GEKKAN SHOJO NOZAKI KUN (c) 2012 Izumi Tsubaki/SQUARE ENIX CO., LTD

Shoujo-Manga sind wie ein Spiegel der jungen Gefühle unschuldiger Mädchen – doch stecken hinter gefühlvollen Geschichten auch immer gefühlvolle Personen? Ob Oberschülerin Chiyo das auf ihrem Leidensweg herausfindet und noch vieles mehr verraten wir euch im Review zu Shojo-Mangaka Nozaki-kun!

Einer der Gründe, warum die Liebe so spannend ist, ist, dass sie oft unergründliche Pfade einschlägt – das muss auch die junge Chiyo im neuesten Stern am deutschen Comedy-Himmel feststellen, den Publisher Manga Cult letzte Woche in die hiesigen Buchhandlungen gefeuert hat. Damit macht das Unternehmen seinem Namen mal wieder alle Ehre, denn spätestens seit der viel gelobten, aber hierzulande leider nie erschienenen, Anime-Adaption ist Nozaki-kun einer der begehrtesten 4-Panel-Comedys.

Ob die selbstironische Shoujo-Manga-Parodie die versprochenen Lachkrämpfe auslöst oder sich in ihrem ungewöhnlichen Format verheddert, erfahrt ihr nun im ausführlichen Manga-Review!

Alle Infos zu Shojo-Mangaka Nozaki-kun!

Originaler Titel: Gekkan Shoujo Nozaki-kun
Genre: Comedy, Slice of Life, Romance
Verlag: Manga Cult
Mehr Infos: Beschreibungen und Preise
Story & Zeichnungen: Izumi Tsubaki
Original erschienen bei: Square Enix
In Japan erschienene Bände: 11 (fortlaufend)
Deutscher Rythmus: Alle 2 Monate


Darum geht es in Shojo-Mangaka Nozaki-kun!

GEKKAN SHOJO NOZAKI KUN (c) 2012 Izumi Tsubaki/SQUARE ENIX CO., LTD

»Ich bin schon immer ein Fan von dir!«
So hat sich die 16-jährige Chiyo das große Liebesgeständnis an ihren Schwarm nun wirklich nicht vorgestellt! Doch im entscheidenden Moment gerät ihr anstatt der magischen drei Worte nur dieser eine Satz über die Lippen, den ihr Gegenüber zu allem Überfluss wortwörtlich nimmt – denn Chiyos breit gebauter Schwarm Nozaki ist unter dem Pseudonym »Sakiko Yumeno« im Geheimen ein angesehener Shoujo-Mangaka!

Zu Chiyos Pech weiß Nozaki trotz seiner Reputation als besonders feinfühliger Autor mit der dreidimensionalen Damenwelt herzlich wenig anzufangen und eh es weiß, wie ihm geschieht, sitzt das völlig verdutzte Mädchen schon mit einem Pinsel in der Hand als Assistentin in seinem Atelier. So sind die Weichen für einen völlig abgedrehten Manga-Alltag gestellt!


Ein … 4-Panel-Manga?

GEKKAN SHOJO NOZAKI KUN (c) 2012 Izumi Tsubaki/SQUARE ENIX CO., LTD

Jedes Kind weiß – in der Regel lesen sich Manga genau wie westliche Comics – nur von links nach rechts und in schwarz/weiß. Doch Shojo-Mangaka Nozaki-kun ist keine gewöhnliche Bildergeschichte, sondern eine besondere japanische Ausprägung des Comicstrips: Ein sogenannter 4-Panel-Manga, auch Yonkoma genannt. Diese Manga-Machart besteht auf jeder Seite aus gerade einmal vier Panels, die eine abgeschlossene Kurzgeschichte erzählen und meist dem traditionellen japanischen Theaterkonzept des Kishoutenketsu folgen:

  • Ki: Die Einleitung, die das Thema der Geschichte auf einen Blick erklärt.
  • Shou: In diesem Schritt wird die Handlung vorangetrieben und die Bedeutung des Themas näher erläutert.
  • Ten: Hier kommt es zum Wendepunkt, der im Yonkoma-Manga meist aus einer humorvollen Pointe besteht.
  • Ketsu: Im letzten Panel werden die Auswirkungen des Wendepunkts dargestellt und die Geschichte zum Abschluss gebracht.

Kurzum erzählt also jede Yonkoma-Seite einen eigenen kleinen Witz, der jedoch thematisch häufig mit den folgenden Seiten zusammenhängt. Was zunächst fremd klingt, löst bei Comedy-Manga wie Shojo-Mangaka Nozaki-kun durch die anhaltenden Pointen ein wahres Gag-Feuerwerk los!


