© 2016 Ichigo Takano – Futabasha/orange project

Was würde passieren, wenn ein Brief aus der Zukunft einem sämtliche Fehlentscheidungen voraussagt? Nachdem Simulcast-Anbieter Crunchyroll diese Frage bereits 2016 geklärt hat, bringt Publisher KSM Orange nun erstmals auf Blu-ray und DVD raus – wir haben für euch reingelinst!

Vor zwei Wochen war es so weit – drei Jahre, nachdem Oberschülerin Maho das erste Mal mit ihren künftigen Entscheidungen konfrontiert wurde, stellte der Wiesbadener Publisher KSM Anime die Adaption des Shoujo-Hits von Mangaka Ichigo Takano als hochwertige Sammelbox in die Regale.

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Doch hält der zweite Titel der orangenen Zusammenarbeit mit Streaming-Anbieter Crunchyroll das, was er verspricht und bietet Fans einen guten Grund, die Serie ihrer Sammlung einzuverleiben? Wir haben den Release für euch auf Herz und Nieren geprüft!

Orange Key Visual
Titel: Orange
Art: Serie
Episoden: 13
Genre: Shoujo, Romance, Drama, Slice of Life
Studio: TMS Entertainment (Fruits Basket (2019), ReLife), Telecom Animation Film (Futakoi, Phantasy Star Online 2: The Animation)
Regisseur: Series Director: Naomi Nakayama (Episodenregie bei Casshern Sins, Jojo’s Bizarre Adventure), Director: Hiroshi Hamasaki (Steins;Gate)
Vorlage: Manga von Ichigo Takano
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Der Anime

© 2016 Ichigo Takano – Futabasha/orange project

Darum geht es in Orange!

Die 16-jährige Naho tritt gerade ihr zweites Jahr an der Oberschule an und genießt ihren ereignislosen Schulalltag, als sich ihr schließlich ein überwältigendes Rätsel offenbart – sie erhält einen Brief von ihrem 10 Jahre älteren Ich, der sie vor künftigen Fehlentscheidungen warnt.

Ein mysteriöser Brief markiert für Naho den Beginn ihres turbulenten, zweiten Oberschuljahrs. | © 2016 Ichigo Takano – Futabasha/orange project

Zunächst noch skeptisch, beginnen sich die im Brief niedergeschriebenen Dinge schon bald zu bewahrheiten. Als dann auch noch, wie von der Zukunfts-Naho angekündigt, der gutherzige Kakeru in die Klasse kommt und bald ein ganz ungewohntes Gefühl in Nahos jungem Herzen aufkeimen lässt, setzt die zurückhaltende Schülerin alles daran, das schreckliche Schicksal des Jungen abzuwenden …

Kann der Anime überzeugen?

Jeder von uns hat sich sicherlich schon einmal gewünscht, ein Ereignis aus der Vergangenheit rückgängig zu machen – dieser Wunsch ist Stoff zahlreicher spannender Zeitreise-Geschichten und so auch Dreh- und Angelpunkt von Orange, der das Thema durch das Element der Zukunfts-Briefe kreativ und ungewöhnlich aufgreift und sich so schon von Anfang an über den sonstigen Shoujo-Einheitsbreit stellt.

Dabei rückt das Supernatural-Element die meiste Zeit über jedoch in den Hintergrund und weicht der im Mittelpunkt stehenden Slice of Life-Geschichte und der angeschlossenen Romanze. Wer diese beiden Elemente unter einen Hut zu bringen versucht, braucht ganz klar glaubwürdige Charakterentwicklung und sympathische Charaktere.

