© 美水かがみ/らっき一☆ばらだいす

Der Anime-Markt in Deutschland wächst und wächst – doch was ist deutschen Fans beim Kauf einer Blu-ray oder DVD besonders wichtig? Ihr habt uns Rede und Antwort gestanden, nun präsentieren wir euch die Ergebnisse!

Erst ist es nur eine Serie, dann zwei, dann ein ganzes Dutzend – nach und nach findet jeder heranwachsende Otaku immer mehr Anime, die ihm gefallen, bis er schließlich am point of no return angelangt ist und sich die alles entscheidende Frage stellen muss: Lege ich mir nun eine Anime-Sammlung zu oder nicht?

Viele deutsche Fans scheinen diese Antwort bejahen zu können, denn während Zeichentrick aus Fernost vor einigen Jahren in den Regalen der großen Elektromärkte noch die Ausnahme war, erscheinen heute jeden Monat zahlreiche neue Serien und Filme auf Blu-ray und DVD. Auch die aktuelle Season kann dank Streamingdiensten wie Anime on Demand, Crunchyroll oder Wakanim einfach und gegen kleines Geld legal verfolgt werden, während es immer mehr Anime-Blockbuster zumindest für kurze Zeit in die deutschen Kinos schaffen.

Dabei wird die Qualitätsdebatte über die Arbeit der deutschen Publisher so hitzig geführt wie eh und je. Wir haben uns deshalb die Frage gestellt, worauf es euch bei einem Anime-Release ganz besonders ankommt und wie für euch die perfekte Veröffentlichung aussieht! Das sind die Ergebnisse!

Achtung! Der Inhalt dieses Artikels trifft keine Aussage über die deutsche Anime-Szene als Ganzes, sondern wertet lediglich die von uns durchgeführte Umfrage in unserer Leserschaft aus.


Schauvorlieben eines Otakus

© 美水かがみ/らっき一☆ばらだいす

Eine Sache ist sonnenklar: Im Jahr 2020 sind wir endgültig im Zeitalter des Streamings angekommen. So bestätigt auch unsere Umfrage, dass 59% der größtenteils zwischen 18 und 25 Jahren alten Leserschaft unserer Seite ihre Anime am liebsten im Stream statt auf Scheibe verfolgen. 15% der Nutzer würden sich sogar niemals eine Anime-Disc ins Regal stellen, der größte Teil kauft sich die Serien und Filme nur selten bis gelegentlich. Hardcoresammler mit häufigen oder monatlichen Käufen machen gerade einmal 16,8% der Gesamtzahl der Nutzer aus.

Antrieb ist dabei für die meisten Käufer, dass sie den Anime bereits kennen und ihn im Regal stehen haben (32,9%) oder ihre Sammlung erweitern (32,8%) möchten. Nur 19,6% der Nutzer würden eine Serie blind kaufen, ohne sie zuvor gesehen zu haben.

Das wöchentliche Schauen und Diskutieren von neuen Anime-Episoden gehört für die meisten Otakus fest zum Ausleben ihres Hobbys dazu. | © Geneon Universal Entertainment / TV Tokyo

Auf der Watchlist landen dabei sowohl Anime aus der aktuellen Season, als auch ältere Titel. Erstere werden am liebsten noch während der Ausstrahlung verfolgt, gerade einmal 20,6% unserer Leser geduldet sich, bis ein Anime vollständig veröffentlicht wurde. Dabei steht die Szene legalen Angeboten offen gegenüber, denn ganze 62,8% nutzen ausschließlich oder überwiegend legale Angebote. Illegal geschaut wird hauptsächlich dann, wenn der entsprechende Titel in Deutschland nicht erhältlich ist.


Was Preise angeht …

© kohske / shinchosha, gangsta committee

»Zu teuer!« war für lange Zeit der am häufigsten geäußerte Vorwurf gegenüber deutschen Anime-Publishern – daran scheint sich bis heute nichts geändert zu haben, denn keine Kritik wurde in unserer Vorschlags-Sektion gegen Ende der Umfrage so oft geäußert wie der Wunsch nach geringeren Preisen. So sollte eine Anime-Blu-ray mit vier Episoden für einen Großteil der Befragten nicht mehr als 20-30€ kosten, jedoch im Zweifelsfall eher günstiger als teurer sein. Verscherbeln sollen die Publisher ihre Produkte jedoch auch nicht – gerade einmal 12,8% der Fans fragten nach Preisen unter 10€.

