©TYPE–MOON / FGO7 ANIME PROJECT

Im neuen Ableger Fate/Grand Order reißt das legendäre Fate-Franchise erneut uralte Götterlegenden und längst vergessene Heldensagen aus ihrer Starre und haucht ihnen als Teil eines monumentalen Anime-Abenteurs neues Leben ein! Wir haben uns mit den Hintergründen der vorkommenden Servants beschäftigt und erklären euch, woher die Heldengeister stammen!

Noch nie war die Geschichte der Servants, auf magische Weise wiedererweckte Helden aus Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft, so real wie in Fate/Grand Order! Statt als Pokémon-artiger Begleiter an der Seite ihrer Master in den Krieg um den Heiligen Gral zu ziehen, zeigen sich die Ehrfurcht hervorrufenden Götter und Könige bei der Reise ins alte Mesopotamien in ihrem ganz natürlichen Habitat!

Und obwohl natürlich Geschichten frisiert und ausgeschmückt, Persönlichkeiten angepasst und Geschlechter umgewandelt werden, basieren auch die Helden im neuesten Fate-Ableger auf historische Persönlichkeiten oder mythologische Figuren – wir nehmen heute den Zeigestock in die Hand und laden euch zu einer kleinen Geschichtsstunde ein, in der wir uns auf die Spuren längst vergangener Zeiten begeben …

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Gilgamesh (Caster) & Enkidu (Lancer)

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Wer sich bereits ein wenig im Fate-Universum umgeschaut hat, dem wird der goldglitzernde König der Helden Gilgamesh in seiner Archer-Form wohlbekannt sein! Wie alle göttlichen Persönlichkeiten Uruks mit einem blonden Haupt geschmückt, entstammt der stolze Krieger der ältesten Erzählung der Menschheitsgeschichte – dem Gilgamesh-Epos, der ungefähr um das Jahr 1800 vor Christus herum im fernen Babylonien entstand und um den sich bis heute immer noch zahlreiche Rätsel und Legenden ranken.

Eigentlich wäre unsere Vorstellung an dieser Stelle schon vorbei, doch bei dem gelangweilt den Thron wärmenden König aus Babylonia handelt es sich nicht um dieselbe Person wie die, die einst in Fuyuki den Gralskrieg aufmischte – denn die Grand Order-Inkarnation Gilgameshs ist streng genommen kein Servant, sondern die tatsächliche historische Persönlichkeit! Ritsuka und Mash begegnen mit Caster-Gil einem deutlich älteren Ich des Heldenkönigs, das die tragischen Ereignisse seines Epos bereits hinter sich gebracht und somit eine Menge Reife erlangt hat, die seiner Archer-Inkarnation noch fehlt.

Der Enkidu, dem Ritsuka und Mash begegnen ist nicht ganz das, was er zu sein scheint … | ©TYPE–MOON / FGO7 ANIME PROJECT

In diesem war Gilgamesh als fürchterlicher Tyrann bekannt, der seine Untertanen mit stetigen Demütigungen und unmenschlichen Bauprojekten dazu zwang, die Götter um Hilfe anzurufen. So entschloss sich die Muttergöttin Aruru dazu, aus Lehm das Wesen Enkidu zu formen, das nach einem Leben mit den Tieren der Steppe von der Prostituierten Šamḫat nach Uruk geführt wird. Dort lassen Enkidu und Gilgamesh in einem ersten Kampf ordentlich die Fetzen fliegen, bevor sich die beiden als ebenbürtig anerkennen und eine tiefe Freundschaft zueinander schließen.

