Death Note: Light Yagami Gott
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Der Anime zu Death Note spaltet bereits seit der japanischen Erstausstrahlung die Geister vieler Fans rund um den Globus. Ist Light Yagami gut oder böse? Waren seine Taten ein notwendiges Übel oder doch nur das Werk eines geisteskranken Mörders? Wir gehen der Sache auf den Grund!

Light Yagami ist zweifelsohne einer der umstrittensten Charaktere der gesamten Anime-Geschichte. In einem Feldzug von dem, was er selbst als Gerechtigkeit empfand, löschte er die Leben zahlreicher Japaner aus, die Verbrechen begangen und anderen Menschen zutiefst geschadet hatten, und wurde somit zu einem moralisch motivierten Massenmörder, der trotz seiner Gräueltaten stets fest davon überzeugt war, das Richtige zu tun.

Für die einen wurde er damit zum Messias der Neuzeit, der niederträchtigen Kriminellen ein für alle Mal das Handwerk legte, für die anderen galt er als geistesgestörter Amokläufer. Dass Light Yagamis Handeln sich weit außerhalb der gesetzlichen Bahnen bewegte, steht fest.

Doch ist der junge Mann deshalb ein schlechter Mensch? Ist Light Yagami tatsächlich böse oder hat der selbst ernannte Gott der neuen Welt lediglich die Justiz ausgetrickst, um letztendlich wahre Gerechtigkeit walten zu lassen?


Was ist richtig und was falsch? – die Undefinierbarkeit der Moral

Light Yagami und sein Kontrahent L sind beide überzeugt davon, moralisch korrekt zu handeln, stehen aber dennoch auf unterschiedlichen Seiten des Gesetzes. | ©Tsugumi Ohba, Takeshi Obata/Shueisha ©DNDP, VAP, Shueisha, Madhouse

Moral und Justiz sind keinesfalls identisch, doch es besteht kein Zweifel daran, dass sowohl moralische Vorstellungen als auch ein gesetzlich vorgegebener Rahmen elementare Bausteine im Fundament eines harmonischen Zusammenlebens zwischen allen Menschen dieser Welt bilden.

Doch während das Gesetz als Grundpfeiler des gesellschaftlichen Friedens überwiegend fest definiert und statisch ist, ist Moral ein höchst persönliches Ideal, das jeder Mensch individuell beurteilt. Und das leider nicht anhand harter, unumstößlicher Fakten, sondern anhand von wankelmütigen Gefühlen, die stets im Wandel sind, und der persönlichen Lebenserfahrung des Beurteilenden.

Nichtsdestotrotz führen all diese Werte und Ideale, aus der sich die einzigartige Moral verschiedener Kulturen ergibt, im Falle der meisten Menschen auf eine gemeinsame, naturgegebene Wurzel zurück, die uns höchstwahrscheinlich auch in der Steinzeit schon miteinander verband:

Beinahe jeder von uns ist sich einig, dass es falsch ist, zu töten, zu stehlen oder generell einem anderen Lebewesen Leid zuzufügen. Am Ende des Tages lässt sich jedoch für die zahlreichen Facetten der Moral kein allgemeingültiges Gesetz formulieren, sondern die subjektive, kollektive Meinung der Mehrheit gibt vor, was »richtig« und was »falsch« ist.

Zu Beginn seiner mörderischen Karriere war auch Light Yagami noch verunsichert, ob seine Taten tatsächlich richtig waren. | ©Tsugumi Ohba, Takeshi Obata/Shueisha ©DNDP, VAP, Shueisha, Madhouse

Damit stehen wir durch die Undefinierbarkeit der Moral vor unserem ersten Problem. Doch es ist nicht nur schwierig, wenn nicht sogar unmöglich, ein abstraktes Konzept wie Moral objektiv zu beurteilen und eine eindeutige Antwort auf die Frage zu finden, ob etwas überhaupt richtig oder falsch ist. Hinzu kommt nämlich auch noch die Frage, ab wann ein »guter Mensch« wirklich »gut« ist.

Ist man nur dann ein guter Mensch, wenn man sein Leben lang nur Gutes tut und sich niemals einen unmoralischen Fehltritt erlaubt? Nein, wohl eher nicht. Nur die wenigsten Menschen haben eine lupenreine weiße Weste und auch nur die wenigsten Menschen besitzen ein solch radikales Verständnis von Moral. Als »guter Menschen« gilt man eher dann, wenn die Summe und das Gewicht der eigenen guten Taten das der schlechten deutlich übersteigt.

