©2019「僕のヒーローアカデミア THE MOVIE」製作委員会 ©集英社/堀越耕平

Der Anime-Film »My Hero Academia: Two Heroes« feierte gestern endlich seine Deutschlandpremiere. Die Fans der Serie teilen sich in zwei Lager: Die einen lieben den Film, die anderen hassen ihn. Wir verraten euch in unserem Review, warum der Anime-Blockbuster sowohl sein Lob als auch seine Kritik durchaus verdient hat!

Nachdem der erste Film des beliebten Superheldenspektakels »My Hero Academia« bereits letztes Jahr Scharen an Anime-Fans in die japanischen Kinos lockte, kamen gestern Abend im Rahmen der Kazé Anime Nights endlich auch die deutschen Fans in den Genuss von »My Hero Academia: Two Heroes«.

Diese einmalige Gelegenheit wollten auch wir uns natürlich nicht entgehen lassen und haben uns den Anime-Blockbuster bei Popcorn (und Nachos mit Käsedip!) sowie fesselnder Kinoatmosphäre zu Gemüte geführt. Warum der erste Leinwandauftritt von My Hero Academia durchaus eine Menge Spaß macht, aber leider doch weit unter seinen Möglichkeiten bleibt, verraten wir euch in unserem Review!

All Might ist ganz schön stinkig, dass einige Fans seinen ersten Kinoauftritt nicht so toll fanden. | ©2019「僕のヒーローアカデミア THE MOVIE」製作委員会 ©集英社/堀越耕平

Wo kann ich »My Hero Academia: Two Heroes« auf Deutsch schauen?

Abgesehen von der Kinovorstellung am 26.03.2019 wurde bis jetzt leider noch nicht bekanntgegeben, wann der erste Film zu My Hero Academia endlich auch als Stream sowie auf DVD- und Blu-Ray erscheinen wird. Wir halten euch jedoch auf dem Laufenden.

Wo ihr die ersten drei Staffeln der Serie legal und auf Deutsch anschauen könnt, erfahrt ihr in unserem Serienguide zu My Hero Academia.

Darum geht es in »My Hero Academia: Two Heroes«!

Izuku Midorya und All Might folgen der Einladung eines alten Freundes aus der Jugend des heldenhaften Muskelbergs und fliegen nach I-Island – eine Insel, auf der zahlreiche Wissenschaftler sich der Erforschung der Helden-Spezialitäten widmen.

Izuku Midoriya und Melissa Shield
Die gutherzige Melissa besitzt wie Izuku keine Spezialität, doch fand ihren eigenen Weg, Menschen in Not zu helfen. | ©2019「僕のヒーローアカデミア THE MOVIE」製作委員会 ©集英社/堀越耕平

Im bunten Treiben der dort stattfindenden I-Expo, die sich als ein wahres Superhelden-Spieleparadies entpuppt, lernt Izuku die bildhübsche Melissa kennen, die genau wie er ohne Spezialität auf die Welt kam. Doch der friedliche Trubel nimmt schon bald ein jähes Ende, als niederträchtige Superschurken das kleine Eiland überfallen und nicht nur der Gemeinschaft der Helden, sondern womöglich sogar dem Frieden der Welt ein schrecklicher Untergang droht.

Die Story: der größte Schwachpunkt des Films

Obwohl mir persönlich Izukus und All Mights erster Kinoauftritt eigentlich ziemlich gut gefallen hat, muss ich leider direkt zu Beginn meiner Einschätzung den wohl größten Schwachpunkt des Movies ansprechen: seine halbgare und extrem vorhersehbare Storyline.

Der Film spielt zwischen der zweiten und dritten Staffel der Hauptserie und ist damit in der Entwicklung seiner eigenen Story maßgeblich eingeschränkt. Das bedeutet zwar nicht, dass der Plot von »My Hero Academia: Two Heroes« bereits von Anfang an zum Scheitern verurteilt war, doch leider stellt sich die extrem schablonenhafte Handlung als absolute Achillesferse des Superhelden-Spielfilms heraus.

Der erste MHA-Film überzeugt zwar wieder mal durch brachiale Action, doch weist einige Schwächen in seiner Story auf. | ©2019「僕のヒーローアカデミア THE MOVIE」製作委員会 ©集英社/堀越耕平

Eine Superheldengeschichte wie sie … in jedem Buche steht

Tut mir leid, wenn ich jetzt der Spielverderber sein muss, aber diese unglaublich vorhersehbare Entwicklung trieft regelrecht vor Einfallslosigkeit und wird der Kreativität der Hauptserie auf keinen Fall gerecht. Die Handlung von »My Hero Academia: Two Heroes« ist insgesamt zwar nicht per se schlecht, bedient sich jedoch leider einer gewaltigen Masse abgedroschener Klischees.

