© 20th Century Fox

Ob Tokyo oder Hollywood – immer wieder versuchen Filmproduzenten, die Geschichten aus Anime und Manga als Realfilm auf die Leinwand zu bringen. Dass das nicht immer klappt, zeigen die drei grauenhaftesten Live Action-Adaptionen aller Zeiten!

Keine Frage – die Anime-Industrie ist Weltmeister darin, das Konzept »Mixed Media« zu perfektionieren. So wird eine erfolgreiche Geschichte oft nicht nur als Anime und Manga, sondern auch als Light Novel, Drama-CD, Theaterstück oder eben Live Action-Film umgesetzt.

Dabei sind gerade Letztere bei Fans schwer im Verruf – »lieblos, falsch und uninspiriert« lautet hier oft der Vorwurf. Dabei gibt es natürlich auch einige Live Action-Adaptionen, die die Faszination ihres Originals ohne Probleme einfangen können – wir stellen dir heute allerdings drei Titel vor, bei denen das nicht geklappt hat.


Dragon Ball Evolution

© 20th Century Fox

Darum geht es in »Dragon Ball Evolution«

Endlich ist der jugendliche Krieger Goku 18 Jahre alt geworden! Zu seinem Ehrentag macht ihm sein Großvater ein ganz besonderes Geschenk: Er erhält einen Dragon Ball, eine von sieben mystischen Kugeln, die demjenigen, der alle sieben von ihnen vereint, einen beliebigen Wunsch erfüllt. Eines dunklen Tages wird sein Großvater zum Opfer eines Angriffs des Dämonen Piccolo – dieser hat sich zum Ziel gesetzt, alle Dragon Balls zu vereinen und mit ihnen die Weltherrschaft an sich zu reißen. Zusammen mit der hübschen Bulma zieht Goku also nun los, um den Untergang der Welt zu verhindern …

Darin hat der Movie versagt …

Keine Frage – »Dragon Ball Evolution« ist der absolute König der schlechten Live Action-Adaptionen! Mit einer IMDb-Bewertung von gerade einmal 2,5 und zahlreichen Verrissen in Fach- und Mainstream-Presse ist der Versuch, Son Gokus Abenteuer zu einem Hollywoodstreifen zu machen, gehörig gescheitert. Der Grund dafür ist die inkonsistente Handlung, die den Inhalt von Akira Toriyamas Kultmanga nicht passgenau widerspiegelt, sondern Namen und Elemente des Universums zu einem undurchsichtigen Brei ohne Inhalt und Zusammenhang spinnt.

Wer sich nicht im »Dragon Ball«-Universum auskennt, ist hier völlig verloren – und wer es tut, dem rollen sich beim Anblick seiner Helden die Zehnägel hoch, denn kaum einer der Charaktere entspricht in Persönlichkeit und Aussehen noch seinem gezeichneten Pendant. Selbst der Mangaka Toriyama selbst zeigte sich enttäuscht und zog als Fazit, dass auf diesen Film nicht der Schriftzug »Dragon Ball« gehöre. Im Jahr 2016 entschuldigte sich schließlich der Drehbuchautor des Films bei den Fans und übernahm die Verantwortung für den Misserfolg.


Death Note (2017)

© Netflix

Darum geht es in »Death Note«

Das Schicksal des jungen Light Turner soll sich für immer verändern, als er plötzlich ein Notizbuch findet, auf dem in großen Lettern die Worte »Death Note« pranken. Schnell findet er heraus, dass es sich dabei nicht um einen Scherz, sondern das Artefakt eines Todesgottes handelt, das diejenigen, deren Namen im Inneren eingetragen wird, zugrunde richtet.
So versucht er nun, der Welt Gerechtigkeit zu verschaffen – und lenkt damit die Aufmerksamkeit der Polizei auf sich, die das geniale Ermittlergenie L auf Light ansetzt …

Darin hat der Movie versagt …

Mit einem Score von 4,5 ist »Death Note« der »Dragon Ball«-Adaption immerhin zwei Punkte voraus – doch nach Titeln wie »The Ring« und »The Grudge« ein weiteres Beispiel für die misslungene Amerikanisierung eines japanischen Stoffes. Der Film ist nur lose an den Manga von Tsugumi Ohba und Takeshi Obata angelehnt und versetzt das Setting vom Land der aufgehenden Sonne an eine amerikanische High School. Statt hochintelligenter Soziopathen finden sich nun typische Spielfilm-Teenager in den Hauptrollen – ein Umstand, der die Fans auf die Palme brachte.

In diesen großen Änderungen bis zu kleinen Details wie den Nachnamen Lights in »Turner« zu ändern, erkannte niemand sein lieb gewonnenes »Death Note« wieder, sondern nur noch ein mittelmäßiges Fantasy-Schmierendrama. Die durchwachsenen schauspielerischen Leistungen und die misslungenen Spezialeffekte katapultieren den Film schließlich endgültig ins Aus.


Higurashi no Naku Koro ni (2008)

©2008竜騎士07/オヤシロさまプロジェクト

Darum geht es in »Higurashi no Naku Koro ni«

Im Juli 1983 zieht der junge Keiichi Maebara mit seiner Familie in das abgelegene Dörfchen Hinamizawa.

Zwischen saftigen Wäldern und grünen Wiesen findet er schon bald Freunde – fünf Mädchen, die ebenfalls die örtliche Schule besuchen und mit denen er beschauliche Sommertage verlebt. Doch Hinamizawa besitzt auch eine finstere Legende – so wird das Dorf jedes Jahr zum örtlichen Watanagashi-Fest vom Fluch des Oyashiro heimgesucht – und eine Person verschwindet, während eine andere stirbt.
Als sich die Ereignisse nach Watanagashi bereits im fünften Jahr wiederholen, beginnen Keiichis Freundinnen, sich merkwürdig zu verhalten … Und er scheint schon bald selbst zur Zielscheibe des Fluchs zu werden!