Ein zentraler Streamingservice mit sämtlichen Anime-Filmen und -Serien auf dem Markt ist ebenfalls ein häufig geäußerter Wunsch. Für einen solchen Dienst würde der Großteil der User zwischen 15€ und 20€ an monatlicher Gebühr hinblättern, damit wäre jedoch bereits das Ende der Fahnenstange erreicht – nur etwa ein viertel der Befragten wäre dazu bereit, mehr zu zahlen.


Der perfekte Release

© 2013 Yuuki KODAMA / Kadokawashoten / BLOOD LAD Partners

Die spannendste Frage für Fans und Publisher ist es letzten Endes doch, welche Qualitäten sich Käufer bei einer Anime-Disc erhoffen! Laut unserer Umfrage liegt der Fokus der Fans insbesondere auf einer hochwertigen Übersetzung, einer guten deutschen Synchronisation, der Qualität von Bild & Ton, sowie einer hochwertigen grafischen Aufbereitung.

Mit Letzterem sind neben Optik und Lesbarkeit der Dialoguntertitel ganz besonders auch die Übersetzung und damit verbunden die stilsichere Nachgestaltung von Schildern, Handybildschirmen, Tafelbildern und anderen mit Schriften versehenen Medien gemeint. Mit dieser Art der Gestaltung punkten insbesondere der Publisher AniMoon, aber auch teilweise andere Anbieter wie Kazé, Anime on Demand oder Nipponart.

Die von vielen Publishern genutzten Info-Untertitel, die solche Texte lediglich mit einem schlichten weißen Schriftzug am unteren Bildschirmrand übersetzen und nicht an die Optik des japanischen Originals angepasst werden, werden hingegen von vielen Fans als störend empfunden.

Diese Meinung wird damit begründet, dass einfache Info-Untertitel nicht nur die Atmosphäre des Animes stören und den Zuschauer aus seiner Immersion reißen würden, sondern auch insbesondere bei längeren Texten unübersichtlich wirkten oder den Zuschauer sogar dazu zwängen, die entsprechende Szene zu pausieren.

Statt lieblos gestalteter Info-Untertitel setzte Publisher Animoon beim Anime »KonoSuba« auf eine stilechte Nachgestaltung der japanischen Schriftbilder. | © Sakae Esuno, KADOKAWA SHOTEN CO., LTD / Twelve Future diary holders

Die Punkte, die den meisten deutschen Anime-Käufern laut unserer Auswertung mit Abstand am unwichtigsten sind, sind die Verpackung, die Gestaltung des Covers und insbesondere die Extras.

Über 50% der Befragten schrieben Letzteren mit der Bewertung »Geht so« lediglich die zweitniedrigste auswählbare Priorität zu. Sollte doch einmal ein Extra beiliegen, so sind Figuren, Soundtracks oder Artbooks am beliebtesten bei den Fans. Andere Gimmicks wie Poster, Schlüsselanhänger, Karten, Lesezeichen, Tassen oder Wallscrolls konnten gegenüber diesen gerade einmal die Hälfte der Stimmen abstauben.

In einem weiteren Punkt konnten sich unsere Leser für vier Qualitätsmerkmale entscheiden, die ihnen besonders am Herzen liegen. Hier haben Bild & Ton (81 %), Qualität der Übersetzung (72 %), Qualität der Synchro (58 %) und Preis (56 %) die Nase vorn. Knapp hinter diesen Kriterien landet die grafische Aufmachung im Anime (52 %) auf dem fünften Platz, während die Gestaltung der Verpackung (23 %) und die Extras (15 %) das Schlusslicht bilden.


Deutsche Synchros

© 2015 あさのますみ・畑健二郎/イヤホンズ応援団

Obwohl es seit jeher reichlich Kritik an deutschen Anime-Vertonungen hagelt, ist es 32,2% unserer Leser egal, in welcher Sprache sie ihre Anime schauen. Weitere 29,9% bevorzugen deutsche Synchros sogar aktiv gegenüber den japanischen Versionen. Dagegen halten weniger als die Hälfte der Befragen – gerade einmal 38% der Nutzer schauen ihre Anime ausschließlich auf Japanisch mit Untertiteln. Deutsche Subs sind dabei gefragter als die englische Variante.

