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Ein Urlaub in Japan lohnt sich zu jeder Jahreszeit. Wir stellen euch fünf Reiseziele vor, an denen ihr den mystischen Winterzauber Japans hautnah erleben könnt!

Obwohl das Land der aufgehenden Sonne vor allem für seine Kirschblüten bekannt ist, die jeden Frühling erblühen und ihre zarten Blätter im Wind schaukeln lassen, hält Japan auch im Winter so einiges an Entdeckungen bereit.

Abgesehen von den saisongemäß niedrigen Kosten für Flüge und Unterkünfte eröffnen sich in der kalten Jahreszeit zahlreiche Reisemöglichkeiten, die eine unvergessliche Atmosphäre mit sich bringen.


Shirakawa-go: historisches Winterwunderland

Shirakawa-go Winter
Ab Ende Dezember fällt in Shirakawa-go jedes Jahr der erste Schnee. © JordyMeow (pixabay)

Tief in den japanischen Alpen der Gifu-Region, fernab der niemals schlafenden Großstädte, liegt ein malerisches kleines Dörfchen versteckt. Es ist ein Ort, den viele von euch bereits kennen, auch wenn ihr selbst noch nie einen Fuß auf seinen Boden gesetzt habt. Die Rede ist von Shirakawa-go – Weltkulturerbe und die reale Inspiration für das Dorf Hinamizawa aus dem Anime Higurashi no Naku Koro ni.

Hier findet ihr beinahe alle Schauplätze aus dem bekannten Horror-Klassiker – und müsst dafür nicht einmal mit einem Fingernagel bezahlen. Doch natürlich eignet sich das idyllische Alpendorf nicht nur für eine kleine Anime-Pilgerreise, sondern wartet auch mit einer bunten Mischung aus Naturkulissen und traditionell japanischen Sehenswürdigkeiten auf.

Shirakawa-go Winter
Dieser Aussichtspunkt bietet eine atemberaubende Ausblick über das gesamte Dorf und kam auch in der Anime-Serie Higurashi no Naku Koro ni vor. © pen_ash (pixabay)

Im Tal des Dorfes, eingebettet zwischen dichten Gebirgswäldern und üppigen Reisfeldern, stehen hier die weltberühmten historischen Häuser von Shirakawa-go. Ihre rustikalen Holzdächer sind bedeckt von einer dicken Strohdecke, auf die sich jeden Winter ein schwerer Schleier aus glitzerndem Schnee legt.

Weiße Flocken, die friedlich durch die leeren Straßen tanzen, plätschernde Bäche, herrliche Flüsse und Natur, so weit das Auge reicht. Zusammen mit den vielen Wald-Schreinen, den gemütlichen Wirtshäusern und den mystischen Laternenlichtern, die beharrlich durch das eisige Schneegestöber hindurchschimmern, entsteht hier jeden Winter eine beinahe schon magische Atmosphäre.

Schöne Städte nahe Shirakawa-go: Takayama, Hida, Kanazawa, Nagoya (2h entfernt)


Hokkaido: Japans idyllisches Naturmekka

Im Dezember, mit etwas Glück sogar bereits im November, fällt auf Hokkaido der erste Schnee. © sharonang (pixabay)

Obwohl Hokkaido für die Japaner eines der beliebtesten Reiseziele im eigenen Land ist, gilt Japans nördlichste Insel unter den meisten ausländischen Touristen immer noch als Geheimtipp. Dabei ist das größte Naturmekka Japans durchaus eine Reise wert – und das besonders im Winter.

Denn während im Sommer das Land erblüht und zahlreiche Blumenfelder die weitläufigen Nationalparks zieren, fällt hier im Winter der erste Schnee in ganz Japan und verwandelt die bergige Landschaft in ein märchenhaftes Winterwunderland.

Darum ist die Insel auch ein beliebtes Urlaubsziel für Skifahrer, auf die hier eine abwechslungsreiche Auswahl an Pisten wartet. Doch natürlich kommen nicht nur diese auf ihre Kosten. Hokkaido hat für jeden etwas zu bieten: Schillernde Großstädte mit allerlei Sehenswürdigkeiten, gemütliche Hafenstädte mit lokalen Märkten und frischen Köstlichkeiten aus der Region sowie jede Menge unberührte Natur.

Ein majestätisches Schloss aus Eis reiht sich neben frostigen Tierskulpturen, Eishöhlen und anderen klirrend kalten Kunstwerken in die Liste der Attraktionen des Sapporo Snow Festivals ein. © sharonang (pixabay)

Und als wären all der Schnee und die glitzernde Frostschicht, die das Land in ihre Umarmung schließt, noch nicht magisch genug, gibt es da auch noch das Sapporo Snow Festival: ein alljährliches Fest, bei dem riesige Skulpturen aus Schnee und Eis errichtet werden und sich in die Kulisse eines romantischen Lichtspiels verwandeln.

