© Tomo Kurahashi / Libre Shuppan / Kazé Manga

Mit Doggystyle erschien vorletzte Woche mal wieder ein neuer Boys’ Love-Einzelband – wir haben die Schüler-Lehrer-Romanze mit dem heißen Titel unter die Lupe genommen und verraten euch, ob die 171 Seiten scharfes Geknister oder nur ein laues Lüftchen bereithalten!

Boys Love gehört wohl mit zu den beliebsten Manga-Genres in Deutschland – nun liefert Publisher Kazé mit seinem brandneuen Einzelband Doggystyle weiteren Nachschub, um den Durst der Fujoshis nach Liebesgeschichten zwischen hübschen Jungs zu stillen.

Dabei entfaltet die Story innerhalb des begrenzten Platzes zwar keine großen Überraschungen, präsentiert jedoch eine zwischen Tragik und Komik balancierende Liebesgeschichte, die für einen Oneshot ein überraschend komplexes Charakterdrama bietet …

Wenn ihr wissen möchtet, wie Boys’ Love entstanden ist und sich die typischen Charakteristika des Genres herausgebildet haben, schaut doch mal in unserem Artikel zu dem Thema vorbei!

Alle Infos zu Doggystyle

Originaler Titel: Pink to Mameshiba
Genre: Boys Love, Yaoi, Romance, Comedy, Drama
Verlag: Kazé Manga
Mehr Infos: Beschreibungen und Preise
Story & Zeichnungen: Tomo Kurahashi
Original erschienen bei: Libre Shuppan


Darum geht es in Doggystyle

Wenn der 22-jährige Ken nicht gerade als frischgebackener Pauker vor seiner Klasse steht, um den Stoff irgendwie in die Köpfe der Schüler zu hämmern, ist er ein begeisterter Fan der Boygroup Planet! Nachdem der Sänger Atsuto auf einem Konzert das erste Mal sein Herz in Wallung brachte, ist er verrückt nach seinem Idol und verpasst keinen einzigen Fanartikel!

Für einen begeisterten Fan wie Ken muss es natürlich die Special Edition mit allen Extras sein – eine folgenschwere Entscheidung. | © Tomo Kurahashi / Libre Shuppan

Natürlich haben seine Schüler nicht die geringste Ahnung von der Begeisterung ihres Lehrers – sein Dasein als Atsuto-Fanboy würde schließlich jede Autorität den Bach herunterspülen! Doch die Fassade bröckelt, als der Schüler Haruma ihn bei der Vorbestellung einer brandneuen Single seiner Lieblingsband auf frischer Tat ertappt!

Der pinkhaarige, unter den Lehrern als unbelehrbar geltende Schüler stimmt nur unter einer Bedingung zu, das Geheimnis seines Lehrers zu bewahren – er soll sein persönliches Schoßhündchen werden. Der einst so stolze Lehrer sieht sich nun der Willkür des Jüngeren ausgeliefert, der einen Heidenspaß dabei zu haben scheint, sein neues Haustier abzurichten …


Boys’ Love, wie es im Manga steht!

Die aus Tokyo stammende Künstlerin Tomo Kurahashi ist im Boys Love-Genre keine Unbekannte – und so geht die Autorin auch mit ihrer fünften Geschichte keine großen Risiken ein und bringt eine Jungen-Romanze nach den typischen Genrebausteinen aufs Papier:

So deckt Uke Haruma nach und nach die Sexualität seines Seme Ken auf, während er sich in allerlei heißen oder witzigen Alltagssituationen dessen Unschuld sowie unendliche Begeisterung für seine Lieblingsband zunutze macht. Dabei stellt der diabolische Pinkschopf die größte Stärke des Mangas dar, denn neben der eher generischen Romanze erstreckt sich um ihn ein sorgfältig gestricktes Charakterdrama.

Die Empfehlung ab 16 kommt nicht von ungefähr – die Sexszenen in Doggystyle werden relativ explizit. | © Tomo Kurahashi / Libre Shuppan

Hinter seiner völlig Verständnislosigkeit für Kens Fanboy-Kult steckt nämlich mehr, als es zunächst den Anschein macht, sodass der Manga gegen Ende mit einem überraschenden Plottwist aufwarten kann. Zwar baut die Zeichnerin auch in den dramatischen Momenten keine emotionalen Spitzen oder niederschmetternde Schicksale auf, jedoch darf gerade im späteren Verlauf auch gerne mitgefühlt werden.