74,7% der User ist größtenteils zufrieden mit den Resultaten, die die deutschen Synchronstudios hervorbringen – gerade einmal 20,6% gaben an, deutschen Dubs gegenüber grundsätzlich skeptisch zu sein.


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Jetzt seid ihr gefragt!

Wie sieht für euch persönlich der perfekte Anime-Release aus? Und welches Ergebnis der Umfrage könnt ihr absolut nicht nachvollziehen?

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Italo Beat Boy

Hmm, sieht gut aus!^^ So ungefähr sieht’s bei mir auch aus.
Wie ich in den vorherigen News geschrieben hab, so schaue ich Animes nur dann als Fansub an, wenn diese hierzulande nicht lizenziert wurden. Ansonsten nur legale Streams und Bluray-Käufe (auch wenn ich ganz klar sagen muss, dass ich weder Amazon, noch Netflix unterstütze, die Gründe sollten offensichtlich sein).

Und ich gehöre zu den ganz wenigen Anime-Fans, die die deutsche Synchro nicht ständig verurteilen, ganz im Gegenteil. Schlechte Synchros hört man höchstens nur noch bei den ganzen alten Anime-DVDs wie Tenchi Muyo, El Hazard oder Aika. Und gerade die ganzen Hater müssen ohnehin vorsichtig sein, gerade weil auch viele behaupten, dass japanische Seiyuus besser “ausgebildet” sind als deutsche Sprecher. Die wissen absolut nichts über die Ausbildung eines japanischen Sprechers oder die eines deutschen. Gerade der deutsche Synchromarkt ist hochprofessionell und hart umkämpft. Weiß auch nicht, wie man immer auf die Idee kommt, als könnten Japaner als besser sprechen, das ist sowieso eine ziemlich haltlose Aussage ohne Substanz. Lasst mal einen Japaner in einem westlichen Film sprechen! Da wird’s grausig, lol.
Also tut mir den Gefallen und lobt Japan nicht immer über den grünen Klee. Gerade die deutsche Synchro gehört weltweit zu den absoluten Referenzen und darf nicht einfach so von irgendwelchen Anime-Puristen untergebuttert werden.
Und wenn einer trotzdem noch meint, dass die deutsche Synchro schlecht sei, der soll sich mal in einem Anime eine polnische Synchro anhören, wo ein einzelner Sprecher ALLE Charaktere spricht. Sogar die weiblichen! DAS ist mal abartig. XD

Ich hoffe, dass sich zumindest in der Hinsicht mal was ändert. Gerade früher in zig Anime-Foren musste ich teilweise solch fanatische Aussagen lesen, dass jeder, der Animes auf deutsch anguckt, nicht “true” sei und mal immer OmU anschauen soll, wenn man sich Anime-Fan schimpft, das war teilweise nur noch krank, wie sich einige aufgeführt haben.

Bakabenni

Ich finde es schön, dass du die deutschen Synchros so verteidigst 🙂 Ich selbst schaue zwar ausschließlich die japanischen Fassungen, weil ich einfach finde, dass das Feeling einfach besser rüberkommt und auch die Emotionen (oft) besser zum Ausdruck gebracht werden, aber ich finde es auch schrecklich, wie die meisten die deutschen Synchronsprecher schlecht reden. Wie du bereits gesagt hast, sollte man da nämlich nicht verallgemeinern, nur weil die Japaner ihre Anime/Games toll synchronisieren. Beim Rest sieht es nämlich (wie ich finde) zappenduster aus, wie du bereits mit deinem Beispiel von westlichen Filmen angedeutet hast 😀 Nichtsdestotrotz sind die japanischen Synchronsprecher in meinen Augen zumindest bei den Anime eine Klasse für sich und weltweit beliebt. Nicht zu Unrecht, finde ich 😉
Als Schlussfazit kann ich nur sagen, dass jeder seine Serien/Filme so schauen sollte wie er möchte und ich auch nicht verstehen kann, wie man so haten kann, wie es manche in diversen Internetforen einfach tun…

daMatt

“dass ich weder Amazon, noch Netflix unterstütze, die Gründe sollten offensichtlich sein”
Nein, dass ist eigentlich nicht so recht offensichtlich finde ich. Das würde mich schon mal interessieren ehrlich gesagt.

