Die mystische Stunde der Magie schlägt erneut – die umfassende Fate-Reihe schickt in der Summer Season mit Lord El-Melloi II’s Case Files ihr neuestes Spin-off ins Rennen. Wir haben uns die erste Folge angeschaut und verraten euch, ob der Fate/Zero-Nachfolger seinem Vorgänger gerecht wird!

2004 veröffentlichte der einstige Indie-Entwickler Type-MOON die Visual Novel »Fate/stay night«, nicht ahnend, dass damit der Startschuss für eines der wohl umfassendsten Anime-Franchises aller Zeiten gesetzt war.

Die Geschichte um einen heiligen Krieg zwischen Magiern, die Heldengeister aus sämtlichen Epochen herbeirufen und in blutigen Schlachten gegeneinander antreten lassen, um als Sieger der Erfüllung ihres Herzenswunschs entgegenzublicken, besitzt international eine gigantische Fangemeinschaft und fährt mit zahlreichen Serien, Filme, Manga, Light Novels und dem extrem erfolgreiche Handyspiel »Fate/Grand Order« weiterhin auf Erfolgskurs.

Mit El-Melloi Case Files gesellt sich ein weiterer Ableger der Reihe in die Summer Season und greift die Erlebnisse des Charakters Waver Velvet nach den Ereignissen des vierten Kriegs um den Heiligen Gral im Flaggschiff der Reihe, dem Fate/stay night-Prequel Fate/Zero, auf. Ob die Serie den Bombast des Vorgängers einfangen kann, auch für Fate-Quereinsteiger geeignet ist und eine sinvolle Ergänzung der Reihe bietet, klären wir in unserem Ersteindruck!

El-Melloi II's Case Files Key Visual Titel: Lord El-Melloi II’s Case Files: Rail Zeppelin – Grace Note
Art: Serie
Episoden: 13
Genre: Mystery, Action, Comedy
Studio: Troyca (Aldnoah.Zero, Re:Creators)
Regisseur: Makoto Katou (Bloom Into You)
Vorlage: Light Novel von Makoto Sanda
Simulcaster: Wakanim
Trailer: Hier anschauen
©Makoto Sanda, TYPE-MOON / LEMPC

Wo kann man Lord El-Melloi II’s Case Files auf Deutsch schauen?

©Makoto Sanda, TYPE-MOON / LEMPC

Der französische Streaming-Dienst Wakanim konnte siegreich aus dem Krieg um die heilige El-Melloi-Lizenz hervorgehen und bietet euch jeden Samstag um 18:30 eine neue Episode der Serie auf Japanisch mit deutschen Untertiteln an.

Um die neuesten Abenteuer aus dem Uhrenturm pünktlich mitverfolgen zu können, benötigt ihr ein Wakanim-Abo, das euch für 5€ monatlich Zugriff auf den gesamten Katalog gewährt. Neben El-Melloi erwarten euch dabei zahlreiche weitere Titel mit Dub und Sub, so auch die Vorgeschichte Fate/Zero, die Hauptstory Fate/stay night und das Spin-off Fate/Grand Order.

Wer momentan knapp bei Kasse ist, muss auf die Begegnung mit dem Lord El-Melloi II nicht verzichten, jedoch als Zuschauer ohne Abo eine Woche länger Geduld für neue Folgen an den Tag legen. Außerdem steht euch die Serie in der kostenlosen Variante nur in mittelmäßiger Bildqualität und mit gelegentlichen Werbe-Unterbrechungen zur Verfügung.

Darum geht es in Lord El-Melloi II’s Case Files!

©Makoto Sanda, TYPE-MOON / LEMPC

Nachdem der vierte Krieg um den Heiligen Gral sein verheerendes Ende gefunden hat, steht der ehemalige Master Waver Velvet vor dem großen Nichts. Mit einer Reise in den Irak begibt er sich auf die Spuren seines Partners im blutigen Magierritual, Alexander dem Großen. Dort läuft er jedoch nicht nur einem alten Freund über den Weg, sondern gerät auch in die Fänge eines brutalen Ausgrabungsprojekts, das den Leichnam des Königs der Eroberer bergen will.

