©TYPE–MOON / FGO7 ANIME PROJECT

Spektakuläre Actionszenen rücken den neuesten Anime aus dem Fate-Franchise ins Rampenlicht – doch kann sich Grand Order mit den anderen Vertretern messen?

Möchte man sich heutzutage mit dem Fate-Franchise beschäftigen, kommt man um das Handyspiel Fate/Grand Order nicht herum. In Japan und Amerika ein Massenphänomen unter Otakus, übersteigt das Spin-off der 2004 veröffentlichten Visual Novel Fate/stay night seine Hauptgeschichte bei Weitem und hat nach einigen OVA-Anläufen nun auch den Sprung zur Anime-Serie geschafft.

Dabei ließ »Absolute Demonic Front: Babylonia« schon im Vorfeld Sakuga-Fans aus aller Herren Länder durch das Versprechen auf ein einmaliges Actionspektakel aufhorchen. Doch kann die Serie auch abseits von schillernden Farben und mitreißenden Fights überzeugen? Wir ziehen ein Zwischenfazit nach Episode 13 und erklären, was eine gute Adaption ausmacht!

Der folgende Artikel enthält Spoiler zur aktuellen Episode des Fate/Grand Order-Animes! Weiterlesen auf eigene Gefahr!
Außerdem spiegelt dieser die Meinung des Verfassers nach Episode 13 wieder und steht nicht stellvertretend für die gesamte Ninotaku-Redaktion. Wenn ihr in bestimmten Punkten anderer Ansicht seid, schreibt sie gern in die Kommentare!


Wo kann man den Anime schauen?

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Auf eigenen Beinen …

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Ein großes Problem des Fate/Grand Order-Animes ergibt sich schon aus seiner grundlegenden Chronologie: Denn abgesehen von diversen (nie im Westen veröffentlichten) Comedy-Specials und der zwischen Part 1 und Part 2 des Spiels angesiedelten OVA »Moonlight Lostroom«, schließt Babylonia an den 2017 erschienen Prolog »First Order« an – und lässt alles dazwischen völlig aus. Für Anime-Zuschauer bleiben die Fragen, was denn nun aus Mastermind Lev Leinur geworden ist, wie Mash an den wahren Namen ihres Noble Phantasms gekommen ist und was König Salomon mit der Vernichtung der Menschheit zu tun hat völlig ungeklärt.

Gelegentliche Flashbacks sind der einzige Versuch, die Lücke zwischen den Singularitäten zu füllen. | ©TYPE–MOON / FGO7 ANIME PROJECT

Die Geschichte Babylonias selbst verläuft im Grunde genau so wie die vorherigen sechs Singularitäten: Ritsuka und Mash werden in eine alternative Vergangenheit beschworen, um den Lauf der Geschichte geradezurücken und den Untergang der menschlichen Spezies so zu verhindern. Um das zu erreichen, begeben sich die beiden auf einen spaßigen Roadtrip, in dem sie auf einige historische Persönlichkeiten treffen, neue Lektionen fürs Leben lernen und einen spektakulären Kampf nach dem anderen bestreiten.

Charaktere wie Tsundere-Göttin Ishtar haben in der Adaption nichts von ihrer Sympathie verloren. | ©TYPE–MOON / FGO7 ANIME PROJECT

Der eigentliche Verlauf der Story ist also im Grunde nur eine Aneinanderreihung von Reisen und Kämpfen – und genau hier liegt das Problem von Fate/Grand Order und gleichzeitig das zahlreicher Videospielverfilmungen. Denn während die andauernden Fights den Spieler noch vor eine fesselnde Herausforderung stellen, fühlt sich der Storyverlauf als Anime schlicht und ergreifend ermüdend an, da abseits des Wegesrandes schlichtweg nicht viel passiert.


Fluch und Segen

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Es wäre falsch, zu behaupten, dass Regisseur Akai und sein Team für die Adaption von Babylonia einen gänzlich falschen Ansatz gewählt hätten, denn der Fokus der Serie liegt ganz klar auf brachialer Action!

Die sich wie ein Best-of der vergangenen Sakuga-Jahre lesende Liste der Animatoren sorgt unter einem quietschgesunden Zeitplan für Actionszequenzen, die im Anime-Bereich weit und breit ihresgleichen suchen.