Qualitätsfan

Es gibt nicht “die deutsche Synchroszene”. Keine Frage: Deutschland hat sehr sehr gute Synchronsprecher. Aber eine gute Synchro kostet Geld. Für gute/erfahrene Sprecher und für die Umsetzung von Qualitätsstandards. Wenn nicht genügend Budget vorhanden ist, leidet zwangsläufig auch die Synchro-Qualität.

Schönes Beispiel ist der Dub der Sailormoon-TV-Serie, von der die erste Staffel vom ZDF über die üppig vorhandenen Rundfunkgebühren finanziert wurde und die zweite Staffel dann von einem gewinnmaximierend arbeitenden Privatsender über vermutlich knappere Werbeeinnahmen. Hier wurde sogar die Synchronsprecherin für Bunny/Usagi ausgetauscht – ich behaupte jetzt mal weil die ursprüngliche Sprecherin zu teuer war. Auf jedenfall kam es mit der zweiten Staffel zu einem deutlichen Abfall der Synchronisationsqualität.

Ich finde es gibt durchaus gute Synchros, insbesondere zu Kinofilmen bekannter Regisseure (z.B. “Your Name”). Aber es gibt auch viel Murks. Wenn ein Synchronsprecher einen japanischen Namen oder ein japanisches Wort nicht richtig aussprechen kann (bzw. mit einer sehr seltsamen/unnatürlichen Betonung ausspricht), dann hört für mich der Spaß auf. Ebenso find ich es sehr störend, wenn ein Synchronsprecher seine Rolle zu sehr betonend bzw. präsentierend spricht, so wie man es z.B. im Theater oder einem Vortrag vor Zuschauern machen würde. Das macht die Atmosphäre kaputt. Das sind meine zwei Hauptkritikpunkte an deutschen Synchros, auf die ich auch heute noch immer wieder stoße.

Italo Beat Boy

@ Qualitätsfan

In einer Sache hast du natürlich Recht! Gute Synchronsprecher sind teuer, daher sollte schon ein ordentliches Budget vorhanden sein, wenn die Qualität der Synchro nicht darunter leiden soll. Dem stimme ich zu. Und gerne überlasse ich es jedem selbst, ob er Animes im OmU anguckt oder mit deutschen Dubs oder englischen oder sonst irgendwie. Ich selbst guck manchmal auch gerne Animes mit portugiesischer bzw. brasilianischer Synchro an (ist meine Muttersprache).

Aber eine Sache kann ich so nicht stehen lassen, nämlich wie du sagst, wenn deutsche Sprecher irgendwelche japanischen Namen falsch aussprechen. In meinen Augen ist das kein Kritikpunkt. Wenn man es mal so betrachtet ist es in Japan nicht anders, wenn dort die Seiyuus irgendwelche ausländischen Namen oder sonstiges falsch aussprechen. Genau das ist nämlich eines dieser “Totschlagargumente”, die man immer gerne hervorholt, wenn es um die deutsche Synchro geht. Aber wir müssen objektiv bleiben! Japaner sprechen viele ausländische Sätze teilweise sogar so schlecht aus, dass ich regelrecht krachen gehen könnte. Alleine bei “Märchen Mädchen” hat’s mir regelrecht gegraust, wie die dort “Mädchen” ausgesprochen haben, das ging echt unter keine Kuhhaut.
Klar, ich verstehe schon, dass es teilweise schon frustet, wenn in der deutschen Synchro gewisse japanische Namen falsch ausgesprochen werden, wie z.B. bei “Strike the Blood”. Aber in Japan kräht kein Hahn danach, wenn die Seiyuus irgendwelche englischen, französischen, deutschen oder sonstige ausländische Namen falsch oder komisch aussprechen. Deswegen sag ich immer wieder, dass man Japan nicht über den grünen Klee loben sollte. Die machen teilweise ähnliche Fehler, nur keiner kommt halt auf die Idee, dass mal zu kritisieren, weil die japanische Synchro schon von vornherein als super abgestempelt wird und keiner irgendwas hinterfragt. Weil sonst heißt es bloß wieder, dass man ein unseriöser Anime-Fan sei und die ganzen Fanboys ohnehin die japanische Synchro für unantastbar halten. Und wie jeder weiß: Eine Münze hat 2 Seiten. Wenn man also schon die eine Seite betrachtet, muss man auch die andere Seite betrachten. Alles andere wäre nicht gerecht.

