© Nitroplus·DMM GAMES /「活撃 刀剣乱舞」製作委員会

Nach Touken Ranbu: Hanamaru stellt KSM Anime den nächsten Teil des Schwert-Epos in die Regale! Wir haben die deutsche Veröffentlichung für euch unter die Lupe genommen!

2015 veröffentlichte der Publisher DMM Games das Browserspiel »Touken Ranbu«. Das Game sollte die Antwort der weiblichen Fans auf das bereits seit Jahren beliebte Spiel »Kantai Collection« werden, denn statt berühmte Kriegsschiffe, die als niedliche Mädchen personifiziert wurden, erwarteten die Gamer(innen) hier historische Schwerter, die sich in hübsche Jungs verwandeln.

Das Spiel fand schnell Anklang und entwickelte sich mit den Jahren zu einem gewaltigen Medien-Franchise, das neben Manga, Novels und Musicals in Form von zwei Ablegern auch die Anime-Welt unsicher machen konnte.

Nachdem der Publisher KSM letztes Jahr mit Touken Ranbu: Hanamaru die deutschen Fan-Regale durch die eher lockere und comedy-getriebene erste Serie beglückte, wartet nun mit Katsugeki/Touken Ranbu der düstere große Bruder darauf, euch mit in eine Welt der Samurai und Schwerter zu nehmen …

One Punch Man 2 Key Visual Titel: Katsugeki/Touken Ranbu
Art: Serie
Episoden: 13
Genre: Action, Fantasy
Studio: Ufotable (Fate/Zero, The Garden of Sinners)
Regisseur: Toshiyuki Shirai (Episodenregie bei God Eater, Today’s Menu for Emiya Family)
Vorlage: Browser-Game
© Nitroplus·DMM GAMES /「活撃 刀剣乱舞」製作委員会

Der Anime

Die historischen Schwerter aus Touken Ranbu ziehen für das Bewahren der Menschheitsgeschichte in den Kampf. | © Nitroplus·DMM GAMES /「活撃 刀剣乱舞」製作委員会

Die Story von Katsugeki/Touken Ranbu

Wir befinden uns inmitten der japanischen Tokugawa-Ära – Japan ist in Aufruhr. Während ein Teil der Bevölkerung das einer Militärregierung gleichende Shogunat mit offenen Armen empfängt, wehren sich weite Teile der Bürger vehement gegen die Unterdrückung des Shoguns.

Die angespannte Atmosphäre dieser Zeit wird durch die donnernden Hufe von Pferden zerrissen, die durch die pechschwarze Nacht galoppieren – ein Wagen rattert und ächzt bei seiner Hatz über einen viel zu unebenen Untergrund, doch sind seine Insassen fest entschlossen, ihr Ziel zu erwischen – Wesen, die in Schatten gehüllt das Gleichgewicht der Welt aus den Fugen zu bringen drohen.

Nicht nur ihr monströses Äußeres macht die Kämpfer der Zeit-Umkehr-Armee zu bedrohlichen Gegnern. | © Nitroplus·DMM GAMES /「活撃 刀剣乱舞」製作委員会

Die Verfolger sind Izuminokami Kanesada und Horikawa Kunihiro – Schwerter, die sich durch die Kraft ihres Meisters in Form von Menschen manifestiert haben und sich todesmutig der bösartigen Zeit-Umkehr-Armee entgegenzustellen. Das Ziel ihrer Gegenspieler ist es, die Historie zu verändern und die Welt der Zukunft so ins Chaos zu stürzen. Doch durch die hellseherische Gabe ihres Meisteres Saniwa sind sie ihren düsteren Feinden stets einen Schritt voraus und opfern ihre Seelen im Kampf um die Rettung der Menschheit.

Kann der Anime in den ersten vier Episoden überzeugen?

Der Beginn von Katsugeki/Touken Ranbu packt uns sofort am Kragen und nimmt uns mit auf eine brachiale Verfolgsjagt. Peitschender Regen, dramatische Orchestral-Musik und eine epische Inszenierung machen relativ schnell klar, dass wir uns schnell von der leichtherzigen Hanamaru-Kuscheldecke verabschieden und uns auf einen actionreichen und mitreißenden Trip einstellen können!

Dafür legen die ersten vier Folgen einen großen Wert darauf, die Charaktere vorzustellen, was bei der schieren Anzahl der relevanten Figuren jedoch auch bitter nötig ist. Zwar greift der Anime nur auf eine Handvoll der Jungs aus dem Kader des Spiels zurück, doch bringt die Serie dennoch beachtliche sechs Hauptcharaktere und zahlreiche Nebenfiguren ins Spiel und setzt deutlich den Fokus auf sie.

