© 1999 Eiichiro Oda/Shueisha,Toei A

Die Welt von One Piece ist voller Rätsel und Mythen … Aber darum soll’s heute nicht gehen, denn wir gehen eine Meta-Ebene nach oben und fragen uns: Welche falschen Gerüchte und Unwahrheiten gehen innerhalb der Fangemeinde um, die immer noch so stark im Umlauf sind, dass sie einfach nicht sterben wollen? Wir haben uns fünf von ihnen angeguckt!

One Piece: Woher kämen die Charaktere in der Realität?

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One Piece zu 80% fertig

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2018 gab Oda ein Interview mit der großen japanischen Zeitung Yomiuri Shinbun, in dem er verriet, die Story von One Piece wäre zu 80% abgeschlossen. Inwieweit diese Aussage aber akkurat ist und wie Oda den bisherigen Verlauf und den Rest abschätzt, ist aber unklar.

Zwei Jahre zuvor gab er zum Beispiel an, die Geschichte zu 65% abgeschlossen zu haben, und 2012 war sie sogar schon zu 60% fertig. Mit der Anzahl der Bände sieht es ähnlich aus: In einem Fernsehinterview behauptete der Mangaka, dass die Story knapp über 100 Bände haben wird, während er zur Veröffentlichung des 60. Bandes noch meinte, die Hälfte der Geschichte erzählt zu haben (womit One Piece mit Band 120 enden würde). Später wurde von seinem Editor Iwasaki bestätigt, dass sich der Manga zwar seinem Ende nähert, aber eine endgültige Anzahl von Bänden noch nicht feststeht.

Dass Oda keine genauen Angaben machen kann, sollte man ihm allerdings nicht verübeln. Mit ständigen neuen Einfällen und Vorschlägen seiner Editoren ändert sich auch sein Zeitplan und Dinge passieren entgegen seinen ursprünglichen Erwartungen. Der »Wa no Kuni«-Arc hätte zum Beispiel laut seiner Aussage schon 2017 begonnen werden sollen, tatsächlich fing er erst ein Jahr später an.


Die Strohhutpiraten sind keine »echten« Piraten

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Wenn die Strohhutpiraten echte Piraten wären, warum überfallen und plündern sie dann keine Dörfer? Warum entführen und töten sie keine Leute, warum entern sie keine Handelsschiffe?

In der Realität mögen die meisten Piraten ziemlich schlimme Finger gewesen sein, aber Beute zu ergattern und Menschenleben zu nehmen war keine Voraussetzung, um als Pirat anerkannt zu werden. Nicht wenige waren auch einfache Handelsleute, die sich schlich ein, zwei Verbrechen zu Schulden kommen lassen haben und nun unter diesem falschen Vorwand als Pirat galten. Andere suchten schlicht die Freiheit vor der amtierenden Regierungsmacht oder waren befreite Sklaven, die als Pirat ein besseres Leben führen konnten.

Dass die Strohhutpiraten aber Verbrechen begangen haben, steht außer Frage. Ihren neutralen, »eigennützigen« Standpunkt haben sie oft genug klargemacht, denn ihr Ziel war niemals der Sturz der tyrannischen Weltregierung oder eines anderen Königreichs; wenn sie sich in irgendwelche Machenschaften einmischten, dann stets, um einen ihrer Freunde zu retten oder um ihrem eigenen Ziel näherzukommen.

Trotzdem: Nach den Regeln des One-Piece-Universums sind sie Piraten. Sie haben Exekutivbeamte angegriffen, die Flagge der Weltregierung verbrannt, waren als Freibeuter unterwegs, haben Gold aus Skypiea geplündert, haben in Selbstjustiz gehandelt, haben Schiffe der Marine versenkt, erforschen die verbotenen Porneglyphen usw. usw. usw. All das sind Verbrechen, für die die Strohhutpiraten per Gesetz als »echte« Piraten anerkannt werden.


Je höher das Kopfgeld, umso stärker

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Eigentlich sollte es auf der Hand liegen: Je höher das Kopfgeld eines Piraten ist (d.h. je dringender versucht wird, den- oder diejenige außer Gefecht zu setzen), umso stärker bzw. schwerer zu fangen ist er, oder nicht? Nun, so einfach ist das leider nicht. Stärke ist sicherlich ein Faktor, aber auch nicht der einzige.

Als Beispiel könnte man Chopper nennen. Mit seiner imposanten Stärke kann er schon ein recht zäher Gegner sein, aber in seiner üblichen Form als kleines Rentier wirkt er nicht sonderlich furchteinflößend, womit er von der Weltregierung als Haustier gehalten und lediglich mit einem Kopfgeld von 100 Berry gesucht wird. Die Weltregierung ist nun mal nicht allwissend.

