© K. Horikoshi / Shueisha, My Hero Academia Project

Als einer der größten Anime-Blockbuster der letzten Jahre fiebern Millionen Fans bei Kouhei Horikoshis Heldenepos My Hero Academia mit – doch wer sorgt dafür, dass My Hero Academia fühlt, klingt und aussieht, wie wir es kennen? Wir haben einen Blick hinter die Studiotüren von BONES geworfen!

Markerschütternde Attacken reißen dicke Brocken von Geröll aus dem Untergrund in die Luft, während Kampfschreie von der Überzeugung des Helden zeugen, der sich todesmutig seinem Widersacher in den Weg stellt. Mitreißend, actionreich und episch – mit diesen Worten würden My Hero Academia-Fans ihren Lieblingsanime wohl am ehesten beschreiben und haben damit auch verdammt recht!

Doch wer sorgt eigentlich dafür, dass die Geschichten von der Yuei-Oberschule so viel Eindruck hinterlassen und was hebt My Hero Academia von anderen Fighting-Shounen-Serien ab? Wir sind dieser Frage auf die Spur gegangen und stellen euch die geheimen und oftmals leider etwas verkannten Superstars der Serie vor: Das Animationsteam aus dem Studio Bones!


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Das Gehirn der Produktion – Regisseur Kenji Nagasaki

© K. Horikoshi / Shueisha, My Hero Academia Project

Für viele Fans ist die japanische Anime-Industrie eine Blackbox. Irgendwer möchte einen Manga adaptieren, beauftragt irgendein Studio, das dann am Ende fertige Folgen auf die TV-Sender und internationalen Streamingdienste bringt. In der Realität ist dieser Prozess natürlich viel komplexer und hinter jedem Projekt steckt eine Geschichte über Leidenschaft, künstlerische Emotionen, knallharte Probleme und wie diese zu lösen sind.

Mitreißende Emotionen sind Nagasakis Steckenpferd. | © K. Horikoshi / Shueisha, My Hero Academia Project

So natürlich auch hinter My Hero Academia, der unter der Regie von Kenji Nagasaki beim prestigeträchtigen Studio BONES entsteht, das selbst Produktionsunkundigen durch Titel wie Fullmetal Alchemist oder Soul Eater ein wohlklingender Begriff ist. Nagasaki ist unter Fans besonders für seinen Tick bekannt, Szenen ausufernd zu überzeichnen und die Gefühle der Charaktere visuell spürbar auf den Bildschirm zu bannen. Was sich bei ruhigeren Geschichten schnell zum Trash verwandeln kann, ist in My Hero Academia genau richtig, denn nicht zuletzt ist das Kernthema der Serie Izukus innerer Wunsch, an sich zu arbeiten und ein wahrer Held zu werden.

Für Staffel 4 erhält der Director Unterstützung von Masahiro Mukai, der sich seinen Glanzstatus zwar noch erarbeiten muss, seine Feuertaufe mit überzeichneten Geschichten wie die 2012er-Adaption der Spielereihe Hyperdimension Neptunia jedoch bereits hinter sich hat. Der Grund für die Bildung dieses Tagteams ist Nagasakis eingehende Beteiligung an dem Kinofilm -Heroes:Rising-, der zeitgleich zur vierten Staffel entstand und ab morgen die japanischen Kinos mit brachialer Action erschüttern soll.


Qualität vor Quantität

© K. Horikoshi / Shueisha, My Hero Academia Project

Obwohl zwischen den einzelnen My Hero Academia-Staffeln meist ein Jahr verstreicht, hört die Arbeit hinter den Kulissen niemals auf. Seit 2016 ist die Studio C-Abteilung, eine von den fünf unabhängigen Divisionen bei BONES, ausschließlich mit der Animation von Izukus Abenteuern beschäftigt. Nichtsdestotrotz räumt sich das Team Ausstrahlungspausen ein, um nicht an denselben Problemen wie Endlosserien a la One Piece oder Black Clover zu leiden. Durch den ständigen Output und den damit einhergehenden Zeitdruck werden diese auf Sparflamme animiert und heben sich aufwendige Actionsequenzen nur für ein paar wenige, einprägsame Moment auf.

Das MHA-Team nimmt sich Zeit, um den Anime zu dem zu machen, was er ist. | © K. Horikoshi / Shueisha, My Hero Academia Project

Bei My Hero Academia hingegen kann durch die Pause nicht nur liebevoll jeder einzelne Frame ausstaffiert, sondern auch der Vorlage ein gewisser Vorsprung eingeräumt werden, damit der Anime den Manga nicht überholt und die Sendezeit mit nervigen Fillern gestopft werden muss.

