© 堀越耕平/集英社・僕のヒーローアカデミア製作委員会・MBS

Die erste Begegnung mit dem Bösewicht Overhaul geht Izuku durch Mark und Bein – doch was genau verbirgt der eiskalte Blick hinter der furchteinflößenden Schnabelmaske des Schurken? Wir haben die neueste My Hero Academia-Folge für euch ausführlich durchleuchtet!

So hat sich Izuku den ersten Tag seines langersehnten Helden-Internships unter Sir Nighteyes Banner sicherlich nicht vorgestellt: Direkt zu Beginn lernt er den Bösewicht Overhaul und seine finstere Gedankenwelt kennen, die »Deku« erneut vor die Frage führt, was einen wahren Helden wirklich ausmacht und wie sich ein Retter zu verhalten hat.

Gleichzeitig steht ein epochaler Dialog mit All Might auf dem Plan, in dem sich das ehemalige Licht der Hoffnung von einer ganz unbekannten Seite zeigt und die Gefühlswelt seines Schülers ordentlich durcheinanderrüttelt …

Die folgende Analyse enthält Spoiler zur aktuellen Episode des My Hero Academia-Animes! Weiterlesen auf eigene Gefahr!
Außerdem enthält dieser Artikel Meinungen und basiert auf der persönlichen Interpretation des Verfassers. Es ist nicht garantiert, dass der Autor von My Hero Academia diese Vermutungen unterstützen würde.


Total normal? 

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Es ist so weit: Nachdem wir uns schon bei seinem actionreichen Auftritt in der zweiten Folge ein eigenes Bild von Bösewicht Overhaul machen durften, treffen nun auch unsere Helden auf den Antagonisten des neuen Arcs und den wohl gefährlichsten Gegner, dem sie bisher gegenüberstehen mussten. Dabei verbirgt der kurzhaarige Schädel des kalt dreinblickenden Mannes eine verdrehte Weltansicht, die Overhaul als absoluten Sauberkeitsfanatiker entpuppt, für den andere Menschen Keime und ihre Gesinnungen nichts weiter als Krankheiten sind.

Zur Behandlung dieser Krankheit ist die Misshandlung anderer offenbar notwendig, sodass die kleine Eri sich zitternd in Izukus Arme flüchtet. Als dieser Overhaul auf die Angst des Mädchens hinweist, lässt dieser einen interessanten Satz fallen: Und zwar, dass Deku anderen nicht seine Vorstellung von Normalität aufzwingen sollte. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Eris Misshandlung und sein gewaltgetriebenes Vorgehen gegenüber anderen für ihn Normalität ist – eine ganz schön verdrehte Weltanschauung!

Izuku ist sich sicher – als Held kann er Overhauls Verhalten nicht dulden. | © 堀越耕平/集英社・僕のヒーローアカデミア製作委員会・MBS

Dahingehend drängt sich uns zwangsläufig der Verdacht auf, dass es sich bei Overhaul um einen klassischen Psychopathen handelt, der seine eigenen Ansichten als einzig wahre Normalität wahrnimmt und andere mit ihren von ihm so bezeichneten Krankheiten als abnormal betrachtet.

Normalität ist Ansichtssache – während beispielsweise gewisse Bräuche und Traditionen in bestimmten Regionen zum Alltag gehören, gelten ein paar hundert Kilometer weiter vielleicht ganz andere Dinge als »normal«. Eine allumfassende Definition des Wortes lässt sich beim besten Willen nicht aufstellen, weswegen eine Weltanschauung, solange sie niemand anderem zur Last fällt, nicht schlechter ist als die andere.

Ist Overhaul ein Psychopath oder Freidenker? | © 堀越耕平/集英社・僕のヒーローアカデミア製作委員会・MBS

Dass Normalität Meinungssache ist, scheint auch Overhaul zu verstehen, worin er sich in einem Punkt von der üblichen Gedankenwelt eines Psychopathen unterscheidet. Das Problem an seiner Weltwahrnehmung ist, dass er seine eigene Ansicht mit Gewalt durchzusetzen versucht und anderen nicht viel Toleranz gegenüberbringen möchte. Somit lässt sich sein Satz vermutlich nicht als Aufruf zum freien Ausleben von Idealen verstehen, sondern ist vermutlich einfach nur eine genervte Rechtfertigung seines Verhaltens gegenüber Eri.