Qualitätsfan

@Italo Beat Boy

Mich überrascht ein wenig, wie heftig deine Reaktion bezüglich meines Standpunkts zur Aussprache von japanischen Namen ausfällt. Um es nochmal klar zu sagen, falls das falsch rübergekommen ist: Ich beziehe mich damit in keinster Weise auf alle Synchronisationen! Insbesondere die Filme von Makoto Shinkai sind meiner Ansicht nach sehr gut synchronisiert und hier hab ich auch keinerlei Kritikpunkte an der Aussprache!

Was mich stört ist, dass bei manchen (Low Budget?) Synchronisationen der Eindruck entsteht, als hätte der Synchronsprecher keinen Bezug zu Japan oder Anime ansich (selbst wenn er regelmäßig Anime synchronisiert), bzw. als hätte er keine Zeit oder Lust, mal in den Originalton reinzuhören (z.B. eine Stelle wo ein Charakter mit Namen angesprochen wird). Und daraus dann völlig willkürliche Betonungen resultieren, die in keinster Weise durch die deutsche Sprache bedingt sind. Diese Betonungen/Aussprachen sind auch nicht mit dem zu vergleichen, was in Japan durch die “Lokalisierung” von Fremdwörtern bei der Übertragung in das japansiche Schriftsystem/Silbenalphabet stattfindet.

Wie gesagt: Bei teureren Produktionen (insbesondere Synchronisationen erfolgreicher Kinofulme) treten diese Probleme sehr viel seltener auf. Aus meiner Sicht handelt es sich daher um mangelnde Qualitätsstandards bei den von mir beanstandeten Produktionen. Was ich dabei tragisch finde sind die Versuche, diesen durchaus legitimen Kritikpunkt unter den Teppich zu kehren und schwammig zu argumentieren, dass dies eine übliche Anpassung an die deutsche Sprache wäre. Oder wie von anderer Seite manchmal argumentiert wird: Dass sich hier der Synchronsprecher nach seinen persönlichen Vorlieben einbringen kann. Und gerade diese Freiheit führt zu Willkür und Inkonsistenzen bei der Aussprache. In welchen sich die fehlende Qualitätsstandards wiederspiegeln.

Vor kurzem hab ich zum Beispiel einen Synchro-Ausschnitt zu NGE gesehen (glaub eine neuere Vertonung) wo Rei von einem Nebencharakter total seltsam klingend als “Rai” angesprochen wurd. Ich konnte nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und mich kopfschüttelnd abwenden. Das hat wender etwas mit Anpassung an die deutsche Sprache zu tun noch mit künstlerischer Freiheit. Das ist reine Inkompetenz und Willkür. Zumal der nächste Sprecher in der Szene plötzlich eine total andere Aussprache verwendet hatte.

Und was die Sache mit den Betonungen angeht: Hier würde es schon reichen, wenn jeder professionelle Anime-Synchronsprecher sich einfach nur die Grundregel zur Orientierung einprägen würde, dass im Japanischen alle Silben mehr oder weniger gleich stark betont werden. Anstatt willkürlich irgendeine Silbe in einem Wort besonders stark zu betonen. Diese kleine “Richtlinie” würde aus meiner Sicht schon einen deutlichen Qualitätssprung bedeuten, und das ohne Zusatzkosten. Oder dass man sich mit minimalem Kostenaufwand mal mit der japanischen Sprache bzw. Aussprache im Rahmen einer Schulung oder eines Sprachkurses auseinandersetzt.

Ich kann durchaus die Tendenz sehen, dass die Synchronisationsqualität von Anime im Durschnitt immer besser wird. Aber ich hab eben auch den Eindruck, dass das Thema Qualitätsstandards in gewissen Kreisen bewusst ausgeblendet wird und manche langjährige Synchronsprecher ihre “falsche Aussprache” tief verinnerlicht haben. Gleichzeitig hab ich Synchronsprecher gefunden, die eine sehr angenehme und “natürliche” Aussprache haben, das sich auch perfekt in die deutsche Sprache einfügt.

Ich hoffe ich konnte noch bisschen rüberbringen, dass ich das Thema nicht schwarz-weiß sehe, sondern durchaus differenziert, und damit keinesfalls deutsche Synchronisationen pauschal kritisieren wollte.