Dadurch scheitert der Anime-Film daran, das Niveau der Serie zu halten oder dieser sogar noch weitere Tiefe zu verleihen und serviert den Fans einen generischen Superhelden-Plot, den man schon gefühlt tausendmal in anderen Anime-Serien und Realfilmen gesehen hat.

Sympathische Charaktere: altbekannte Figuren und neue Gesichter

Doch auch wenn sich »My Hero Academia: Two Heroes« storytechnisch nicht gerade mit Ruhm bekleckert, macht der Film abgesehen davon so einiges richtig.

So war es zum Beispiel extrem interessant, endlich mal einen tieferen Einblick in die Vergangenheit von All Might zu bekommen und mitansehen zu können, wie sich der jugendliche Held zum strahlenden Symbol des Friedens entwickelte, das heute die Herzen der Menschen mit Hoffnung erfüllt und im Kampf für den Frieden selbst das heißeste Höllenfeuer durchschreitet.

Bereits als Jugendlicher träumte der heldenhafte All Might den Traum der Gerechtigkeit. | ©2019「僕のヒーローアカデミア THE MOVIE」製作委員会 ©集英社/堀越耕平

Darüber hinaus wissen ebenso die altbekannten Charaktere aus Izukus Schulklasse, die auch im Film stets ihrem Charakter treu bleiben, sowie der neu vorgestellte Jugendfreund von All Might – der brillante Wissenschaftler David Shield – und seine herzensgute Tochter Melissa nicht nur durch ihre Vielfalt und Glaubwürdigkeit, sondern besonders auch durch ihren ganz persönlichen Charme zu bezaubern.

Ein dicker, fetter Minuspunkt geht hier jedoch leider an die unauthentischen Bösewichte des Films, aus denen sich die feindliche Schurkenbande zusammensetzt. Diese werden nämlich allesamt extrem eindimensional dargestellt und besitzen kein einziges markantes Charaktermerkmal – außer eben der Tatsache, dass sie allein um der Boshaftigkeit willen grundlos böse sind.

Künstlerische Umsetzung: Alles beim Alten

Studio Bones liefert genau wie der Hauptserie des Animes auch bei »My Hero Academia: Two Heroes« gewohnt gute Qualität und besticht vor allem mit grandiosen Action-Highlights, die nicht nur eine atemberaubende Atmosphäre erzeugen, sondern auch immer wieder für Gänsehaut sorgen.

Studio Bones überzeugt wie gewohnt durch atemberaubende, emotionale Kampfszenen. | ©2019「僕のヒーローアカデミア THE MOVIE」製作委員会 ©集英社/堀越耕平

Das klingt zwar erst mal überwältigend, ist letzten Endes aber doch etwas ernüchternd, wenn man bedenkt, dass es sich hier um eine Filmproduktion handelt und diese normalerweise noch mal in einer höheren Liga spielen sollten als die zu Grunde liegende Anime-Serie.

Nichtsdestotrotz gibt es an den Animationen und Zeichnungen sowie der dramatischen Inszenierung kaum etwas auszusetzen. Gute Arbeit!

Musik: der OST aus der Serie sorgt für passende Stimmung

Die musikalische Untermalung von »My Hero Academia: Two Heroes« stützt sich ausschließlich auf den Original Soundtrack, der bereits in der Hauptserie für Stimmung gesorgt hat. Neue Tracks gibt es zwar keine, aber das ist auch gar nicht nötig.

Die einzelnen Musikstücke wurden passend eingesetzt, tragen sehr zur Atmosphäre des Films bei und fügen sich stimmig in das Gesamtbild ein, weshalb die akustische Qualität des heldenhaften Anime-Blockbusters unserer Meinung nach die volle Punktzahl verdient hat.

Message: simpel, doch von großer Bedeutung

Die lehrreichen Botschaften und Werte, die uns der erste Film zu My Hero Academia vermittelt, treten ebenfalls in die Fußstapfen der Anime-Serie und zeichnen eine durchaus berechtigte Weltanschauung.

Es ist unserer Meinung zwar nicht von der Hand zu weisen, dass Wertvorstellungen wie „das Gute siegt immer“, „gemeinsam sind wir stark“ oder „Hoffnung spendet Kraft“ nicht gerade revolutionäre neue Denkanstöße liefern, doch trotz dessen sind diese einfachen Botschaften von enormer Bedeutung und in einem idealistischen Superhelden-Abenteuer keinesfalls fehl am Platz.

