© Mitsu Izumi / Kodansha / Carlsen Manga

Schriften zu bewahren, bedeutet, die Welt zu bewahren – unter diesem Motto steht der ungewöhnliche Fantasy-Manga Magus of the Library. Ob sich eine Reise in die sagenhafte Welt der Bücher lohnt, verraten wir euch im Ersteindruck.

Ein Buch ist wie ein Portal in die Sicht eines anderen Menschen – Worte, Gedanken und Gefühle werden festgehalten, Erlebnisse für die Ewigkeit bewahrt oder fantastische Welten erschaffen, deren Faszination der Autor durch die Niederschrift mit seinen Lesern teilt. Das sieht auch Autorin Sofie Shuim so und wählt mit ihrem Manga Magus of the Library einen literarischen, aber deutlich bilderfokussierteren Ansatz, um der Welt ihre Ode an die Bedeutung des Lesens näherzubringen.

Wir haben den Kuhana Sedona auf seine Reise in die raue Wüste begleitet und halten in dieser Schrift unseren Reisebericht fest!

Alle Infos zu Magus of the Library!

Originaler Titel: Toshokan no Daimajutsushi
Genre: Fantasy, Abenteuer
Verlag: Carlsen Manga
Mehr Infos: Beschreibungen und Preise
Story: Sofie Shuim 
Zeichnungen:
Mitsu Izumi
Original erschienen bei: Kodansha
In Japan erschienene Bände: 3 (fortlaufend)
Deutscher Rythmus: Alle 4 Monate


Darum geht es in Magus of the Library!

In einem fernen Land hat vor langer Zeit ein markerschütternder Krieg tiefe Narben in den Herzen der Menschen hinterlassen. So sind für ein unschuldiges Kind mit spitzen Ohren Ausgrenzung, Rassismus und Armut an der Tagesordnung. Erlösung sieht der lebensfrohe Junge aus der als minderwertig geltenden Rasse nur zwischen den schweren Seiten von Büchern, die ihn an fremde Orte führen und die Grausamkeit des alltäglichen Lebens für eine Sekunde vergessen lassen.

Ausgrenzung gehört im Alltag des kleinen Jungen aus dem Wüstendorf dazu. | © Mitsu Izumi / Kodansha / Carlsen Manga

Doch trotzdass seine Schwester alle Hebel in Bewegung setzt, um dem Kleinen den Zugang in die Welt der Literatur zu ermöglichen, bleiben die Türen der Bibliothek für ein Elfenkind fest verschlossen – zumindest, bis eines Tages die Bibliotheksaufseher von Af’shak das arme Städtchen besuchen und der Kuhana Sedona beginnt, sich für den schmächtigen Jungen zu interessieren …


Ein mystisches Märchen …

Mit Magus of the Library stellt Carlsen eine eher ungewöhnliche Erzählung zwischen zahlreiche, europäisch-angehauchte Fantasy-Manga: Die Geschichte von Autorin Sofie Shuim bedient sich eines eher arabisch angehauchten Settings, das mit westlichen Elementen vermischt für reichlich frischen Wind sorgt, insgesamt für die Geschichte jedoch eher zweitrangig ist. Denn in Magus of the Library sind nur zwei Dinge wichtig: Bücher und Abenteuer!

Ironischerweise wird die Hauptfigur als Fan von Abenteuer-Romanen selbst zum Protagonisten einer Geschichte, der ein kleiner Junge auf eine große Reise aufbricht, um sich seinen tief im Herzen lodernden Traum zu erfüllen und zu einem Kuhana der großen Bibliothek zu werden. Auch tonal weicht Magus of the Library nicht groß von den Gegebenheiten des Genres ab und erzählt eine leichtherzig-actionreiche Geschichte, die erste Themen wie Armut und Rassismus auf eine kindliche Weise konfrontiert, ohne selbst zu düster und eventuell verstörend zu werden.

Shuims Welt ist detailverliebt und ausgefeilt. | © Mitsu Izumi / Kodansha / Carlsen Manga

Viel eher ist Schuim damit beschäftigt, ihre Welt mit zahlreichen kleinen Details und Nebencharakteren zu schmücken, die dem Setting Leben einhauchen, doch der Story im gleichen Zug ein wenig Wind aus den Segeln nehmen, da der als Prolog dienende erste Band erst sehr spät überhaupt eine Spannungskurve entwickelt und sich die meiste Zeit über dem Ausbauen der Welt widmet – diese gemächliche Erzählweise könnte sich in der Hauptgeschichte sowohl als größte Stärke, aber auch Achillesverse von Magus of the Library herausstellen.