Als ein Herz und eine Seele erleben die beiden nun zahlreiche gemeinsame Abenteuer, die jedoch nach und nach außer Kontrolle geraten und so den argwöhnischen Blick der Götter auf sich lenken, die Enkidu daraufhin mit einem Fluch versehen. Dieser stirbt nach einem zwölftägigen Todeskampf und konfrontiert den sich bis dato für unsterblich haltenden Gilgamesh mit seiner eigenen Sterblichkeit. Voller Verzweiflung begibt er sich auf eine Suche nach der Pflanze der ewigen Jugend, die jedoch auf dem Rückweg von einer Schlange gefressen wird, die sich anschließend zum allerersten Mal häutet.

Enkidus Tod ließ Gilgamesh reifen und verwandelte ihn in einen fairen und starken Herrscher. | ©TYPE–MOON / FGO7 ANIME PROJECT

Dieses Ereignis führt Gilgamesh vor Augen, dass die Unsterblichkeit außerhalb seiner Reichweite liegt und der einzige Weg, niemals aus dieser Welt zu entschwinden, ein Ruf als barmherziger und starker König ist. In der Realität von Fate/Grand Order gerät zu diesem Zeitpunkt der Heilige Gral ins alte Mesopotamien und setzt zahlreiche mysteriöse Ereignisse in Gang, zu denen auch das Wiederauftauchen des eigentlich verstorbenen Enkidu gehört …

Ishtar (Archer)

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Wenn es um die Gottheiten Mesopotamiens geht, dauert es nicht lange, bis der Name der Ishtar fällt: Mit ihrem wunderschönen Äußeren nicht nur als Vorlage zahlreicher zweifelhafter Hentai-Doujinshis, sondern auch als Göttin der Lust und des Krieges bekannt! Sie ist nicht weniger als die mächtigste Göttin Uruks und bringt durch zahlreiche Parallelen zum Magiermädchen Rin Tohsaka aus der Hauptreihe den gemeinen Fate-Kenner ordentlich ins Grübeln.

Grund dafür ist nicht etwa der Einfallsreichtum, was Charakterdesigns im Hause Type-MOON angeht, sondern ihre Existenz als Pseudo-Servant – denn da auch in der Realität zahlreiche Darstellungen Ishtars existieren und niemand ihr genaues Aussehen so richtig kennt, wählte der Heilige Gral aufgrund der Ähnlichkeiten Rin als Gefäß für Ishtars Persönlichkeit aus.

Ob im Gilgamesh-Epos oder Fate – Ishtar ist mit dem Image einer nutzlosen Göttin gebrandmarkt. | ©TYPE–MOON / FGO7 ANIME PROJECT

Gar nicht mal so unpassend, ist die Göttin doch schließlich auch im Gilgamesh-Epos ein waschechter Wildfang: Nachdem sie die Beschwerden der Frauen Uruks entgegennahm und so die Erschaffung Enkidus anstieß, liegt sie permanent mit dem Herrscher im Zwist: Nachdem der König und Enkidu gemeinsam die Zedern ihres Waldes abholzen und sie sich obendrein noch in Gilgamesh verliebt, jedoch trotz ihrer sexuellen Anziehungskraft eiskalt abgewiesen wird, hat ebender nichts weiter als Hohn und Spott für die eigentlich so noble Göttin übrig.

Wutentbrannt sorgt Ishtar dafür, dass der Himmelsstier Gugulanna Uruk überfällt und in der Stadt einen gewaltigen Schaden anrichtet, jedoch von Gilgamesh und Enkidu gemeinsam geschlagen werden kann. Somit geht Ishtar als »nutzlose Göttin« mal wieder völlig leer aus, doch scheint (zumindest in ihrer Fate/Grand Order-Version) ihren Stolz noch nicht über Bord geworfen und den Kampf gegen Gilgamesh immer noch nicht ganz aufgegeben zu haben!

