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Der erste Japanurlaub ist für viele Anime-Fans nicht nur ein großer Traum, sondern auch ein Buch mit sieben Siegeln. Im dritten Teil unseres großen Japan-Guides verraten wir euch, wie ihr den perfekten Reiseplan für euren Urlaub aufstellt.

Nachdem wir uns im ersten Teil unseres großen Japan-Guides mit den Kosten befasst und im zweiten Teil alle wichtigen Reisevorbereitungen unter die Lupe genommen haben, kommen wir nun zu einem Punkt, bei dem sich die Geister scheiden: der Reiseplan.

Für viele ist die Urlaubsplanung und das Aufstellen eines Reiseplans sicher nicht mehr als ein notwendiges Übel oder vielleicht sogar eine unüberwindbare Hürde, die sie lieber von einem Reisebüro bewältigen lassen. Ich kann euch jedoch versichern, dass es absolut nicht notwendig ist, euch für teures Geld in einem Reisebüro beraten zu lassen, und dass wirklich jeder dazu in der Lage ist, völlig eigenständig einen wunderschönen Japan-Urlaub auf die Beine zu stellen.

Keine Angst, auch ohne Reisebüro seid ihr bei der Planung eures Urlaubs nicht aufgeschmissen. | © JESHOOTS-com / pixabay

Die einzigen Dinge, die ihr dafür braucht, sind etwas Zeit und Begeisterung, denn im Endeffekt bietet euch die Reiseplanung nicht nur die perfekte Gelegenheit dafür, den Urlaub ganz nach euren Wünschen zu gestalten, sondern auch die Vorfreude auf euer kleines Abenteuer noch einmal ordentlich anzufeuern. Wenn ihr aber überhaupt nicht der Typ dafür seid, euren Urlaub großartig zu planen, könnt ihr diesen Teil des Guides getrost überspringen.

Im dritten Teil unseres Japan-Guides erklären wir euch, worauf ihr beim Planen achten müsst und welche Schritte es zu befolgen gibt, um einen idealen Reiseplan aufzustellen, in dem ihr nicht nur möglichst viele Erlebnisse und Entdeckungen unterbringen könnt, sondern der euch auch genug Zeit für Ruhe und Entspannung lässt, sodass der Japanurlaub nicht zu einer stressigen Hetzjagd von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten verkommt.

Schritt 01: Hauptreiseziele festlegen

Auch Yui hat mal wieder zu wenig Zeit eingeplant und darf nun die Hälfte des Tages damit verbringen, ihre Koffer durch den japanischen Betondschungel zu schleifen. | © 1995-2019, Tokyo Broadcasting System Television, Inc. All Rights Reserved.

Fangen wir doch erst mal ganz von vorne an. Das Wichtigste ist natürlich, dass wir uns zuerst überlegen, welche Städte, Dörfer und Inseln wir in Japan überhaupt bereisen möchten. Achtet dabei vor allem darauf, dass ihr nicht zu viele verschiedene Reiseziele in euren Plan quetscht, da es wirklich Schöneres gibt, als in einem täglichen Marathon mit tonnenweise Anime-Merchandise im Gepäck und einem angeknabberten Erdbeermarmeladentoast im Mund von einer Unterkunft zu nächsten zu sprinten.

Für euren ersten Urlaub im Land der aufgehenden Sonne können wir euch vor allem die Städte empfehlen, die jeder Japan-Begeisterte zumindest einmal im Leben gesehen haben muss: Tokyo, Kyoto und Osaka.

Wenn ihr allerdings schon ein- oder zweimal in Japan wart, dürft ihr gerne auch etwas mutiger sein und weniger bekannte Touristenziele wie zum Beispiel die Südinsel Kyushu, das japanische Subtropenparadies Okinawa, den abenteuerlichen Inselgeheimtipp Yakushima oder auch das malerische Naturmekka Hokkaido auf euren Plan setzen.

Der grobe Reiseplan für unseren Beispielurlaub, der im Verlauf des Artikels noch weiter ausgearbeitet wird, sieht erst mal wie folgt aus:

Datum Dauer Reiseziel
01.09 – 04.09 4 Tage Tokyo
05.09 – 08.09 4 Tage Osaka, Nara
09.09 – 12.09 4 Tage Kyoto
13.09 – 14.09 2 Tage Fujikawaguchiko
15.09 – 15.09 1 Tag Tokyo, Rückflug

Schritt 02: Sehenswürdigkeiten einplanen

Tokyo Sehenswürdigkeiten
Akihabara, Tokyo Tower und der Ueno-Park in Tokyo

Nachdem wir uns für unsere Hauptreiseziele entscheiden haben, wird es Zeit, die Auswahl noch etwas zu konkretisieren und mal einen Blick darauf zu werfen, welche Sehenswürdigkeiten diese Orte überhaupt zu bieten haben.