Eine weitere Hauptattraktion für viele Hokkaido-Touristen sind zudem sogenannte Onsen – natürliche heiße Quellen, deren von Vulkanen erhitztem Wasser eine heilende Wirkung nachgesagt wird. Im Winter bieten vor allem Onsen-Häuser mit einem Außenbecken ein ganz besonderes Erlebnis, wenn ihr euch, umgeben von Schnee und Eis, in das dampfend heiße Quellwasser sinken lasst.

Schöne Städte auf Hokkaido: Sapporo, Otaru, Hakodate, Noboribetsu


Okinawa: Winterliche Kirschblüten in den Subtropen

Auf Okinawa scheint das ganze Jahr lang die Sonne. © mikikon (pixabay)

Wenn ihr im Winter nach Japan reisen wollt, aber dennoch keine Lust habt, euren Urlaub in Kälte und Schneegestöber zu verbringen, seid ihr auf Okinawa genau richtig. Die südlichste Inselgruppe Japans liegt in den Subtropen, wo selbst in den kältesten Monaten des Jahres immer noch angenehme Temperaturen von bis zu 24 °C herrschen.

Okinawa besticht sowohl mit vielen Wander- und Spazierwegen durch seine faszinierende Flora und Fauna als auch durch eine interessante Kultur, die sich von der auf dem japanischen Festland abhebt. Hier geht es etwas lockerer zu und selbst in den größeren Städten der Hauptinsel herrscht eine angenehme, entspannte Atmosphäre.

Lebhaft und ausgelassen ist die Stimmung auf Okinawa zwar trotzdem, doch Wolkenkratzer, laute Touristenmassen und bis zum Bersten mit gestressten Menschen vollgestopfte Züge gibt es hier kaum. Dafür jedoch viele kleine Städte, historische Burgen und Schreine, imposante Gebirge oder reißende Flüsse sowie Wasserfälle – und auch ganz ohne Schnee schneeweiße Sandstrände mit kristallklarem Wasser.

Die Pastellfarben der Kirschblüten und des Mauerwerks vermischen sich zu einem Anblick, der Anmut und Harmonie ausstrahlt. © B_Me (pixabay)

Auch die weltberühmten japanischen Kirschblüten sind auf Okinawa zu Hause. Im Gegensatz zum Rest von Japan, erblühen sie hier allerdings schon im Winter: Jedes Jahr, ungefähr von Mitte Januar bis Mitte Februar, außerhalb der gut besuchten Hauptsaison, öffnen sich die zarten Blütenblätter und tauchen die idyllische Insellandschaft in ein anmutiges Rosa.

Besonders die Ruinen der alten Nakajin-Festung, wo Reihen von Kirschblütenbäume die gepflasterten Steinwege säumen und sich ihre Blüten auf die brüchigen Mauern längst vergessener Tage herabsenken, bieten um diese Jahreszeit einen unvergesslichen Anblick. 

Schöne Städte auf Okinawa: Naha, Nago, Higashi, Onna, Ishigaki (nicht auf der Hauptinsel)


Zao-Onsen: Heiße Quellen, Tempel und flauschige Füchse

Das Zao Onsen Dairotenburo gehört zu den beliebtesten Gasthäusern des Dorfes. © zao-spa.or.jp

Rund 400 Kilometer nördlich von Tokyo, in der von Bergen durchzogenen Präfektur Yamagata, liegt das kleine Dorf Zao-Onsen. Wie der Name schon verrät, handelt es sich dabei um eine traditionelle Onsen-Stadt. Mehrere japanische Gasthäuser mit natürlichen heißen Quellen haben hier ihre Türen für Besucher aus aller Welt geöffnet – sowohl für Übernachtungsgäste als auch für Durchreisende.

Jedes der sogenannten Ryokan zeichnet sich durch sein ganz eigenes Ambiente aus und neben zahlreichen Innenraum-Onsen gibt es hier auch einige Gasthäuser, die einen japanischen Steingarten mit Außenbecken besitzen. Umgeben von friedlicher Natur und dem zarten Pulverschnee, der sich zur Winterzeit im Tal niederlegt, bietet sich euch hier die perfekte Gelegenheit, all euren Stress zusammen mit dem Frost des Winters dahinschmelzen zu lassen.