Neben der Action liegt der Fokus des Anime auf dem Miteinander der Charaktere. | © Nitroplus·DMM GAMES /「活撃 刀剣乱舞」製作委員会

Die Geschichte von Katsugeki/Touken Ranbu mag zwar eine liebevolle Hommage an die japanische Historie sein, ist aber auch nicht unbedingt die komplexeste Erzählung unter der Sonne: Über die Gegenspieler der Schwertjungs und ihre Motivationen bekommen wir nur häppchenweise Infos, Exposition findet eher in geregeltem Maße statt und die Geschichte gestaltet sich als doch ziemlich langsam und linear.

Hier wurde deutlich mehr Wert auf witzige und abwechslungsreiche Charakter-Interaktionen und vor allem mitreißende Action-Szenen gelegt: Das Studio Ufotable hat bei den meisten Anime-Fans nicht umsonst einen ziemlich guten Ruf weg und auch bei Touken Ranbu beweist die Schmiede, dass sie mit dynamischer Animation, authentischen Farbdesign, atmosphärischer Inszenierung und wunderschönen Panoramen diesem auch gerecht werden kann!

Wie vom Studio Ufotable zu erwarten, überzeugt der Anime optisch mal wieder auf ganzer Ebene – hier sollte unbedingt zur Blu-ray-Fassung gegriffen werden. | © Nitroplus·DMM GAMES /「活撃 刀剣乱舞」製作委員会

Dabei sind natürlich insbesondere die Kämpfe der Prestige der Produktion, haben sich hier doch mehrere, ausschließlich dafür zuständige Sword Fight-Animatoren die Köpfe um eine möglich aufwendige Choreographie und Dynamik zerbrochen und diese auch zustande gebracht – die Kämpfe sind mitreißend und technisch versiert. Hier wurde blitzsaubere Arbeit geleistet.

Ingesamt lassen sich die ersten vier Episoden von Katsugeki/Touken Ranbu also als unterhaltsames Popcorn-Kino bezeichnen, das mit aufwendiger Action und hübschen Jungs die Augen von Animations-Fanatikern und Fujoshis gleichermaßen zum Leuchten bringt.

Die deutsche Synchronisation

Für den deutschen Dub zu Katsugeki/Touken Ranbu war das Synchronstudio DMT – Digital Media Technologie aus Hamburg zuständig, zu deren Portfolio unter anderem die Synchros von Die rothaarige Schneeprinzessin und Scum’s Wish zählen.

Während das Dialogbuch, außer in einigen Action-Szenen, in denen sich die Charaktere für eine Nahtod-Situation etwas zu eloquent ausdrücken, nicht viel Raum zur Beantstandung lässt, sind auch die Sprecher größtenteils gut gewählt und machen schauspielerisch einen ordentlichen Job. Kleinere Ausnahmen wie die etwas zu alt wirkenden Stimmen von Izuminokami und Yagen mal ausgenommen.

Izuminokami Kanesada Nicolas König (Rabou in Noragami, Isao in Gintama)
Horikawa Kunihiro Alexander Merbeth (Gren in Last Hope, Hideki in And You Thought There Is Never a Girl Online?)
Mutsunokami Yoshiyuki Patrick Bach (Meliodas in The Seven Deadly Sins, Sindbad in Magi: The Adventure of Sindbad)
Yagen Toushirou Janek Schächter (Mitsuki in Boruto, Atsuya in Scum’s Wish)
Tonbokiri Daniel Welbat (Renji in Grimgar, Ashes and Illusions, Pine in ACCA: 13-Territory Inspection Dept.)
Tsurumaru Kuninaga Lukas Sperber (Temujin in Naruto: The Movie 2)
Saniwa Robert Knorr (Shin in Lance N’ Masques, Kazuomi in Recovery of an MMO Junkie)
Konnosuke  Tim Kreuer (Hikari in Nagi no Asukara, Rock Lee in Naruto Shippuuden)
Beim Kampf gegen die Zeit-Umkehr-Armee ist eine gute Planung überlebenswichtig. | © Nitroplus·DMM GAMES /「活撃 刀剣乱舞」製作委員会

Was die Synchro allerdings um ein gewaltiges Stück ankratzt und dafür sorgt, dass sich beim Schauen einfach kein passender »Flow« aufbauen will, ist die Mische: Die Charaktere übertönen den Hintergrund bei Weitem und sind nicht wirklich harmonisch in die Soundkulisse eingebettet, wodurch das Ganze ziemlich »geschauspielert« und nicht natürlich klingt, wie es im japanischen Dub der Fall ist.