Somit stehen wir im Falle von Light Yagami also vor einem moralischen Dilemma. Light ist zweifelsohne ein kaltblütiger Mörder – und ein narzisstischer Psychopath noch obendrein. Um seine wahnwitzige Vision von einer besseren Welt in die Tat umzusetzen, war ihm kein Opfer zu groß, sodass er bis zu seinem armseligen Tod das Blut zahlreicher Verbrecher an seinen Händen kleben hatte.

Doch ganz gleich, wie schrecklich Lights Vergehen auch waren, es ist nicht abzustreiten, dass sich durch sein Wirken die Welt, oder zumindest Japan, kurzweilig in einen friedlicheren Ort verwandelt hat. Und genau das war es ja auch, was Light sich von Anfang an in den Kopf gesetzt hatte. Demnach ergibt sich das Bild, dass Light Yagami aus guten Beweggründen Schlechtes tat und daraus resultierend letzten Endes sowohl Gutes als auch Schlechtes bewirkte.


Was muss ein Mensch tun, um ein »guter Mensch« zu sein?

Einer der ersten Übeltäter, die Light Yagami durch das Death Note hinrichtete, war ein mutmaßlicher Vergewaltiger. Doch ist Light durch den Mord an ihm nun zu einem Schurken oder zu einem Helden geworden? | ©Tsugumi Ohba, Takeshi Obata/Shueisha ©DNDP, VAP, Shueisha, Madhouse

Aber stellen wir uns doch erst einmal die Frage: Wann ist eine gute Tat gut? Wenn das Motiv für die Tat gut, rein und altruistisch ist? Oder heiligt der Zweck die Mittel und es reicht aus, wenn zumindest das Ergebnis der Tat gut ist? Oder sind beide von diesen Aussagen zu extrem? Liegt die Wahrheit doch eher in der goldenen Mitte, dass eine gute Tat dann gut ist, wenn das Ergebnis gut ist und dabei kein allzu großer Schaden entstanden ist?

Ich würde behaupten, dass Letzteres zutrifft. Kein Mensch verhält sich stets zu 100 % korrekt. Jeder macht Fehler, jeder ist mal egoistisch, jeder fügt einmal seinen Mitmenschen einen gewissen Schaden zu – und deshalb ist es auch nicht einfach damit getan, solche vielseitigen Individuen in hübsch geordnete Schubladen mit den Aufschriften »Gut« und »Böse« zu stecken.

Doch auch dann, wenn wir es als moralische Regel festlegen, dass gute Taten schlechte wieder ausgleichen können, müssen wir uns die Frage stellen, wie groß und bedeutsam eine gute Tat sein muss, um eine schlechte Tat von ähnlicher Bedeutsamkeit aufzuwiegen. Muss die gute Tat lediglich gleichwertig sein oder lässt sich ein großes Übel nur durch eine noch größere Wohltat wiedergutmachen?

Was muss ich tun, um mich von meiner Schuld reinzuwaschen, wenn ich beim Autofahren aus Versehen ein Reh zu Tode gefahren habe? Muss ich dann den Rest meines Lebens dem Tierschutz verschreiben oder reicht es, einer einsamen, herrenlosen Katze aus dem Tierheim ein neues Zuhause zu schenken, um mich wieder einen »guten Menschen« nennen zu dürfen?

Oder ist es vielleicht sogar unmöglich, eine schlechte Tat überhaupt wieder auszugleichen? Ist es womöglich völlig gleich, was ich tue, da meine Schuld mich ohnehin bis ans Ende meiner Tage verfolgen wird?


Einmal Sünder, immer Sünder? Können gute Taten schlechte aufwiegen?

Death Noter Naomi Misora
Auf der Suche nach seiner eigenen Gerechtigkeit raubte Light dem FBI-Agenten Ray Penber und seiner Verlobten Naomi Misora das Leben. Nur durch diese Morde konnte er sichergehen, dass er weiterhin »gerechte Urteile« vollstrecken und viele Menschen vor dem Bösen beschützen konnte. Doch genügt das als Rechtfertigung für seine Taten? | ©Tsugumi Ohba, Takeshi Obata/Shueisha ©DNDP, VAP, Shueisha, Madhouse

Und nehmen wir einmal an, ich hätte das Reh nur überfahren, weil hinten auf dem Rücksitz zwei Kinder saßen und ich bewusst die Entscheidung traf, das Leben des Rehs zu opfern, um keinen Unfall zu verursachen und somit das Leben der Kinder und aller anderen Verkehrsteilnehmer zu schützen. Habe ich dann dennoch eine schlechte Tat begangen oder ergibt sich durch die positive Bilanz der geretteten Leben plötzlich eine gute Tat?

