Astra Lost in Space Manga
KANATA NO ASTRA © 2016 by Kenta Shinohara/SHUEISHA Inc.

Das All fasziniert uns schon seit Beginn der Menschheit. Daher ist es kaum verwunderlich, dass dieses Setting in unzähligen Romanen, Filmen oder Mangas in den Mittelpunkt gerückt wird. Auch »Astra Lost in Space« zeigt, was diese unendlichen Weiten zu bieten haben.

Der Kopf hinter der mit fünf Bänden abgeschlossenen Reihe ist Kenta Shinohara. Dieser ist bereits durch seine Weekly-Shounen-Jump-Reihe »Sket Dance« bekannt. Während die in Japan populäre Comedy-Serie im Westen kaum Anklang fand, ist »Astra Lost in Space« durch die kompakte Länge und seine interessante Prämisse eine Art Geheimtipp geworden.

Dass der Manga im vorletzten Jahr schlussendlich noch den begehrten »Manga Taishou«-Award gewann, weckt die Hoffnung, dass es sich hierbei um ein neues Meisterwerk handeln könnte. Entsprechend ist der Titel perfekt dafür geeignet, sich alle fünf Volumes in einem Zug zu Gemüte zu führen, während im Hintergrund Hans Zimmers »Interstellar«-Soundtrack in Dauerschleife läuft!


Jap. Titel: Kanata no Astra
Genre: Sci-Fi Drama, Action
Autor/Mangaka: Kenta Shinohara
Bände: 5 (Abgeschlossen)
Verlag: Egmont Manga
Original erschienen bei: Shueisha (Shounen Jump+)


Darum geht es in »Astra Lost in Space«

Wir schreiben das Jahr 2063. Acht Schüler der Caird-Highschool – Kanata Hoshijima, Aries Spring, Zack Walker, Quitterie Rafaeli, Luca Esposito, Ulgar Zweig, Yunhua Lu und Charce Lacroix – machen sich auf den Weg zum Planeten McPa, um dort als Teil des Planeten-Camps fünf Tage lang in der Wildnis ihr Lager aufzuschlagen. Als Sonderaufgabe soll die bunt gemischte Truppe auf die kleine Schwester von Quitterie, Funica Rafaeli, aufpassen.

Bereits komplett auf sich allein gestellt, kommen die Schüler nichts ahnend auf ihrem Ziel-Planeten an. Doch plötzlich erscheint wie aus dem Nichts eine mysteriöse Lichtkugel, die kurzerhand die gesamte neunköpfige Truppe mitten ins All teleportiert.

Zum Glück konnte jeder von ihnen noch rechtzeitig seinen Helm aktivieren und wie durch ein Wunder einem einsamen Tod in den pechschwarzen Tiefen des Alls entgehen. Doch das Schicksal hat auch noch einen weiteren Hoffnungsschimmer für sie in petto: In unmittelbarer Reichweite befindet sich ein verlassenes Raumschiff, in das sich unsere Helden retten können.

Manga: Astra Lost in Space | Autor/Mangaka: Kenta Shinohara | Original erschienen bei: Shueisha (Shounen Jump+)

An Bord des Schiffes, das Astra getauft wird, stellt sich jedoch heraus, dass trotz des guten Zustandes sämtliche Kommunikationssysteme defekt sind. Leider ist das bei Weitem noch nicht die schlechteste Nachricht: Wie das Wunderkind Zack feststellt, sind sie 5012 Lichtjahre von McPa entfernt. Der Proviant und das Wasser würden über diese gigantische Strecke nicht reichen und die letzte Hoffnung auf eine Rückkehr in ihr normales Leben scheint in unerreichbare Ferne zu rücken.

Nur Kanata, der sich in der Vergangenheit bereits in einer ähnlichen Situation befand, behält einen kühlen Kopf und nimmt als Kapitän die Zügel in die Hand. Nachdem er seine Kameraden beruhigen konnte und sich die Situation entspannte, kommt Aries auf einen Plan, von dem nun ihr nacktes Überleben abhängen wird:

Nacheinander müssen sie insgesamt fünf bewohnbare Planeten anfliegen, um sich dort Vorräte für die Weiterfahrt zu sichern. Damit ist das Vorhaben entschieden und es beginnt eine Odyssee durch die einsamsten Ecken und Winkel der Galaxie.