Insgesamt kann man bei Katsugeki/Touken Ranbu von einer soliden Synchro sprechen, die leider durch einige Schönheitsfehler etwas ins Wanken gerät und der japanischen Version dadurch leider nicht ganz gerecht werden kann.

Verpackung & Extras

Als physisches Extra liegt der Veröffentlichung lediglich das aktuelle Programm des Publishers bei. | © KSM Anime

Die Serie erscheint in Form einer durch eine O-Card verzierten Amaray, was immer wieder deutlich edler daherkommt, als die blaue Standard-Hülle einzeln ins Regal zu stellen. Was Sammler-Herzen außerdem zum Hüpfen bringt ist, dass das FSK-Logo auf keine der beiden Hüllen aufgedruckt, sondern lediglich als Sticker geklebt wurde, den man problemlos ablösen und sich so eine »cleane« Hülle verschaffen kann.

Während die Vorderseite der O-Card das eher simple Design der ersten japanischen Blu-ray ziert, findet man auf der Rückseite das Cover der zweiten Volume vor und bekommt anbei die typischen Inhalts-Zusammenfassungen und technischen Daten. Hier gibt es am Design nichts auszusetzen, der minimalistische Stil wirkt ziemlich schick und modern, farblich wurde alles passend aufeinander abgestimmt.

Die Rückseite gestaltet sich hübsch und schlicht. | © KSM Anime

Die Amaray selbst hat ein genau so einfach gehaltenes Design erhalten, das als Teil der blauen Hülle zwar nicht negativ ins Gewicht fällt, in Form eines Digipacks oder ähnlichem aber etwas edler dahergekommen wäre. Auf der Außen- und Innenseite sind die Schwertformen der Charaktere abgebildet, wirklich ein nettes und interessantes Gimmick, da man diese im Anime so gut wie nie zu Gesicht bekommt.

Katsugeki/Touken Ranbu gehört zwar nicht zu den aufwendigsten Anime-Releases, hat aber dennoch eine hübsche Verpackung spendiert bekommen. | © KSM Anime

Verpackungstechnisch lässt sich also festhalten, dass der Anime im Regal durchaus ein ansehnliches, wenn auch kein hervorstechendes Äußeres erhalten hat, die Amaray mit O-Card ist in Anime-Deutschland schließlich gängige Praxis.

Auch lässt der Release bis auf ein Programmheft, das weitere Einblicke in den KSM-Katalog gewährt, Previews, eine handvoll Trailer und der obligatorischen Bildergalerie besondere Extras vermissen.

Was bei dieser Kritik jedoch stets im Hinterkopf bleiben sollte, ist die Tatsache, dass es sich bei Katsugeki/Touken Ranbu hierzulande um einen ziemlichen Nischen-Titel handelt, dessen Absatzzahlen vermutlich keine aufwendige Luxusverpackung zulassen.

Der Markt für Fujoshi-Anime ist noch relativ klein und daher ist es erfreulich genug, dass es die Serie überhaupt in den hiesigen Handel geschafft hat, demnach hat KSM mit den vermutlich eher begrenzten Mitteln, die für den Anime zur Verfügung standen, in Sachen Verpackung und Design etwas Anständiges auf die Beine gestellt.

Bild & Ton 

Die Bildqualität der Blu-ray kann in hellen Szenen durchweg überzeugen und liefert ein gestochen scharfes Bild (Der Anime ist immerhin fast in Full-HD produziert worden), knallige Farben und keine größeren Makel.

Die Achillesverse des Encodes sind jedoch dunkle und actionreiche Momente, in denen das Bild etwas zu Gematsche im Hintergrund und stufigen Farbverläufen, sogananntem Banding, neigt.

Besonders am Anfang von Folge 01 werden die Schwächen des Bildes deutlich. | © Nitroplus·DMM GAMES /「活撃 刀剣乱舞」製作委員会

Da diese Szenen den Großteil des Anime ausmachen, wird die meiste Zeit auch kein optimales Bild erreicht. Die Mängel sind glücklicherweise jedoch eher hintergründiger Natur, sodass sich bei entsprechendem Abstand zum Bildschirm nicht über die Qualität aufgeregt werden muss.

In helleren Szenen ist die Bildqualität durchaus in Ordnung. | © Nitroplus·DMM GAMES /「活撃 刀剣乱舞」製作委員会

Was den Ton anbelangt, so liegt sowohl die deutsche, als auch die japanische Tonspur im DTS-HA-MA-Format vor und machen, bis auf die bereits bei der deutschen Synchro angesprochenen Probleme, einen sehr guten Eindruck. Alles knallt, springt, stampft und kracht so, wie es soll, die japanische Synchro lässt die Boxen dabei noch ein wenig lauter erzittern.