Nach einigen Scharmützeln entschließt sich Waver, die Stiftung seines ehemaligen Meisters, Kayneth El-Melloi Archibald, zu übernehmen und dessen Werk weiterzuführen. Dabei hat er die Rechnung allerdings ohne Reines El-Melloi Archisorte, dessen mit allen Wassern gewaschene kleine Schwester gemacht. Die »Prinzessin des Uhrenturms« erteilt dem bald in ihren Gemächern kopfüber von der Decke baumelnden Waver ein Angebot, das er nicht abschlagen kann: Er soll bis zu ihrer Volljährigkeit Archibalds Stellung im Uhrenturm übernehmen und sich den Aufgaben und Pflichten eines Lord El-Melloi stellen.

Trotz ihres niedlichen Aussehens mischt die kleine Reines El-Melloi Archisorte Wavers Leben gewaltig auf. | ©Makoto Sanda, TYPE-MOON / LEMPC

Noch ahnt der talentierte Lehrmeister nicht, welche Turbulenzen dieser Schwur mit sich bringt. Und macht sich gemeinsam mit seiner hübschen Schülerin Gray schon bald daran, schweren Fällen von Magiemissbrauch nachzugehen …

Story & Charaktere

©Makoto Sanda, TYPE-MOON / LEMPC

Ungefähr parallel zu den Ereignissen von Fate/stay night erzählt Lord El-Melloi II’s Case Files von einer bisher unbekannten, aber nicht weniger interessante Seite des Fate-Epos:

Im Gegensatz zu seiner Vorgeschichte wird im Anime jedoch nicht gekämpft und gelitten, sondern gelacht und gerätselt, während sich im Hintergrund zahlreiche Anspielungen auf das von Fate-Schöpfer Kinoku Nasu erschaffene, erweiterte Universum tummeln.

Trotz des wesentlich lockereren Inhalts wohnt El-Melloi II’s Case Files eine ähnlich magische Stimmung wie Fate/Zero inne. | ©Makoto Sanda, TYPE-MOON / LEMPC

Die Einstiegsepisode präsentiert mit witzigen Dialogen, schrulligen Charakteren und schreiberischem Feingefühl ein spaßiges Entertainment-Bonbon für Fans der Reihe, das zwar nicht so viel Impact wie das große Vorbild vorweisen kann, sich diesen jedoch auch nie selbst zum Ziel setzt. Doch trotz allem Klamauk nimmt sich die Handlung aber durchaus ernst und ist nicht etwa eine Parodie, sondern vielmehr eine augenzwinkernde Ergänzung der Fate-Reihe für Waver-Fans und Uhrenturm-Interessierte.

Doch nicht nur Freunde des Jungmagiers selbst werden voll auf ihre Kosten kommen, denn während dieser mit seiner chronischen Genervtheit definitiv den Großteil der Komik trägt, laden auch die weiteren Charaktere förmlich dazu ein, einem ans Herz zu wachsen. Egal ob die niedliche Gray, der aufgedrehte Flat oder der coole Svin – sie alle haben ihre ganz eigenen Macken und sympathischen Charakterzüge, die die Vorfreude auf die ab Folge 2 anstehenden Mystery-Geschichten steigen lässt.

Künstlerische Umsetzung

©Makoto Sanda, TYPE-MOON / LEMPC

Das Studio Ufotable gilt nicht umsonst als eine der hochwertigsten Anime-Werkstätten und hinterlässt mit seiner vielerorts als »hollywoodreif« gelobten Umsetzung von Fate/Zero einen gewaltigen Fußstapfen. Und obwohl El-Melloi II’s Case Files als lockeres Spin-off nicht unbedingt dem Bombast seiner Vorgeschichte nacheifern muss, bemüht sich das Studio Troyca mit allen Mitteln, den Fate/Zero-typischen Hauch von Magie einzufangen.

So steht Studio-Führer und Fate/Zero-Regisseur Ei Aoki persönlich dem Projekt beratend zur Seite, während sich Ufotable selbst nicht zu schade dafür war, einige Schlüsselanimationen beizusteuern oder sogar weite Teile der Produktion der Pilotfolge zu übernehmen. Und auch Troyca selbst schafft es mit sorgfältig nachgestellter Ufotable-Ästhetik aus einem Mix von 2D- und 3D-Elementen, komplexen Lichstimmungen, aufwendigen Spezialeffekten und flüssigem Sakuga die visuelle Identität der Fate-Reihe einzufangen, ohne dabei lehrbuchartig die Inszenierung von Fate/Zero nachzubasteln.