Die Radikalität ist in ähnlicher Form jedoch auch den Helden vorzuwerfen, die Schurken ebenfalls aus eigener Überzeugung mit Gewalt von der Umsetzung ihrer Ziele abhalten. Ob sich das nun der Verwerflichkeit entzieht, da die Helden damit die Selbstverwirklichung der Menschen beschützen, die sonst unter der Tyrannei der Schurken gelitten hätten oder ebenfalls gelebte Intoleranz ist, ist eine Grundsatzfrage, die bereits seit vielen Generationen diskutiert wird …


Großer Held mit großen Gefühlen

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Ein früher Höhepunkt der aktuellen Staffel und absoluter Tearjerker für langjährige My Hero Academia-Fans ist das Gespräch, das gegen Ende der Episode zwischen All Might und Izuku stattfindet. Der aufgewühlte Nachwuchsheld stellt seinen Mentor zur Rede und erfährt daraufhin alles bezüglich seiner Suche nach einem Nachfolger und All Mights Entschluss, das Heldendasein an den Nagel zu hängen – denn Sir Nighteye hat mit seiner Fähigkeit der Voraussicht All Mights Tod vorhergesehen. Doch All Might lässt sich nicht unterkriegen und entscheidet sich dazu, weiterzuleben und das Schicksal abzuwenden, denn schließlich gibt es mit Izuku nun etwas, das ihn in dieser Welt hält.

Ein berührender Satz, wenn man bedenkt, was für eine tief greifende Verbindung die beiden Helden miteinander teilen – All Might war für Izuku immer ein großes Vorbild und der Mensch, vor dem er wohl am meisten Respekt empfand. Ein starker Held, der sich von nichts und niemandem ins Bockshorn jagen lässt, niemals Schwäche zeigt und Izuku den Weg zum Heldendasein geebnet hat, der für ihn zuvor in unerreichbarer Ferne zu liegen schien.

In Izuku hat All Might endlich etwas gefunden, für das es sich zu kämpfen lohnt. | © 堀越耕平/集英社・僕のヒーローアカデミア製作委員会・MBS

Doch nun zeigt der große Held Schwäche, indem er nicht nur seine Sterblichkeit betont, sondern auch sein trauriges Geheimnis enthüllt. Ein weiterer Punkt zeugt davon, dass auch All Might nur ein Mensch mit normalen Ängsten und Sorgen ist – denn er ist gewaltig stolz auf seinen Schüler, der seinen eisernen Glauben in sein Idol niemals verloren hat und so in All Might den Wunsch weckte, sein Leben noch so lange weiterzuleben wie es möglich ist, um seinen Schützling den Weg zum Licht der Hoffnung vollends beschreiten zu sehen.

Somit trägt Folge 05 erneut die Botschaft weiter, die allgegenwärtig über My Hero Academia schwebt und dem Anime eine positive und starke Ausstrahlung verleiht: Gib niemals auf und versuche, dein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen!


Fazit – von Adrenalin und Tränen

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Mit der spannungsgeladenen ersten und der tränenreichen zweiten Hälfte war die dieswöchige My Hero Academia-Episode eine waschechte Achterbahn der Gefühle und liefert mit den Gedanken und Überzeugungen Overhauls zusätzlich einige Anstöße zum Nachdenken. Was jedoch nicht von der Hand zu weisen ist, ist wie die Geschichte um die Schüler der Heldenschule immer düsterere und komplexere Formen annimmt, die unter der stimmigen Inszenierung von Regisseur Mukai ihre Anziehungskraft voll und ganz ausspielen können.

Ein großes Lob geht dabei auch an das Animationsteam vom Studio BONES, die mit ausgefeilter Charakterbewegung die unterschwelligen Emotionen während der angespannten Begegnung von Izuku und Overhaul perfekt auf den Punkt gebracht haben.

Aktuell schweben immer noch haufenweise Fragezeichen über der Geschichte – so etwa, welchen Plan genau der neue Bösewicht verfolgt, was dieser mit Eri anstellt und ob es All Might gelingt, seinen neuen Entschluss in die Tat umzusetzen. Somit dürfen wir gespannt sein, was uns in den nächsten Folgen erwartet …


Lust auf mehr heroischen Lesestoff zu My Hero Academia?


Jetzt seid ihr gefragt!

Was ist eure Meinung zu Overhaul – innovativer Freidenker oder eiskalter Psychopath? Und was glaubt ihr, wie sich All Mights Zukunft gestalten wird?

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