© ONE, Yusuke Murata/SHUEISHA, Hero Association HQ

Die seit vier ganzen Jahren heiß erwartete Fortsetzung zum Helden-Epos One-Punch Man ist wohl eine der, wenn nicht DIE Top-Serie der aktuellen Spring Season. Wir haben für euch den ersten vier Folgen auf den Zahn gefühlt!

Der Anime One-Punch Man, rund um den gelangweilten Hobby-Helden Saitama, der in der Lage dazu ist, jeden Feind mit nur einem Schlag sofort in die ewigen Jagdgründe zu befördern, erfreut sich seit seiner Erstausstrahlung im Jahr 2015 gewaltiger Beliebtheit.

Schnell war klar, dass die Produzenten es nicht bei einer Staffel belassen würden, doch ließ die herbeigesehnte Fortsetzung nicht nur vier Jahre auf sich warten, sondern wird statt vom Team rund um Star-Regisseur Shingo Natsume (Boogiepop and Others) und Studio Madhouse (No Game No Life) von einem völlig anderen Kreativ-Trupp beim in letzter Zeit eher kritisch beäugten Studio J.C. Staff (Food Wars!) produziert.

Nachdem wir bereits vor ein paar Wochen in unserem ausführlichen Ersteindruck den Anfang des Superhelden-Anime analysiert haben, wird es nun Zeit, nach dem ersten Viertel der Serie inne zu halten und zu beurteilen, ob die Fanbase zurecht gebangt hat oder OPM 2 sich doch als würdiger Nachfolger erweisen kann.

Darum geht es in One-Punch Man 2

Mit dem Gegenspieler Garo taucht der wohl gefährlichste Bösewicht der OPM-Welt auf. | © ONE, Yusuke Murata/SHUEISHA, Hero Association HQ

Nach dem Ende der ersten Season hat sich im Dunstkreis um Saitama nicht viel geändert: Die größten Probleme des gelangweilten Weltenretters sind neben seiner Apathie nach wie vor Rabattaktionen und Videospiele, hin und wieder schickt er mal wieder einen Gegner mit einem Schlag auf die Bretter und verbringt sonst mit seinem Cyborg-Schülers Genos ein mehr als nur entspanntes Leben.

Doch während Saitama mit dem Finger in der Nase zu Hause hockt und Items sammelt, steht die Helden-Vereinigung vor einem gewaltigen Problem, das die Menschheit für immer ins Chaos stürzen könnte: Der Bösewicht Garo streckt einen namenhaften Helden nach dem anderen nieder und bezeichnet sich selbst als das stärkste aller Monster.

Nun gilt es, zu kämpfen und einen Weg zu finden, Garos Bedrohung und den Untergang der menschlichen Spezies doch noch irgendwie abzuwenden …

Das leidige Thema: Die Animation

Genos ist zwar motiviert, doch trotzdem bleiben die Kämpfe in One-Punch Man 2 insgesamt eher unterwältigend. | © ONE, Yusuke Murata/SHUEISHA, Hero Association HQ

Bereits der erste Trailer zu One-Punch Man 2 sorgte für einen gewaltigen Aufschrei unter Fans und die schlimmsten Fantasien der Saitama-Jünger schienen bestätigt: Die zweite Season wirkte ganz so, als könnte sie nicht ansatzweise in den gigantischen Monster-Fußstapfen ihres Vorgängers treten.

Und tatsächlich kann das Studio J.C. Staff trotz aller Bemühungen nicht ansatzweise mit den hochwertigen Kämpfen aus der legendären Death Note-Schmiede Madhouse mithalten: Wo im Vorgänger noch fröhlich mit Perspektiven experimentiert, aufwendige Kamerafahrten gänzlich per Hand animiert und Bewegungen bis ins kleinste Detail ausstaffiert wurden, finden sich nun standardisierte Abläufe, gezoomte Standbilder und ein Minimum an Bewegung.

