© Masashi Kishimoto / Akiyo Ookubo / Shueisha

Es ist so weit: Naruto-Schöpfer Masashi Kishimoto läutet mit seinem neuen Werk Samurai 8 das Zeitalter der Samurai ein! Wir haben uns den Shounen-Hit zur Brust genommen und verraten, ob das Abenteuer den riesigen Fußstapfen seines Vorgängers würdig ist!

2014 endete ein Epos, das die Anime- und Manga-Szene über Jahrzehnte hinweg beeinflusst hat: Mangaka Masashi Kishimoto schickte mit dem letzten Kapitel seinen Kult-Ninja in Rente und setzte sich danach eine Weile zur Ruhe.

Doch die Pause war nicht von allzu langer Dauer. »Es hat sich angefühlt, als hätte ich alles, was ich konnte, in Naruto gesteckt. Aber tief im Herzen wusste ich, das der Manga nicht perfekt war. Dieser Gedanke hat mich rasend gemacht und nachdem das letzte Kapitel veröffentlicht war, hatte ich das Gefühl, die Kunst, einen Manga zu erschaffen, wirklich verstanden zu haben. Das wollte ich unbedingt in mein neues Werk einbringen!« ließ Kishimoto im März auf einer Pressekonferenz verlauten und gab damit erste Einblicke in den Entstehungsprozess seines neuen Mangas.

Vergangenen Sonntag war es schließlich so weit: Das erste Kapitel von Samurai 8 trat im legendären Weekly Shounen Jump die Nachfolge des Ninja-Hits an und wurde vom Publisher Shueisha zeitgleich international kostenlos auf seiner Website Mangaplus zur Verfügung gestellt.

Grund genug, die Welt der Samurai kennenzulernen und Kishimotos neuem Werk ein wenig auf den Zahn zu fühlen!


Darum geht es in Samurai 8

Schwach, schwächer, Hachimaru: Der aufgeweckte Blondschopf wohnt allein mit seinem Vater und versammelt in seinem Körper nicht nur alle denkbaren Krankheiten und Allergien, sondern ist auch an eine gigantische Maschine gefesselt, ohne die sein Überleben nicht möglich wäre.

An zahlreiche Schläuche und Kabel angeschlossen, führt Hachimaru kein besonders angenehmes Leben. | © Masashi Kishimoto / Akiyo Ookubo / Shueisha

Die einzige Gelegenheit, mal jemand anderes zu sein und waghalsige Abenteuer zu erleben, sieht der Junge in seinen Videospielen, in denen er als mechanisierter Cyborg-Krieger die dunkle Seite der Macht zur Strecke bringen kann! Eines Tages will er sich von seinem deprimierenden Umständen losreißen und selbst als Samurai sein Schwert gegen das Böse schwingen – ganz bestimmt.

Dass dieses Ziel gar nicht mal so weit entfernt ist, stellt Hachimaru überrascht fest, als ihm eine mysteriöse Katze über den Weg läuft, die die Macht eines mächtigen Samurai beherbergt und sich die Ereignisse plötzlich überschlagen: Er erfährt, dass tief in ihm die Macht des legendären Katana Dojikiri Takatsuna wohnt und wird in einer dramatischen Wendung selbst zu einem waschechten Samurai!

Als Samurai betritt der aufgeweckte Junge zum ersten Mal die Außenwelt. | © Masashi Kishimoto / Akiyo Ookubo / Shueisha

Gemeinsam mit seinem neuen, pelzigen Freund betritt er nun zum ersten Mal die Außenwelt, um sieben mysteriöse Schlüssel zu versammeln und die sagenumwobene Büchse der Pandora zu öffnen …


Kishimoto wie er leibt und lebt!

Liest man eine Zusammenfassung von Samurai 8, stellt man relativ schnell fest, dass sich seine Geschichte auf dieselben Grundprinzipien stützt wie Kishimotos Ninja-Story: Ein mit grausamen Leid besiegelter Hauptcharakter, ein komplexes System unter den im Zentrum der Handlung stehenden Kriegern und nicht zuletzt eine actiongespickte Story!

Doch trotz alldem ist Samurai 8 weit davon entfernt, ein uninspirierter Naruto-Abklatsch zu sein – die Geschichte trägt zwar deutlich die Handschrift ihres Autors, besitzt aber mit der Suche nach den sieben Schlüsseln nicht nur einen deutlich »abenteuerlichen« Charakter als Naruto, sondern hebt sich mit den Scifi-Elementen deutlich von ihrem Vorgänger ab.

Die sehr surrealen Scifi-Elemente heben Samurai 8 stark von seinem Vorgänger ab. | © Masashi Kishimoto / Akiyo Ookubo / Shueisha

Das einzig Menschliche an den Samurai ist nämlich die ihnen innewohnende Seele, davon ab sind ihre Körper vollständig mechanisch, was nicht nur jede Menge Möglichkeiten für coole und kreative Kämpfe, sondern auch den Nährboden für moralische Konflikte der Marke Ghost in the Shell bietet.