Also gehen wir einfach mal auf Google und fangen an, nach den besten Attraktionen und Tagesausflügen an unseren Wunschorten zu suchen. Da die auf Deutsch verfügbaren Informationen allerdings leider noch ziemlich rar gesät sind und einige tolle Schauplätze auslassen, empfehlen wir euch, am besten auf Englisch zu googeln.

Um Orte zu finden, die jenseits der totgetrampelten Touristenpfade liegen und an denen ihr nicht ständig von einer Horde Selfie-Stick-schwingender Hipster mit Starbucks-Bechern in den Händen angerempelt werdet, gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Auf Google Maps schauen, welche kleineren Ortschaften in der Nähe eurer Hauptreiseziele liegen und einen Tagesausflug dorthin einplanen.
  • Einfach »off the beaten path« zu eurer Google-Suchanfrage hinzufügen. Also zum Beispiel »Tokyo travel off the beaten path« eingeben und danach suchen.

Eine kleine Liste an interessanten Orten in Tokyo (größere, ausführliche Empfehlungslisten folgen) könnte zum Beispiel so aussehen:

  • Akihabara
  • Tokyo Sky Tree
  • Hachiko-Statue
  • Kaiserpalast
  • Asakusa-Schrein
  • Kyu-Shiba-rikyu Garden
  • Tokyo Tower
  • Ueno Park
  • Meiji-Schrein
  • Karaoke-Box
  • Shibuya-Kreuzung
  • Shopping

Schritt 03: Reiseplan aufstellen

Nachdem wir uns nun schon mal ein paar schöne Orte rausgepickt haben, machen wir uns nun daran, den Plan noch etwas auszumisten und zu überprüfen, ob wir die ganzen Attraktionen überhaupt stressfrei in unserem Zeitplan unterkriegen können.

Dafür gehen wir ganz einfach auf Google Maps und geben dort alle Sehenswürdigkeiten ein, die wir ins Auge gefasst haben, um auf einen Blick zu sehen, wie weit diese voneinander entfernt sind.

Tokyo Route SehenswürdigkeitenAnhand dieser Infos können wir uns nun überlegen, welche Orte sich problemlos an einem Tag besichtigen lassen und anschließend einzelne Pläne für die verschiedenen Reisetage aufstellen.

Natürlich müsst ihr euch nicht unbedingt einen solchen Plan zurechtlegen und könnt auch einfach alles auf euch zukommen lassen, aber mit etwas Planung geht ihr auf Nummer sicher, dass ihr all eure Reiseziele auch wirklich erreichen könnt. Ansonsten besteht leider das Risiko, dass ihr am Ende des Urlaubs zähneknirschend einige Sehenswürdigkeiten, auf dir ihr euch eigentlich gefreut habt, von der Liste streichen zu müssen.

In großen Ballungsräumen wie Tokyo gibt es zwar fast an jeder Ecke etwas zu tun und auch ohne Reiseplan würdet ihr sicher etwas Passendes finden, um euch einen schönen Tag zu machen, aber besonders bei Urlaubszielen, die etwas abgelegener sind, macht ihr mit einem Reiseplan auf jeden Fall nichts verkehrt.

Eure Freiheit verliert ihr damit auf jeden Fall nicht, da ihr den Plan immerhin auch noch direkt vor Ort jederzeit über den Haufen werfen könnt, wenn sich in letzter Minute doch noch etwas findet, das ihr lieber machen möchtet. Da wir bei unserer Beispielreise, ohne den Tag des Rückflugs einzurechnen, insgesamt vier Tage lang in Tokyo sein werden, sieht der grobe Plan für uns etwa so aus:

Tag 01: Tokyo Sky Tree, Asakusa-Schrein, Ueno-Zoo, Ueno-Park

Tag 02: Akihabara, Abendspaziergang im Ueno-Park

Tag 03: Kaiserpalast, Tokyo Tower, Kyu-Shiba-rikyu Garden, Karaoke-Box

Tag 04: Meiji-Schrein, Shibuya Crossing, Shopping in Shibuya

Schritt 04: Transport planen

Japan Bahn fahren
In großen Städten Japans erreicht ihr mit den öffentlichen Verkehrsmitteln jeden noch so verwinkelten Ort.

Sobald unser grober Plan erst mal steht, schauen wir zum Schluss noch kurz, wie gut die Bahnverbindungen zwischen unseren einzelnen Zielen sind und wie viel Zeit wir allein für den Transport einrechnen müssen. Bedenkt dabei unbedingt, dass die meisten Züge in Tokyo nach Mitternacht nicht mehr fahren und ihr euch davor darum gekümmert haben solltet, zurück in eure Unterkunft zu kommen.