Herzklopfen zwischen Tinte und Tusche

GEKKAN SHOJO NOZAKI KUN (c) 2012 Izumi Tsubaki/SQUARE ENIX CO., LTD

Eines liegt auf der Hand – wer für sein Leben gern in den fantasievollen Welten der Manga schmökert, für den ist ein Blick hinter die Kulissen der Zeichenwelt ganz besonders interessant! Und obwohl es sich bei Nozaki-kun eher um eine humorvolle Persiflage klassischer Shoujo-Klischees handelt, präsentieren die Geschichten aus dem Alltag von »Sakiko Yumeno« doch so manch interessantes Detail zur Entstehung eines japanischen Comics und lässt das sehr sympathisch präsentierte Setting über eine Ausrede zum Kennenlernen der Charaktere hinauswachsen.

Wie bei 4-Panel übrig gibt es in Nozaki-kun keine komplexe, übergreifende Story, sondern eher eine mal mehr, mal weniger zusammenhängende Aneinanderreihung von witzigen Alltagsmomenten, die durch eine Menge Einfallsreichtum und Kreativität jedes Mal wieder überzeugen können – eine tragende Rolle spielt dabei die Dynamik zwischen den Charakteren, denn wenn Macken wie Nozakis notorische Sachlichkeit und Chiyos explosive Emotionalität aufeinanderprallen, bleibt wahrhaftig kein Auge trocken.

Nozakis pragmatisches Denken ist immer wieder für einen Lacher gut. | GEKKAN SHOJO NOZAKI KUN (c) 2012 Izumi Tsubaki/SQUARE ENIX CO., LTD

Wer nun bereits den Mund aufreißt, um über schnarchigen Romance-Comedy-Klischees zu gähnen, liegt gewaltig daneben: Denn die Comedy in Nozaki-kun ist mal romantisch-herzergreifend, mal japanisch-trocken oder auch mal vollkommen over-the-top, aber zu keinem Zeitpunkt eintönig oder langweilig. Die Pointen im ersten Band erstrecken sich von den kleinen Missverständnissen im zwischenmenschlichen Miteinander über die Eigenarten der Manga-Branche bis hin zu den Tücken des Schulalltags und für jeden Geschmack ist mindestens ein zündender Gag dabei. Denn mal ehrlich – wer hat sich noch nicht gefragt, warum die Nebencharaktere in Dating Sims so unwiderstehlich selbstlos sind?

Dabei ist das »Comedy« in Romance-Comedy jedoch wirklich ernstzunehmen: Denn nach gesichtswärmender Romantik sollte man zwischen den Seiten von Nozaki-kun lieber nicht suchen, denn zumindest im ersten Band legt die Geschichte deutlich mehr Wert auf die Gags als auf die Beziehung zwischen dem Meister und seiner Nachwuchsassistentin. Wer damit leben kann, den erwartet eine Geschichte, die sich dank der hoffnungslos sympathischen Figuren und Authentizität der direkt aus dem Leben gegriffenen Comedy anfühlt, als wäre man selbst Teil des Freundeskreises, in dem ein unvergesslicher Insider nach dem anderen entsteht.


Zum Schießen schön!

GEKKAN SHOJO NOZAKI KUN (c) 2012 Izumi Tsubaki/SQUARE ENIX CO., LTD

Optisch macht Nozaki-kun durchgehend eine extrem gute Figur und zeigt, dass im Hause Tsubaki wohl einige Arbeitsstunden in eine ansprechende Präsentation geflossen sind: Sei es feminin-zartes Erröten, rosendurchflutete Traumszenen oder zum wegschmeißen komische Geschichtsausdrücke. Jeder weiß, dass ein Witz noch so gut durchdacht sein kann – wenn seine Delivery scheitert, zündet er nicht. Nozaki-kun hat die Essenz seines Mediums voll und ganz verstanden und taucht jede Szene in eine passende und witzige Atmosphäre.

So arbeitet die Zeichnerin nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch typische Shoujo-Klischees in die Geschichte ein und zieht sie wunderbar durch den Kakao – seien es die eben schon angesprochenen Rosen-Ästhetiken oder klassische Bishounen-Elemente.


Fazit – ausgezeichnete Comedy!

GEKKAN SHOJO NOZAKI KUN (c) 2012 Izumi Tsubaki/SQUARE ENIX CO., LTD

Künstlerin Tsubaki lebt sich in ihrem Format voll und ganz aus und präsentiert mit Nozaki-kun eine Geschichte, die es trotz begrenzter Panelanzahl schafft, Klamauk und Charakterbildung unter einen Hut zu bekommen. So lebt der Manga von der Sympathie seiner Charaktere und dem Abwechslungsreichtum der Gags, was Nozaki-kun zu einer wirksamen und vor allem herzlichen Lachbombe werden lässt, bei der die richtige Chemie einfach durchgehend getroffen wurde.

Inhaltlich setzt der Manga natürlich keine Maßstäbe, doch ist dank eines ausgeprägten Feingefühls für großartig konstruierte Sinnlosigkeit und gut durchdachter Comedy eine ausgezeichnete Wahl für den kleinen Lesespaß zwischendurch.

Wir bedanken uns herzlich bei Manga Cult für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!


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Jetzt seid ihr gefragt!

Wie fandet ihr den ersten Band von Shojo-Mangaka Nozaki-kun? Und welcher Comedy-Manga ist euer absoluter Favorit?

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