@Endo

Sorry, dass ich doch noch bisschen was hinzugefügt habe 😉
Wenn alle Synchros die Qualität von Your Name oder Weathering With You haben würden, wäre ich beim dem Thema auch viel weniger skeptisch.

daMatt

Wie auch bei Filmen bin ich immer ein großer Fan von ausführlichen Featurettes. Also behind the Scenes, Making-Of’s, Interviews mit Cast und Machern, etc. pp. aber halt nicht nur so lieblos hingerotzten 2-3 Minuten Kurzvideos. Das Problem ist natürlich, dass solches Material erstmal auch beim Original Release vorhanden sein muss.

Barenziah

Ich kann mich mit den meisten Aspekten identifizieren. Ich kaufe mir sehr gerne Serien, allerdings nur wenn ich sie vorher schon geschaut hab. Blind wäre es mir zu teuer. Der Preis ist leider das größte Problem für mich. Früher hieß es, je mehr Leute die Serien kaufen, desto günstiger wird es, aber die Serien werden kontinuierlich teurer. Mittlerweile schon zwischen 40-50€ für eine Box, das ist kompletter Wahnsinn! Leute, die nicht in der Materie drin sind, würden sich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, wenn die wüssten, was die Serien kosten.
140€+ für einen 12 Folger…
Aber ich möchte die Serien trotzdem besitzen und die Studios unterstützen, deshalb werde ich sie mir auch weiterhin kaufen. Etwas Entgegenkommen wäre dennoch wünschenswert 🙂

Once

“So sollte eine Anime-Blu-ray mit vier Episoden für einen Großteil der Befragten nicht mehr als 20-30€ kosten, […]”

Es hatte sich ja mal der Preis von um die 25 bis 30 Euro für eine VÖ mit vier Episoden (35 bis 40 Euro bei sechs Episoden) eingependelt, ist halt schon ein paar Jahre her. Leider hatte gerade KSM Anime die Preise dann um gut 10 Euro in die Höhe getrieben, da sie bei VÖs mit vier Episoden um die 35 Euro und bei sechs Episoden um die 45 Euro verlangten. Andere Publisher zogen nach.

Qualitätsfan

Auch wenn ich zu der Minderheit gehöre, die eine maximale Nähe zum Original vorzieht (wenig bis keine “Lokalisierung”), kann ich mich in der Käufergruppe (zum Sammeln / fürs Regal) und mehreren anderen Ergebnissen wiederfinden.

Was mich irritiert ist, dass zwar die meisten Fans zwar die Serie zum Sammeln kaufen würden, obwohl sie sie schon kennen, dann aber wenig Wert auf die Verpackung/Aufmachung legen. Vielleicht war die Frage nicht deutlich genug formuliert, ich war bei der Frage selbst am Überlegen was genau gemeint ist (“Verpackung” = in Schrumpffolie eingeschweißt?)… ich finde jedenfalls eine qualitativ hochwertige und robuste Sammelbox/Hülle etc. essentiell, wenn es um einen Sammelartikel geht.

Was die im Artikel erwähnte und scheinbar von vielen gewünschte optische Übersetzung von Schildern etc. betrifft: Hier würde ich es sehr begrüßen, wenn diese als Overlay umgesetzt wird und nur bei der deutschen Synchronisation aktiv ist – es wäre etwas seltsam, einen Anime mit Untertiteln zu sehen, in dem dann überarbeitetes Videomaterial vorkommt. Ich denke das wäre ein guter Kompromiss, damit eine BD alle Fans glücklich macht – sowohl die, die eine starke Lokalisierung wünschen (am besten mit einer Synchro zu realisieren) als auch die, die eine originalnahe Atmosphäre zu schätzen wissen und daher eher die untertitelte Variante wählen.

Skyfire1981

Ich guck Wakanim, Crunchyroll u. AoD.
Bei gefallen einer Serie oder Film ,wird die Blu-Ray gekauft. -ja der blaue Balken bei der Blu-Rays stört mich-. Macht die Cover kaput.

Ich würde mich freuen die Gundam Wing-Serie der 90gern- auf Blu-Ray kaufen zu können.
Leider sind Mechaserien in Europa unbeliebt und darum wird es wohl nie eine Auskoplung geben.

Früher kaufte ich mir die Animes nur über US- oder Japan NTSC, VHS, DVD, Blu-Ray Firmen.

Heut zu Tage sind die Deutschen Audio-Synchros sehr gut und desshalb, kommts weniger vor, dass ich US- oder Japanimport brauch.

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