© Patrick Keller / REKI KAWAHARA / ASCII MEDIA WORKS / SAO Project

Seit 2012 ist Patrick Keller in der Rolle des schwarzen Schwertkämpfers Kirito zu hören und steht bald für Sword Art Online: Alicization erneut vorm Mikrofon – wir haben ihn für euch mit Fragen gelöchert!

Nicht viele sind würdig, dem Schwertkämpfer Kirito aus der Hit-Serie Sword Art Online ihre Stimme zu leihen! Doch genau wie der japanische Sprecher Yoshitsugu Matsuoka ist auch Patrick Keller schon seit der ersten Staffel dabei und hat unseren Helden auf jedem seiner Abenteuer begleitet.

Doch nicht nur Kirito gehört zu Patricks Portfolio, Anime-Fans könnten ihn auch unter anderem als Waver aus Fate/Zero oder Bell aus DanMachi kennen. Wir hatte die Gelegenheit, mit ihm zu sprechen und ihn zu Themen wie dem Umgang der Fans mit deutschen Synchros, seinem Werdegang oder den Synchronarbeiten an der neuen Sword Art Online-Staffel auszuhorchen!

Vom Studium vors Mikrofon!

Hallo Patrick, klasse, dass du es einrichten konntest! Beginnen wir mal ganz unverfänglich mit einer Standard-Frage: Wie bist du zum Synchronsprechen gekommen und bist du zufrieden mit deinem Job?

Hallo Endo!
Um die zweite Frage gleich mal vorwegzunehmen: Ich bin mit meinem Job sehr zufrieden und könnte mir eigentlich keine schönere Arbeit vorstellen.

Sicherlich gibt es mal Tage, an denen ich mich mal mehr und mal weniger auf die Arbeit freue, aber im Großen und Ganzen bin ich doch sehr glücklich darüber. Die Arbeit hinterm Mikrofon ist einfach unglaublich abwechslungsreich, sodass nie Langeweile aufkommt. Ich hoffe einfach mal, dass es mir in zehn Jahren immer noch genauso viel Spaß bereitet, aber ich denke schon.

Was meinen Werdegang angeht, muss ich sagen, dass ich mich schon sehr früh für Synchron interessiert und mich als Kind auch ständig selbst aufgenommen habe. Ich erinnere mich zum Beispiel daran, dass es damals für die Playstation 2 dieses Spiel namens „Eyetoy“ gab, das neben dem eigentlichen Spiel auch eine Videoaufnahmefunktion bot. Damit habe ich dann immer mich, bzw. irgendwelche Figürchen aufgenommen und Geschichten erzählt.

Nachdem ich für lange Zeit in den eigenen vier Wänden mit einem billigen Mikrofon hobbymäßig diverse Animationen vertont habe, habe ich dann irgendwann angefangen, an meiner Stimme ernsthaft zu arbeiten und später dann auch ein Schülerpraktikum bei einem Synchronstudio gemacht, um einen Einblick in die für mich bis dato unbekannte Branche zu bekommen.

Als für mich feststand, dass ich das Sprechen unfassbar gerne mal professionell betreiben würde, habe ich Stimmproben an verschiedene Studios geschickt, was den Stein dann endgültig ins Rollen gebracht hat.

Das Interesse an Videospielen und VR-Technik verbindet Patrick mit seiner Rolle | © REKI KAWAHARA / ASCII MEDIA WORKS / SAO Project

Auch wenn ich als unverbesserlicher Träumer gewissermaßen optimistisch war, was meine Synchronkarriere anging, war ich mir im Klaren, dass ich mich nicht allein an die Hoffnung klammern könnte, irgendwann einmal als Synchronsprecher mein täglich Brot zu verdienen.

Deshalb begann ich ein Studium der Informatik und konzentrierte mich auch vorerst darauf. Doch nach und nach konnte ich von kleineren Rollen in immer größere Aufträge reinrutschen und nun mache ich das Ganze seit fünf Jahren hauptberuflich.

Das Studium habe ich dann übrigens liegenlassen.

Was war denn deine erste richtige Rolle? Mit Namen quasi?

