen dementsprechend eine zentrale Rolle in der Erzählung ein. Dabei erfinden die Challenges das Rad zwar nicht neu, erweisen sich durch die ansprechende Inszenierung aber nichtsdestotrotz als genau so spannend, wie das mit kreativen Details ausgebaute Setting des Turmes selbst.

Mit ihrer zickigen, doch weisen Art entfaltet Ha Yuri jede Menge Charisma. | © Tower of God Animation Partners

Alles in allem geht »Tower of God« sehr sparsam mit seiner Lore um und leistet dabei vor allem bei seinem Hauptcharakter einen inhaltlichen Drahtseilakt. Auch die Story selbst verlässt in der ersten Episode nie ihr Basislevel an Komplexität und ist eher ein »Snack für nebenbei« als eine fesselnde Erzählung.


Künstlerische Umsetzung

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Optisch unterscheidet sich »Tower of God« auf interessante Weise vom sonstigen Anime-Mainstream und präsentiert sich in einem ungewöhnlichen Look mit dicken Outlines und harten Kontrasten. Das in Verbindung mit der hochwertigen, auf Charakterperformance bedachten Animation, der ausgeklügelten Kameraarbeit und dem großartigen Soundtrack vom »Shield Hero«-Komponisten Kevin Penkin verleiht der Serie eine schwere und surreale Atmosphäre.

Überwiegend in eine Farbe getauchte Szenen erzielen so fast schon frech-offensichtlich eine bestimmte Wirkung, während Charaktere häufiger als »Schatten« dargestellt werden, um eine mystische Note zu bekommen.

Auf künstlerischer Ebene macht »Tower of God« in jeder Hinsicht einen hochwertigen Eindruck und schafft es, den Zuschauer völlig mit der surrealen Welt des Turms zu fesseln.
So ist die Serie auch handwerklich das Beste, das Telecom seit Jahren vom Band gelaufen ist und überzeugt so atmosphärisch auf ganzer Linie.


Fazit – aller Aufstieg ist schwer

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Dem großen Hype um »Tower of God« kann ich mich nach der ersten Episode nur bedingt anschließen, denn dank der spärlichen Informationen über Welt und Charaktere, Bam als schwach ausgearbeiteten Hauptcharakter und dem linearen Handlungsverlauf, wollte der Funke nicht ganz überspringen.

Statt einem lodernden Feuer ist »Tower of God« nichtsdestotrotz eine wärmende kleine Flamme, denn die künstlerische Umsetzung macht die inhaltlichen Defizite locker wett und sorgt dafür, dass euch in Folge 1 nichtsdestotrotz 24 spannende Minuten erwarten.
Dennoch hoffe ich, dass der Anime in seinen nächsten Folgen über sich hinauswächst und die Qualität der Geschichte mit der der Inszenierung auf Augenhöhe stehen wird.

Vielen Dank an Crunchyroll für das vorzeitige Bereitstellen der ersten Episode!


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Jetzt seid ihr gefragt!

Wie fandet ihr die erste Episode von »Tower of God«? Und wer ist euer bisheriger Lieblingscharakter?

Schreibt es uns in die Kommentare!

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merthol01
Gast
merthol01

Mir hat die erste Folge des Anime wirklich sehr gut gefallen und ich muss sagen, dass ich hier mehr als gute Unterhaltung sehe. Allerdings lese ich auch schon etwas länger den Manga und weiß was dort noch kommen dürfte. Bleibt zu hoffen, dass der Anime auch genug Folgen dafür bekommt! Der Anime hält sich dabei durchaus dicht beim Manga, hat allerdings ein paar Abweichungen in der Erzählung. So werden ein paar Dinge etwas vorgezogen, dafür fehlen andere (Kleinigkeiten) wiederum. Aber bisher wirklich gut gemacht und die Qualtittät des ganzen passt auch sehr gut! Des weiteren hoffe ich, dass zu diesem… Weiterlesen »

merthol01
Gast
merthol01

Nachtrag: Die 13 gemeldeten Folgen sind leider etwas wenig, 24/16 Folgen wäen hier schon besser gewesen. Nicht nur da es genügend Material gibt, auch da der Manga erst nach und nach seine Qualitäten beweist. Weiß daher nicht, ob die 13 Folgen reichen um genügend Zuschauer am Ball zu halten. Ich hoffe es.

Ansonsten, lest zumindest alle den Web-Manga!

Kirius
Gast
Kirius

Hmm hast du den Manhwa jemals gelesen? Denn bei einer Anime-Serie den Mangel an Story zu kritisieren obwohl man erst das Vergnügen hatte eine einzige Folge zu sehen ist doch ein wenig voreilig.
Ohne zu spoilern kann ich nur sagen dass sich die Mysterien um die Geschichte in diesem Manhwa nur sehr langsam aufdecken und das ist auch gut so.
Doch je mehr aufgedeckt wird desto interessanter wird es. Es ist eines der wenigen Werke die ich kenne, dass niemals abzubauen scheint und stehts noch die ein oder andere Überraschung im Petto hat.

xRayzen1
Gast
xRayzen1

Ich denke hier wird sogar meine Sorge klar kommuniziert. Bam ist am Anfang eine Hülle mit nur einem Bedürfnis: Rachel finden.
Deswegen macht mir auch das pacing ein wenig Sorgen. Als webcomic funktioniert Bam sehr gut, als anime ist es schwierig, vor allem mit nur 13 Folgen.
Der Autor hat sogar ziemlich bewusst Bam so geschrieben, da er erst eine richtige Persönlichkeit entwickelt laufe der Zeit.
Er ist dann auch nicht mehr so “leer”, aber es dauert noch eine ganze Weile bis er zu dem Punkt kommt.
ToG wird eine ganze Weile nur wegen seinen neben Charaktere scheinen (Khun, Rachel, Androssi, Yuri, urek etc).

Hauke Witt
Gast
Hauke Witt

Mich hat das nicht zu 100% amgesprochen,nach einer Folge. Ich mag den Animationsstil und die Machart nicht. Das ist wieder so ein pseudo künstlerisch wertvoller Anime. Hoffentlich wird das Ding nicht so ein Mist wie Bakemonogatari und Yuri Kuma Arashi. Ich geb dem Ding noch eine Chance und schaue noch 3, 4 Folgen. Ich wage aber zu bezweifeln, das der mir noch gefallen wird. In/Spectre hingegen, von Crunchyroll, war RICHTIG geil!

Bell
Gast
Bell

Wenn ich Rechtweiß sind die Folge Anzahl schon bekannt. 13 Folgen. Bin mir aber nicht zu 100% sicher. Könnt mich korrigieren/ verbessern wenn ich falsch liege