Im Kampf für das Gute setzen All Might und Izuku ihr Leben aufs Spiel und gehen bis ans Äußerste. | ©2019「僕のヒーローアカデミア THE MOVIE」製作委員会 ©集英社/堀越耕平

Leider verliert die Message durch ihre extrem einseitige Darstellung jedoch etwas an Glaubwürdigkeit. So stellt der Film die Welt im Licht eines gefährlichen Schwarzweiß-Denkens dar, in dem Gut und Böse klar voneinander abgegrenzt werden. Auch das gelingt der Anime-Serie zu My Hero Academia besser, indem auch Helden wie Shoto Todoroki mit ihren persönlichen Schattenseiten zu kämpfen haben und Schurken wie Tomura Shigaraki als Opfer ihrer eigenen Vergangenheit gezeichnet werden.

Spaßfaktor: schöne Träumerei, lustige Gags und tolle Atmosphäre

Doch gerade weil der erste Film zu My Hero Academia so idealistisch ist, macht es solchen Spaß, sich der Träumerei hinzugeben und an eine perfekte Welt zu glauben, in der das Gute regiert und heroische Kämpfer der Gerechtigkeit den Frieden unserer Zeit aufrechterhalten.

Ganz egal, wie banal der ewige Sieg des Guten über das Böse auch sein mag, man kommt einfach nicht drumherum, Izukus und All Mights heldenhaftes Abenteuer mit einem Lächeln auf den Lippen zu verfolgen und sich über ihren gloreichen Siegeszug zu freuen.

All Might und Izuku Midoriya Angriff Two Heroes Film
Zum Ende des Films gibt es noch einmal die geballte Power von All Might und Izuku Midoriya im One-for-All-Doppelpack. | ©2019「僕のヒーローアカデミア THE MOVIE」製作委員会 ©集英社/堀越耕平

Und mal ganz ehrlich: Was ist denn cooler, als diesem strahlenden Kraftkoloss aus purer Männlichkeit und seinem leidenschaftlichen (und oberkörperfreien) Schützling dabei zuzusehen, wie sie sich in ebenso halsbrecherische wie genial inszenierte Kämpfe stürzen und ein paar miesen Bösewichten die Ärsche grün und blau schlagen?

Doch auch abgesehen von diesen actiongeladenen Schlagabtäuschen weiß der erste Leindwandauftritt von Izuku und All Might durch lustige Gags und durchgeknallten Humor zu überzeugen, der auch im Kino ordentlich gezündet hat und die Fans ab und zu sogar in schallendes Gelächter versetzen konnte.

Wenn der komplett perverse Mineta auf seiner ewigen Jagd nach sexueller Übersättigung wieder mal in Tränen der Leidenschaft ausbricht, muss man schon mal schmunzeln. | ©2019「僕のヒーローアカデミア THE MOVIE」製作委員会 ©集英社/堀越耕平

Wenn es um Spaß und Unterhaltung geht, macht »My Hero Academia: Two Heroes« auf jeden Fall alles richtig.

Fazit: unterhaltsamer Film mit einigen Schwächen

Insgesamt leidet der erste Leinwandauftritt von My Hero Academia zwar unter einer eindimensionalen Story und vorhersehbaren Plot Twists, gibt jedoch durch sympathische Charaktere, lustige Unterhaltung, explosive Kampfszenen und eine dramatische Inszenierung am Ende doch einen kleinen Anime-Blockbuster ab, der einfach richtig Laune macht.

Dennoch bleibt der Film leider ziemlich unter seinen Möglichkeiten und kann nicht ganz mit der spektakulären Hauptserie mithalten. Aus diesem Grund ist »My Hero Academia: Two Heroes« in unseren Augen zwar kein Meisterwerk, aber trotzdem ein guter, unterhaltsamer Anime-Film geworden.

Wertung der Redaktion: 3,5/5

Mehr Infos zum zweiten Film von My Hero Academia

Der zweite Film von My Hero Academia soll in Japan noch diesen Winter seine Premiere feiern. Wenn ihr mehr über die bisher bekannten Infos zu von Izuku und All Mights nächstem Kinoabenteuer erfahren wollt, könnt ihr das in unserer News zur Filmankündigung nachlesen.

Jetzt seid ihr gefragt!

Wie fandet ihr den Film? Hat euch die doch ziemlich schablonenhafte Story des Movies gestört oder seht ihr das nicht so kritisch? Schreibt es uns in die Kommentare!

Ihr wollt mehr über My Hero Academia erfahren? Verpasst auf unserer Übersichtsseite keine Infos aus dem Universum rund um die Serie.