Dramatisch wird es in Samurai 8 nämlich allemal – bereits das erste Kapitel lässt mit viel Pathos die Botschaft »Zeige denen, die dir nahestehen, wie sehr du sie liebst, denn irgendwann wird es zu spät sein« rüberschwingen und entfesselt gleichzeitig die Emotionen seiner Charaktere, die Zeichner Akira Okubo ausgezeichnet in Bilder zu fassen weiß.

Die Suche nach den Schlüssel zur Büchse der Pandora legt den Grundstein für eine spannende Abenteuer-Geschichte. | © Masashi Kishimoto / Akiyo Ookubo / Shueisha

Denn Altmeister Kishimoto ist diesmal lediglich für die Storyline zuständig, stattdessen kümmert sich sein ehemaliger Assistent und Schüler Okubo um die Zeichnungen, zeigt aber relativ deutlich, bei wem er sein Handwerk erlernt hat: Dank typischer Kishimoto-Designs sollten Naruto-Fans sich hier relativ schnell heimisch fühlen und auch die dynamischen Kampfszenen und detailgespickten Alltagspanoramen geben nur wenig Raum zur Innovation.

Dieser ist jedoch auch nicht nötig, denn die Zeichnungen sehen schick aus und machen dem Leser nach wenigen Panels klar, dass er sich mal wieder auf ein liebevoll ausgearbeitetes Abenteuer voller schrulliger Details mit einer Riesenladung Coolness einlässt – ein echter Kishimoto eben!


Ist Samurai 8 ein würdiger Naruto-Nachfolger?

Diese Frage muss wohl jeder für sich selbst beantworten, doch würden wir ohnehin jedem ans Herz legen, die Werke nicht allzu sehr miteinander zu vergleichen, sondern als die eigenständigen Geschichten zu betrachten, als die sie geschrieben wurden.

Samurai 8 besitzt das Potenzial, zum nächsten großen Fighting-Shounen-Klassiker zu werden. | © Masashi Kishimoto / Akiyo Ookubo / Shueisha

Der Manga macht seinem Schöpfer jedenfalls alle Ehre – ein kreatives Shounen-Setting, sympatische Charaktere, ausgeklügelte Action und eine Menge Augenzwinkern sollten Fans von Fighting- und Abenteuer-Manga gleichermaßen begeistern und schnell in den Bann der Samurai ziehen.

Zwar bestand das erste Kapitel zum Großteil aus einer Einführung der Charaktere und des Settings, legte jedoch auf unterhaltsame Weise den Grundstein für die nun folgende Geschichte, die zwar für erfahrene Shounen-Leser keine großartigen Überraschungen bereithält, sich jedoch völlig auf die Stärken des Genres konzentriert und das, was sie erreichen will, mit Bravour erfüllt.


Jetzt seid ihr gefragt!

Was haltet ihr von Samurai 8? Und in welche Richtung wird sich die Geschichte eurer Meinung nach entwickeln?

Schreibt es uns in die Kommentare!

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Shinra

Es war ok. Es kann nich immer in alle Richtungen gehen und mit der Zeit kann man dann ein Fazit beschliessen. Jedoch, wenn man nach der Regel von SJ geht war es jetzt nicht ein Kapitel das gerufen hat: “Hey! Ich bin eins der neuen Flagships!”, und hauptsächlich wegen des Autors wohl veröffentlicht wird.

habsgleich

Was ich bei Naruto immer geil fand neben den Charakteren, war die Böse Fraktion (Akatsuki), die Fights, die unglaubliche dramatische Musik zu bestimmten Zenen. Was für mich echt ätzend war …jede menge Filler Folgen.

Daher denke ich das Samurai 8 sehr gute Chancen hat!? Ich weiß wir reden hier vom Manga und nicht Anime, aber bin ganz guter dinge das es noch auf die Leinwand schaft.^^

J Man the german

Also bis jetzt finde ich es ganz gut aber ich urteile nicht zu schnell.
Ich würde allen empfehlen sich erst einen Eindruck zu bilden wenn schon 5 – 10 Kapitel da sind.
Denn selbst der beste Manga/Anime aller Zeiten kann unerwartet in der Qualität nachlassen.

Denzel

Ich weiß noch nicht ob ich mich mit dem Samurai-Scifi Setting anfreunden kann,
es sind schon zwei komplet gegensätzliche Settings, die so normalerweise nicht zusammen passen,
man muss aber noch ein paar Kapitel abwarten, um zu sehen ob der Autor eine gute und interessante Welt/Geschichte sich da zusammen gebastelt hat.

Ich bin auf jeden fall sehr gespannt.

DaiJi

Gintama hat sowohl das Samurai Setting als auch das SciFi Setting miteinander gut kombiniert. Zunächst dachte ich auch, dass das einfach nicht geht. Aber es bietet so viel Spielraum für Handlungen und Konflikte und vor allem Humor. Deswegen würde ich mich davon nicht unbedingt abschrecken lassen. Wenn man da mit Bedacht rangeht, kann da sicher etwas Großartiges draus werden.

SoulSamuraiZ

Ich bin gespannt. Möchte es gerne lesen.

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