Das müsste in einer DVD-Produktion gewesen sein, bei einem kleinen Studio, das damals so wie heute nicht unbedingt für seine herausragende Qualität bekannt war. Ich glaube, die gibt es schon gar nicht mehr.

An den Titel kann ich mich nicht mehr genau erinnern, aber es war ein Doku-Drama über den Genozid in Ruanda, in dem ich einen jungen Mann gesprochen habe. Das müssten in etwa 30 Takes gewesen sein und damit wohl meine erste »größere« Synchronrolle.

Da du ja bekanntlich selbst großer Anime-Fan bist: Hattest du am Anfang deiner Karriere bereits das Ziel oder den Wunsch, in einem Anime mitzusprechen?

Um ehrlich zu sein, war dieser Wunsch für mich sogar der Antrieb, diese berufliche Laufbahn einzuschlagen. Ich war und bin noch immer großer Fan von Anime und hatte immer den Wunsch in einem mitzusprechen.
Da Anime-Produktionen nur einen sehr kleinen Teil von dem ausmachen, was in Deutschland so synchronisiert wird, beschränkten sich meine ersten Projekte natürlich auf Live-Action.

Kenji aus Guilty Crown stellte damals Patricks erstes Anime-Engagement dar. | © GUILTY CROWN COMMITTEE

So gesehen war es eigentlich ein glücklicher Zufall, dass schon meine vierte oder fünfte Synchronrolle Kenji Kido aus Guilty Crown war.

Welcher Anime ist denn generell dein Favorit und welcher unter den Titeln, in denen du selbst mitgesprochen hast?

Was die Longrunner betrifft, mag ich Detektiv Conan und One Piece sehr gerne! Bei den kürzeren Serien würde ich Steins;Gate und Eden of the East nennen.

Von meinen eigenen Projekten wiederum haben mir der Anime-Film »Fireworks« und die Serien Fate/Zero und DanMachi am besten gefallen!

In Fate/Zero performete Patrick als der aufstrebende Jungmagier Waver Velvet. | © Nitroplus/TYPE-MOON・ufotable・FZPC

Gibt es einen Anime, in dem du unfassbar gerne mitsprechen würdest, falls er irgendwann mal lizenziert wird? Oder einen, der schon eine deutsche Synchro hat, in der du gerne mitgesprochen hättest?

Ich habe ja schon öfter erwähnt, dass ich sehr gerne mal bei Detektiv Conan oder One Piece mitsprechen würde! Aber da letzteres ja bekanntlich in München produziert wird, würde das wohl eher schwierig …

Von den Sachen, die leider noch nicht auf dem deutschen Markt erhältlich sind, wäre Monster ein Traum! Ein Wunder, dass sich den hierzulande noch niemand geschnappt hat.

Als vor kurzem der Trailer zum neuen Dragon Quest-Film rauskam, dachte ich mir »Da würde ich unglaublich gerne mitsprechen«! Ihr müsst wissen, ich liebe die Dragon Quest-Reihe einfach total!

Von Anime-Fans und deutschen Synchros!

Bist du zufrieden mit dem Umgang der Fans mit deutschen Synchros? Was hältst du allgemein von der Anime-Szene?

Puh … Ich würde sagen, der Umgang lässt hin und wieder mal zu wünschen übrig.
Wobei ich das gar nicht auf Anime-Synchronisationen beschränken will. Im Internet kann sich nun mal
jeder so unfreundlich, ausfallend und beleidigend äußern, wie er will, ohne dabei ernsthafte Konsequenzen befürchten zu müssen.

Es kommt also natürlich immer wieder vor, dass Leute plumpe
Kommentare absetzen, die oft auch direkt die Sprecher beleidigen. Das ist immer sehr schade zu lesen …

Sachliche Kritik ist natürlich immer erwünscht, und ich glaube, dass der Umgang in den letzten Jahren auch immer besser geworden ist, was das Thema angeht.

Hat vielleicht auch nicht zuletzt damit zu tun, dass Anime wieder mehr Aufmerksamkeit bekommt, deutlich mehr synchronisiert wird, und Sprecher hin und wieder auf Conventions anzutreffen sind. Dadurch haben die Leute, die den Figuren ihre Stimmen leihen, plötzlich ein Gesicht bekommen.

