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Square Enix hat uns nach Tokio eingeladen, um uns das Fan Festival zu Final Fantasy XIV anzuschauen. Dabei gab es einige Neuigkeiten zum MMO und dem kommenden Addon Shadowbringers. Außerdem verraten wir, wie so ein Event überhaupt abläuft.

Normalerweise schauen wir uns Neuigkeiten in der Regel übers Internet an: Entweder kommt eine Live-Übertragung mit neuen Nachrichten, ein Publisher gibt Pressemitteilungen heraus, oder jemand aus einem Entwicklerteam lässt über irgendeine Plattform Informationen auf die Welt los. Final Fantasy XIV macht das ein bisschen anders.

Seit 2014 lädt Square Enix alle zwei Jahre zu einem Fan-Festival ein, das innerhalb eines Jahres auf drei Kontinenten stattfindet: Europa, Nordamerika und Japan. 2019 hat das große Finale der Tour einmal mehr in Tokio stattgefunden und der Publisher hat uns ins Land am anderen Ende der Welt eingeladen. Was das Final Fantasy XIV Fan-Festival 2019 Tokio genau ist, was es Neues zur kommenden Erweiterung Shadowbringers gibt und wieso es eine ganz besondere Veranstaltung bleibt, verraten wir euch hier.

Alle Neuigkeiten vom Fan Festival 2019 Tokio

Fürs Finale der aktuellen Fan-Festival-Tour in Tokio haben sich die Macher noch ein paar spannende Neuigkeiten aufgehoben. Im Fokus stand dabei das Addon Shadowbringers, das am 2. Juli 2019 erscheinen und das Spiel auf die Version 5.0 hieven wird. Das Addon spielt in einer völlig neuen Welt, in der wir das Licht bekämpfen müssen. Denn dieses entscheidet den Kampf gegen die Dunkelheit langsam für sich, was aber auch das Gleichgewicht aus den Fugen reißen und alles verschlingen würde.

Die Geschichte spielt in einem neuen Gebiet namens The First, der Spiegelwelt von Eorzea, in dem wir vor allem zwei großen Städten einen Besuch abstatten: Norvrandt und Eulmore. Ersteres ist die letzte Bastion der Menschen, von der aus sie gegen das Licht kämpfen. Besonders auffällig ist hier der imposante Kristallturm.

Eulmore erinnert optisch hingegen eher an Alice im Wunderland und beherbergt dicke und dekadente Menschen. Sie haben sich mit ihrem Schicksal abgefunden und wollen ihre letzten Tage lieber in Saus und Braus verbringen. Neben den Städten wird es im Addon auch in das Waldgebiet Rak’Tika, das Märchengebiet Il Mheg, die verwüstete Region Amh Araeng und das Umland Lakeland gehen.

Außerdem hat Square Enix in Tokio die neue Rasse der Hrothgar angekündigt, ein reines Männervolk. Grund für diese Entscheidung sind die bereits vorher angekündigten Viera, die Fans aus Final Fantasy XII kennen. Bei ihnen leben die Männer im Verborgenen und um der Lore treu zu bleiben, gibt es im MMORPG auch keine Kerle zum Spielen.

Diesen Mangel sollen die Hrothgar wieder ausgleichen – es ist aber nicht völlig undenkbar, dass beide Rassen zu einem späteren Zeitpunkt noch das andere Gender spendiert bekommen. Eine zusätzliche Erweiterung ist der neue Job Tänzer. Dabei handelt es sich um einen Fernkampf-Damage-Dealer, der seine Gruppe auch mit kurzfristigen Buffs unterstützen kann. Außerdem gab es noch folgende kleinere Enthüllungen:

  • Maximallevel wird von 70 auf 80 angehoben
  • 24-Personen-Raid »YorHa: Dark Apocalypse« in Anlehnung an NieR: Automata
  • Neuer Boss, designt vom Kingdom-Hearts-Director Tetsuya Nomura
  • Neuer wilder Stamm: Zwerge
  • New Game+, in dem wir die Geschichte mit einem hochgelevelten Charakter noch einmal erleben können
  • Shadowbringers-Early-Access ab dem 28. Juni 2019 für alle Vorbesteller
Fans von NieR: Automata dürfen in Final Fantasy XIV bald einen ganz besonderen Raid erleben.

