© Sou Yayoi / NHN Entertainment

Fehler sind menschlich – doch was wäre, wenn es eine Pille gäbe, die einen all die Fehltritte der Vergangenheit rückgängig machen lässt? Wir haben den 27-jährigen NEET Arata auf seiner Reise begleitet und verraten euch, ob sich in Blick in die Manga-Neuheit ReLife lohnt!

Zurück in die Schulzeit – während einem dieser Wunsch als Schüler noch wie ein klares Anzeichen für geistige Verwirrung vorkommt, würden sich die Meisten, im ernsten Erwachsenendasein angekommen, darum reißen, noch ein letztes Mal die Schulbank drücken zu dürfen. Nachdem wir Pechvogel Arata bereits in Anime-Form bei der Erfüllung dieses Wunschs beobachten durften, stellt Tokyopop nun die Manga-Vorlage zu ReLife in die Regale der deutschen Buchhändler.

Wir haben für euch in das vollkolorierte Großformat reingelesen und verraten euch, ob sich ein Griff zur Pille lohnt!


Alle Infos zu ReLife!

Originaler Titel: ReLIFE
Genre: Slice of Life, Romance, Supernatural
Verlag: Tokyopop
Mehr Infos: Beschreibungen und Preise
Story & Zeichnungen: Sou Yayoi
Original erschienen bei: NHN Entertainment
In Japan erschienene Bände: 15 (Abgeschlossen)
Deutscher Rythmus: Alle 3 Monate


Darum geht es in ReLife!

© Sou Yayoi / NHN Entertainment

Arata Kaizakis Leben befindet sich schon seit Ewigkeiten in einer einzigen Abwärtsspirale: Trotz seiner stolzen 27 Jahre ist er nach einem verspäteten Studium und markerschütternden Erfahrungen in der Arbeitswelt immer noch auf aussichtsloser Jobsuche und zu allem Überdruss zum ewigen Singledasein verdammt. Als ihm dann auch noch seine Eltern den Geldhahn zudrehen, scheint seine Existenz völlig den Wasserfall herunterzustürzen, doch als er sich nach einer nächtlichen Sauftour entkräftet durch die Straßen schleppt, begegnet ihm die Lösung in Form des charismatischen Ryo:

Dieser bietet Arata die Möglichkeit, sich als Teil eines Experiments um zehn Jahre verjüngen zu lassen und erneut ein Jahr als Oberschüler zu verbringen, um diese wichtige Entwicklungsphase seines Lebens geschmeidiger zu durchlaufen, als er es damals tat. Widerwillig lässt sich Arata auf das Angebot des Fremden ein, doch ahnt noch nicht, welche Strapazen das zunächst so süß erscheinende Oberschulleben mit sich trägt:

Denn zwischen Tests und strengen Schulregeln ist es die forsche Neugier der hübschen Streberin Chizuru, die Arata saftig aus dem Konzept und sein Leben völlig durcheinanderbringt …


Zurück in die Gegenwart!

© Sou Yayoi / NHN Entertainment

Was dem Harem-Fan sein Isekai ist, ist dem Josei-Genre die Geschichte über soziale Aussteiger, die auf wundersame Weise in die Gesellschaft zurückkehren und dabei meist in einem Rutsch in Kontakt mit ihrer großen Liebe geraten. Auch ReLife darf in diese Sparte eingeordnet werden, doch statt dieses Storykonzept stur nach den gesetzten Maßstäben seiner Genrekollegen runterzubeten, entwickelt der Manga eine ganz eigene Dynamik, die eine bestimmte Sache entfesselt, die in Coming-of-Age-Geschichten dieser Art häufig etwas zu kurz kommt: Spannung.

Denn nicht nur sorgt Aratas Verjüngerungskur für einige spritzige Comedy-Szenen, schließlich fühlt sich der ausgebrannte 27-jährige inmitten der energischen Schülerschaft wie auf einem anderen Planeten, sondern löst nebenbei einige moralische und zwischenmenschliche Zwickmühlen los, aus denen der Manga ganz klar seine Energie zieht.