Deutsche Synchronsprecher stehen bei vielen Anime-Fans scharf in der Kritik. | © 2015 あさのますみ・畑健二郎/イヤホンズ応援団

Nichtsdestotrotz ist Kritik, sofern sie sachlich formuliert ist, wichtig. Qualität bei Anime-Synchros ist nämlich immer so eine Sache… Das Budget und das Team, das dahintersteckt, ist entscheidend. Leider können Anime-Publisher nur selten dasselbe Budget aufrufen, wie Amazon, Netflix oder diversen TV-Sender es könnten, von Kino-Verleihern mal ganz abgesehen.

Ein kompetentes Team, d.h. ein vernünftiger Dialogbuchautor, ein guter Regisseur und gute Sprecher
kosten aber nun mal Geld. Je nachdem wie viel Geld also in eine Synchronproduktion fließt, und wie viel Zeit man dem Studio für die Bearbeitung einräumt, kann es da zu erheblichen Qualitätsunterschieden kommen.

Traurigerweise gibt es Studios, die zu Preisen arbeiten, die jenseits von Gut und Böse sind.
Dementsprechend ist es dann auch um die Qualität bestellt. Wenn solche Firmen dann Anime machen dürfen, ist das immer wieder ein großes Ärgernis.

Anime-Synchronisationen steht meist nur ein stark limitiertes Budget zur Verfügung. | © 「SHIROBAKO」製作委員会

Und ihr könnt mir glauben, dass ich mich über schlechte Synchronisationen mit am allermeisten ärgere. Schließlich bringt das die ganze Branche in Verruf und ist Wasser auf die Mühlen aller Synchronnörgler.

Wenn euch eine Synchronisation oder etwas Bestimmtes daran nicht gefällt, dann müsst ihr das dem Publisher sagen. Letztlich wird es ja für die Fans gemacht, die dafür bezahlen, also sollte es doch dem Anspruch der zahlenden Kundschaft genügen.

Aber um auf die Ausgangsfrage zurückzukommen: Das klang jetzt vielleicht alles ein wenig negativ, aber
ganz persönlich erreichen mich immer wieder Nachrichten, von Leuten, die unsere Arbeit wertschätzen. Und auch sonst bilde ich mir ein, in letzter Zeit öfter positives denn Negatives in Bezug auf Anime-Synchronisationen zu lesen.

Die Anime-Szene generell ist übrigens eine sehr herzliche Szene. Ich war jetzt schon auf so mancher Convention und habe da nur tolle Erfahrungen mit den Anime-Fans gemacht. Zumal ich mich ja selbst als Anime-Fan bezeichnen würde.

Verfolgst du denn die Reaktionen auf Dubs, in denen du mitsprichst oder gehst du dem Feedback der Fans aus dem Weg, um dich nicht in deiner Kunstfreiheit einschränken zu lassen?

Ich verfolge das Feedback auf jeden Fall!

Ich freue mich auch immer wieder, wenn mich Nachrichten zu meiner Arbeit erreichen. Als ich vergangenen Monat auf Twitter gepostet habe, dass es für mich mit SAO weitergeht, habe ich jede Menge Resonanz erhalten, mit der ich so gar nicht gerechnet habe. Das hat mich sehr gefreut!

Auf YouTube findet man ja auch Ausschnitte aus der deutschen Sword Art Online-Synchro. Manchmal scrolle ich dann aus Interesse durch die Kommentare. Neben Lob und sachlicher Kritik findet man natürlich auch den ein oder anderen nicht so netten Kommentar, aber da stehe ich zum Glück drüber, und finde das auch gar nicht so schlimm.

Zu meinem Glück habe ich bisher keine all zu schlechten Erfahrung mit Fan-Feedback machen müssen, sodass ich auch keine Scheu habe, und weiterhin sehr interessiert an den Meinungen der Fans bin.

Zurück zu Anime: Welche Rollen außer Kirito haben dir eigentlich am Besten gefallen?

Bell aus DanMachi war für mich eine absolute Herzensrolle, was nicht zuletzt an der unfassbar tollen Zusammenarbeit mit Kölnsynchron lag.

