© 2014 FURUDATE Haruichi / Production I.G

Wer regelmäßig Anime schaut, weiß, dass er um diesen ganz bestimmten Vertreter des Sportgenres gar nicht herumkommt. Viel zu groß ist die Fanbase, die sich rund um den kleinen Giganten und seine Teamkameraden gebildet hat. Doch was genau macht seinen Reiz eigentlich aus? Warum solltet ihr ausgerechnet ihm eine Chance geben?

Kaum ein Sportanime ist seit seiner japanischen Erstausstrahlung im Jahre 2014 so sehr in aller Munde wie Haruichi Furudates Volleyball-Story Haikyuu!!, die auch außerhalb Japans längst kein Geheimtipp mehr ist. Kaum verwunderlich also, dass das Team rund um Hinata und co. in diesem Winter bereits zur vierten Runde antritt.

Doch worin genau liegt eigentlich der Reiz an dieser Sportserie, die sich nicht nur in Sachen Charaktere von anderen Vertretern ihres Genres abhebt? Lasst euch von uns aufs Spielfeld entführen und schaut euch an, weshalb Karasuno den Sieg in euren Herzen verdient hat!


Wo kann man den Anime schauen?

Streaming

Disc


Worum geht es in Haikyuu!!?

Als Mittelschüler Shouyou Hinata eines Tages zufällig ein Spiel der Volleyballmannschaft der Karasuno-Oberschule im Fernsehen sieht, ist er hin und weg. Vor allem der Spieler mit dem Spitznamen „Kleiner Titan“ hat es ihm angetan, leidet er doch unter demselben Problem wie der junge Heißsporn: Er ist verdammt klein! Und doch spielt er ganz oben mit.

Angespornt von seinem neuen Idol beschließt Hinata, selbst aufs Feld zu treten, und gründet nach langem Hin und Her ein eigenes Volleyballteam – nur um bei dessen einzigem Spiel und zugleich letztem Spiel ordentlich auf die Nase zu fallen. Besonders „Der König des Spielfeldes“ Tobio Kageyama treibt den Nachwuchssportler mit seiner arroganten Art zur Weißglut. So schwört er sich, genau wie sein Vorbild dem Team der Karasuno beizutreten und dem „König des Spielfeldes“ ordentlich die Leviten zu lesen.

Doch wie das Leben eben so spielt, steht ebenjener Kageyama am ersten Tag der Oberschule direkt vor Hinata auf dem Feld – allerdings nicht als Gegner, sondern ausgerechnet als sein neues Teammitglied! Ob das mal gut geht?


Haikyuu!! ist … spannend!

© 2014 FURUDATE Haruichi / Production I.G

Natürlich darf eine ordentliche Portion Spannung in keinem Sportanime fehlen, denn wieso sollte man mit seinem Team mitfiebern, wenn doch sowieso von Anfang an feststeht, dass sie gewinnen? Richtig interessant wird es doch schließlich erst, wenn bis zum Apfiff nicht klar ist, welches der beiden Teams siegreich vom Platz gehen wird.

Genau das ist es, weshalb uns Haikyuu!! regelmäßig von den Sitzen reißt. Nicht nur glänzt die Serie um den kaum zu bändigenden Kampfzwerg Hinata durch schier übermächtig erscheinende Gegner, sie zaubert außerdem immer wieder Asse aus dem Ärmel, die ein Spiel im entscheidenden Moment doch noch drehen können, ohne dabei, so wie andere Vertreter des Genres, auf regelrechte Superkräfte zurückzugreifen. So glänzt Haikyuu!!s Mangaka auch damit, seine Charaktere nicht wie so viele andere in die berühmte Plotarmor zu stecken, die sie vor jeder Niederlage feit, sie haben trotz aller Anstrengungen auch mit Niederlagen zu kämpfen. So kommt er gar nicht in die Bredouille, die Spannung eines Spiels durch seine elendige Vorhersehbarkeit zu töten.

Gerade diese damit zusammenhängende Unberechenbarkeit verleihen den im Anime stattfindenden Spielen das gewisse Fünkchen Realismus, der ihre Zuschauer regelmäßig an den Rand ihrer Sitze reißt. Denn wie wir schon aus anderen Anime gelernt haben: Es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist, und nur weil ein Gegner unschlagbar erscheint, heißt das noch lange nicht, dass er auch wirklich gewinnt! Solange man nur alles gibt, kann man Berge versetzen!


Haikyuu!! ist … menschlich!