Und wenn wir dieses kleine Gedankenexperiment auf den Fall Light Yagami übertragen: War Lights Mordserie an Verbrechern im Großen und Ganzen etwas Gutes, weil er durch die Auslöschung zahlreicher gefährlicher Verbrecher vielen Unschuldigen das Leben rettete? Oder waren Lights Morde doch böse, da er – anders als bei einem Autounfall – nicht in unmittelbarer Gefahr schwebte und sich nicht aus Zwang, sondern aus freien Stücken fürs Töten entschied?

Und überhaupt … Stimmt das so wirklich? Rettete Light Yagami tatsächlich die Leben vieler Unschuldiger oder glaubte er nur, ebendies zu tun? War es nicht eher so, dass er allein aus dem ungerechtfertigten Verdacht, dass »böse« Menschen immer »böse« bleiben werden, Kriminelle im ganzen Land abschlachtete und ihnen das Recht auf einen fairen Prozess verweigerte?

Das alles sind Fragen, auf die es keine absoluten Antworten gibt. Das endgültige Urteil über Gut und Böse, das Gegeneinander-Aufwiegen von guten und schlechten Taten, ist letzten Endes nicht nur eine Frage der eigenen Wertvorstellungen, sondern auch eine höchst emotionale Angelegenheit. Denn dieser emotionale, aufwühlende Charakter liegt nun einmal in der Natur von Verbrechen. Insbesondere in der von Gewaltverbrechen, bei denen es ein leidendes Opfer gibt.


Gefühle: Geschenk des Himmels oder gefährliche Irrationalität?

Durch den ersten Mord, der Light Yagami mit dem Death Note beging, rettete er einer Gruppe Kindergartenkindern das Leben. | ©Tsugumi Ohba, Takeshi Obata/Shueisha ©DNDP, VAP, Shueisha, Madhouse

Wenn wir von einer solchen Gräueltat hören, können wir gar nicht anders, als uns instinktiv in die Rolle des Opfers zu versetzen und Mitgefühl zu empfinden. Wir stellen uns vor, wie es uns selbst damit gehen würde, wäre uns so etwas widerfahren. Wir stellen uns die Frage, wie die Angehörigen des Opfers mit diesem schrecklichen Schicksalsschlag wohl umgehen – wie sie leiden – und empfinden an ihrer Stelle einen solidarischen Vergeltungsdrang sowie den Wunsch danach, dass dem Täter Gerechtigkeit widerfahren möge.

Doch Emotionen, wie wichtig und kostbar sie im alltäglichen Leben auch sein mögen, sind oft auch ein tückischer Schleier, der sich über unseren rationalen Verstand legt und unser Urteilsvermögen trübt. Natürlich empfinden wir im Angesicht der Ungerechtigkeit Wut und Enttäuschung. Wir leiden mit dem Opfer und hegen Groll auf seinen Peiniger.

Doch ist es deshalb richtig, einem anderen Menschen den Tod zu wünschen oder diesen gar selbst in einem Akt der Rache herbeizuführen, solange dieser Mensch nur ebenfalls schon einen Mord begangen hat? Ist sein Leben dann nichts mehr wert? Ist der von Vergeltung getriebene Mord an diesem Mörder dann keine böse Tat mehr?

Ich persönlich würde diese letzten Fragen mit einem klaren Nein beantworten und bin der Meinung, dass man sich mit einem unnötigen Mord, sofern dieser nicht in unmittelbarer Gefahr aus Selbstschutz begangen wurde, auf das Niveau des Mörders herablässt und genau denselben Prinzipienbruch verübt, den man diesem Verbrecher offensichtlich nicht verzeihen konnte.