Die Rolle bedeutet mir persönlich auch sehr viel, weshalb ich darauf hoffe, dass man für den Film und die zweite Staffel wieder das alte Team mit der Synchronisation beauftragt. Für die OVA und die Spin-off-Serie hat es wegen des Studiowechsels ja leider nicht mit mir geklappt. Mit dem alten Team würde ich aber jederzeit als Bell zurückkehren!

Der Abenteurer Bell aus Danmachi stellt für Patrick eine absolute Herzensrolle dar. | ©大森藤ノ・SB クリエイティブ/劇場版ダンまち製作委員会

Ansonsten hat mir »Wiener« in Tari Tari echt viel Spaß gemacht, ein wirklich wunderbarer Anime, bei dem man vor allem auch einfach mal abschalten kann. Bin zudem ein Fan von Slice-of-Life-Animes.

Oh, und Daisuke in der am 14. Mai auf Netflix erscheinenden Anime-Serie »Revisions«! Das war auch ‘ne ganz tolle Arbeit und eine coole Rolle, die viel Spaß gebracht hat.

Gab es schon Rollen, mit denen du dich überhaupt nicht identifizieren konntest? Und wenn ja, wie hast du in diese Rollen reingefunden?

Davon gab es jede Menge! Das prominenteste Beispiel wäre da wohl Ivar, der Knochenlose aus der Serie
Vikings. Mit dem hoffe ich zum Wohle meiner Mitmenschen keine Gemeinsamkeiten zu haben!

Letzten Endes ist das, was ich da vorm Mikrofon mache, schauspielern. Ich vergesse also meine eigene Persönlichkeit und nehme dafür die eines anderen an.

Wenn ich mich also in eine mir fremde Rolle hineinversetzen muss, denke ich erst mal darüber nach, was was für ein Typ das ist, und was diese Rolle im Kern ausmacht. Dabei kann es helfen, zu wissen, was der Werdegang dieser Rolle ist. Natürlich hilft aber in jedem Fall die Vorlage. Bei einem guten Schauspieler fällt das Nachspielen der Rolle deutlich leichter.

Wenn ich das so sage, klingt das, als würde ich mir immer viele Gedanken um jede Rolle machen, aber es ist eher ein intuitiver Vorgang, so eine Art Bauchgefühl. Im Gegensatz zu einem Schauspieler, der vorab das Drehbuch erhält und viel Zeit hat, eine Rolle zu erarbeiten, geht es im Synchron Schlag auf Schlag.

Man muss sich schnell in eine Rolle hineinfinden können, und es dann glaubwürdig über die Sprache transportieren.

Die Sword Art Online-Reihe!

Kommen wir mal langsam ans Eingemachte: Die Synchro zu Sword Art Online: Alicization steht an, aber wer genau ist eigentlich dein persönlicher Lieblingscharakter aus SAO, Kirito mal ausgenommen?

Ich würde sagen, ich mag Klein sehr gerne, denn der ist einfach ein total lässiger Typ, den jeder, der ein MMORPG gespielt hat, so oder so ähnlich, schon einmal kennengelernt hat!

Zumindest fühlte ich mich bei diesem Kerl gleich an einige meiner Online-Bekanntschaften zurückerinnert, mit denen ich damals intensiv »Ragnarök Online« gespielt habe.

Was ist deiner Meinung nach die größte Stärke von Sword Art Online?

Definitiv das Thema »Virtuelle Welten«!

Durch das Aufkommen von Oculus, Playstation VR und Co. hat SAO damals einfach einen Nerv getroffen und »Virtual Reality« ist durch diese Entwicklungen noch einmal deutlich greifbarer geworden.

Natürlich weiß ich, dass die zugrunde liegende Light Novel lange vor dem großen VR-Hype entstand, aber der Anime, der ja erst 2012 erschien, kam zu einer günstigen Zeit, als VR gerade anfing, in die heimischen vier Wände zu kommen.

Zudem ist das Konzept, in einer virtuellen Welt gefangen zu sein, und »um sein Leben spielen zu müssen«, einfach eine wirklich spannende Idee. Zwar traf das »gefangen sein« auf die zweite Staffel nicht mehr ganz so zu, das Thema »Tod in der virtuellen Welt« war aber weiterhin präsent. Ich bin gespannt, wie es damit in der dritten Staffel aussieht!