Darin hat der Movie versagt …

Die erste Live Action-Adaption des Visual Novel-Hits »Higurashi no Naku Koro ni« leidet unter den üblichen Problemen dererlei Projekte: Das Format des Realfilms bietet sowohl den abgedrehten Comedy-Szenen, als auch den übernatürlich-bedrückenden Momenten des Originals kaum Spielraum. Zumindest äußerlich spiegeln die Darsteller zudem kaum die Charaktere aus der Novel wieder – so sind Rika und Satoko beispielsweise genau so groß wie Mion und Shion.

Das größte Problem der Adaption ist jedoch ihre Unvollständigkeit. Während sich die »Higurashi«-Story in Visual Novel und Anime im Laufe der Arcs immer weiter zu einem komplexen Konstrukt entfaltet, wird die Geschichte des Arcs »Onikakushi-hen« hier nicht in den größeren Kontext eingeordnet, sondern nur oberflächlich behandelt.


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Jetzt seid ihr gefragt!

Welche Live Action-Adaption hat euch ganz besonders enttäuscht? Und was ist euer liebstes Gegenbeispiel?

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Junichs
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Junichs

So Serien gehören auch nicht in Movies gepackt. Das kann auch einfach nicht funktionieren. Funktioniert bei den Japanern selbst schon nicht.
In ca. 1:30h den Plot von Death Note packen würde nicht klappen. Aber in einer “richtigen” Serie, warum nicht. Da kann das durch aus funktionieren, denke ich.
Werden wir wohl nie sehen.

merthol01
Gast
merthol01

Leider isat Avatar kein Anime, sonst hätten ihr direkt noch etwas gehabt für dieses Thema hier xD

cl0udy07
Gast
cl0udy07

The Shining ist allerdings nicht basierend auf was Japanischen. Sondern nach einem Werk von Stephen King. Also nichts mit Amerikanisierung. Zudem war der Death Note Film echt gut. Nur man darf es nicht als 1:1 Kopie des Animes sehen. Es ist was eigenes. Die schauspielerische Leistung ist immer noch besser als im Tatort oder den japanischen Echt Verfilmungen von Death Note.

Nicole
Gast
Nicole

Ich fand Avatar – Herr der Elemente,als Realfilm so schlimm,das ich nach 10 Minuten abgeschaltet habe.Was mich ebenso total störte,das sie beim Rollencast so “schlampig” ran gegangen sind.Ich fand Prinz Suko total daneben und auch bei Katara ,wäre mir sicherlich nicht bloß eine andere Schauspielerin eingefallen?! Die Umsetzung allgemein, war eher lala.Ich bleibe da lieber beim Anime.

blablub
Gast
blablub

doch nach Titeln wie »The Ring« und »The Shining« ein weiteres Beispiel für die misslungene Amerikanisierung

da hat sich wohl jemand vertan, shining war schon immer ein amerikanisches original vom altmeister king

Butzba
Gast
Butzba

Warum stehen da nur 2 Titel?

(wir reden nicht über das erste ding……)

DerGetimte
Gast
DerGetimte

Also ganz ehrlich der death note Film ist nicht schlecht wenn man Mal sein Kopf anstrengend und dann bemerkt daß es nicht um den light geht der im Anime vorkam sondern ein neuer späterer light ist der all die Regeln im death Note zu stehen hat die der “erste” light rein geschrieben hatte

Padoru Goblin Slayer
Gast
Padoru Goblin Slayer

Eine Kurze Frage.
Zu The Shining kann man ja Diskutieren, das es als Buchadaption Murks ist, aber als Film dennoch gewaltig gut ist.

Aber The Ring hat mit der amerikanischen Verfilmung mehr Grusel und Horror als das Japanische Original.
Deswegen verstehe ich nicht ganz was an diesen beiden schlecht sein soll!?

Patrick
Gast
Patrick

Also ich fand und finde den DB Film ganz nett er ist schöne seichte Unterhaltung für sonntag nachmittags das gleiche gilt für den Death Note film ich finde es nicht dramatisch sindern eher mutig und gut wenn sich filme macher was neues überlegen statt einfach nur den anime 1 zu 1 zu kopieren gute technisch könnten beide filme weniger trashig sein aber trotzdem finde ich sie ok und wenn ich halt das echte sehen will schaue ich den anime oder lese den mamga ganz einfach 🙄😅

Kurosakura
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Kurosakura

Die Black Butler live Action-Adaption war auch nicht gerade gelungen. Zumal Ciel da drin ein Mädchen war und so viele Aspekte die Black butler besonders machen unter gegangen sind…

Philipp Phan
Gast
Philipp Phan

Es ist zwar keine Anime-Live-Action-Adaption, sondern eine Manga-Live-Action-Adaption, aber mein Favorit ist Old Boy (2003). Er ist zwar anders als der Manga, jedoch ist er dank den Mühen vom Regisseur Park Chanwook und seinem Team zu einem gelungenen Streifen geworden. Die Szenen, Musik und Schauspieler sind perfekt im Einklang. Es gibt so viele Zitate aus dem Film, die ich irgendwie inspirierend finde. Man merkt da klar den Unterschied, wie viel Herzblut drinsteckt, wenn man es mit der Hollywood-Oldboy-Adaption von 2013 vergleicht. Oldboy (2013) ist nur ein liebloser Blut- und Gewalt-Mischmasch und somit für mich die schlechteste Live-Action Adaption von Manga/Anime/LN.