Japan Horror Orte
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Spuk- und Schauergeschichten sind ein fester Teil der japanischen Kultur und Mythologie. Wir stellen euch die 3 grausigsten Spukorte vor, die das Land zu bieten hat!

Das Land der aufgehenden Sonne blickt nicht nur auf eine langjährige Geschichte voll Mystik und Romantik zurück, sondern ist auch die Wiege zahlreicher Legenden über bizarre Geisterwesen und die schaurigen Welten des Übersinnlichen.

Doch nicht nur um Geister und Dämonen, sondern auch um reale Tragödien und die Orte, an denen sich jene ereignet haben sollen, ranken sich Sagen und Legenden. Der Spuk dieser Orte zieht bis heute die Menschen in seinen Bann – ob unerschrockene Abenteurer oder draufgängerische japanische Jugendliche auf der Jagd nach einer unvergesslichen Mutprobe.

Wir stellen euch die unheimlichsten Spukorte vor, die Japan zu bieten hat!


Aokigahara – der Selbstmordwald

Aokigahara Selbstmordwald
© Kyubinoyoko / Daniel Stricker

Am Fuße des legendären Fujisan, Japans wohl bekanntestem Wahrzeichen, erstreckt sich kilometerweit der berüchtigte Aokigahara. Durch einen urzeitlichen Vulkanausbruch geformt, wachsen heute auf dem eingeäscherten Boden des Waldes wildwuchernde Bäume und Gestrüppe, die über Jahrhunderte ein konfuses Labyrinth aus undurchdringlichem Dickicht erschaffen haben.

Vermoderte Bäume, knochige Wurzeln und morsches Unterholz, trostlose, unebene Landschaft und eine allgegenwärtige Totenstille hüllen den Wald in einen Schleier des Unheils. Doch nicht etwa seine Atmosphäre, sondern die schrecklichen Tragödien, die sich an jenem Ort ereigneten, verliehen dem Wald letztendlich seinen makaberen Namen.

Fernab des Trubels der Großstädte fanden hier zahlreiche Japaner ihr Ende. Geplagt vom unerbittlich harten Arbeitsalltag oder ausgestoßen von der strengen japanischen Gesellschaft, zog es sie in den verwunschenen Wald – weit weg von den Orten und Menschen, die ihr schmerzliches Leben einst geprägt hatten – um dort ewigen Frieden zu finden.

Bis zum heutigen Tag zieht der Aokigahara Menschen aus ganz Japan an, die in ihrer Hoffnungslosigkeit keinen anderen Ausweg mehr sahen, als ihrem eigenen Leben ein Ende zu bereiten. Jedes Jahr werden zahlreiche Leichen aus dem Aokigahara geborgen, deren sterbliche Überreste in der Dunkelheit des Waldes verborgen liegen.

Wo finde ich den Aokigahara?

Am Fuß des Fujiyama befinden sich einige Höhlen, die von Touristen betreten werden können und jeweils einen eigenen Parkplatz besitzen. Die Höhlen liegen am äußersten Rand des Waldes, sodass ihr vom Parkplatz aus über die öffentlichen Wege in den Wald gelangen könnt.

Wichtig: Da der dichte Wald extrem unübersichtlich ist und in den Tiefen des Aokigaharas tatsächlich noch menschliche Leichen zu finden sind, raten wir euch, bei einem Besuch des Waldes nur die öffentlichen Wege zu benutzen. Nicht nur zu eurer eigenen Sicherheit, sondern besonders auch aus Respekt vor den Toten.

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Inunaki Touge – der verfluchte Tunnel

Japan: Inunakitouge - der verfluchte Tunnel
© Kyubinoyoko / Daniel Stricker | © AdinaVoicu auf pixabay.com

Der offiziellen Geschichte zufolge wurde der Tunnel, der später unter den Namen Inunaki Touge bekannt wurde, 1994 geschlossen und diente davor als Verbindungsstelle zwischen Fukuoka und Kitakyushu. Warum der Tunnel jedoch versiegelt und das gesamte umliegende Areal zum Sperrgebiet erklärt wurde, ist nicht bekannt.

