©Atsushi Ohkubo, KODANSHA/ “FIRE FORCE” Production Committee

Eine kreative Story-Idee, sympathische Charaktere, spannende Kämpfe und nicht zuletzt schillernde Animationen machen Fire Force zu einem der Toptitel der aktuellen Season! Wir haben hinter die Kulissen geschaut und stellen euch die Leute vor, die für diesen Bombast verantwortlich sind!

Sowohl Sakuga-Fans, als auch der eher mainstreamorientierte Kreis der Anime-Szene blickten in den vergangenen Monaten gespannt auf Fire Force, einem der (wortwörtlich) heißesten Titel der aktuellen Summer Season.

Das liegt einerseits daran, dass die Serie das neueste Werk des Soul Eater-Schöpfers Atsushi Ohkubo adaptiert und andererseits daran, dass der Anime ein selten interessantes Produktionsteam um Regisseur Yuki Yase versammelt, das die Kämpfe der Fire Force mit entsprechender Bildgewalt zu inszenieren weiß.

Wir haben uns auf Spurensuche begeben und erklären euch, wie ein Ausnahmeprojekt wie dieses erst zustande kommen konnte und wer genau für die beeindruckendsten Szenen der Serie verantwortlich zeichnet!

Wo kann ich den Anime schauen?

Fire Force ist auf Japanisch mit deutschen Subs beim Simulcast-Anbieter Wakanim verfügbar. Dort erwartet euch jeden Freitag eine neue Episode.

Eine geSHAFTige Produktion

Wer sich ein wenig durch die Liste der Beteiligten scrollt, wird schnell feststellen, dass egal ob Animatoren, Drehbuchautoren oder Regisseur Yase selbst, ein Großteil der Fire Force-Crew lange Zeit mit dem Kreativstudio SHAFT zusammengearbeitet hat.

Der Director ist deutschen Fans dabei hauptsächlich durch seine Arbeit an Mekakucity Actors im Jahr 2014 bekannt, das das bekannte Kageru Project in die bunte Welt der japanischen Animation hieven sollte, doch aufgrund des beliebig wirkenden Einsatz von grellen Farben und der undurchsichtigen Story einen eher zweifelhaften Ruf genießt.

Wie viele spätere Werke von SHAFT wird Mekakucity Actors für Eintönigkeit und Langeweile kritisiert. | © じん / 1st PLACE・メカクシ団アニメ製作部

Die Antwort auf die Frage, warum der Regisseur eines so durchwachsenen Projektes plötzlich einen der beliebtesten Anime der Season inszeniert und dabei kaum noch wiederzuerkennen ist, ist dieselbe, wie warum SHAFT generell kaum noch von sich hören macht: Der nach seinem Debüt in Tsukuyomi: Moon Phase etablierte und in Puella Magi Madoka Magica und Bakemonogatari etablierte Stil des Regisseurs Akiyuki Simbo aus ungewöhnlicher Kameraarbeit, kreativen Schnitten, sowie bunten Formen und Farben war für das Studio sowohl Segen als auch der spätere Fluch.

Denn nachdem SHAFT mit den beiden vorangenannten nicht weniger als zwei der erfolgreichsten Anime aller Zeiten produzierte, war das Studio in seinem Image als farbenfrohe Kreativschmiede gefangen und konnte Erwartungen von Fans und Auftragnehmern nur noch bedingt erfüllen – Kreativität auf Knopfdruck hat schließlich noch nie funktioniert. So verwandelte sich SHAFTs Experimentierfreude in das Wiederholen derselben eintönigen Formeln, das die an den Projekten beteiligten Künstlern Zaumzeug anlegte und sie so nach und nach vergraulte.

Mit den Beteiligten des Movies Kizumonogatari finden sich im Fire Force-Staff einige der talentiertesten SHAFT-Fragmente. | © 西尾維新/講談社・アニプレックス・シャフト

Nachdem die talentierten Schöpfer des SHAFT-Kosmos von der Produktionsstätte abwendeten, widmeten sie sich neuen Projekten – wie etwa Fire Force beim Studio David Production.

Große Flammen – große Namen

Neben den SHAFT-Stammgästen, die größtenteils aus der Besetzung der legendären Kizumonogatari-Filme stammen, finden sich noch weitere beeindruckende Projekte im Portfolio der Fire Force-Animatoren: So sind ebenfalls Teile des Animationsteams von Sword Art Online, Tokyo Ghoul oder dem Basketball-Anime Ro-Kyu-Bu! beteiligt, um die lodernden Flammen und knalligen Actionsequenzen in Szene zu setzen.

