© Reki Kawahara / Koutarou Yamada / ASCII Media Works

Der schwarze Schwertkämpfer ist zurück! Mit »Alicization« erobert der bis dato neueste Manga-Ableger der »Sword Art Online«-Reihe die deutschen Regale! Ob sich der Blick in Kiritos Cyber-Abenteuer nur für Fans lohnt, verraten wir euch im Review!

2002 hauchte Autor Reki Kawahara der Online-Welt Aincrad, dem schwarzhaarigen Gamer Kirito und dem Abenteuer um die 50,000 im VR-Game »Sword Art Online« gefangenen Spieler in Form einer Webnovel erstmals Leben ein. 18 Jahre später ist das gleichnamige Franchise eine der erfolgreichsten Otaku-Domänen aller Zeiten und zog zahlreiche erfolgreiche Adaptionen als Anime und Manga, Hörspiele und Games nach sich.

Sword Art Online: Das macht Alicization besser als bisher!

»Alicization« ist der sechste große Story-Arc der Reihe und gilt unter Fans als Höhepunkt der bisherigen Saga – doch kann die Geschichte die Dämonen der vorherigen Staffeln ablegen und auch »SAO«-Muffel in begeisterte Kirito-Verehrer verwandeln?
Oder gehört das Konzept »Sword Art Online« mittlerweile sogar schon zum alten Eisen? Wir haben für euch in den ersten Band reingelesen!


Alle Infos zu »Sword Art Online – Project Alicization«

Originaler Titel: Sword Art Online: Project Alicization
Genre: Abenteuer, Fantasy, Action, Drama
Verlag: Tokyopop
Mehr Infos: Beschreibungen und Preise
Story: Reki Kawahara
Zeichnungen: Koutarou Yamada
Original erschienen bei: ASCII Media Works
In Japan erschienene Bände: 3 (laufend)
Deutscher Rhythmus: Noch nicht bekannt


Darum geht es in »Sword Art Online – Project Alicization«!

© Reki Kawahara / Koutarou Yamada 2017

Ein lauer Frühlingswind weht über die Felder und lässt die zahllosen Grashalme tanzen … Der azurblaue Himmel erhebt sich als Heimat der gleißenden Sonne über die Welt, die den in Leinen gekleideten Kirito mit einem leichten Kitzeln in der Nase erwachen lässt.

Während eben genannter Wind die pechschwarzen Haare zerzaust, fällt sein Blick auf saftige Wälder, weite Landschaften und plätschernde Flüsse. Saß er nicht eben noch mit Asuna und Sinon im Café Dicey und hat vom neuesten Projekt der Organisation RATH erzählt?
Von der »Soul Translator« genannten Maschine, die künstliche Sinneswahrnehmungen in die Seele eines Menschen einspeisen kann?

Nach einem kurzen Spaziergang durch diese unbekannte Umgebung trifft Kirito auf einen blonden Jungen mit breitem Lächeln, der ihm irgendwie bekannt vorkommt …
Und ein Abenteuer nie da gewesenen Ausmaßes nimmt seinen Anfang!


»SAO« wie es sein sollte!

© Reki Kawahara / Koutarou Yamada 2017

»Sword Art Online« ist bis heute so umstritten wie kaum ein anderes populäres Anime-Franchise. »Alicization« liefert die Antwort für diejenigen, die sich von der Prämisse »gefangen in einem Videospiel« aus dem Aincrad-Zyklus mehr als einen lockeren Abenteuerharem erwartet haben und macht die Technik des Soul Translators zum Mittelpunkt einer nervenaufreibenden Abenteuergeschichte, die sämtliche Kritikpunkte der Vorgänger wie etwa uninspiriertes Worldbuilding oder den vorhersehbaren Storyverlauf motiviert angeht.

Um es den »SAO«-Muffeln in ihrer zweiten Chance einfacher zu machen, gestaltet sich der Arc zudem ziemlich einsteigerfreundlich. Zwar ist es von Vorteil, mit den Charakteren vertraut zu sein, doch darüber hinaus verlangt einem die Reise nach Underworld kein zusätzliches Wissen über die Errungenschaften des schwarzen Schwertkämpfers ab.
Voller Tatendrang beschäftigt sich Autor Kawahara im ersten Band hauptsächlich damit, dem Leser das neu geschaffene Setting näherzubringen und sowohl die Regeln und Gepflogenheiten in Underworld, als auch die Funktionsweise des Soul Translators zu erklären.