Die Action-Szenen bestehen leider zum Großteil aus Standbildern. | © ONE, Yusuke Murata/SHUEISHA, Hero Association HQ

Doch J.C. Staff scheint sich seiner Unterlegenheit bewusst und kaschiert seine Schwächen gekonnt durch atmosphärische Lichtstimmungen, Partikel-Effekte und kluge Farbgebung, die zwar nicht das »Whoa«-Feeling des Erstlings erwachen lassen, aber dennoch dafür sorgen, dass die Kämpfe in OPM 2 kein Dorn im Auge werden. Zudem wurde ebenfalls Wert darauf gelegt, die Charaktere nicht zu sehr zu verziehen, sodass sie nach wie vor ihrem angedachten Design entsprechen und zu keiner Zeit »off-model« sind.

Dennoch verspielt One-Punch Man 2 mit der Bildgewalt einen wichtigen Aspekt der übertriebenen Action seines Vorgängers, die den Kontrast zwischen Saitamas gelangweilter Teilnahmslosigkeit und dem ernsten und emotionalen Helden-Kosmos erst so richtig verdeutlicht hat.

Comback nach vier Jahren: Kann OPM 2 das Feeling des Erstlings einfangen?

Neben neuen Freunden und Feinden erwarten euch natürlich auch die liebgewonnenen Recken aus Staffel 1. | © ONE, Yusuke Murata/SHUEISHA, Hero Association HQ

Doch trotz des Studiowechsels und der damit einhergehenden Veränderungen in der Produktion setzt Regisseur Chikara Sakurai alles daran, das Feeling des Vorgängers erneut auf dem Bildschirm zu bannen.

Und das gelingt trotz mäßiger Action-Szenen: Die schnelle Comedy, der heldenhafte Geist der Charaktere und das brilliante Over-Acting der Charaktere gehört nach wie vor fest zum One-Punch Man-Erlebnis dazu und macht auch die zweite Season zu einem kurzweiligen und witzigen Action-Abenteuer.

Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass die tiefe Story und witzigen Dialoge aus der Feder des Autors ONE nach wie vor voll überzeugen können. Egal ob die herrliche Ignoranz gegenüber Fubuki in Folge 2 oder der Krankenbesuch in Folge 3 – Saitama lässt in seiner vollkommen lachsen Entspanntheit gegenüber der bierernsten Heldenvereinigung einfach kein Auge trocken.

Der neue Charakter King ist für die ein- oder andere Überraschung zu haben. | © ONE, Yusuke Murata/SHUEISHA, Hero Association HQ

Wenn dann auch noch ein viel zu riesiger Tausendfüßler über der Stadt schwebt oder Speed-o’-Sound Sonics Angriff die halbe Straße wegfetzt, fühlt man sich als One-Punch Man-Kenner definitiv wieder voll wie zu Hause.

Rächer der Misshandelten – Garo und sein Tiefgang

Doch trotz all des Klamauks und seiner sehr überzeichneten Art, steckt in One-Punch Man doch mehr Hirnschmalz, als man vielleicht meinen könnte und die Geschichte weist einige tiefgründige Fragestellungen auf.

So etwa in Form von Gegenspieler Garo, der es schon als Kind leid war, die selbstgefälligen Helden Hoffnungen und Träume ihrer Gegenspieler zerschmettern und sich angesichts in der Bewunderung der Allgemeinheit sonnen zu sehen.

Schon in seiner Kindheit fand Garo das Schicksal der Monster einfach nur unfair. | © ONE, Yusuke Murata/SHUEISHA, Hero Association HQ

So wie sich Garo mit den unterdrückten Monstern identifiziert hat und der Hass auf die Menschen in ihm immer weiter wuchs, so ist es auch in der Realität zu beobachten, dass ausgeschlossene Randgruppen einen irrationalen Hass gegenüber allem »Normalen« entwickeln und bei ihnen schnell eine Art Beißreflex einsetzt.

Es bleibt auf jeden Fall spannend, wie der übermächtige Menschenfeind sich verhält, sobald er Saitama über den Weg läuft, der schließlich alles andere als der Inbegriff eines klassischen Helden ist.

Ist One-Punch Man 2 also eine Enttäuschung?