Final Fantasy XIV: Eine kleine Einführung

Wer noch nicht viel über das Online-Rollenspiel weiß, für den haben wir hier eine kleine Zusammenfassung parat. Bei dem vierzehnten Ableger der ehrwürdigen Rollenspielserie handelt es sich um den zweiten Online-Ableger. Am 30. September 2010 ist der Titel für den PC erschienen und hat aus dem Stand weg die gesamte Marke ganz schön in Verruf gebracht.

Denn das MMORPG war gelinde gesagt nicht fertig. Es setzte auf Gender-Locks – Rassen waren so auf ein Geschlecht festgesetzt –, wir mussten für jeden Angriff auf eine Taste drücken – was in einem Online-Rollenspiel ein absolutes Unding ist – und die Technik war zwar hübsch, brachte aber jeden PC an seine Grenzen. Flüssige Bildraten waren einfach unmöglich, weswegen diese Version auch nie auf die Konsolen gekommen ist.

Die Lösung lautete Naoki Yoshida. Der Producer und Director ließ sich von anderen erfolgreichen MMOs inspirieren und werkelte lange mit seinem Team an einer Version 2.0. Das Ergebnis ist als A Realm Reborn am 27. August 2013 für PC und PlayStation 3 erschienen und im Grunde ein komplett neues Spiel, das seitdem eine zuverlässige Unterstützung der Macher erhält.

Wie ein Uhrwerk erhält Final Fantasy XIV alle drei Monate neue Updates, in denen etwa Raids, Prüfungen und Gegenstände stecken – und dazwischen erscheinen ebenfalls immer wieder kleinere Patches, die das Spielerlebnis verbessern. Zudem haben sich die Entwickler auch mit einer Geste bei den Fans entschuldigt, die die ersten drei Jahre tapfer durchgehalten haben: Sie bezahlen weniger Monatsgebühren und tauchen sogar in den Credits auf.

Naoki Yoshida hatte in Tokio Heimspiel und erzählte ganz entspannt von den kommenden Updates.

Was ist ein Final Fantasy XIV Fan Festival?

Ein Final Fantasy XIV Fan Festival ist eine zweitägige Messe, auf der sich alles nur um das Online-Rollenspiel dreht. Besonderheit ist das Entwickler-Team, das zu großen Teilen selbst vor Ort ist. Naoki Yoshida höchstpersönlich führt durch das Programm auf der Hauptbühne und einzelne Autoren, Programmierer und Künstler beantworten Fragen der Fans und geben Einblicke hinter die Kulissen.

Danach finden weitere Veranstaltungen im Laufe der zwei Tage statt, etwa ein Cosplay-Wettbewerb, ein Klavierkonzert und offizielle PvP (Player versus Player) -Wettkämpfe. Natürlich können alle Fans aber auch mehr tun, als nur dem Bühnenprogramm zu folgen. Sie können die neuesten Dungeons und Raids vor dem Release ausprobieren, an besonderen Challenges teilnehmen, oder einfach Merchandise vom Spiel kaufen.

Außerdem laufen die Entwickler auch gerne einmal selbst durch die Halle und stellen sich auch ganz direkt den Fans der Fragen – man muss nur Japanisch beherrschen. Für alle, die nicht direkt teilnehmen können, bietet so ein Fan-Fest aber auch genügend Anreize, den Stream zu schauen. Denn in der Hauptshow kündigt Square Enix immer eine ganze Reihe an Neuigkeiten an.

Überall auf der Messe haben Fans die Gelegenheit selbst Hand an die Neuerungen zu legen.