Umgekehrt gibt es aber auch Fälle wie Nico Robin, die schon mit acht Jahren ein riesiges Kopfgeld von 79.000.000 Berry aufgehalst bekam, obwohl sie zu dem Zeitpunkt keinerlei Fähigkeiten im Kampf besaß. Aber sie konnte eines: Porneglyphen lesen, und das machte sie zu einer ernstzunehmenden Feindin für die Weltregierung. Wichtig ist also in diesem Fall nicht, wie »stark« eine Person ist, sondern wie gefährlich sie für die Stabilität der Weltregierung sein kann.

Das gilt auch für Leistungen, die nicht unbedingt etwas mit »Stärke« zu tun haben. Lysops tragende Rolle im Aufstand von Dress Rosa war beispielsweise ein Grund für sein gigantisches Kopfgeld von 200.000.000 Berry, obwohl er selbst nicht unbedingt zu den stärksten Piraten zählt.


Besondere Bedeutung von »Nakama«

One Piece Freunde
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Das japanische Wort »Nakama« (仲間) lässt sich auf Deutsch ganz gut mit den Worten Kollege oder Kamerad übersetzen und bezeichnet im Grunde einen Menschen, der einem selbst recht nahesteht und mit dem irgendeine gemeinsame Tat vollbracht wird. Das kann »casual« gemeint sein und einen Arbeitskollegen bezeichnen, mit dem man sich gut versteht, aber auch auf eine engere Freundschaft hindeuten.

Im Falle von One Piece funktioniert dieses Wort oft als »Mitstreiter«, aber auch besonders gut befreundete Crewmitglieder oder schlicht sehr gute »Freunde« mit einem gemeinsamen Ziel werden damit bezeichnet. Unter One-Piece-Fans hat dieses Wort eine besondere Bedeutung gewonnen, weil Ruffy und seine Crew sich gerne untereinander so bezeichnen und offensichtlich eine tiefe Verbundenheit füreinander empfinden.

Besonders zur Zeit der Fansubs wurde »Nakama« oft unübersetzt im Untertitel gelassen, womit bei vielen Sehern der Eindruck erweckt wurde, das Wort hätte eine ganz spezielle, besondere Bedeutung, die erst im Kontext von One Piece richtig zur Geltung kommt. Außer Acht gelassen wird dabei, dass es ein völlig gewöhnliches, sogar sehr oft benutztes Wort im japanischen Alltag ist, und dass sich nicht alle Piraten im One-Piece-Universum so bezeichnen und das Wort anders verstehen als Ruffy und seine Crew.

Man denke zum Beispiel an Sir Crocodile. Er sieht seine Mannschaft »rational« und hält sie für essenziell, um seine Pläne zu verwirklichen, doch Respekt hat er vor ihnen kein Stück. Trotzdem nennt er sie »Nakama«. Leute wie Käpt’n Black bringen ihre eigenen »Nakama« sogar um. Umgekehrt verhält sich die Mannschaft der Whitebeard-Piratenbande wie eine große Familie und scheint noch viel enger zueinander zu stehen als die Strohhutbande – ein »Nakama« hört man trotzdem nicht von ihnen.


One Piece spielt im 16. Jahrhundert

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In den 400 Jahre alten Memoiren von Maron Noland lesen Nami und ihre Freunde etwas von einem Kalender, der uns schließlich verrät, in welchem Zeitalter die Strohhutpiraten um den Globus schippern: Aktuell soll es das 16. Jahrhundert sein! Leider gibt es auch hiermit zwei grobe Probleme.

Erstens können wir damit nicht auf das spezifische Jahr eingehen, in dem die Story von One Piece spielt. Es wird uns nur ein ungefähres Zeitfenster genannt, aus dem das Logbuch stammt – »vor 400 Jahren«. Eine genaue Festlegung auf ein Jahr ist in einem Zeitfenster zwischen heute und »vor 400 Jahren« also unmöglich.

Zweitens ist es nur schwer nachzuweisen, wie legitim dieser Kalender während Nolands Reise überhaupt war. Es gibt in der Serie keinen Hinweis darauf, dass dieser Kalender auf der ganzen Welt benutzt wird oder überhaupt wurde. Soweit wir wissen, könnte Noland der Einzige gewesen sein, der sich an diesen Kalender gehalten hat, und selbst wenn er heute noch irgendwo benutzt wird, könnte er sich über die Jahrhunderte stark verändert haben – falls man überhaupt davon ausgehen kann, dass er akkurat war.


Quelle: One Piece Wiki / Mythbusters


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