Um es kurz zu machen: Nein. Zumindest nach unserer Ansicht kann die zweite Season mit genau so viel Witz und Charme überzeugen wie ihr Vorgänger und bietet bislang eine spaßige Fortsetzung des Superhelden-Epos.

Trotz seiner Schwächen hat uns One-Punch Man 2 überzeugt! | © ONE, Yusuke Murata/SHUEISHA, Hero Association HQ

Gleichwohl sind die Schwächen, gerade in der Animations-Kategorie, einfach nicht von der Hand zu weisen und wer großen Wert darauf liegt, die detailreichen Manga-Panels von Yuusuke Murata in ebenso dynamischer Form animiert zu sehen, könnte doch ziemlich enttäuscht werden.

Am Besten ist es, ihr löst ein eigenes Ticket in die Welt der Helden und schaut euch One-Punch Man 2 selbst an, um euch einen eigenen Eindruck zu machen. Die Serie läuft aktuell jeden Dienstag bei Anime on Demand auf Japanisch mit deutschen Subs im Simulcast.

Welche Anime-Serien zurzeit neben One Punch Man noch laufen, erfahrt ihr in unserem großen Simulcast-Kalender.

Jetzt seid ihr gefragt!

Habt ihr euch One-Punch Man 2 schon angesehen? Was haltet ihr von der Fortsetzung – Top oder Flop?

Schreibt es uns in die Kommentare!

4
Hinterlasse einen Kommentar

avatar
4 Kommentar Themen
0 Themen Antworten
1 Follower
 
Kommentar, auf das am meisten reagiert wurde
Beliebtestes Kommentar Thema
4 Kommentatoren
DesMortes86KuroMandrakeJanekoToshiro202 Letzte Kommentartoren
  Abonnieren  
neueste älteste meiste Bewertungen
Benachrichtige mich bei
Toshiro202
Gast
Toshiro202

Es ist meiner Meinung nach auf jeden Fall nicht so schlimm wie befürchtet, und besonders die dritte Folge gefiel mir sehr ^^ Aber der Punkt mit den Animationen ist halt leider nicht von der Hand zu weisen, aber vielleicht vergleicht man es auch einfach zu sehr mit der ersten Staffel.

Janeko
Gast
Janeko

Ich bin sehr enttäuscht. Ein paar lustige Momente trösten nicht wirklich darüber hinweg, wie traurig und undynamisch die Kampfszenen animiert sind. One Punch Man verliert dadurch einen sehr wichtigen Aspekt, und zwar das epische. Es fühlt sich eher an wie ein etwas ernster Slice of Life als ein Action Anime. Saitama selbst strahlt überhaupt nicht mehr wie in der ersten Staffel und die wenigen Szenen, in denen was passiert, sind fürs Auge zu langweilig.

KuroMandrake
Gast
KuroMandrake

Ich kann für mich sagen das mir OPM 2 sehr gut gefällt, da ich parallel den Manga sammle und lese, bin ich immer auf dem neusten Stand der jeweiligen Folge sozusagen. 😉 Und ich bin einer der wenige, schätze ich mal, der damals wegen dem Trailer wegen CGI und Standbilder nicht gleich gemeckert hat, sondern sich nach der 1 Folge ein Bild davon gemacht hatte. Klar kann J.C. Staff mit Madhouse nicht mithalten, aber trotzdem, finde ich die Animation jetzt nicht so schlimm. Da ich One’s Werke klasse finde (also auch Mob Psycho 100) betrachte ich OPM 2 als Fan… Weiterlesen »

DesMortes86
Gast
DesMortes86

Ich muss sagen ich liebe One Punch Man aber die zweite Staffel ist leider weit aus schlimmer für mich als ich erwartet hatte. Klar ist der Charme den One Punch man ausstrahlt auch in der zweiten Staffel nicht von der Hand zu weisen aber das liegt für mich nur an der guten Manga Vorlage. Auch die Animation störte mich nicht. Was die Folgen aber für mich auf dauer unschaubar macht ist der grauenhafte und maßlos übertriebene Einsatz von Cuts in den Aktion Szenen was bei Realfilmen zb als reine Faulheit und Geiz gilt. Ich hoffe das Studio was für die… Weiterlesen »