© 2014 FURUDATE Haruichi / Production I.G

Einer der Hauptgründe, warum sich so viele Animefans nicht an Sportanime herantrauen, ist der Sport an sich. Entweder sie können nichts damit anfangen oder es ist ihnen nicht spannend genug, zwölf Folgen am Stück Charakteren dabei zuzusehen, wie sie einen Ball treten, schlagen, werfen oder was man sonst noch so damit anstellen kann.

Auch hier hebt sich Haikyuu!! wieder von der Masse ab. Statt den Fokus beinahe komplett nur auf das zugehörige Spiel und die damit verbundenen Taktiken und dergleichen zu legen, kümmert sich Furudates Volleyballstory hauptsächlich um die Charaktere hinter dem Spiel, ihr Leben, ihre Sorgen, ihre Probleme auf und neben dem Feld. Vor allem ihre Weiterentwicklung als Spieler und Mensch liegen sehr im Fokus, wodurch man die Serie getrost auch als Coming-of-Age-Story einordnen kann.

Genau dieses ausführliche Kennenlernen bringt uns überhaupt erst dazu, bei jedem Spiel mit ihnen mitzufiebern, uns bei Siegen zu freuen und bei Niederlagen mit ihnen zu weinen. Weil wir immer auch einen Teil von uns in ihnen wiedererkennen. Ihre Anstrengungen, ihre Freude, ihr Leid. All die Gefühle, die wir selbst nur allzu gut kennen und die uns überhaupt erst zu Menschen machen.


Haikyuu!! ist … abwechslungsreich!

© 2014 FURUDATE Haruichi / Production I.G

Statt sich, wie es oftmals der Fall ist, nur mit den Protagonisten zu beschäftigen, beleuchtet Furudate-senseis Werk Karasunos Gegner gleichermaßen. So lernen wir neben dem knuffigen Puddingschädel Kenma und seinen Kameraden aus Nekoma unter anderem auch Mädchenschwarm Oikawas Kitagawa Daiichi kennen, die sich schon bald als einer der schwersten Gegner Karasunos herausstellen. So erfahren wir, dass jeder noch so grimmige Geselle seine ganz eigenen Beweggründe besitzt und der Schein oftmals ziemlich trügen kann.

Das führt dazu, dass sich der geneigte Zuschauer oftmals dabei erwischt, dass er gar nicht mehr den Protagonisten die Daumen hält, sondern seinem genauso sympathischen Gegner. Selbst wenn es nicht davor ist, dann spätestens wenn innerhalb des Spiels seine Hintergrundgeschichte durchleuchtet wird und man ihn und seine Beweggründe kennenlernt. Irgendwann erwischt sich jeder von uns dabei, wie er sich nicht nur für Karasuno, sondern auch für die Gegenseite freut und bei einer Niederlage für sie trauert. Gegner bedeutet eben nicht, „einfach nur da“. Auch sie besitzen einen Charakter mit Höhen und Tiefen, die definitiv Beachtung verdienen und diese glücklicherweise auch mal mehr, mal weniger ausgiebig erhalten.

Natürlich sind nicht alle Gegenspieler gleichermaßen sympathisch, einige sollen das auch gar nicht sein, aber allein die Tatsache, dass ein Gegner nicht automatisch das Feindbild aufgedrückt bekommt und bei aller Rivalität immer der Spaß im Vordergrund steht, macht Haikyuu!! auf jeden Fall zu einem Feel-Good-Anime, der einem immer ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

Haikyuu!! ist … musikalisch!

© 2014 FURUDATE Haruichi / Production I.G

Nein, keine Sorge, die Jungs brechen nicht High-School-Musical-like plötzlich in Gesangsarien aus. Vielmehr geht es hierbei um den grandiosen Soundtrack, der die Serie immer wieder mit epischen Songs unterlegt.

Mal fröhlich, mal traurig, mal unscheinbar, mal herzinfarkt-episch. Komponist Yuuki Hayashi findet immer den richtigen Klang, um einer Szene die passende Stimmung zu verleihen. Und wer sich nun denkt: „Moment, irgendwie kommt mir sein Stil bekannt vor“, ja, das habt ihr absolut richtig erkannt. Niemand Geringeres als ebendieser Hayashi-san hat nämlich auch den Soundtrack zum Shounen-Erfolgshit My Hero Academia geschrieben, dessen vierte Staffel momentan ebenfalls über unsere Bildschirme und Monitore flimmert. Wenn das kein Pluspunkt ist, dann wissen wir auch nicht.