Um das Mysterium ranken sich zahlreiche urbane Legenden. Die bekannteste davon berichtet von dem grausigen Mord an einem japanischen Fabrikarbeiter namens Umeyama Kouchi, der durch qualvolle Folter aus dem Leben gerissen worden sei. Am 7. Dezember 1988 habe man seine verkohlte Leiche vor dem Eingang des geheimnisumwitterten Tunnels gefunden.

Japan-Reisebericht: Der verfluchte Tunnel »Inunaki Touge«

Die Polizei Takawa nahm daraufhin eine Gruppe Jugendlicher fest, die unter Verdacht standen, Umeyama mit einem Benzinkanister übergossen und anschließend in Brand gesteckt zu haben. Die Geschichte besagt, dass die jungen Oberschüler Umeyama an einer Ampel aufgelauert, ihn anschließend in seinem eigenen Wagen in die abgelegene Bergwildnis Fukuokas verschleppt und ihn dort auf grausamste Art und Weise hingerichtet hätten.

Anderen Berichten zufolge sollen dort koreanische Gastarbeiter, die unter menschenverachtenden Bedingungen ihr Werk verrichten mussten, bei einem Arbeitsunfall ums Leben gekommen sein. Seitdem, so heißt es, sind ihre rastlosen Seelen im Tunnel gefangen und dürsten nach Rache an ihren japanischen Unterdrückern.

Körperlose Kinderstimmen, geisterhafte Handabdrücke auf den Windschutzscheiben passierender Autos und ein Fluch, der unbescholtene Autofahrer in einer Zeitschleife einkerkern würde, sind nur einige weitere Beispiele für die übernatürlichen Phänomene, die sich an jenem mysteriösen Ort ereignet haben sollen.

Doch nicht nur der Tunnel selbst, sondern auch das Dorf Inunaki soll angeblich der Schauplatz einer makaberen Tragödie gewesen sein: Nachdem eine tödliche Seuche über die Gemeinde hinwegfegte und die Ernte sonach vernichtet werden musste, seien die Bewohner Inunakis einem fieberhaften Wahn verfallen und ernährten sich von dem Fleisch ihrer Mitmenschen. Das Dorf, so erzählt man sich, liegt heute versunken auf dem Grund eines Stausees.

Wo finde ich den Inunaki Touge?

Der Tunnel ist ausschließlich mit dem Auto oder zu Fuß erreichbar. Der Fußweg führt jedoch dicht an einer Gebirgsschnellstraße entlang, sodass wir von einem Aufstieg über diesen Weg ausdrücklich abraten.

Darüber hinaus ist zu beachten, dass das Areal um den Tunnel meistens abgesperrt ist, da dieser aufgrund seiner Baufälligkeit nicht betreten werden darf. Sollte der Tunnel nach wie vor abgesperrt sein, raten wir euch von einer Besichtigung ab.

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Oiran Buchi – Massenmord an Prostituierten

Oiran Buchi Brücke
© Free-Photos auf Pixabay

Im Laufe der Menschheitgeschichte wurden Mal um Mal unzählige Menschen und Personengruppen diskriminiert, misshandelt, verfolgt oder sogar ermordet. So erging es auch einer Gruppe von jungen Frauen aus Yamanashi, die unter dem Namen Oiran Buchi, die Wehklagenden, in die urbanen Geschichtsbücher der japanischen Horror-Landschaft eingingen.

Die Oiran Buchi, über die abseits dieser Legende nichts bekannt ist und über deren tatsächliche Existenz es keinerlei Aufzeichnungen gibt, waren der Geschichte zufolge als Prostituierte tätig, die einst im alten Japan der Sengoku-Ära als Töchter ärmlicher Familien das Licht der Welt erblickten.

Um sich in ihrer Armut durchs Leben zu kämpfen, begannen sie eine Laufbahn im Bordell des Takeda-Clans, der zu jener Zeit eine große Goldmine besaß und zur Unterhaltung der Minenarbeiter unter anderem auch Freudenmädchen beschäftigte.

Doch in den Augen der Takeda hatte das Leben dieser Frauen keinen Wert – und als eines Tages die Schlacht von Nagashino entbrannte und der Clan fluchtartig die Stadt verließ, war ihr Schicksal besiegelt: Um die Geheimnisse der Mine zu bewahren, beschloss der Takeda-Clan, sich der Mädchen zu entledigen.