Gerade das Zusammenspiel der Charaktere funktioniert im Manga um einiges besser als im Anime. | © Reki Kawahara / Koutarou Yamada 2017

Dabei ist die Liebe von Zeichner Yamada zum adaptierten Material deutlich zu spüren, denn jedes Panel strotzt geradezu vor Energie, vor allem was die Mimik und die Interaktion zwischen den Charakteren angeht.
So wird herrlich gezankt, diskutiert und gelacht, was in dieser Adaption sogar noch etwas natürlicher wirkt als im relativ starr die Hintergrundinfos abspulenden Anime.
Sorgsam eingestreute Comedy-Momente und interessante Details wie beispielsweise Eugeos aufkommenden Gefühle für Alice machen das Lesen interessant und verleihen dem Arc und seinen Figuren einen ganz neuen Charme.

Der Frieden währt nicht lange – schon im ersten Band schlägt die lockere Stimmung des Anfangs in düstere Dramatik um. | © Reki Kawahara / Koutarou Yamada 2017

Nachdem im letzten Viertel alle Charaktere bekannt und die Hintergründe geklärt sind, nimmt die Geschichte Fahrt auf und katapultiert Kirito mit einer schockierenden Wendung geradewegs in die Hauptgeschichte.
Von dieser ist im ersten Band zwar noch nicht viel enthalten, doch der Leser erhält einen guten Vorgeschmack von der düsteren Atmosphäre, fesselnden Erzählung und Überraschungsfreude, mit der sich der »Alicization«-Arc im späteren Verlauf seinen Goldstatus unter den »SAO«-Storysträngen verdient hat.
Natürlich ist der kawahara’sche Hang zum Kitsch und die bedeutungsschwangeren Phrasen der Vorgänger nicht gänzlich verschwunden, doch wer sich daran nicht stört und nach einem fesselnden Fantasy-Manga sucht, wird nicht nur als »Sword Art Online«-Jünger in eine spannende Geschichte hineingesogen!


Die Freuden der Unterwelt

© Reki Kawahara / Koutarou Yamada 2017

Zeichner Koutarou Yamada zeigt in seinem zweiten »SAO«-Manga nach »Phantom Bullet« was er drauf hat und wird dem millionenschweren Brand mit spektakulären Zeichnungen gerecht.
So erinnern die Landschaftsmalereien mit ihrer harmonischen Bildkomposition fast an alte Ölgemälde: Während die Umgebung der Cyber-Welt mit herzerwärmenden Naturdetails jeden Baumfreund zufriedenstellt, verbreitet Tokyo dank lebhafter Schattierungen und vieler kleiner Details einen urbanen Puls!

Die hübschen Charakterdesigns von Zeichner abec wurden vor allem in den Schlüsselmomenten großartig in Szene gesetzt. | © Reki Kawahara / Koutarou Yamada 2017

Dabei bricht die Qualität der Hintergründe bis auf gelegentliche Raster-Intermezzos nicht ab und bewegt sich durchgehend auf einem extrem hohen Niveau.
Die hübschen Charakterdesigns vom Künstler abec wurden fast schon peinlich genau übernommen und durch eine authentische, niedliche oder emotionale Mimik ergänzt.
Auf visueller Ebene ist »Sword Art Online – Project Alicization« ein Erlebnis, wie es selten im Manga-Bereich vorkommt und mit dem sehr hochwertig produzierten Anime definitiv auf Augenhöhe.


Sword Art Online – Project Alicization
Original
Deutsche Umsetzung

Wir bedanken uns herzlich bei Tokyopop für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!


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Jetzt seid ihr gefragt!

Manga oder Anime – in welcher Form findet ihr »Sword Art Online – Project Alicization« besser? Und wer ist der beste Charakter aus dem gesamten »SAO«-Universum?

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Berserklol

“Der schwarze Schwertkämpfer ist zurück”. Seit wann ist Guts teil von SAO?