Der SAO-Movie Ordinal Scale konnte allem Anschein nach nicht nur die Kinobesucher, sondern auch seine Synchronsprecher beeindrucken. | © 2016 川原 礫/KADOKAWA アスキー・メディアワークス刊/SAO MOVIE Project

Gab es schon Momente in SAO, in denen du dich gar nicht mit Kirito identifizieren konntest?

Nicht, dass ich mich erinnern würde. Mit Kirito gibt es da schon einige Gemeinsamkeiten, aber das kommt vermutlich auch daher, dass die Rolle für mich eine Art idealisierten Nerd darstellt, also will man sich vielleicht auch einfach gerne wiedererkennen. *lacht*

Seit Ordinal Scale weiß ich zumindest, dass mein Ernährung ähnlich abwechslungsreich ist, wie die von Kirito. Oh, und um die Kochkünste ist’s ähnlich bestellt.

Welcher SAO-Arc ist denn dein persönlicher Favorit?

Ich persönlich mochte den Fairy Dance-Arc sehr gerne! Die Feen-Designs fand ich ganz cool und außerdem mag ich Leafa, die da ja erstmalig vorkam.

Ansonsten würde ich sagen, dass Ordinal Scale meine bisher liebste SAO-Produktion war, da hatte ich auch im Studio extrem viel Spaß mit!

Von Alicization habe ich bis jetzt noch nicht allzu viel gesehen, außer den paar Szenen, die wir bisher im Studio vertont haben. Aber wer weiß, vielleicht wird reiht sich Alicization bald zu meinen Favoriten ein!

Hast du dir Alicization denn schon angeschaut oder erlebst du den Arc im Studio zum ersten Mal?

Ich hab Alicization tatsächlich noch nicht geschaut, da ich mittlerweile ziemlich stark ins Berufsleben eingespannt bin und nicht mehr so viel Zeit zum Anime schauen finde.

Manchmal kann es aber auch ganz vorteilhaft sein, wenn man die Serie vorher noch nicht gesehen hat. Denn wenn man auf gewisse Szenen nicht vorbereitet ist, überrascht einen das ein oder andere im Studio vielleicht noch mehr, und das kann der Sprache eine gewisse Authentizität geben, weil die Szene gerade erst frisch »erlebt« wurde.

Für SAO: Alicization kehrt Patrick in die Rolle des Kirito zurück. | © 2017 川原 礫/KADOKAWA アスキー・メディアワークス/SAO-A Project

Findest du es traurig, dass nach Alicization in der Light Novel der wahrscheinlich letzte SAO-Arc anbricht?

Natürlich ist es grundsätzlich immer schade, wenn etwas Schönes zu Ende geht, aber letzten Endes muss alles irgendwann sein Ende haben.

Bis Alicization vollständig adaptiert ist und der Anime zum nächsten Arc erscheint, wird es ja sicher auch noch ein paar Jahre dauern. Hoffentlich bin ich bis dahin nicht zu alt für Kirito!

Glaubst du denn, Kirito hat sich als Charakter im Laufe der Geschichte sehr verändert?

Ich finde schon, aber das ist für einen heranwachsenden jungen Mann ja auch nur ganz natürlich. Ich meine, man hat in Ordinal Scale schon gemerkt, dass er sich deutlich reifer verhält als noch zu Zeiten der ersten Staffel. Hinzu kommen natürlich die ganzen traumatischen Ereignisse, durch das »Death Game«. Das verändert einen ja zwangsweise.

Ich fand es aber auch sehr witzig, ihn in den Kinderszenen von Alicization ein bisschen rumblödeln zu sehen. Das fand ich ganz charmant und hoffe, dass er sich diese Seite beibehält.

Ninotaku-Fragerunde!

Wir wollen unserer Community die Chance geben, dir selbst einmal ein paar Fragen zu stellen und haben nun daher fünf Fan-Fragen für dich:

Welche Panne ist dir schon beim Synchronsprechen passiert?
– Kurisu_KuriGohan

Bei einem Ensemble*-Termin für eine Serie stand ich mit einem Kollegen vorm Mikrofon. Wir sollten zwei Jungs sprechen, die an so einem Rennauto-Automaten spielten.