Death Note Gefängnis
Um seine neu gewonnene Kraft auszuprobieren, ermordete Light Yagami zahlreiche Verbrecher, die für ihre Vergehen bereits im Gefängnis saßen. | © Tsugumi Ohba, Takeshi Obata/Shueisha ©DNDP, VAP, Shueisha, Madhouse

Zumal es gute Gründe gibt, dass die Todesstrafe in beinahe allen zivilisierten Ländern der Welt aus dem Strafrepertoire verbannt wurde und sich die Justiz stattdessen darauf konzentriert, Verbrecher zum Schutz der Gesellschaft zwar einzusperren, ihnen aber gleichzeitig auch eine zweite Chance zu geben.

Dass diese deutlich modernere Vorgehensweise in Ländern wie Norwegen, in denen Verbrecher eine möglichst menschenwürdige Behandlung in Gefangenschaft erfahren, besonders gut, und das veraltete Justizsystem in Nationen wie den USA, in denen Kriminelle wie Abschaum behandelt werden und auch nach ihrer Entlassung oft an der Resozialisierung scheitern und erneut rückfällig werden, schlecht funktioniert, spricht Bände darüber, dass eine rein auf Gefühlen basierende, endgültige Verurteilung und die daraus resultierende Misshandlung von Kriminellen nicht der optimale Weg in eine bessere Welt sind.

Doch nicht nur das Urteilsvermögen der Opfer, sondern auch das der Täter wird durch negative Gefühle und das persönliche Empfinden von Ungerechtigkeit massiv gestört, war es doch ebenjener Wunsch nach Gerechtigkeit, der Light Yagami überhaupt erst dazu antrieb, als Richter über Leben und Tod in einem blutigen Feldzug der Selbstjustiz über Japan hinwegzufegen.

Death Note Kira
Kurz nachdem Light seine ersten Morde begangen hatte, scharte sich im Internet bereits eine Gemeinde von Anhängern zusammen, die ihm in Anlehnung an das englische Wort »Killer« den Namen »Kira« gaben. | ©Tsugumi Ohba, Takeshi Obata/Shueisha ©DNDP, VAP, Shueisha, Madhouse

Genauso, wie viele Opfer, Angehörige und selbst stille Beobachter eines Verbrechens sich von ihren Gefühlen dazu hinreißen lassen, Kriminellen das Recht auf ihr eigenes Leben abzusprechen und dem Glauben zu verfallen, dass diese »bösen« Menschen ihren Anspruch auf eine zweite Chance im Leben bereits verwirkt hätten, so ist auch Light Yagami zu dieser gefährlichen Überzeugung gelangt. Er fühlte sich im Recht dabei, einen Verbrecher nach dem anderen zu ermorden, und war überzeugt davon, dass sein Handeln gut und richtig war.

Eine Überzeugung, mit der er auch im Anime zu Death Note offenbar nicht alleine dasteht, wie die Vielzahl von Kiras begeisterten Anhängern, die in ihm den gerechten Henker der Neuzeit sehen, der Urteile vollstreckt, die unsere Justiz nicht vollstrecken kann, vermuten lassen. Sie verehren ihn wie einen leibhaftigen Gott des Todes – dafür, dass er all jene bestraft, die dem langen Arm des Gesetzes entkamen und »nicht ausreichend« für ihre Vergehen bestraft wurden.

Doch waren seine Taten richtig, nur weil er durch sein radikales Vorgehen großen Anklang bei seinen Mitbürgern fand? War es moralisch korrekt, Menschen zu töten, um andere Menschen vor deren Perversionen zu bewahren, nur weil viel Leute die von Light angestrebte Weltordnung guthießen? Wird etwas Falsches plötzlich richtig, weil die Mehrheit es so will, und waren Lights Morde deswegen ein notwendiges Übel?


Light Yagami: radikaler Extremist und Mörder

Death Note: Light Yagami böse
Obwohl Light Yagami teilweise edle Ziele verfolgte, stieg ihm seine Macht dennoch zu Kopf und er versank in willkürlicher Boshaftigkeit. | ©Tsugumi Ohba, Takeshi Obata/Shueisha ©DNDP, VAP, Shueisha, Madhouse

Ich weiß, dass es sicherlich spannender wäre, wenn dieser Artikel mit einem eindeutigen Fazit zu Ende gehen würde, doch leider gibt es auch auf diese Fragen keine absoluten Antworten. Doch die Welt ist nun einmal nicht einfach nur Schwarz und Weiß. Es gibt Psychopathen, die Gutes tun, und Mörder, die zurück auf den rechten Weg finden. Genauso, wie es Heilige und vermeintlich rechtschaffene Männer und Frauen gibt, die Böses tun und sich dabei im Recht sehen.