Was Qualität und Ausleuchtung der Hintergründe angeht, könnte El-Melloi fast eine Ufotable-Produktion sein. | ©Makoto Sanda, TYPE-MOON / LEMPC

Regisseur Makoto Sanda scheint sich der Unterschiede zwischen den beiden Werken nämlich vollends bewusst und zollt seinen Respekt an Aokis Bombast, während er viele eigene Ideen einbringt und die Umsetzung ein wenig für die Leichtherzigkeit seiner Serie optimiert.

Für eine magische Stimmung sorgt obendrein der Soundtrack von Fate-Stammkomponistin Yuki Kajiura (ERASED, Puella Magi Madoka Magica), die gern den ein oder anderen Song aus dem Hauptwerk anklingen lässt und die Szenen fast schon spielerisch mit mal bombastischen, mal lockeren Ohrwürmern untermalt.

Es bleibt spannend, wohin Wavers Abenteuer ihn und seine Schülerin Gray noch führen werden. | ©Makoto Sanda, TYPE-MOON / LEMPC

Insgesamt tut El-Melloi auf künstlerischer Ebene ziemlich genau das, was ein gutes Spin-off tun soll: Es fängt den Geist und die Atmosphäre seines Vorgängers sorgfältig ein, katalysiert sie jedoch zu einem ganz eigenen Touch, der ein erfrischendes, neues Feeling erzeugt, das sich gleichzeitig vertraut und unbekannt anfühlt.

Fazit – eine Serie für die Fans

©Makoto Sanda, TYPE-MOON / LEMPC

Wer die Charaktere aus Fate/Zero ins Herz geschlossen hat und sich gleichzeitig für die Hintergründe der Magier-Vereinigung und des Uhrenturms abseits des Gralskrieges interessiert, für den ist El-Melloi II’s Case Files ein gefundenes Fressen. Vollgestopft mit liebevollen Nasuverse-Referenzen und sowohl inhaltlich als auch inszenatorisch seinem Hauptwerk Ehrerbietung entgegebringend, sollten Fans der Reihe sich die Serie unter keinen Umständen entgehen lassen.

Quereinsteiger erhalten in der ersten Folge alle wichtigen Informationen zum Verständnis der Story, bekommen ohne Fate/Zero-Nostalgie und Hintergrundwissen jedoch ein deutlich abgespeckteres Erlebnis zu Gesicht. Wer die eigentlich schon längst zum Otaku-Pflichtprogramm zählende Urserie nicht kennt, kann mit dieser problemlos in das Fate-Franchise eintauchen und im Anschluss dann auch bedenkenlos El-Melloi II’s Case Files genießen. Denn vielleicht ist die Serie mit ihrer lockeren Tonalität auch genau das richtige nach einem entbehrlichen Watch des vierten Kriegs um den Heiligen Gral …

Jetzt seid ihr gefragt!

Habt ihr die erste Folge von El-Mellloi II’s Case Files schon gesehen? Was ist eure Meinung? Und welchen Helden würdet ihr gerne als Servant beschwören?

Schreibt es uns in die Kommentare!

2
Hinterlasse einen Kommentar

avatar
2 Kommentar Themen
0 Themen Antworten
0 Follower
 
Kommentar, auf das am meisten reagiert wurde
Beliebtestes Kommentar Thema
2 Kommentatoren
ArataaHotaruKiryu Letzte Kommentartoren
  Abonnieren  
neueste älteste meiste Bewertungen
Benachrichtige mich bei
HotaruKiryu
Gast

Ich bin kein Zero-Fan, hab Waver sogar richtig gehasst. Aber ich geb der Serie seine Chance, vielleicht bin ich am Ende sogar überrascht was aus ihm wird. Er soll nur lernen loszulassen, wenn das so weiter geht werd ich wieder sauer auf ihn. XD

Arataa
Gast
Arataa

Hab die Silvester Episode und 1+2 gesehen und muss sagen, dass sich die Serie nicht hinter den FATE Teilen verstecken muss. Ich hab alle gesehen und muss sagen JA, nicht so bombastisch viel Action und krasse Kämpfe ABER eine Geschichte die dich in ihrem eigenen Tempo, eigener Erzählweise und eigener Story (mit parallelen zu den FATE Serien natürlich) einfängt.