Weil im Dialogbuch der Text fehlte, bekamen wir vom Synchronregisseur Texte zugesprochen. Mein Kollege sollte also sagen »Ah, so’n Mist!«, und ich »Fahr weiter!«, was ich aber als »Verwalter« missverstand, wie in »Alter Verwalter!«. Dass »Verwalter« allein aber als Ausruf keinen Sinn ergab, habe ich aber irgendwie nicht weiter hinterfragt. »Alles klar« dachte ich, wird gemacht.

Aufnahme. Kollege: »Ah, so’n Mist!« Ich: »Verwalter!!« …

Da war’s natürlich erst mal still, bevor der Synchronregisseur dann anmerkte, dass es für ihn ein wenig wie »Verwalter« klang. Als ich daraufhin erwiderte, dass ich das ja auch gesagt habe, haben alle lachen müssen. Muss irre komisch gewesen sein, mit welcher Selbstverständlichkeit ich das rausgehauen habe.

*Nebenrollen ohne Namen, die meist mit unbekannten Sprechern besetzt werden

Haben dich schon mal Leute aufgrund deiner Stimme auf der Straße angesprochen bzw. erkannt und dich gefragt, ob du der Kirito-Sprecher bist?
– Artjom S

 

Das kam bislang noch nicht vor. Höchstens auf Cons werde ich hin und wieder mal erkannt, dann aber weniger aufgrund meiner Stimme.

Wärst du in Wirklichkeit auch gerne wie Kirito?
– Kimy

Na ja, ich bin nicht ganz so ein Pro-Gamer wie Kirito, ich lass mir bei meinen Videospielen lieber viel Zeit und gehe es eher gemütlich an.

Ansonsten würde ich mich aber total gerne am Fortschritt der VR-Technologie beteiligen wie er, nicht zuletzt, da das Programmieren schon seit Ewigkeiten ein kleines Hobby von mir ist.

War es schwierig für dich, Kirito als Kind zu sprechen?
– Christian Leontijevic

Tatsächlich nicht. Natürlich nutze ich dafür eine hellere Sprechstimme, aber da schon die japanischen Sprecher, die ja die Vorlage sind, ihre Stimmen nicht großartig gedrückt haben, haben wir uns daran orientiert, und nicht mehr gemacht, als nötig gewesen wäre.

Ich glaube, da habe ich als »Kiriko« in SAOII deutlich mehr die Stimme verstellen müssen.

Wie hast du dich damals auf deine Rolle vorbereitet, nachdem du erfahren hast, dass du Kazuto Kirigaya alias Kirito aus SAO sprechen wirst?
– Ciela

Na, ich habe erst mal wochenlang nichts anderes getan, als WoW gezockt! *lacht*

Nein, Spaß beiseite, eigentlich habe ich mich gar nicht allzu sehr vorbereitet ich und stand zu diesem Zeitpunkt ja auch noch ganz am Anfang meiner Synchron-Karriere.

Ich weiß nur noch, dass ich es damals für eine kluge Idee gehalten habe, mir die Serie vorher anzuschauen. Was ich dann auch gemacht habe, denn ich hatte großen Respekt vor dieser Produktion – ich wusste ja, wie hoch der Anime bei den Fans im Kurs stand.

Seit Patrick im Jahr 2013 das erste Mal für Kirito vor dem Mikrofon stand, hat sich einiges verändert. | © REKI KAWAHARA / ASCII MEDIA WORKS / SAO Project

Im Studio habe ich einfach das Beste draus gemacht. Als ich allerdings letztens auf Netflix mal wieder in die erste Staffel reinhörte, schauderte es mich, weil ich weiß, dass ich das heute viel, viel besser könnte.

Glücklicherweise wurde ich damals trotzdem weitestgehend positiv von der Fangemeinde aufgenommen, wofür ich heute noch sehr dankbar bin!

Klasse, das war auch schon die letzte Frage! Hast du denn noch irgendwelche Worte, die du unseren Lesern mit auf den Weg geben willst?