Die Welt zwischen den Seiten

Zeichnerin Mitsui Izumi verliert sich in ihrer Arbeit gern in zahlreichen Details, die passend zur sorgfältig ausgebauten Welt der Geschichte ein authentisches und wunderschönes Äußeres verpassen. Dabei wird die Meisterin aber zu keinem Zeitpunkt eintönig, sondern zeigt sich viel eher motiviert und wandlungsfähig – so wird in Flashbacks gerne mal auf eine atmosphärische Puppentheater-Ästhetik umgeschwenkt, während in Comedy-Szenen trotz der sehr von klassischen Hollywoodfilmen inspirierten Atmosphäre gerne auf klassischen Manga-Humor zurückgegriffen werden darf.

Die doppelseitigen Panoramen des Manga strotzen nur so vor Details. | © Mitsu Izumi / Kodansha / Carlsen Manga

Dabei ist die Geschichte jedoch zu jedem Zeitpunkt durch die Augen eines Kindes inszeniert – Panoramen sind groß, ausladend und märchenhaft, Sedna und die anderen Kuhana wirken zu jedem Zeitpunkt weise und erhaben und die Begeisterung des Jungen für die Welt der Bücher ist in jedem Panel nahezu spürbar.


Fazit – eine hochwertige Schrift

Wer sich in einer Fantasy-Welt verlieren möchte, die von den sonst eher europäisch angehauchten Standardsettings abweicht, dem sei in Blick in die Seiten von Magus of the Library auf jeden Fall ans Herz gelegt! Wer sich auf die Story einlässt, erlebt den Flair eines klassischen Abenteuer-Romans mit all seinen Stärken und Schwächen. Kann man jedoch über den etwas sehr sorgfältigen Handlungsaufbau hinwegsehen, wird man als Leser mit einer wunderbar träumerischen Geschichte belohnt, die vor allem optisch eine gute Figur macht.

Wir bedanken uns herzlich bei Carlsen Manga für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars! 


Lust auf mehr Ersteindrücke zu aktuellen Manga-Hits?


Jetzt seid ihr gefragt!

In welcher Fantasy-Welt würdet ihr gerne leben? Und was haltet ihr vom ersten Band zu Magus of the Library?

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merthol01

Habe mir den Manga direkt mal bestellt und dann auch in einem Rutsch durchgelesen!
Der erste Band ist wirklich sehr vielversprechend gewesen. Alleine schon die Aufmachung des ersten Bands ist klasse gemacht, denn das Papier ist rau gehalten und die Zeichnungen unglaublich schön geworden. Vor allem die Panoramen sind durchweg unglaublich anzuschauen.
Die Story selber erinnert wirklich sehr an einen bebilderten Abenteueroman und man findet sehr viel Altbekanntes wieder und jeder muss hier für sich entscheiden ob man das nun mag, oder eher nicht. Allerdings mag ich mir über die Story an sich noch kein Urteil erlauben, denn an sich Bildet der erste Band eher einen langen Prolog der in die Welt und Geschichte einführen soll und dies funktioniert sehr gut! Man wird zum Glück auch nicht von 50 Charakteren überschwemmt, sondern jeder Einzelne bekommt schon seine groben Umrisse, sowie auch die Welt selber in der alles spielen wird.
Holle mir jedenfalls den zweiten Band! Auch wenn vier Monate warten nun nur noch schlimmer werden xD

Philipp Becker

Erstmal bedanke ich mich für diese schön geschriebene Review. Ich hab gestern im örtlichen Thalia den ersten Band im Manga Regal entdeckt und war alleine von der Qualität und Aufmachung des Mangas verblüfft.
Hab ein bisschen drin geblättert und diese unfassbare Liebe fürs Detail der Zeichnerin gemerkt.
Und da ich sowieso Fan von Fanatsy Stories bin, war ich am überleben ob ich mir den ersten Band zulege, wollte aber vorher wissen, wie die grobe Handlung des Mangas ist. Deswegen bin ich sehr dankbar für diese gut geschriebene Review.

felix

Großen Respect für das Fazit und Beschreibung. habe den Manga durch zufall gesehen und hab mich in die detailverliebt des Mangas wahrlich Verzaubert gefühlt. Ähnlich wie bei Young Brides Story.

Philipp

Ich habe bisher alle drei erschienen Manga gelesen und warte jetzt schon auf den nächsten! Ich finde die Geschichte wahnsinnig schön und verliere mich ständig in den zeichnungen!! sehr schön!!

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