Aber nicht nur der Soundtrack ist eine Erwähnung wert, auch die Openings und Endings sollten nicht außer acht gelassen werden. So erfreuen sich vor allem die von der Rockband Spyair gespielten Openings „Imagination“ und „I’m a Believer“ nicht nur unter den Fans der Volleyballstory allergrößter Beliebtheit. Das aktuelle Opening stammt wie das zur dritten Staffel übrigens von den Burnout Syndroms, die uns zuletzt mit „Hello, World!“ in die Welt von Dr. Stone entführt haben, und bringt uns genau jenes epische Gefühl, für das wir die Musik der Serie so sehr lieben: aufstehen, weiterkämpfen und alles geben!


Haikyuu!! ist … mehr als nur Volleyball!

© 2014 FURUDATE Haruichi / Production I.G

Wie jeder Shounen-Anime glänzt Haikyuu!! auch abseits des Hauptthemas und bereichert das Fanherz nicht nur mit nervenaufreibenden Spielen und heißblütigen Rivalitäten, sondern gibt uns auch die eine oder andere Weisheit mit auf den Weg, die unser eigenes Leben um einiges bereichern kann.

Neben dem klassischen „Gib niemals auf!“, das bei keinem Vertreter dieses Genres fehlen darf, bringen uns Hinata und seine Freunde außerdem näher, uns und unsere Schwächen zu akzeptieren, so schwer uns das auch fällt. Niemand ist perfekt und so manche Schwäche erscheint unüberwindbar. Es kommt immer darauf an, was wir daraus machen. Vielleicht können wir unsere größte Schwäche ja irgendwann sogar in unsere größte Stärke verwandeln, wenn wir es nur richtig anstellen.

Auch das Erwachsenwerden ist ein großes Thema der Serie. Wer sind wir und wo wollen wir hin? Genügen wir uns und unserer Umwelt und was geschieht, wenn nicht? Ist der Weg, den wir einschlagen wollen, tatsächlich der richtige oder haben wir uns auf halber Strecke verirrt? Und was tun wir, wenn unsere Ziele in unerreichbare Entfernung verschwinden? Und am allerwichtigsten: Wofür kämpfen wir eigentlich?

All das sind Fragen, die uns seit Beginn unserer Jugend beschäftigen und auf die wir möglicherweise niemals eine Antwort finden werden. Zu sehen, dass andere mit denselben Gedanken kämpfen und möglicherweise sogar zu einer Antwort gelangen, gibt doch ein ungemein tröstliches Gefühl. Und wer weiß, vielleicht motiviert das ja sogar den einen oder anderen von uns, sich ebenfalls auf die Suche nach jenen Antworten zu begeben, so unnahbar sie auch erscheinen mögen.


Das könnte dich auch interessieren!


Jetzt seid ihr gefragt!

Warum habt ihr euch in Haikyuu!! verliebt? Wodurch hebt sich die Serie von anderen Sportanime ab?

Schreibt es uns in die Kommentare!

2
Hinterlasse einen Kommentar

avatar
1 Kommentar Themen
1 Themen Antworten
2 Follower
 
Kommentar, auf das am meisten reagiert wurde
Beliebtestes Kommentar Thema
2 Kommentatoren
Toshiro202Stiles Clover Letzte Kommentartoren
  Abonnieren  
neueste älteste meiste Bewertungen
Benachrichtige mich bei
Stiles Clover
Gast
Stiles Clover

ich lieb Haikyuu wirklich über alles aber die Staffel 4 schafft es bisher echt nicht den selben effekt auszulösen :/ zwar gefällt mir der Trainings ark story technisch sehr aber der artstyle ist echt grausam und teilweise wirken die Animationen irgendwie nicht mehr so flüssig wie zuvor… Also kurz gesagt fühlt sich Staffel 4 bisher wie ein downgrade an was aus meinem Mund merkwürdig ist da es für mich eigentlich keinen besseren Anime als Haikyuu gibt.

Toshiro202
Gast
Toshiro202

Da kann ich dir überhaupt nicht zustimmen. Besonders in der aktuellsten Folge (Folge 6) hab ich mich genau wie in den Folgen davor gefühlt, und den neuen Stil, der nun sehr nah an den Manga ran kommt, gefällt mir persönlich ganz gut 😀 Ist natürlich völlig subjektiv.
Und besonders in der aktuellen Folge sieht man auch, dass die Animationen nicht wirklich abgenommen haben. Ich glaube man übersieht das einfach nur, weil man sich an den Stil gewöhnen muss ^^