Teenie-Drama meets Roadtrip

Manga: Astra Lost in Space | Autor/Mangaka: Kenta Shinohara | Original erschienen bei: Shueisha (Shounen Jump+)

Der Manga fängt sehr typisch an, fast schon generisch. Man bekommt das Gefühl, dass es sich hierbei um eine wirklich sehr simpel gestrickte Abenteuer-Geschichte handelt. Besonders das Abhandeln der aufeinanderfolgenden Ereignisse in den ersten Kapiteln wirkt so, als hätte der Autor eigentlich gar keine Ahnung davon, wie man überhaupt eine spannende Geschichte erzählt.

Tja, und wer hier schon den Schlussstrich zieht, verpasst einen der großartigsten Mystery-Sci-Fi-Manga überhaupt. Schon nach einiger Zeit fängt der Manga an, Stück für Stück kleine Hinweise zu streuen und ein Mysterium in die Geschichte hinein zu weben, das in den folgenden Bänden immer größere Ausmaße annimmt und es dem Leser schwer macht, den Manga überhaupt noch aus den Händen zu legen.

Selbst die Charaktere, die anfangs wie austauschbare Strohmänner wirkten, erfüllen nicht nur jeweils einen essenziellen Zweck, nein, sie erhalten auch allesamt großartig geschriebene Charakter-Arcs. Keiner der Protagonisten handelt »einfach so«, sondern hat stets nachvollziehbare Gründe für seine Taten. Aus oberflächlichen Tropes entwickeln sich liebenswürdige Charakter-Macken, und mit einiger Zeit harmoniert die Gruppe einfach großartig.

Besonders Fans von perfekt abgerundeten und zu Ende erzählten Geschichten kommen hier auf ihre Kosten. Die Geheimnisse, Mysterien und die gefährlichen Abenteuer der Truppe werden mit solch meisterhafter Perfektion erklärt und so makellos aufgelöst, dass man gar nicht mehr aus dem Staunen herauskommt.


Wenn der Stil einfach passt …

Manga: Astra Lost in Space | Autor/Mangaka: Kenta Shinohara | Original erschienen bei: Shueisha (Shounen Jump+)

Die Zeichnungen und das Charakter-Design von Shinohara lassen sich wohl am besten als »auf Hochglanz poliert« bezeichnen. Die Linienführung ist klar und die Designs der Protagonisten folgen alle einem einheitlichen Stil, haben aber dennoch genügend Eigenheiten, um die entsprechenden Charaktereigenschaften abzuleiten.

Des Weiteren sind die Panel sehr simpel strukturiert und ermöglichen es, alle Ereignisse der Geschichte problemlos nachverfolgen zu können. Im ersten Moment klingt das natürlich sehr langweilig, doch dieser sterile Look passt auf einen modernen Sci-Fi-Manga wie die Faust aufs Auge.

Auch die Designs der Monster und Pflanzen sind kreativ, aber bodenständig genug, um nicht fehl am Platz zu wirken. Bei den Planeten, Raumanzügen und Raumschiffen lässt sich ebenfalls ein ähnliches Muster erkennen.

Die Aufmachung der fünf Bände ist sehr übersichtlich gehalten. Für die Cover-Beschichtung entschied man sich für einen kompletten Hochglanz-Look. Jedes Volume enthält dabei eine doppelt bedruckte Farbseite, welche im ersten Band sogar ausklappbar ist.

An der Übersetzung gibt es ebenfalls nichts auszusetzen. Gandalf Bartholomäus zeigt wieder einmal, dass er problemlos in jedem Setting moderne Sprache anwenden kann, die insgesamt eine stimmige Atmosphäre erzeugt.


Astra Lost in Space
Original
Deutsche Umsetzung
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