So inszeniert beispielsweise The Promised Neverland-Sternchen Ken Yamamoto dem Kampf mit Quetzalcoatl mit jeder Menge kinetischer Energie eine ausgefuchste Choreographie, die einen selbst beim mehrmaligen Anschauen immer noch kleine Details finden lässt. Andere Kämpfe stehen diesem Highlight in nichts nach und fast jedes Aufeinandertreffen verschiedener Heldengeister gipfelt in einem bahnbrechenden Spektakel.

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Dort liegt aber meiner Meinung nach auch das größte Problem der Serie begraben: Denn so viel Gehirnschmalz aus dem Hause Akai in die Actionszenen geflossen ist, so unausgegoren fühlt sich alles andere an. Die Erzählung des Anime wirkt, als würde sie einfach die Missionen der Vorlage aneinanderschweißen. Die komplexen Wertvorstellungen, Gedanken und Gefühle der Charaktere, tiefsinnige Dialoge und Hintergründe der Welt werden in kurzen Zwischenschritten abgefrühstückt, um möglichst schnell zum nächsten mitreißenden Kampf zu gelangen.

Obwohl Figuren wie Inkubus Merlin von Nasus Fähigkeit zur Charakterisierung zeugen, erreichen sie nie die Höhen anderer Fate-Ableger. | ©TYPE–MOON / FGO7 ANIME PROJECT

So will trotz der Bildgewalt einfach keine wirkliche Atmosphäre aufkommen und der Anime wirkt weniger wie eine kohärente Geschichte mit stimmungsvollem Aufbau, sondern eher wie ein 24-minütiger Mix aus Charaktermomenten und Actionszenen.

Das ist schade, denn mit mehr Freiheit beim Adaptieren und einer entsprechend sorgfältigen Herangehensweise hätte man die Story von Fate-Schöpfer Kinoko Nasu in einen standfesten Abenteuer-Anime verwandeln können – so bleibt es ein hochwertig animiertes Fanservice-Fest für Spieler des Handygames.


Trotz allem: Explosives Abenteuer!

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Obwohl ich mit der Herangehensweise der Serie ziemlich hart ins Gericht gegangen bin, mag ich Fate/Grand Order – Babylonia. Denn das Team hinter der Serie singt eine leidenschaftliche Liebeshymne an die Vorlage und liefert gleichzeitig die wohl hochwertigste Produktion seit Mob Psycho 100 II. Wer Fate mag und um die tonalen Unterschiede zur Hauptreihe weiß, sollte sich einen Blick auf keinen Fall entgehen lassen!

Allen anderen empfehle ich, die Serie mit gemäßigten Erwartungen zu beginnen, euch zuvor über die vorherigen Storyereignisse zu informieren und sich statt bedeutungsschwangerer Intressenkonflite eher auf lockeres Popcornkino einzustellen. So erhält man nämlich eine lebhafte Serie mit witzigen Charaktermomenten und bahnbrechender Action, die man durchaus genießen darf – nicht mehr und nicht weniger.


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Jetzt seid ihr gefragt!

Was ist eure Meinung zu Fate/Grand Order – Babylonia? Und welchen Servant aus der Serie würdet ihr gerne beschwören?

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DieserandereBefehlszauber
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DieserandereBefehlszauber

Ich finde der Anime ist eine gute Adaption die sich gut mit Animes wie Fate/Apocrypha und Fate/Last Encore mithalten kann

Meteorc
Gast
Meteorc

Fate/Apocrypha fand ich deutlich besser.
Bei Fate/Extra Last Encore kann ich es überhaupt nicht nachvollziehen was daran gut sein soll. Ich hab mich bei jeder Folge gelangweilt. Der Plot war sehr wirr.

_wehyxx
Gast
_wehyxx

Ich finde Grand order übertrifft alle spin offs und kann ganz gut mit den ufotable adaptionen mithalteon wobei die noch in einer anderen liga spielen. Ich finde grand order aber um einiges besser als apocrypha und VIEL besser als last encore

Cacho
Gast
Cacho

Hi, ich stimme dem Artikel voll zu. Die Komposition der Handwerkskunst der Zeichner mit den philosophischen Fragen der Autoren, dass war ich fate/ stay Night und Fate/Apocrypha um Längen besser.