© 堀越耕平/集英社・僕のヒーローアカデミア製作委員会・MBS

Voller Gänsehaut, Inspiration und bewegender Momente fegt der Superhelden-Anime My Hero Academia aktuell durch seine vierte Staffel. Wir möchten euch heute einen Heldennerd vorstellen, dessen Vision die Herzen Hunderter in Bewegung versetzte – das ist der My Hero Academia-Mangaka Kouhei Horikoshi!

Vor über 20 Jahren nahm ein kleiner Junge in der südöstlichen japanischen Präfektur Aichi erstmals den Kultmanga Dragon Ball in die Hand und war sofort hin und weg von der Stärke und Standhaftigkeit, mit der Hauptcharakter Son Goku den Menschen in seiner Umgebung Hoffnung schenkte. Gokus Präsenz allein schien auszureichen, um angespannte Situationen zu entschärfen, und weckte im kleinen Kouhei die schicksalhafte Faszination für Superhelden!

Der mittlerweile 33 Jahre alte Mangaka wurde am 20. November 1986 in einem nicht näher bekannten Teil von Aichi geboren und zählt mittlerweile zu den aktuell erfolgreichsten Künstlern seines Mediums. Schuld daran ist seine 2014 erstmals veröffentlichte Reihe My Hero Academia, die sich mit über vierundzwanzig Millionen gedruckten Exemplaren und vier erfolgreichen Anime-Staffeln zum Shooting-Star des Shounen-Genres mausern und Fans rund um den Globus tief in die Faszination um Superhelden saugen konnte.

Wir möchten euch heute erzählen, welche Hindernisse Horikoshi auf seinen Weg ins Manga-Olymp überwinden musste, wie genau der Zeichner beim Erstellen seiner Geschichten vorgeht und was in seinen Augen einen wahren Helden ausmacht!

Die Geburtsstunde eines Helden …

© Mangamexico

Wie es sich für den Werdegang eines erfolgreichen Shounen-Mangakas gehört, war Horikoshi schon von Kindesbeinen an begeisterter Leser actionreicher Jungenmanga! Wie schon in der Einleitung erwähnt, gehörte dabei vor allem Dragon Ball zu seinen Lieblingsserien und prägte seinen Stil als Zeichner nachhaltig, wie etwa in All Mights Superheldenform erkennbar, die ein Äquivalent zu Son Gokus Verwandlung zum Super-Saiyajin zeichnet.

Seine Begeisterung für japanische Comics ließ im jungen Horikoshi schließlich den Wunsch sprießen, selbst zum Mangaka zu werden, und er begann ein Designstudium an der Universität Nagoya, das er erfolgreich abschloss, obwohl der Inhalt des Studiums und sein Traum von Mangazeichnen sich als erdrückend überschneidungsarm herausstellten.

© Kouhei Horikoshi / Shueisha

Noch während des Studiums reichte er daher den Oneshot »Nukegara« beim 72. Tazuka-Award ein und wurde mit einer Erwähnung prämiert, die ihm das Tor in die Welt des imposanten Shueisha-Verlags ebnete – Heimat der Shounen Jump und ihrer zahlreichen Schwester-Magazine. In der Folgezeit veröffentliche Horikoshi diverse Oneshots auf dem dünnen Papier der Akamaru Jump, bevor es eine Nummer größer wurde und mit »Oumagadoki Doubutsuen« sein erstes Werk für das erfolgreiche Shounen-Magazin Japans zeichnen durfte!

Die Geschichte handelte von Tierfreundin Hana, die auf der Suche nach einem neuen Lebensimpuls einen Aushilfsjob im Zoo beginnt, doch schnell feststellen muss, dass sich die Arbeit im Tierpark verrückter gestaltet, als zunächst angenommen. Der surreale Oneshot begeisterte die Jump-Fans so sehr, dass die Story im Anschluss in eine Serie umgearbeitet wurde. Das böse Erwachen kam, als diese sowohl bei den Lesern als auch verkaufszahlentechnisch durchfiel … Dank anhaltender roter Zahlen entschieden sich die Redakteure schließlich schweren Herzens dazu, die Reißleine zu ziehen und Horikoshis Traumprojekt einzustampfen.

Heldenhafter Durchbruch …

Völlig niedergeschmettert verfiel der Autor einer tiefen Depression, die ihm sämtliche Energie raubte und damit zu sehr schwächte, um neue, innovative Storykonzepte für eine weitere Manga-Reihe vorzulegen. Nichtsdestotrotz musste irgendetwas das Brot auf den Tisch bringen, sodass er 2014 Elemente seines alten Oneshots »My Hero« mit neuen Ideen kombinierte und so »My Hero Academia« schuf! Ganz, als würde ihn das Universum für sein Durchhaltevermögen belohnen wollen, entwickelte sich die Serie zu einem massiven Erfolg, sodass nicht einmal ein Jahr nach Erstpublikation Gespräche über eine mögliche Anime-Umsetzung geführt wurden.