Ich bin unglaublich dankbar für all die Unterstützung, die ich von so vielen Leuten erhalte und freue mich deshalb umso mehr auf meine Arbeit an Alicization! Ich verspreche, wie immer mein Bestes zu geben und meine Stimmbänder nicht zu schonen.

Hoffentlich sieht man sich demnächst mal auf irgendeiner Convention wieder!

Jetzt seid ihr gefragt!

Was würdet ihr zu Kirito sagen, wenn ihr ihm selbst einmal gegenüberstehen würdet?

Schreibt es uns in die Kommentare!

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AliceCorax
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AliceCorax

Ziemlich cooler und netter Typ, der der Anime Synchro Welt auf jeden Fall noch lange erhalten bleiben muss ^^
Hab sogar ein Autogramm von ihm, auf einer Alfheim Kirito Figur 😍

Kris
Gast
Kris

Sehr cooles und sympathisches Interview, wie immer! ^_^ Ich freu mich schon total auf SAO III !
Ich würde Kirito fragen, ob ich mal seine Schwerter ausprobieren darf. 😀

Balmung
Gast

Schönes Interview mit einigen neuen Infos. Freue mich schon auf die Alicization Synchro. 🙂

Balmung
Gast

Achja, manche Sätze sind falsch formatiert, da ist ein Zeilenumbruch wo keiner sein sollte mitten im Satz.

Arta
Gast
Arta

Es wäre wohl besser sein, wenn er seine Stimmbänder schont. Sonst kann Patrick wohl kaum an Alicization mitarbeiten XD
Auf jeden Fall ein sehr schöner und interessanter Artikel. Ich hatte echt Spaß beim Lesen

Patrick
Gast
Patrick

Ja ja, Patrick ist und bleibt einer der besten. Gerade in der Rolle des Bell Cranel aus DanMachi hat er so super performt, das genießt höchste Achtung (als Kirito ist ja klar 🙂 ). Ich hoffe das er (und auch viele andere gute Synchronsprecher) weiterhin so eine tolle Arbeit machen wie bisher.

Dario
Gast
Dario

Ich finde es ja toll wie sehr sich die deutschen Synchronsprecher anstrengen doch für mich ist das unwichtig. Denn wenn man Anime schaut ist es (für mich so) in eine andere Welt einzutauchen und diese zu genießen wenn sich aber der coole Kirito wie mein Kollege auf der Arbeit anhört zerstört das für mich ein bisschen die Illusion. Deswegen schaue ich Anime nur auf Sub da sich die Japaner halt anders anhören nichts was ich mit meinem Alltag verbinden könnte und das macht halt für mich einen großen Reiz aus aber wirklich cool dieses Interview und wünsche dem Synchronsprecher noch… Weiterlesen »

Darklink2001
Gast
Darklink2001

Wie wird man overpoweredter swordsman mit Harem ?🤔🤔🤔

Lena Hellmann
Gast
Lena Hellmann

Ich bin ein riesen Fan von Sao und ich bin normalerweise kein Fan von deutscher syncro.
Sie hört sich für mich manchmal einfach stellenweise total falsch an, besonders dann wenn ich bere die japanische Version gesehen habe. Allerdings wurde ich bei Sword Art Online positiv überrascht die stimmen der japanischen Version und der deutschen Version sind sich meiner Meinung nach recht ähnlich was ja nicht immer der Fall ist. Dazu kam das man merkte das da jemand spricht der sein herzblut reinsteckt. Also Hut ab und das von einer extrem kritischen anime Liebhaberin😅 macht weiter so. 👍

Ciela
Gast
Ciela

Geniales Interview, echt stark! Herzlichen Dank das meine Frage beantwortet werden konnte ♥️

Was ich Kirito sagen würde?

Im Bezug auf denn aktuellen Anime Stand:

“Bleib stark, du schaffst das! 💪♥️😘”

Jarod
Gast
Jarod

Hallo, Ich Will erst mal Sagen deine Stimme ist Hammer Patrick Keller. Ich Feier sie übelst immer wen ich die Musik Höre und dein Schrei kommt dan bekomme ich gensehaut. Sehr gut wie du deine Stimme benutzt.

Und zu Frage wen ich Kirito gegenüber Stehen würde. Würde ich Sagen (Hey Kirito Lust auf ein Kampf )