Die Legende besagt, dass die Männer des Clans in das Bordell gestürmt kamen und die Prostituierten anschließend in die Wildnis entführten. An einer maroden Holzbrücke im Wald stellten sie die Mädchen in einer Reihe auf und schnitten schließlich die Tragseile der Brücke durch, auf dass die Mädchen in die Tiefe stürzten und in den eisigen Fluten des reißenden Flusses ertranken.

Glaubt man den Bewohnern von Yamanashi, so sind auch heute noch, nach mehreren Jahrhunderten, die nachhallenden Schreie und das Wehklagen der rachedurstigen Frauen und Mädchen zu hören.

Wo finde ich die Brücke der Oiran Buchi?

Der Brücke befindet sich an der Schnellstraße 411 in Yamanashi.

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Das unvollendete Nakagusuku-Hotel

Nagakusu Hotel Ruine Okinawa
© Kyubinoyoko

Nur wenige Meter entfernt von der viel besuchten Burgruine Nagagusuku steht ein weiteres Relikt der Vergangenheit, das im Gegensatz zu dem beliebten Touristenziel dem Verfall überlassen wurde und nun als trostlos grauer Felsblock Jahr für Jahr immer mehr vom Dickicht des Waldes verschlungen wird.

Der Zahn der Zeit nagt erbarmungslos an den Gemäuern des unvollendeten Hotels, das niemals die Gelegenheit bekam, seine Pforten zu öffnen und Gäste aus aller Welt zu empfangen. Doch nicht der seelenlose Anblick, die nasskalten, moosbewachsenen Korridore oder die Verwüstung im Inneren des Hotels haben dem Gebäudekomplex seinen Ruf als einen der bekanntesten Spukorte Japans eingebracht.

Die Legende des Nagagusuku-Hotels besagt, dass ein einheimischer Mönch verzweifelten Widerstand gegen den Bau des Luxus-Resorts geleistet haben soll. Der heilige Boden, auf dem dieses erbaut werden sollte, sei eine Grabstätte gewesen, und der Mönch fürchtete, dass die verstorbenen Seelen der Toten durch den Andrang rücksichtsloser Touristen gestört werden könnten.

Doch die mahnenden Worte des Mönches stießen auf taube Ohren und die Bauarbeiten nahmen ihren Lauf. Ein schwerer Fehler, wie sich später noch zeigen sollte: Nach einer Vielzahl von Unfällen und den Toden mehrerer Bauarbeiter wurde das Projekt vorerst eingestellt.

Unbeeindruckt vom Aberglauben der Bauarbeiter entschied der Inhaber des Hotels, selbst eine Nacht in dem unvollendeten Gemäuer zu verbringen und zu beweisen, dass der vermeintliche Spuk nichts weiter als ein Hirngespinst sei. Die Geschichte besagt, dass er bei seiner Rückkehr am nächsten Morgen einem fiebrigen Wahn verfallen sei und kurze Zeit später wie vom Erdboden verschluckt wurde.

Der Inhaber, so heißt es zumindest, wurde nie wieder gesehen und auch heute berichten Einheimische wie Touristen immer noch von mysteriösen Lichtern und einer kalten Aura, die angeblich durch die leeren Korridore der steinernen Ruine geistert und unrechtmäßige Besucher in Angst und Schrecken versetzt.

Ich selbst war vor Ort, doch japanische Geister haben offenbar eine starke Abneigung gegen westliche Weebs, sodass mein Besuch ereignislos verlief.

Anmerkung: Der Zutritt zum Hotel ist aufgrund seiner Baufälligkeit nicht gestattet. Die nebenan liegende Burgruine Nagagusuku darf jedoch gegen eine geringe Eintrittsgebühr betreten werden.

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Himuro Mansion – Stätte eines grausigen Shinto-Rituals

Himuro Mansion Japan
© mmillswan auf pixabay.com

Nicht weit entfernt von der belebten Millionenmetropole Tokyo liegt urbanen Legenden zufolge ein weiterer der berüchtigtsten Spukorte ganz Japans. Der genaue Standort der sogenannten Himuro Mansion ist nicht bekannt, doch die Geschichte spricht von einem Ort tief in den bergigen Wäldern der Kanto-Region.