Was jedoch nicht von der Hand zu weisen ist, ist, dass Light Yagami trotz der nachvollziehbaren Emotionen hinter seinem Denken und der großen Anzahl seiner Anhänger sowohl ein radikaler Extremist als auch ein grausamer Mörder war, der zu Beginn zwar edle Ziele verfolgte, dem letzten Endes jedoch seine neu gewonnene Macht zu Kopf stieg und damit auch seine Ideale vergiftete.

Es entspricht zwar der Wahrheit, dass Light unter anderem auch einige edle Beweggründe hatte, doch ein Heiliger war er ganz bestimmt nicht. Zu sehr war sein Denken vergiftet von seinem arroganten, egoistischer Wunsch, sich zum Gott einer neuen Welt aufzuschwingen, zu radikal und erbarmungslos streckte er seine Mitmenschen nieder und zu tief war die willkürliche Boshaftigkeit, in der er im Laufe seiner Reise immer mehr versank.


Frieden durch Angst und Gewalt ist kein wahrer Frieden

Death Note: Light Yagami Gott
Obwohl Light Yagami zu einem Gott werden und der Welt Frieden stiften wollte, war sein Frieden letzten Endes doch nichts weiter als eine zerbrechliche Illusion. | © 大場つぐみ・小畑健/集英社・VAP・マッドハウス・NTV・D.N.ドリームパートナーズ

Meine persönliche Meinung zu Light Yagami ist, dass ich ihn zwar wie viele andere Fans in gewisser Weise verstehen und seine Gefühle nachempfinden kann, seine Taten und vor allem die skrupellose Art und Weise, mit der er bei ihnen vorging, jedoch als unmoralisch und böse empfinde.

Ja, es stimmt, dass unser Justizsystem nicht immer »richtig« entscheidet und lange nicht jede Ungerechtigkeit zu verhindern weiß. Es stimmt, dass Mörder, Vergewaltiger und Kinderschänder oft glimpflicher davonkommen, als es uns lieb wäre, und andere, deutlich mildere Vergehen, mit der vollen Härte des Gesetzes bestraft werden.

Aber gibt uns das das Recht dazu, uns eigenmächtig über dieses System – das zwar nicht perfekt ist, aber als Grundpfeiler unserer Gesellschaft dennoch ein möglichst friedliches Zusammenleben ermöglicht – hinwegzusetzen, Selbstjustiz zu üben und im Kampf gegen das Böse als wahnsinnige Massenmörder durch die Welt zu ziehen? Wohl kaum.

Es mag vielleicht eine Lösung sein, alle Verbrecher dieser Welt gnadenlos zu bestrafen und aus dem Verkehr zu ziehen, doch eine gute ist es nicht. Zumal der Frieden, den Light Yagami geschaffen hat, kein wahrer Frieden war. Viel eher war es der erzwungene, von Grauen durchtränkte Frieden einer Gesellschaft, die am Rande zur Dystopie steht, und der einzig und allein durch blanke Angst aufrechterhalten wurde.

Nicht nur die Geschichte der Welt, sondern selbst die unseres eigenen Landes hat in der Vergangenheit durch zahlreiche Tragödien, Tyranneien, Völkermorde und die schrecklichen Diktaturen fehlgeleiteter Männer bereits zur Genüge bewiesen, dass Angst ein denkbar schlechtes Mittel ist, um ein Land zu regieren und Frieden zu stiften.


Wenn euch die Analyse zu Light Yagami gefallen hat, könnt ihr euch auch noch mal auf nächste Woche freuen, wenn wir euch eine weitere Analyse zu seinem scharfsinnigen Kontrahenten, dem Detektiv L, präsentieren werden.


Jetzt seid ihr gefragt!

War Light für euch nichts weiter als ein kranker, fehlgeleiteter Massenmörder oder seht ihr den charismatischen jungen Mann trotz seiner eigenen Verbrechen doch eher als einen Helden, den die Welt gebraucht hat? Schreibt es uns in die Kommentare!

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Zhylon

Also ich würde mal sagen das Light sowas wie ein Neuzeitlicher Messias gewesen ist. Hätte ich so ein Buch und könnte durch reinschreiben von Personen die ich gesehen habe töten, so würde ich es tun. Gut er hat viele Mörder, Verbrecher und Vergewaltiger getötet, was ich auch gut fand. Leider hat er aber den Fehler gemacht, sich nur auf eine bestimmte Region zu konzentrieren, deswegen ist man ihm am Ende auch auf die Schliche gekommen.