Jaguar Man (Lancer)

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Während die Hauptgeschichte zu Fate seine Tonalität als düsterer Magierkrieg zum Großteil aufrecht erhält, nimmt Fate/Grand Order teilweise ziemlich verrückte Formen an: Einer der Früchte dieses kruden Humors ist Jaguar Man, der sich mit einem kuscheligen Jaguar-Onzie in der Form von Taiga Fujimura manifestiert, Shirous Lehrerin aus Fate/stay night! Ähnlich wie bei Ishtar handelt es sich dabei um einen Pseudo-Servant, bei dem der Gral die Persönlichkeit des Jaguar Mans auf den Körper projizierte, der ihm dazu am geeignetsten schien.

In der Kultur Südamerikas war der Jaguar schon seit der Antike als Symbol für Krieg und Tod allgegenwärtig. Dabei herrschte insbesondere unter den alten Olmeken die Vorstellung eines Werjaguars, der als Mischung aus Mensch und Bestie übermenschliche Fähigkeiten besitzt. Unter den Azteken wurde diese Form als »Negual« bekannt, der ähnlich wie der Jaguar Man aus Fate als Schutzpatron bekannt war und sogar die Inspiration hinter Tezcatlipoca, einem der wichtigsten Aztekengötter, gewesen sein soll!

Im Körper Taigas scheint die Gottheit diese Aufgabe jedoch nicht sonderlich ernstzunehmen und bringt das Team aus Chaldea ordentlich ins Schwitzen

Ushiwakamaru (Rider)

Als eine aus einem frühen Zeitpunkt ihres Lebens beschworene Version ihrer Selbst bemerkt die aufgeweckte Ushiwakamaru noch nicht, welch tragischem Schicksal sie eines Tages anheimfallen soll … Noch strotzt die von Gilgamesh beschworene Kriegerin nahezu vor Tatendrang und sehnt sich nach nichts mehr, als ihrem älteren Bruder zu begegnen.

Ushiwakamarus reales Vorbild fiel der Fate-Praxis des Geschlechtertauschs zum Opfer, denn in der dreidimensionalen Welt handelte es sich dabei um einen der bekanntesten Feldherren Japans, dessen Ruhm unter seinem späteren Namen »Minamoto no Yoshitsune« schon fast an den Oda Nobunagas heranreicht. Nachdem Yoshitsune zunächst unter den Mönchen des Kurama-Tempels aufwuchs, bewies er schnell sein Geschick im Umgang mit dem Schwert und schloss sich schnell der Armee seines Bruders Yorimoto an, die gegen die »Heike« genannten Truppen des Taira-Clans in den Kampf zog.

Die junge Ushiwakamaru weiß noch nicht vom Verrat ihres Bruders. | ©TYPE–MOON / FGO7 ANIME PROJECT

So schlug Yoshitsune einen erfolgreichen Kampf nach dem anderen, doch zog mit seinem ausgesprochenen Talent schnell die Eifersucht Yorimotos auf sich, der ihn schließlich bis zu seinem Versteck in Koromogawa-no-tachi jagte und dazu zwang, Seppuku zu begehen. Diese Ereignisse sind der jungen Ushikawamaru aus Fate/Grand Order, die mit leuchtenden Augen das Wiedersehen mit ihrem Bruder herbeisehnt, jedoch noch verschlossen. Als Kriegerin fühlt sie sich auf dem Schlachtfeld zu Hause, doch lässt sich durch ihr Talent zu einer Sorglosigkeit hinreißen, die den beißenden Geruch der Gefahr trägt …

Merlin (Caster)

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Nachdem die Fate-Reihe bereits bei ihrem Auftauchen mit dem allseits bekannten Heldengeist Saber aka Arthuria Pendragon die Arthussage zitierte, ist nun endlich der große Auftritt von Hofmagier und Strippenzieher Merlin gekommen! Als ein Grand Servant ist er jedoch kein einfacher Caster wie jeder andere, sondern ein mächtiger Magier, der über die Fähigkeit verfügt, die Gegenwart zu beobachten, während die anderen Grand Caster Solomon und Gilgamesh jeweils Vergangenheit und Zukunft, sowie nur die Zukunft sehen können.  So verweilt sein realer Körper weiterhin im Garten Avalon, von wo aus er die gesamte Realität überblickt.