Besonderheiten vom Standort Tokio

Neben den fast schon obligatorischen Punkten so eines Fan-Festes ist aber insbesondere der Standort Tokio wirklich einmalig. Denn hier haben Naoki Yoshida und sein Team Heimspiel und das merkt man ihnen auch zu jedem Zeitpunkt an.

In vielen Fällen, etwa auf der E3 in den USA, erleben wir japanische Hersteller und Entwickler eher kurz angebunden, oder lauschen einem fast schon unverständlichen Englisch. Das beides kommt nicht von ungefähr: Internationale Präsentationen müssen international verständlich und damit auf Englisch sein – logisch.

Weil aber die japanische und die Weltsprache so fundamental unterschiedlich sind, müssen die Personen entweder alle drei Sätze unterbrochen und übersetzt werden, oder versuchen es mit einem starken Akzent selbst. Wie locker und entspannt das Team sein kann, merken wir in Tokio.

Die Entwickler selbst stehen während des Fan Festivals nicht nur auf der Bühne herum, sondern mischen sich später auch unters Volk.

Yoshida erzählt lässig von den bevorstehenden Präsentationen, quatscht in drei Slots mit einigen Mitarbeitern und kann auch mal improvisieren – wenn etwa ein Mikrofon gecheckt werden muss und er einfach irgendetwas hineinredet. Diese Lässigkeit hat auch mit dem Team hinter den Kulissen zu tun, wie wir von den Square Enix-Mitarbeitern erfahren. Denn zwischen ihnen und den Entwicklern gibt es keine kulturelle oder eine Sprachbarriere. Abläufe und Wünsche von Yoshida können ohne Probleme umgesetzt werden.

Das Heimspiel tut den Machern gut und das wirkt sich auch wieder auf die Besucher aus. Einfach jeder Fan in der Halle hat ein Grinsen auf dem Gesicht und freut sich einfach darüber, da zu sein. Einfach ihr Spiel zu feiern, sich mit Gleichgesinnten zu treffen und Spaß zu haben.

Die Menschen auf dem Fan Festival haben vor allem eines: Eine ganze Menge Spaß.

Abschließende Gedanken

Das Final Fantasy XIV Fan Festival 2019 Tokio war ein ganz besonderes Erlebnis. Nicht nur, weil es für mich die erste Reise nach Japan war. Sondern auch, weil es sich einfach als eine durchweg positive Erfahrung gestaltete. Jeder Mensch in dieser Halle hatte einfach Lust, da zu sein, und wollte die Zeit dort genießen. Jeder ist respektvoll mit dem anderen umgegangen.

Dass die Ankündigungen der Rassen mit Gender-Lock international nicht gut angekommen sind, ist da verschmerzbar. Denn diese Veranstaltung war, wie auch schon die davor, für die Fans – und die haben sich wohl gefühlt – sofern sie denn Japanisch verstanden, oder einen Übersetzer dabeihatten.

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Linda
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Linda

Ein sehr schöner Bericht!
Da bekomme ich nun noch mehr Lust, nach langer Pause wieder ins Game einzusteigen. Die Hrothgar finde ich optisch unfassbar gelungen. Aber ich müsste mir bei einer Änderung der Rasse einen passenden männlichen Namen einfallen lassen und mit denen tue ich mich sehr schwer… xD Sollte es tatsächlich irgendwann mal für beide Rassen noch das jeweils andere Geschlecht eingeführt werden, weiß ich aber, was meine kleine Miqo’te werden wird. ^^

Danke für den tollen Einblick in das Fanfest in Tokyo, gerade dort ist es ja immer was Besonderes.

Leyaa
Gast
Leyaa

Stimme dir voll und ganz zu. Vielleicht warte ich mit meiner Rückkehr zu FFXIV bis sie die Hrothgar Rasse auch für Weibliche anbieten. 😀

Arrior
Gast
Arrior

Hilfe, FFXIV wird Mainstream xD