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Jenny
Gast
Jenny

Trotz der Schwachstellen finde ich den Film wirklich gut. Es hat mir viel Spaß gemacht ihn zu sehen und ich bin auch an sich sehr zufrieden. Ich bin schon sehr gespannt auf den 2. Film^^

Lisa-Marie
Gast
Lisa-Marie

Ich muss ehrlich sagen, da es mein Lieblingsanime ist und ich mich so endlich drauf gefreut habe, ist mir das meiste im ersten Moment gar nicht wirklich aufgefallen, wenn ich jetzt aber so drüber nachdenke, hat er wirklich einige vorhersehbare und ‘schwache’ stellen. Aber im Großen und Ganzen finde ich den Film sehr gut auch wegen dem Humor. Auch wenn ich persönlich keinen kenne der Mineta leiden kann, hat dieser das Kino mit seinen ‘Harem’ doch ziemlich zum Lachen gebracht. Und das große Plus ultra das wir im Kino gerufen haben, werde ich so schnell auch nicht vergessen. Wer My… Weiterlesen »

Aslan Golzine
Gast
Aslan Golzine

unterm 8. bild wurde all for one mit one for all verwechselt 🤓

Krasser Brudi
Gast
Krasser Brudi

Ey yo man, was redest du so schlecht über my hero academia diggah, best anime evar alder, mach lieder review zu die romanz anime für die weichies yo, aber lass finga weg von krassen shonenn anime in die zukunft ja!

Alex
Gast
Alex

Ich war mit einem Freund im Kino und wir haben beide den Saal mit dem Gefühl verlassen, dass an dem Film was nicht stimmte. Meiner Meinung nach kommt der Film nicht an den Anime/Manga ran. Es gab mir einfach, zu der wenig ausgefeielten Story, zu viele Unstimmigkeiten auf das Franchise gesehen. Das größte Beispiel hierfür wäre wohl Midoriya. Er hat den ganzen Film über so viele schwere Attacken eingesteckt, die ihn selbst in der dritten Staffel des Animes und weit darüber hinaus einfach kurzerhand Kampfunfähig hinterlassen hätten. Noch ein Beispiel, Iida tritt einfach so eine massive Stahltür auf. Im Anime/Manga… Weiterlesen »

Lilaschen
Gast
Lilaschen

Also ich habe mich nicht 100% auf den Film konzentriert im kino😂 Da ich zu tun hatt um mein Popcorn zu schaffen(Ich habe wirklich 1 1/2h wirklich nur durchgegessen,und das Popcorn trotzdme nicht geschafft)
Das einzige was mich wirklich genervt hat,waren die ständigen Flashbacks. Man geht doch nur in den Film wenn man Fan ist,und nicht wenn ma keine Ahnung von dem Werk hat

Micky
Gast
Micky

Ich fand den ersten Film sehr cool… Ich freu mich tierisch auf den zweiten Film…❤️
Das ist das lustigste was ich je angeschaut habe… Ich habe den Film und de Serie sehr gern…❤️❤️❤️

Milan3r
Gast
Milan3r

Danke, ich sehe das sehr ähnlich! MHA ist mein Lieblingsanime, daher habe ich mich immens auf den Kinofilm gefreut – bis ich ihn gesehen habe. Der Film hat nichts von der Tiefe übermitteln können, die ich in der Serie sehe. Im Endeffekt wirkte es wie jeder beliebige Fighting-Shounen mit etwas „Boom“ und „Wusch“ hier und dort. Kann man machen, muss man aber nicht. Von der fehlenden inhaltlichen Verknüpfung zur Serie selbst will ich gar nicht erst anfangen. Sicherlich, ein paar ansehnliche Szenen und Lacher waren dabei, aber ich bin schlichtweg deutlich besseres von der Serie gewohnt! Dennoch – Season 4… Weiterlesen »

Abetan
Gast
Abetan

Im großen und ganzen kann ich nur zustimmen. Der Film ist für sich selbst ein guter ‘Standart’-Shonen Film. Er macht das was er soll echt gut: Unterhalten. My Hero Academia ist im Moment meine absolute Lieblingsserie. Der Film war da wo er gut sein musste (Animation, Kämpfe, Charaktere) gut genug um ihn auf die Leinwand zu bringen. Aber ja, der Film war tatsächlich so Klischeehaft wie ein Superheldenfilm sein kann. Was nicht negativ sein muss (Ich meine, dass ist einer der Gründe warum ich MHA so sehr mag), denn er zeigt, dass auch ‘gut gemeinte Straftaten’ nicht unbedingt zum Guten… Weiterlesen »