MUSHISHI © Yuki Urushibara / Kodansha Ltd.

Trotz des stetigen Fortschritts der Wissenschaft gib es sie – ungeklärte Phänomene, deren Ursache die Menschheit noch nicht ergründen konnte. Um dahinterzukommen, entführt euch der Manga-Klassiker »Mushishi« in die Welt des Übernatürlichen – wir haben für euch reingelesen.

Die Otaku-Welt befindet sich im stetigen Wandel: Wer vor zehn Jahren als Manga-Fan noch einsam in einer Ecke der Pausenhalle saß, gilt heute als Trendsetter, denn die Begeisterung für japanische Zeichenkunst greift immer weiter um sich und manövriert den Otaku-Kosmos allmählich in Richtung Mainstream.

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So ist es gerade jetzt an der Zeit, den Klassikern von damals neues Leben einzuhauchen und eine weitere Generation von Lesern an die faszinierenden Geschichten aus Fernost heranzuführen. Nach Serien wie »Gantz« und »RG Veda« präsentiert sich Publisher Manga Cult dabei ein weiteres Mal als Freund der Sammler und stellt mit dem Fantasy-Manga »Mushishi« endlich einen vielgewünschten Fan-Liebling in die hiesigen Regale. Wir verraten, ob sich der Griff zur Geistergeschichte lohnt!


Alle Infos zu »Mushishi«

Originaler Titel: Mushishi
Genre: Fantasy, Drama
Verlag: Manga Cult
Mehr Infos: Beschreibungen und Preise
Story & Zeichnungen: Yuki Urushibara
Original erschienen bei: Kodansha
In Japan erschienene Bände: 10 (Abgeschlossen)
Deutscher Rhythmus: Alle 2 Monate


Darum geht es in »Mushishi«!

MUSHISHI © Yuki Urushibara / Kodansha Ltd.

Überall in der Welt, an den unerwartetsten Plätzen, existiert eine Geisterlebensform namens »Mushi«. Die Mushi besitzen keine Ziele oder Motivationen, existieren einzig und allein um ihrer selbst Willen und können das Leben eines Menschen wahlweise bereichern oder ihn in den völligen Wahnsinn treiben.

Ginko ist ein sogenannter »Mushishi« und schickt sich an, mit der Welt der Geister Kontakt aufzunehmen und diejenigen zu erlösen, deren Leben von den Mushi geplagt wird. So zieht er durch ganz Japan und erlebt immer wieder sonderbare Dinge, die die uns bekannten Regeln der Natur Lügen strafen …


Eine andere Welt …

MUSHISHI © Yuki Urushibara / Kodansha Ltd.

»Mushishi« ist das, was man gemeinhin als »Hidden Gem« bezeichnet – obwohl der Manga bereits 21 Jahre auf dem Buckel hat und sich mit einer stattlichen Anhängerschaft rühmen darf, streckte bis zur Lizenz von Manga Cult kein Publisher seine Fühler nach dem Werk oder dessen Anime-Adaption aus. Grund dafür dürfte vermutlich die Tatsache sein, dass die Geschichte um Ginko und seine Abenteuer thematisch nicht wirklich dem allgemeinen Mainstreamtrend entspricht – von mitreißender Action, lasziven Ecchi-Szenen oder knisternder Boys’ Love ist hier nichts zu erkennen.

Wer das Wagnis trotzdem eingeht und im hübsch eingepackten ersten Band blättert, wird feststellen, dass die episodische Geschichte ihre Leser auch ohne Effekthascherei von der ersten Seite an fesseln kann – Grund dafür ist die dichte Atmosphäre, die Mangaka Yuki Urushibara hier mit einem detailreichen Setting erzeugt, über das wir als Leser zunächst jedoch kaum etwas erfahren – so ist der Manga für uns fast so geheimnisvoll und mystisch wie die Mushi selbst.

Trotz düsterer Themen lassen euch die Geschichten in »Mushishi« immer mit einem wohligen Gefühl zurück. | MUSHISHI © Yuki Urushibara / Kodansha Ltd.

Trotz des Unwissens hält sich das Erzähltempo in »Mushishi« in Grenzen und nimmt sich ausreichend Zeit für die Charaktere der einzelnen Kurzgeschichten. Diese haben schwerwiegende Themen wie Einsamkeit, Tod, Sehnsucht oder Familienliebe zum Thema, gestalten sich trotz oft düsterer Ausführung jedoch nie depressiv oder sind auf Tearjerker aus.

Hauptcharakter Ginko trägt die Geschichte mit seiner notorischen Besonnenheit und überzeugt uns als Leser mit seinem Fachwissen über die Welt der Mushi schnell davon, dass er schon alles in Ordnung bringen wird. So erzeugt der Manga die harmonische und doch übernatürliche Stimmung, die für den Kultfaktor von »Mushishi« verantwortlich ist.


Ein Kunstwerk

MUSHISHI © Yuki Urushibara / Kodansha Ltd.

Was die Zeichnungen angeht, hat sich Urushibara für einen etwas experimentelleren Stil entschieden und schafft mit vielen kleinen Linien und ausgefallenen Schattierungen einen »künstlerischen« Eindruck. Dabei konzentriert sich die Zeichnerin vor allem darauf, die Gefühle ihrer Charaktere in der Gestaltung der Umgebungen zum Ausdruck zu bringen und den oft fiebertraumähnlichen Sequenzen eine ganz eigene Persönlichkeit zu verleihen.

Dabei ist jedes einzelne Panel und jeder Charakter extrem detailliert und vor allem die Darstellungen von Landschaften und Natur gehen locker als eigenes Kunstwerk durch.


Mushishi
Original
Deutsche Umsetzung

Wir bedanken uns herzlich bei Manga Cult für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!


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Jetzt seid ihr gefragt!

Was ist euer Eindruck vom ersten »Mushishi«-Band? Und welcher Manga-Klassiker sollte es noch unbedingt nach Deutschland schaffen?

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Kimi

Mushishi gehört m.M.n. zu den seltenen Titeln, welche sich als Anime einfach besser machen.
Hatte den Manga schon länger vorbestellt und finde ihn auch wunderbar, allerdings sagt mir der Zeichenstil und die Farbvielfalt von Anime mehr zu. Und ich habe den phänomenalen Soundtrack vermisst :’D Zudem ist der Preis auch Recht stattlich, aber die nächsten Bände sind trotzdem schon vorbestellt.
Auf jeden Fall eine Empfehlung

Martin

Gibt es eine Äußerung von Cross Cult zu ihrer gewagten Preisgestaltung? Vielleicht gibt es ja einen guten Grund, warum man 15 € für 227 Seiten zahlen sollte, aber der wäre mir bislang entgangen…

Martin

Bei einem so hohen Preis werden sie halt noch weniger Exemplare absetzen, als das ohnehin der Fall wäre. Aber nun gut, das muss der Verlag selber wissen. Bei Altraverse finde ich die Preisgestaltung ebenfalls fragwürdig. Da darf man sich nicht wundern, wenn die Leser weiterhin auf illegale Online-Alternativen ausweichen.

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