Obwohl der Anime mit der ein oder anderen niedlichen Liebesszene aufwartet, ist das Kernthema der Geschichte doch Freundschaft. | © 2016 Ichigo Takano – Futabasha/orange project

Diese beiden Königsdisziplinen meistert Orange jedoch mit Bravur und baut im Gegensatz zu vielen Genrekollegen keine kitschgeladene Lovestory um das Hauptpärchen, sondern ein überraschend komplexes Netz aus Überzeugungen, Hoffnungen und Handlungen der einzelnen Charaktere. Das Thema der Liebe und Beziehungen ist dabei nur von nebensächlicher Bedeutung, stattdessen dreht sich Orange voll und ganz um den Wert der Freundschaft und trägt die Botschaft, dass es nicht falsch ist, sich von Zeit zu Zeit auf eine helfende Hand zu verlassen.

Doch nicht nur storytechnisch, sondern auch optisch kann Orange voll überzeugen und untermalt die gefühlvolle Geschichte mit malerischen Hintergründen, dynamischen Lichtstimmungen und einem zumindest passablen Ansatz an Charakteranimation. Regisseur Hamasaki, der einst schon die typische Stimmung des Zeitreise-Epos Steins;Gate-schuf, verleiht auch Orange einen verspielten inszenatorischen Anstrich, der gerade in den emotionalen Passagen der Serie ganz überzeugen kann.

Trotz kleinerer Absacker bleibt Orange optisch stets auf hohem Niveau. | © 2016 Ichigo Takano – Futabasha/orange project

Zwar erreicht Orange zu keinem Zeitpunkt große dramatische Höhen oder riesige plottechnische Erhabenheit, ist jedoch eine schöne Geschichte, die zum träumen, entspannen und manchmal auch zum Nachdenken anregt.


Die deutsche Synchronisation

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Der Auftrag für die deutsche Vertonung von Naho und co ging diesmal erneut an die G&G Tonstudios, die gewohnterweise mit hochwertiger Arbeit glänzen:

Sowohl Besetzung, als auch die Leistung der Sprecher lassen wenig Raum zur Kritik und machen sowohl in bodenständigen Gesprächen, überborderter Comedy, als auch schillernder Dramatik eine gute Figur. Dabei wurde ebenso Wert darauf gelegt, den Zuschauer nicht mit mangelhaften Statisten und Nebencharakteren aus der Immersion zu reißen, sodass ein runder und wertiger Gesamteindruck entsteht.

Naho TakamiyaLisa Dzyadyk (Karen in Sword Art Online Alternative: Gun Gale Online, Moeta in Comic Girls)
Kakeru NarusePhillip Süß (Yukari in Love and Lies, Makoto in Danganronpa – the Animation)
Hiroto SuwaLasse Dreyer (Sousuke in Assassination Classroom, Bloster in Hunter x Hunter 2011)
Azusa MurasakaJulia Bautz (Kurome in Akame ga Kill, Riko in Miss Kobayashi’s Dragon Maid)
Saku HagitaDennis Saemann (Misaki in K, Rin in Blue Exorcist)
Takako ChinoBirte Baumgardt (Naoka in A Silent Voice, Ikumi in Food Wars!)
Rio UedaJana Kilka (Mira in Trinity Seven, Tina in Black Bullet)
Herr NakanoArne Obermeyer (Hakuryuu in Magi, Dezel in Tales of Zestiria)
HodakaBenedikt Hahn (Lutz in Jormungand, Aley in No Game No Life Zero)
NagasakaFerdi Özten (Kenta in Love and Lies, Mikio in Star Blazers 2199: Space Battleship Yamato)
ShiojiriVivien Faber (Masami in Tari Tari, Assam in Girls und Panzer: Der Film)

Verpackung & Extras

© KSM Anime

Wie bei fast allen Sammelboxen fährt KSM auch bei Orange mal wieder schwere Geschütze auf und präsentiert den Fans eine vollgestopfte Collector’s Edition:

Wer den Release in die Hand nimmt, hat erst einmal eine solide und mit hübschem Glitzereffekt versehene Sammelbox samt leicht ablösbarem Datenblatt und FSK-Sticker vor sich. Im Inneren verbergen sich drei Digipacks, die die eigentlich Discs und Extras enthalten und durch die hübschen und einheitlichen Designs der japanischen Special Editions geziert werden.