Unter ihnen ist in etwa Hiroyuki Ookaji, der für einen weiten Teil der beeindruckenden Actionszenen verantwortlich zeichnet. Bereits in Mekakucity Actors bewieß der Zeichner, welches Talent er unter Yase-sans Führung entfalten kann und steigerte dieses in Fire Force mit authentischen und detaillierten Charakterbewegungen:

Auch mit von der Partie ist Animations-Ass Kazuhiro Miwa, der sein Talent für dynamische Angriffsszenen mit einem Mix aus sportlichen Bewegungskombinationen, Speedlines und clever eingesetzter Slowmotion bei einem Projekten des Studios Bones wie etwa My Hero Academia oder Noragami unter Beweis stellen konnte. In Fire Force spielte er genau diese Stärken aus und ließ Shinra einige mitreißende Angriffe entfesseln:

Einer der größten Schwergewichte im Fire Force-Team ist jedoch Yasuyuki Kai. Der erfahrene und unter anderem für die Inszenierung der mitreißenden Volleyball-Matches in Haikyuu!! verantwortliche Animator präsentiert in Fire Force krasse Actionszenen in krasser Länge.

Egal ob Bewegung der Charaktere, Mimik, Flammen, Partikel, Synchronisation mit dem Hintergrund oder Aufbau der Action – in Yasuyuki-sans Sequenzen stimmt jedes kleine Detail und so entfalten sich Sakuga-Parts von beeindruckender Länge und noch beeindruckenderer Wirkung:

Ein hochkarätiges Team ist für eine erfolgreiche Produktion natürlich ebenso entscheidend wie ein üppiger Zeitplan: Schließlich ist selbst der talentierteste Staff nicht dazu in der Lage, unter immensem Zeitdruck gute Ergebnisse zu erzielen.

Zumindest die ersten Episoden von Fire Force scheinen dabei bereits seit längerer Zeit fertig auf den David Production-Servern zu liegen – denn bereits weit vor Ausstrahlung wurden erste Sakuga-Szenen enthüllt, die auf einen gesunden Erstellungsprozess hinweisen. Doch in den letzten Folgen schmälert sich das zuvor durchgehend positive Gesamtbild ein wenig, da sich die gewaltigen Sakuga-Feste immer mehr mit leider recht generischen Kampfanimationen vermischen.

Nichtsdestotrotz lässt sich festhalten, dass Fire Force künstlerisch und gerade animationstechnisch eine der wohl beeindruckendsten und ambitioniertesten Serien der aktuellen Summer Season darstellt.

Mehr Blicke hinter die Türen der Anime-Industrie?

Jetzt seid ihr gefragt!

Was haltet ihr von den Animationen bei Fire Force? Beeindruckendes Sakuga oder overhypte Pseudo-Action?

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Philipp PhanNico Dreyarhabsgleich Letzte Kommentartoren
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habsgleich
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habsgleich

Fire Force ist für mich der Beste Anime dieser Season, die Animationen sind einfach Abgefahren, der Sound brachial, Story nimmt einen seit der 1. Folge mit! Ich hab absolut nichts an diesen Anime auszusetzen, außer das ich immer eine Woche warten muss-_-

Nico Dreyar
Gast
Nico Dreyar

Ein toller Anime dem man aufjedenfall eine Chance geben sollte! 🙂

Philipp Phan
Gast
Philipp Phan

Sehr schöne Analyse zu den Animationen von Fire Force – ich habe selbst bemerkt, dass einige Szenen bzw. Szenenübergänge mich an Shaft erinnert haben und als ich dann nach dem Team geguckt hatte, kam mir nur ” Hmm deshalb also, na klar… “. Mein Bruder, als Shaft-Fanboy, scheint es, aber nicht ganz wahrgenommen zu haben, weil (zum Glück) nicht Akiyuki Shinbo beteiligt war. Ich denke man merkt hier deutlich, dass Studio Shaft seinen Ruhm nicht nur einem Regisseur zu verdanken hatte, sondern von einem guten Team von talentierten Leuten stark unterstützt wurde. Bis jetzt ist es ein recht gelungenes Werk… Weiterlesen »