Durch Google Maps finden wir heraus, dass der Tokyo Sky Tree nur 14 Minuten Fahrt vom Asakusa-Schrein entfernt liegt, der Ueno-Zoo von dort aus innerhalb von 25 Minuten mit der Bahn und der direkt daneben liegende Ueno-Park innerhalb von wenigen Gehminuten zu erreichen ist.

Alternativ könnten wir auch einfach den ganzen Weg laufen und kommen damit gerade mal auf 65 Gehminuten. All diese Ziele an einem Tag abzuklappern, ist also auf jeden Fall realistisch und wir können die Planung für unseren ersten Urlaubstag guten Gewissens fortsetzen.

Schritt 05: Restaurants einplanen

Japan Sukiyaki
Sukiyaki und Shabu Shabu sind beides japanische Gerichte, die ihr selbst direkt an eurem Tisch im Restaurant zubereiten könnt.

Zu guter Letzt ergänzen wir unseren Reiseplan noch um die Ziele, wegen denen wir überhaupt erst nach Japan gekommen sind: Um uns in einem Tsundere Maid Café von süßen Kellnerinnen unter angewiderten Blicken mit einem Teeservice vermöbeln zu lassen, bevor wir per Löffelchen mit Kuchen gefüttert werden. O… Oder um normale Restaurants zu besuchen. Weil Maid Café nur Weebs besuchen. U… Und wir sind immerhin keine Weebs.

Gute Restaurants zu finden, ist in Japan zum Glück kein Hexenwerk – besonders dann nicht, wenn ihr schon vor eurer Reise wisst, welche japanischen Köstlichkeiten ihr unbedingt mal ausprobieren möchtet. Und weil wir eh schon auf Google Maps sind und auch viel zu faul dafür wären, noch mal einen neuen Tab zu öffnen und eine andere Seite zu besuchen, schauen wir direkt mal, welche Restaurants in der Nähe unserer Reiseziele gelistet werden.

Asakusa Schrein Restaurants

Falls Google euch nicht bereits automatisch alle Restaurants auf der Karte anzeigt, gebt ihr einfach »Restaurants in der Nähe von« und danach den Namen der entsprechenden Sehenswürdigkeit in die Suchleiste ein. Anschließend könnt ihr euch durch sämtliche Restaurants klicken, euch die Bewertungen anschauen und mit glasigem Blick eure Tastatur vollsabbern, während ihr euch durch einen riesigen Haufen kulinarischer Bilder wühlt.

Am Ende habt ihr dann nicht nur einen ausgefeilten Plan, in dem ihr alle begehrten Sehenswürdigkeiten untergebracht habe, sondern auch eine Liste mit guten Restaurants, die praktischerweise genau auf eurer Reiseroute liegen.

Jetzt seid ihr gefragt!

Ob Japan oder welches Urlaubsziel auch immer, wie plant ihr normalerweise eure Reisen? Geht ihr ins Reisebüro oder nehmt ihr die Planung lieber selbst in die Hand? Schreibt es uns in die Kommentare!

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Kris
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Kris

Wieder ein sehr interessanter Artikel! (Und sehr humorvoll geschrieben. 😀 ) Ich plane tatsächlich nächstes Jahr im Mai für 2 Wochen hinzufliegen und beginne bereits grob mit der Planung. Da ich bereits einmal mit einer Reisegruppe dort war, möchte ich nun alles selbst planen und da helfen mir solche zusätzlichen Tipps natürlich sehr. Ich hab nur ein bisschen Bammel davor, ob ich mich mit den Verbindungen von A nach B außerhalb Tokyos durchblicke, aber das wird ja auch keine Hexerei sein. 😉 Freu mich auf weitere Artikel rund um Japan!

BlackChaos
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BlackChaos

Keine Panik. Nimm einfach Google Maps oder Apple Karten. Gib da das jeweilige Ziel ein und lass dich führen. Funktioniert beides echt super da. Steht sogar z.b welchen Ausgang du in Shibuya Station (gibt dort seeeehr viele) nehmen musst und viiiiele weitere nützliche Details. Hatte auch erst Bammel. Funktioniert auch wohlgemerkt außerhalb von Tokyo perfekt. War in Hakone ein paar Tage und konnte mich immer auf die beiden Apps verlassen 🙂

Kris
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Kris

Oh super – vielen lieben Dank! Das beruhigt mich doch ein wenig. ^_^

Louisa Otternberg
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Louisa Otternberg

Hi,
Danke für den richtig guten Reiseplan. Mit was für einem Budget müsste man dafür circa einplanen ? Danke schonmal im Voraus für deine Antwort !

Danny
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Danny

Warum Yakushima erst bei der zweiten oder dritten Reise ansteuern? Meine aller erste Reise ging direkt nach Kagoshima und von dort mit der Fähre nach Yakushima. Daraus wurden mittlerweile 3 besuche und es wird nicht das letzte mal gewesen sein 😉