Die zahmen Füchse im Miyagi Zao Fox Village sind äußerst neugierig und klauen gerne alles, was nicht irgendwo festgenagelt ist. © Kyubinoyoko

Doch nicht nur die heißen Quellen sprechen für eine Reise nach Zao-Onsen. In der näheren Umgebung liegen auch noch weitere einzigartige Sehenswürdigkeiten:

  • Unter anderem die hinter Blättern und Zweigen versteckte Tempelanlage Yamadera, zu der euch ein Weg mit Tausenden Steinstufen einen bewaldeten Berghang hinauf und an mehreren altertümlichen Bauwerken vorbeiführt.
  • Oder aber das Fuchsdorf von Zao – ein Freiluftgehege, in dem ihr Hunderte von neugierigen japanischen Füchsen aus nächster Nähe erleben könnt.

Da Zao-Onsen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von Tokyo aus in ca. 3,5 Stunden erreichbar ist, bietet sich das Dorf auch für einen Tagesausflug an. Wir empfehlen euch allerdings eher einen mehrtägigen Ausflug, damit ihr die kleine Onsen-Stadt und die umliegende Umgebung in aller Ruhe erkunden könnt. Zumal die meisten Onsen um 19:00 Uhr bereits schließen.

Schöne Städte nahe Zao-Onsen: Yamagata, Sendai, Kaminoyama


Tsuru no Yu: Heiße Quellen und japanische Mystik

Die beleuchteten Gassen des Tsuru no Yu sind nach 15:00 Uhr leider nur noch für Übernachtungsgäste zugänglich. © tripout.jp

Und zu guter Letzt noch ein Onsen-Dorf! In der nördlichsten Region der japanischen Hauptinsel, 600 Kilometer von Tokyo entfernt, führt euch eine gewundene Gebirgsstraße in ein winziges japanisches Dörfchen. Einsam und verlassen steht es dort hoch oben, umringt von schneebedeckten Bäumen, und lädt zu einem rustikalen Bade-Erlebnis in mystischer Atmosphäre ein.

Das Tsuru no Yu ist ein traditionelles Ryokan mit mehreren alten Holzhäusern, erbaut im Stil eines kleinen japanischen Dorfes. Rostrotes Laternenlicht fällt abends auf die schneegesäumten Gassen herab und verwandelt diesen Fleck Land zusammen mit dem kühlen Schein des Mondes in einen Ort, wie man ihn sonst nur aus Filmen kennt.

Im Gegensatz zu den meisten Onsen gibt es hier ein Becken, in den Männer und Frauen zusammen baden können. © tripout.jp

Neben einem gemischten Außenbecken, in dem Männer und Frauen zusammen baden können, stehen hier auch noch drei weitere Innenraumbecken zur Verfügung. Das benachbarte Tsurunoyu Yamanoyado Ryokan bietet Übernachtungsgästen außerdem ein privates Außenbecken – perfekt für verliebte Paare, die sich ein wärmendes Onsen-Bad in romantischer (und jugendfreier) Zweisamkeit wünschen.

Insgesamt schneidet das Tsuru no Yu im Vergleich zu dem bereits vorgestellten Zao-Onsen in Hinsicht auf das Ambiente sogar noch besser ab. Man kommt sich hier vor wie in einem Wintermärchen und wären da nicht die umhertanzenden Schneeflocken, könnte man beinahe schon meinen, die Zeit stünde still.

Nichtsdestotrotz gibt es leider auch einige Haken:

  • Das Tsuru no Yu liegt etwa 5 Stunden von Tokyo entfernt, wobei der letzte Teil der Strecke nicht von öffentlichen Verkehrsmitteln angefahren wird.
  • Übernachtungsgäste werden zwar mit einem Shuttle-Bus abgeholt, doch normale Tagesbesucher sind auf ein eigenes Auto angewiesen.
  • Darüber hinaus können Tagesbesucher das Bad leider nur zwischen 10:00 und 15:00 Uhr benutzen.
  • Wer länger baden oder das Ryokan-Dorf bei Nacht erleben möchte, muss für mindestens 10950 Yen (ca. 90€) pro Person ein Zimmer buchen.

Schöne Städte nahe Tsuru no Yu: Hachimantai, Akita


Jetzt seid ihr gefragt!

Welche Orte in Japan würdet ihr gerne mal in einem verschneiten Winter zu sehen bekommen? Und welche Jahreszeit ist eurer Meinung nach die beste für eine Reise nach Japan? Schreibt es uns in die Kommentare!

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Sebastian Käppel

Sieht alles super aus, ich glaube ich muss auch Mal nach Japan, auch wegen der Doku Serie James may our man in Japan, die übrigens sehr sehenswert ist!

Detlef

JapAn ist immer eine Reise wert

Sophia

Darf man in die oben genannten Onsen mit tattoos rein?

Hyourinmaru

@Kyubinoyoko Wann habt ihr denn vor, den Japan-Guide weiter zu führen? Warte schon sehnlichst auf Teil 6.

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