Doggystyle setzt in seinem Einzelband also auf Altbewährtes, jedoch vermischt die Autorin die Basics des Boys’ Love-Genres mit interessanten Einwürfen und liebevoll ausgearbeiteten Charakteren, sodass vielleicht für keine nervenzerreißend-spannende, aber in jedem Fall für eine interessante Story gesorgt ist.


Emotionen vom Gesicht ablesen

Was die Zeichnungen angeht, macht Kurahashis Werk ebenfalls eine gute, aber nicht herausragende Figur. Die Hintergründe der Panels sind zumeist etwas simpler gestaltet, die Charaktere können da schon mit deutlich mehr Details herhalten, wobei der Fokus ganz klar auf den Gesichtern und die durch Gesichtsausdrücke übertragenen Emotionen liegt.

Die Gesichter der Charaktere sind mit viel Liebe zum Detail ausgestaltet. | © Tomo Kurahashi / Libre Shuppan

Diese sind nämlich stets mit extrem viel Liebe zum Detail ausstaffiert und egal ob freudig-ausgelassen, lasziv-erregt oder ängstlich bibbernd – das Befinden der Figuren ist stets künstlerisch hochwertig und liebevoll ausgedrückt, was den emotionalen Aspekt positiv hervorkehrt – schließlich handelt es sich bei Doggystyle nicht zuletzt um eine Liebesgeschichte.


Fazit – lesenswerter Einzelschuss!

Wer Boys’ Love mag, der wird mit Doggystyle in jedem Fall seinen Spaß haben! Durch das zeitlich eher begrenzte Format von einem Einzelband sollte man als Leser zwar nicht nach komplexen Verstrickungen oder der Aufarbeitung von tiefgründigen Fragestellungen suchen, doch besitzt die Story ausreichend Tiefe, um auch neben der knisternden Romantik zwischen den Charakteren überzeugen zu können.

So lohnt sich das Reinschauen für Genrefans auf jeden Fall – ob Doggystyle sich auch als Erst-BL eignet, oder es nicht packendere Vertreter für einen ersten Kontakt mit dem Genre gibt, entscheidet am besten jeder für sich selbst.

Wir bedanken uns herzlich bei Kazé Manga für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!


Jetzt seid ihr gefragt!

Habt ihr Doggystyle schon gelesen? Was war euer Eindruck von der siedend heißen Schulromanze?

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Philipp Roloff

Ich hab irgendwie dass Gefühl dass ihr die Bedeutungen von Uke und Seme vertauscht habt weil irgendwie Ken mehr nach einem Uke aussah und Haruma eher wie ein Seme aber muss ja eigentlich nichts heißen, dass wird ja von den Autoren oft vertauscht 😉

Moon

Ein weiblicher BL-Fan ist nicht automatisch ein Fujoshi. Das wird gerne mal falsch gesehen…aber letzteres steht eher mehr für übertriebene Fans die in Non-BLs Hetero-Charaktere ständig verkuppeln. Klar kann man trotzdem auch beides sein, aber alles in einen Topf werfen sollte man nicht, da halt nun mal nicht jeder Fan gleich drauf ist. Unabhängig davon gibts schließlich auch männliche BL-Fans, die bei der falschen Bezeichung dann auch unter den Tisch fallen, weil diese Fudanshi heißt. Ebenso stehen beide Begriffe auch für übertriebene GL-Fans, denn solche werden genauso auch gerne mal einfach so in anderen Titeln verkuppelt, welchen in diesen Fall natürlich sicher mehr männliche Fans sind.

Marina Ranftl

Bei vielen Boys Love Mangas geht es nur hauptsächlich um Sex da gibt es keine richtige Geschichte.Ich mag eher solche wie Doggystyle klar geht es da auch um Sex aber es ist nicht das Hauptthema so wie bei vielen und das finde ich klasse auch die Zeichnung mag ich sehr gerne einfach toll es gibt zwar nur ein Band aber ich hoffe das noch ein zweites kommen wird möchte gerne wissen wie es mit den beiden weiter geht

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