Ich an seiner Stelle hätte es auf der ganzen Welt gemacht, aber nicht nur durch Herzversagen sterben lassen, sondern halt eben andere Sachen. So dass sie halt Unfälle hätten. Durch seine Fehler musste es eben früher oder später passieren, dass man ihm auf die Schliche kam und somit auch Unschuldige sterben mussten wie die Polizisten und die Verlobte.

Am Ende hatte er sich ja selber verraten gehabt beim Treffen mit Near.

donfam

Ein wahnsinniger Massenmörder ist definitiv kein Messias. Auch Verbrecher haben ein Recht auf Leben. Schon allein Leute zu töten, die bereits eine Strafe erhalten haben und im Gefängnis sitzen, ist einfach falsch. Manche Mörder haben nachvollziehbare Tatmotive. Selbst wenn nicht, sind sie immer noch Menschen und verdienen vielleicht eine Strafe, aber nicht, dass ihr Leben jetzt für immer vorbei ist.

Luee Ryuzaki

Na ja, L hätte bestimmt 1 und 1 zusammen gezählt, wenn viele Verbrecher anstatt durch Herzversagen an Unfällen sterben. Zitat ,,Weißt Ryuk was das Beste am Death Note ist? (…) das man die Todesursache wählen kann. Es war ein genialer Schachzug eine Einhaltliche Todesursache für Verbrecher zu wählen. Durch die se Vorgehensweise konnte andere Morde mit dem Death Note unter den Teppich kehren. Ich gebe dir Recht, dass er sich an Anfang tatsächlich zu sehr auf Japan konzentriert hat, das kam aber von seinem Größenwahn er wäre ein Gott. Natürlich hat Light im Kampf gegen L einige kleine Fehler gemacht die L die Gewissheit gegeben haben er sei Kira, jedoch hat er im Kampf gegen Near den Fehler nicht selbst begangen. Hätte Mikami seine strikten Anweisungen bis zum Ende befolgt und nicht auf eigene Faust gehandelt hätte er Near zu Schaffot geführt umd es hätte Schachmatt geheisen. Zusammenfassend kann man sagen, dass die Beweggründe des Light Yagami richtig waren, er jedoch durch seine unvorstellbare Macht Größenwahnsinnig geworden ist und zum Ende auch eine sadistische Ader entwickelt hatte. Somit ist er für mich vom revolutionären Weltverbesserer zum sadistisch, größenwahnsinnigen und durchaus bösen Psychopahten geworden.

Marco

Richtig gut geschriebener Artikel . Ich freue mich schon auf den nächsten , nächste Woche zu L 😀

Markus Fischer

Ich glaube nicht an die “Botschaft” Light´s , da er immer größenwahnsinniger wurde, aber ich glaube an die “Botschaft” Kiras. Denn wenn wir “Kira” uns als einen Geist, ein Ideal sehen, dann stelle ich mich klar auf Kiras Seite. Also den Charakter Light sehe ich nicht wirklich positiv , aber das Wirken und Denken eines”Messias” genannt Kira unterstütze ich.

Lebre

“Frieden durch Angst und Gewalt ist kein wahrer Frieden.”
Darauf würde ich gerne einmal näher eingehen:
Pain aus Naruto verfolgt ja ein ähnliches Ziel.
Wenn man das auf Deutschland überträgt und sich dabei auf einige Überspitzungen einlässt funktioniert auch der “Friede” in unserem Land nur durch Angst und Gewalt.
Warum klaut nicht einfach jeder der die Moralischen bedenken nicht hat etwas im Supermarkt oder Bringt gar jemanden um?
Gant klar wegen der Konsequenzen die folgen würden wenn man erwischt wir.
Also wegen der “Angst” vor den Folgen.
Desweiteren gibt es Länder in denen es die Todesstrafe gibt…

Letztlich kann man einen “Frieden durch Angst und Gewalt(…).” sehr wohl als wahren Frieden darstellen, da wohl auch keiner sagen würde wir hätten in Deutschland keinen wahren Frieden.

Ich lasse mich gerne auf eine Diskussion ein

Lg Lebre

donfam

Ich würde nicht einmal so weit gehen, Lights Motive als edel zu bezeichnen. Seine Idee einer guten Welt war von Anfang an falsch.

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