Das mysteriöse Herrenhaus ist umwittert von Geheimnissen. Niemand hat das alte Bauwerk mit eigenen Augen gesehen oder kann dies zumindest nicht beweisen – und doch nehmen die Erzählungen über das Phantom-Gebäude kein Ende. Die Legende besagt, dass die einst dort ansässige Familie Himuro an jenem Ort über Generationen hinweg ein sonderbares und bösartiges Shinto-Ritual durchgeführt haben soll.

Die Familie glaubte, dass jedes Jahr im Dezember schlechtes Karma aus einem unterirdischen Portal aus der Erde emporsteigen und in die Festen des Herrenhauses eindringen würde. Um dies zu verhindern, führten die Himuro alle 25 Jahre das sogenannte Zerstücklungs-Ritual (裂き縄の儀式) durch und wählte dafür ein Dienstmädchen aus, das seit dem Tag seiner Geburt von der Außenwelt isoliert wurde.

Sobald die Zeit reif war, wurde diese arme Seele an Händen, Füßen und Hals gefesselt und ihr Körper anschließend mit der Gewalt von jeweils zwei Ochsen und Pferden in vier Teile gerissen. Ihr vergossenes Blut sollte in den Boden einsickern und das Portal durch ihr Blutopfer für weitere 25 Jahre verschließen.

Als eines Tages jedoch ein Dienstmädchen hingerichtet werden sollte, das sich in einen Mann aus der Außenwelt verliebt hatte, habe diese Bindung ihr Blut verunreinigt und das Ritual zum Scheitern verurteilt. Von Angst und Aberglaube beherrscht, griff der Herr des Hauses zum Schwert und richtete nicht nur seine eigene Familie, sondern letztendlich auch sich selbst.

Die Bewohner der Kanto-Region erzählen sich auch heute noch diese makabere Geschichte und glauben teilweise daran, dass die verstorbenen Seelen der Familie Himuro nach wie vor durch die maroden Gänge des ehemaligen Prachtbaus streifen und nach neuen Opfern für ihr blutrünstiges Ritual suchen.


Hiroshimas Friedensdenkmal

Hiroshima Ruine Spuk
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Mit seiner prominenten Lage mitten in einem von Japans beliebtesten Touristen-Gebieten würden die Denkmäler Hiroshimas wohl kaum als ein besonders unheimlicher Schauplatz gelten – wäre da nicht das unvorstellbare und reale Grauen, das die Vergehen des Zweiten Weltkrieges einst über die Stadt und ihre Bewohner gebracht hatten.

Nachdem die erste Atombombe der USA das Land verwüstete und zahlreiche unschuldige Menschen auf grausame Art und Weise aus dem Leben riss, wurde das Mahnmal Hiroshimas zum Nährboden für tragische Legenden. Die unschuldigen Seelen der verstorbenen Kriegsopfer, so erzählt man sich, hielten an jenem verhängnisvollen Tag Einzug in die Gemäuer der Friedensgedächtnisstätte von Hiroshima.

Bewohner der Stadt berichten von zahlreichen übernatürlichen Erscheinungen. Unmenschlich verzerrte Geisterstimmen, die mit einem gespenstischen Echo durch die Hallen dringen, unerklärliche Störungen von elektronischen Geräten und angeblich sogar eine phantomhafte Tonaufnahme von der Atombombenexplosion selbst sollen hier Anwohner in Angst und Schrecken versetzt haben.

Anmerkung: Das Friedensmuseum Hiroshima ist eine beliebte Attraktion, deren Türen für Besucher geöffnet sind. Die auf dem Bild abgebildete Ruine des Genbaku Domes kann lediglich von außen besichtigt werden.

Besonders bei dieser Location möchten wir euch bitten, euch respektvoll zu verhalten – die Friedensgedenkstätte ist kein Spielplatz für Geisterjäger, sondern das Mahnmal einer realen Tragödie.

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Was haltet ihr von solchen Schauergeschichten und habt ihr schon mal selbst einen solchen Spukort besucht? Schreibt es uns in die Kommentare!

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kid2407

Ich war bei meinem Besuch Japans letzten Sommer im Aokigahara, ich muss sagen die “öffentlichen Wege” sind auch gerne mal voller Schlammlöcher oder es liegt ein Baumstamm im Weg. Man muss wirklich aufpassen, wo man da hinläuft. Aber ansonsten ist es ein ganz netter Wald.

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