Dieser ist auch in der Arhthussage präsent, in der Merlin als Prototyp unserer heutigen Vorstellung eines Zauberers je nach Erzählung unterschiedliche Rollen einnimmt, jedoch meist als treuer Unterstützer Arthurs in Erscheinung tritt und die Ritter der Tafelrunde bei ihrer Suche nach dem Heiligen Gral unterstützt. Auch war er es, der das Schwert Caliburn, den Vorläufer von Excalibur, in den Stein trieb und verkündete, dass derjenige, der es befreien könnte, der rechtmäßige König Englands sein sollte.

Merlins wahrer Körper ist dazu verdammt, im Turm von Avalon auf die Welt herabzublicken, da nur jemand, der frei jeglicher Sünde ist, den Garten verlassen kann. | ©TYPE–MOON / FGO7 ANIME PROJECT

Hinter der bunten und fröhlichen Fassade seiner Version in Fate verbirgt sich ein Dasein als Halb-Inkubus, durch das er keine Emotionen zu besitzen glaubt, sich jedoch mit der Zeit in die menschliche Existenz verliebt hat und daher fest an ihrem Fortbestehen festhält …

Lust auf noch mehr magisches Lesefutter zum Thema Fate?

Jetzt seid ihr gefragt!

Welchen Servant aus Babylonia würdet ihr gerne beschwören, wenn ihr ein Master wärt? Und welche Legende findet ihr besonders interessant?

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Denny
Gast
Denny

Was ist denn mit den beiden Servants Benkei und Leonidas?

Leo
Gast
Leo

Bei Merlin muss ich leider zwei Kritikpunkte angehen. Als erstes ist er kein Grand Caster, lediglich Kandidat ist er in Babylonia. Mag kein großer Unterschied sein, aber wär er hier ein Grand wäre er nem normalen Servant stärkentechnisch um vielfaches überlegen.
Ausserdem glaubt der gute nicht nur, keine Emotionen zu haben, er hat sie schlichtweg nicht. Ab Werk ist da nichts, deswegen muss er Emotionen und Träume von unter anderem Ritsuka und Mash anzapfen und die als Treibstoff verbrauchen, um selbst was ähnliches wie Emotionen zu fühlen. Aber so richtig normale Emotionen sinds laut ihm dann doch nicht.

Tristan
Gast
Tristan

Am Liebsten Enkidu, da er zusammen mit Gilgamesch an der Spitze steht und, anders als sein blonder Busenfreund, gehorsam ist. Das einzige Problem daran wäre, dass ich nicht genau weiß, ob er einen ähnlichen Nachteil wie sein fast gleichsam übermächtiger Kollege der Lancer-Klasse, Karna, hat. Bei diesem Problem handelt es sich um einen Mana-Verbrauch, der so hoch ist, dass gewöhnliche Master an dem Versuch, Karna am Leben zu halten, vor Erschöpfung sterben. Diese Eigenschaft Karnas wird zwar als Ausnahmefall bezeichnet, aber in gewissermaßen auf seine Stärke zurückgeführt, also wäre es bei Enkidu vielleicht naheliegend, dass da etwas Vergleichbares passieren könnte.… Weiterlesen »

Steven Lühring
Gast
Steven Lühring

Als eingefleischter Fate Fan muss ich direkt beim ersten Charackter Gilgamesh eingreifen und berichtigen das Archer Gilgamesh aus Fate stay night/unlimited blades zwar eine andere Version ist jedoch keinesfalls eine die jünger ist und die eigene Geschichte noch nicht erlebt hat, im Kampf gegen Alexander den großen erwähnt gilgamesh das es für ihn nur einen Freund (enkidu) gab. Jeder heldengeist der gerufen wird, wird nicht mitten aus seiner Geschichte gerissen sondern hat diese bereits verlebt.