Gräbt man noch mal tiefer, entfaltet sich ein ganzes Sammelsurium an Bonusmaterial: Den Anfang macht Nahos Brief in einer deutsch übersetzten Variante samt passendem Briefkuvert. Die Nachricht steht ihrem Original aus der Serie in nichts nach und eignet sich ideal dazu, die Ereignisse der Serie chronologisch noch einmal nachzulesen – eine kreative und wertige Alternative zu einem Episoden-Booklet!

Falls ihr eure Lehren aus dem Anime gezogen habt und selbst eine Nachricht an euer Vergangenheits-Ich schicken möchtet, liegt dem Release außerdem zwei Blanko-Briefpapiere, sowie passende Umschläge im Design der Serie bei. Auf der Disc selbst findet ihr neben dem creditfreien Opening und Ending wieder die obligatorische Bildergalerie.


Bild & Ton 

© 2016 Ichigo Takano – Futabasha/orange project

Trotz der für Blu-ray-Verhältnisse recht niedrigen Bitrate von 10 mbps macht das Bild im deutschen Orange-Release die meiste Zeit über eine gute Figur – in hellen Szenen, die den Löwenanteil der Serie ausmachen, macht die Kompression keinerlei Schwierigkeiten, erst wenn es dunkel wird schmälern stufige Farbverläufe und Scheinkonturen die Qualität.

In dunklen Szenen macht sich die niedrige Bitrate der Disc deutlich bemerkbar. | © 2016 Ichigo Takano – Futabasha/orange project

Was den Sound angeht, spendiert KSM dem ursprünglich in 2.0 vorliegenden Master in der deutschen Tonspur einen 5.1-Upmix, der genau wie sein japanischen Pendant im DTS-HD Master Audio-Format vorliegt und jederzeit ohne hörbare Minderung aus den Boxen schallt.

Bis auf die kleineren Encodeprobleme wurde hier also ebenfalls ein solides Ergebnis abgeliefert.


Die Untertitel

© 2016 Ichigo Takano – Futabasha/orange project

Da Orange die mittlerweile zweite Zusammenarbeit mit Simulcaster Crunchyroll darstellt, wurde dessen Sub für die Disc-Variante übernommen: Dabei überzeugt der Untertitel und gestaltet sich nur bei Charakteren mit etwas salopperem Sprachstil ein wenig steif. Kleinere Flüchtigkeitsfehler wie vergessene Wörter oder falsch gesetzte Kommata fallen im Gesamtbild kaum ins Gewicht, inhaltlich ist der Untertitel eine gute Alternative für Sub-Puristen.

Der schnippische Sprachstil der tokyoter Rio gestaltet sich im Sub deutlich zahmer als in der deutschen Vertonung. | © 2016 Ichigo Takano – Futabasha/orange project

Das Timing gewährt ebenfalls eine angemessene Lesezeit und ist durchweg on-point, obwohl auch hier leider nach Industriestandard nicht gelinked, also direkt aufeinandergesprochene Sätze nicht nahtlos aneinandergeknüpft wurden, wodurch der Untertitel gerne mal störend herumblinkt.


Fazit – eine kleine Shoujo-Perle

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Wer sich für emotionale und bodenständige Slice of Life-Geschichten erwärmen kann, dem sei ein Blick auf Orange definitiv ans Herz gelegt. Der Anime ist eine schön geschriebene und auch in seiner Adaption liebevoll aufbereitete Liebesgeschichte mit jeder Menge sympathischen Elementen und einem bewegenden Finale.

Auch KSM zeigt sich hier von seiner Schokoladenseite und kann, abgesehen von kleineren Encode- und Sub-Problemen, mit seiner Sammleredition voll überzeugen. Gerade für alt-eingesessene Fans lohnt sich ein Griff zur Box und eine kleine Reise in die Vergangenheit …

Wir bedanken uns herzlich bei KSM Anime für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!


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Jetzt seid ihr gefragt!

Was haltet ihr von Orange? Und welches Extra würdet ihr euch mal für eine Anime-Sammleredition wünschen?

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