© Kouhei Horikoshi / Shueisha

Die erste Staffel der Serie premierte schließlich im April 2016 mit insgesamt 13 Episoden mit aufwendig animierten Actionszenen, die vom renommierten Studio BONES und Regisseur Kenji Nagasaki so episch in Szene gesetzt wurden, dass My Hero Academia sowohl im japanischen TV als auch international Traumquoten einfuhr und sich zu einem der beliebtesten Anime der letzten Jahre entwickelte …

Was einen Helden ausmacht … 

© 堀越耕平/集英社・僕のヒーローアカデミア製作委員会・MBS

My Hero Academia hat Horikoshis Leben verändert und ihm als großer Anime- und Manga-Fan die einzigartige Chance gegeben, selbst ein erfolgreiches Werk zu erschaffen und es als schillernde Anime-Adaption umgesetzt zu sehen. Mit dem Erfolg geht für ihn jedoch auch ein gewaltiger Druck einher, denn schließlich möchten tausende Fans in den entlegensten Winkeln der Erde unbedingt wissen, wie die Geschichte weitergeht. Diese Einsicht hat Horikoshi dazu geführt, den Manga nicht mehr nur für sich selbst zu zeichnen – sondern auch stets darüber nachzudenken, was seinen Lesern gefallen könnte.

Wenn er einmal dazu kommt, den Stift aus der Hand zu legen und sich selbst dem ausgiebigen Geschmöker zu widmen, nimmt er (wie anhand des Themas seiner Reihe unschwer zu erraten) neben Manga am liebsten US-Comics in die Hand. Dabei ist er ein passionierter Spiderman- und Batman-Leser mit einer gesunden Sammelleidenschaft, die seinen Arbeitsplatz mit haufenweise Superhelden-Merchandise schmückt. Hätte er selbst eine besondere Fähigkeit, würde er sich vermutlich für eine Spezialität entscheiden, dank der er über unendlich viel Energie verfügt, ohne schlafen zu müssen und die seine Angewohnheit, unbewusst Nickerchen einzulegen, ein für alle Mal tilgt!

Laut eigener Aussage macht es Horikoshi mehr Spaß, weibliche als männliche Charaktere zu zeichnen. | © 堀越耕平/集英社・僕のヒーローアカデミア製作委員会・MBS

Arbeitet er an seinen Geschichten, hat er meist im Voraus den Anfang und das Ende im Kopf und überlegt sich während des Schaffensprozesses, welche Ereignisse genau dazwischen eintreten sollen. Wie er selbst bemerkt, rutscht er dabei ziemlich gern ins Düstere ab und braucht neben dieser »vertikalen Linie« noch etwas »horizontales«, das die Stimmung aufheitert und den Effekt der Vertikalen abschwächt. In My Hero Academia ist die Vertikale etwa die Geschichte vom langsam seine Kräfte verlierenden All Might, während die Nebencharaktere und ihre mit lockerem Umgang gespickten Comedy-Szene die Horizontale darstellen.

Fragt man ihn, was einen wahren Helden ausmacht, gibt es für ihn einen ganz bestimmten Begriff: Erleichterung! Denn so wie sich im kleinen Kouhei die Erleichterung breitmachte, als Son Goku in der Namek-Saga aus der Heilkapsel stieg und sich anschickte, den Kampf gegen Freezer zu gewinnen, sollte ein Held den Menschen in seiner Umgebung ein Gefühl der Ruhe und Geborgenheit verleihen!

Was die Zukunft mit sich trägt … 

© 堀越耕平/集英社・僕のヒーローアカデミア製作委員会・MBS

Mit My Hero Academia 4 läuft seit der aktuellen Fall Season eine weitere Staffel des Superhelden-Epos über die japanischen Flimmerkisten, gleichzeitig steht für Dezember ein zweiter und laut Horikoshi letzter Kinofilm in den Startlöchern. Während das Team im Studio BONES also Vollgas gibt, führt Horikoshi gemeinsam mit seinen beiden Assistenten die Geschichte um Dekus Werdegang unaufhaltsam weiter.

Auf die Frage hin, ob My Hero Academia Shounen Jump-Kollegen wie One Piece oder Naruto folgt und sich ins Ewige hinziehen wird, antwortete der Zeichner mit einem klaren »Nein«! Denn das Mangazeichnen sei ein anstrengender Beruf und so viel Energie wie Oda-sensei, den er auf Nachfrage hin als »seinen Helden« bezeichnet hat, könne er wohl nie im Leben aufbringen …

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Jetzt seid ihr gefragt!

Welche Frage würdet ihr Kouhei Horikoshi gerne einmal stellen? Und welche Stelle aus My Hero Academia ist euer absoluter Favorit?

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Steven
Gast
Steven

Wie genau bist du auf die Charaktere gekommen? (Fumikage, Ochako, Bakugo etc.)

sebomba
Gast
sebomba

Ich würde ihn am liebsten Frage, wie er es schafft, immer wieder auf diese einzigartigen Fähigkeiten, zu kommen. Außerdem würde es mich interessieren, wie viel er für die Entwicklung eines Quirks vorausplant bzw. wie er diese generell designt.
Klar, manche Quirks hat man schon in anderen Medien gesehen, aber selbst denen gibt er in MHA immer etwas Einzigartiges, sodass das ganze nicht ins Marvel/DC-Klischee fällt.
Währenddessen gibt es auf den ersten Blick total absurde Ideen, aus denen er mit der Zeit und ohne, dass man es vorausahnen kann, alles mögliche rausholt.