Die Gespräche zwischen Arata und seinen neuen Mitschülern sind in den meisten Fällen ein erfolgreicher Angriff auf die Lachmuskeln! | © Sou Yayoi / NHN Entertainment

Dabei versteht sich ReLife als Geschichte von der Begnung mit den eigenen Stärken und Schwächen, Selbstfindung und schließlich Selbstakzeptanz – während Arata selbst beispielsweise nicht ansatzweise merkt, wie positiv seine offene Art auf sein Umfeld wirkt, stellt sich Chizuru entschlossen ihrer Schwäche im Umgang mit anderen und arbeitet hart daran, sich menschlich weiterzuentwickeln.

Diese Vorgänge mitzuverfolgen ist spannend, denn die Charaktere in ReLife leben durch und durch von ihrem ganz natürlichen Charisma – ihre Sorgen, Ängste und Probleme wie Unsicherheit, Leistungsdruck und Reue kann wohl jeder von uns irgendwo nachvollziehen, genau wie den Willen, sich zu verändern und aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen. Mit diesem Antrieb gestaltet sich die Grundstimmung im Manga trotz einiger schwerwiegender Themen eher optimistisch und hoffnungsvoll und setzt auf bewegende zwischenmenschliche Entwicklung statt auf mitreißende Knallerszenen, während sich im Hintergrund eine niedliche und vor allem menschliche Romanze zusammenbraut.


Viele bunte Farben

© Sou Yayoi / NHN Entertainment

Anders als es die althergebrachte Manga-Tradition gebietet, kommt ReLife nicht als schwarz/weiß-Geschichte daher, sondern erscheint vollständig koloriert und bietet so eine gelungene Abwechslung für das Auge des gemeinen Manga-Lesers. Von Natur aus gestaltet sich die Welt um Arata herum somit als ziemlich lebhaft und farbenfroh, wobei Zeichnerin Sou Yayoi die Szenerie gern in weiche Lichtstimmungen taucht und gerade einprägsamen Schlüsselszenen durch regelrechtes Funkeln einen besonderen visuellen Touch verleiht.

Trotz der Farben wirken die Zeichnungen jedoch nicht wie Screenshots aus einem Anime, sondern behalten eine klassische Manga-Ästhetik, in der sich jedoch leider auch die Hintergründe oft extrem simpel oder einfarbig gestalten, was die Achillesferse der Farbgebung offenbart und den Look so stellenweise recht steril wirken lässt. Der Fokus liegt hier ganz klar auf die Gefühlsregungen und den Gesichtern der Charaktere, die, essenziell für die Story, mit viel Hingabe bearbeitet wurden. Optisch liefert ReLife also kein absolutes Highlight ab, ist aber allein durch die Farbgebung ein Hingucker und weiß Schlüsselszenen durch die richtigen Stilmittel zu untermalen.


Fazit – Wiederholung erwünscht!

Als Slice of Life-Geschichte weiß ReLife auf ganzer Linie zu überzeugen: Trotz des Fokus auf das Alltagsleben der Charaktere ist eine spannende Prämisse vorhanden, das sowohl den Leser am Haken lässt, als auch den Charakteren genug Raum zur Entfaltung ihrer toll ausgearbeiteten Persönlichkeit bietet. ReLife ist einfach ein Manga, durch den man sich treiben lassen kann und auch wenn es an einigen Stellen etwas sehr langatmig wird, macht der Anime dies durch herzerwärmende Momente und seine zuckersüße romantische Entwicklung schnell wieder wett.

Wir bedanken uns herzlich bei Tokyopop für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars! 


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Jetzt seid ihr gefragt!

Anime oder Manga – was findet ihr bei ReLife persönlich spannender? Und was würdet ihr tun, wenn ihr die Chance hättet, euch um 10 Jahre zu verjüngen?

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habsgleich

Ich kenne nur den Anime und der war schon sehr gut gemacht, kann ich wirklich jedem empfehlen der slice of life mit bisschen romatic mag

ben

Ja endlich!!! Der Anime war Super und das Ende im Manga ist noch mit extra Kapiteln. Echt geil das gönne ich mir

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