Was in den ersten Staffeln noch ein wenig chaotisch lief, folgt mittlerweile einer eingespielten Struktur: Das Studio C verfügt unter der Leitung von Produzent Yoshihiro Oyabu über fünf Teams, die in Rotation an den einzelnen Episoden arbeiten. So wird mit genügend Manpower und einer gezielten Organisation sichergestellt, dass der Zeitplan eingehalten wird und keine der Episoden durch Outsourcing Gefahr läuft, nicht mehr Nagasakis ursprünglicher Vision zu entsprechen.

Insbesondere in den späteren Staffeln gesundete sich die etwas angeschlagene Produktion. | © K. Horikoshi / Shueisha, My Hero Academia Project

Nichtsdestotrotz liegt eine riesige Belastung auf dem Team, denn parallel zur Entstehung der letzten beiden Staffeln wollten auch noch zwei Kinofilme auf die Leinwand gebracht werden. Da sich auch Animezeichner nicht teilen können, wurde umdisponiert und die Créme de la Créme vor allem mit den Szenen beauftragt, die Talent und aufwendige Animationen erforderten. Weniger einprägsame Szenen entstanden hingegen bei den unbekannteren Teilen des Teams.

Neben Management und Regie sind die Animatoren letzten Endes diejenigen, die einen Anime erst am Leben erhalten – denn was wäre unser Lieblingsmedium ohne jegliche Bewegung? Wir möchten euch heute die Lebensimpulse von My Hero Academia genauer vorstellen und gleichzeitig erklären, warum sie euren Lieblingsanime zu etwas ganz Besonderem machen!


Kouki Fujimoto – animierter Wirbelwind

Wenn’s irgendwo einmal so richtig krachen soll, ist Zeichner Kouki Fujimoto sofort zur Stelle! Ob Jojo’s Bizarre Adventure oder A Certain Scientific Accelerator – Fujimoto mag seine Action mitreißend und bewegungsreich, deswegen wirbelt seine Kamera stets mit den Charakteren mit! So wird dem Zuschauer die Orientierung geraubt und er fühlt sich, als würde er selbst im Kampf gegen einen Superschurken an Decken und Wänden umherhüpfen!

© K. Horikoshi / Shueisha, My Hero Academia Project

Sein Talent stellte der Animator ganz besonders in Folge 09 unter Beweis, als er in einer knapp einminütigen Sequenz die Überzeugungen der Helden und Shie Hassaikai-Schergen aufeinanderprallen ließ und die Emotionen der Charaktere visuell auf ihre Körper übertrug.

Damit war das Arbeitstier Fujimoto jedoch noch nicht zufrieden – neben MHA arbeitet er außerdem an dem etwas unter dem Radar laufenden Actionthriller Babylon mit, in dem er für eine ziemlich blutige, aber handwerklich ausgefeilte Szene verantwortlich zeichnet …


Sakiko Uda – Grob, aber herzlich!

Normalerweise ein Kernbestandteil des Gundam Build Fighters-Teams hat sich Animatorin Sakiko Uda auf schwere Bewegungen grobmotorischer Formen spezialisiert. Wem mächtige Angriffe klobiger Gundams schon in Fleisch und Blut übergegangen sind, kann natürlich auch Eijiros Verhärtungsfähigkeit gekonnt in Szene setzen und macht die spröde Härte seiner Haut fast schon direkt spürbar!

© K. Horikoshi / Shueisha, My Hero Academia Project

Ein weiteres Highlight Udas ist Tamakis Tentakelangriff in Folge 08, der seine Gegner mit dem scheinbar tonnenschweren Gewicht der Extremitäten wegfetzt – Speedlines und kinetische Energie sind hier das Zauberwort.


Yutaka Nakamura – Bones’ Geheimwaffe

Eigentlich bedarf Animator Yutaka Nakamura keiner weiteren Vorstellung, denn »Yutapon« ist selbst über die Grenzen des Sakuga-Fandoms hinaus als Superstar des Studio Bones bekannt! Ob Soul Eater oder Cowboy Bebop – Haufen der bekanntesten Sequenzen aus zahlreichen prestigeträchtigen Titeln haben ihren Ursprung auf seinem Zeichenpapier. Dank der Arbeit an -Heroes:Rising- ließ sich der Animator in Staffel 4 zwar bisher nur gelegentlich blicken, erregte mit seinem Werk allerdings wieder mal jede Menge Aufsehen:

© K. Horikoshi / Shueisha, My Hero Academia Project

Denn der von ihm inszenierte Beginn von Episode 05 ist bislang mal wieder eine der besten Szenen der Staffel – kunstvoll lässt er hier mehrere bewegliche Ebenen miteinander interagieren und erschafft so einen dreidimensionalen Raum. Nakamura ist und bleibt ein Meister seines Fachs und verteidigt auch nach Jahrzehnten noch seinen Status als einer der besten Animatoren aller Zeiten!


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Jetzt seid ihr gefragt!

Welche Frage würdet ihr den Produzenten von My Hero Academia gerne mal stellen? Und was ist bisher eure Lieblingsszene aus dem gesamten Franchise?

Schreibt es uns in die Kommentare!

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