Erwähnenswert ist außerdem, dass, während der japanische Ton mit einer 2.0-Abmischung vorliegt, man der deutschen Synchronisation einen 5.1-Upmix spendiert hat.

Die Untertitel

Für Fans der Schwertjungs, die statt den deutschen Synchronsprechern lieber den japanischen Originalstimmen lauschen, auch wenn sie der Sprache der aufgehenden Sonne selbst nicht mächtig sind, hat KSM natürlich auch wieder eine deutsche Untertitelspur geliefert.

Diese ist mit ausreichend dickem, schwarzen Rand, angemessener Größe und unauffälliger Positionierung schon mal gut lesbar und optisch gelungen. Der Sub selbst gestaltet sich jedoch leider als nicht unbedingt ideal und bringt einige grobe Macken mit sich:

In den Songübersetzungen fehlt die Interpunktion leider komplett – das sorgt teilweise für ordentlich Verwirrung. | © Nitroplus·DMM GAMES /「活撃 刀剣乱舞」製作委員会 / KSM Anime

Denn neben einiger vermeidbarer Rechtschreib- und Kommafehler sind es insbesondere die Formulierungen, die in manchen Fällen ziemlich holprig und gestelzt wirken, obwohl die meiste Zeit eine solide Qualität gewahrt wird. Was Atmosphäre angeht, liegt der Untertitel jedoch vollständig meilenweit unter der wesentlich besser formulierten Synchro.

Hier wurde der japanische Ausruf »よっしゃ!« (Was so viel bedeutet wie »Alles klar!«) unübersetzt gelassen.

Das Timing der Subs gestaltet sich nach Industriestandard, also ohne Linking (Pausenloses Verbinden von zwei aufeinanderfolgenden Zeilen) oder dem Einblenden der Untertitel zu Szenenwechseln, sodass sie ein wenig über den Bildschirm »blinken«. Von diesen Schönheitsfehlern ab, ist das Timing leider auch generell ziemlich durchwachsen, denn manchmal blenden die Untertitel zu spät ein oder zu früh aus.

Insgesamt sind die Untertitel eine anschaubare Alternative zur deutschen Synchro, jedoch herrscht hier insgesamt leider noch einiges an Luft nach oben.

Fazit – Außen hui, innen … solide

Während KSM die Sammlerherzen durch eine hübsche Verpackung und saubere Verarbeitung gewinnen kann, sind es vor allem kleine Schönheitsfehler, die den Gesamteindruck der deutschen Katsugeki/Touken Ranbu-Blu-ray schmälern: Die Bildqualität schwächelt, die Synchro ist merkwürdig abgemischt und die Untertitel sind ebenfalls nicht Ganz das Gelbe vom Ei. Wer hier einen absoluten Top-Release erwartet, wird leider enttäuscht.

Doch wer sich mit den Macken arrangieren kann, bekommt für sein Geld die angemessene Lokalisierung eines extrem atmosphärischen und ungewöhnlichen Anime, den sich gerade Japan-Interessierte nicht durch die Lappen gehen lassen sollten. Die ersten vier Folgen führen euch in ein interessantes Setting ein und es bleibt spannend, ob die kommenden Volumes eventuell sogar den einen oder anderen dramatischen Höhepunkt servieren können.

Doch egal, wie es weitergeht – dank der atmosphärischen Umsetzung von Ufotable ist »Langeweile« bei Katsugeki/Touken Ranbu definitiv ein Fremdwort.

Wir bedanken uns herzlich bei KSM für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

Jetzt seid ihr gefragt!

Was haltet ihr von der deutschen Katsugeki/Touken Ranbu-Blu-ray? Seid ihr grundsätzlicher eher Dub-Schauer oder Sub-Puristen?

Schreibt es uns in die Kommentare!

1
Hinterlasse einen Kommentar

avatar
1 Kommentar Themen
0 Themen Antworten
0 Follower
 
Kommentar, auf das am meisten reagiert wurde
Beliebtestes Kommentar Thema
1 Kommentatoren
Naboru Letzte Kommentartoren
  Abonnieren  
neueste älteste meiste Bewertungen
Benachrichtige mich bei
Naboru
Gast
Naboru

Ich finde es amüsant, dass ihr gerade jetzt davon berichtet. Ich habe diesen Anime vor ziemlich genau 3 Tagen für mich entdeckt. Hab Trailer gesehen, AMV’s gesehen und mich in die Geschichte verliebt. Ich freue mich drauf ❤