© TYPE-MOON / FGO PROJECT

Fate/Grand Order ist eines der erfolgreichsten Handyspiele der letzten Jahre und erobert langsam aber sicher auch die Welt der Anime – wir haben die Mission zur Rettung der Menschheit durchforstet und versucht, ihre Popularität zu ergründen!

Vor genau 16 Jahren legte in Japan die Visual Novel Fate/stay night den Grundstein für das Franchise mit dem markanten Slash im Titel. Am 30. Juli 2015 erschien schließlich Fate/Grand Order und entwickelte sich über die knapp fünf Jahre seines Seins zu einem der erfolgreichsten Games der letzten Jahre, das sich in den letztjährigen Twitter-Trends sogar weit über Blockbustern wie Battlegrounds oder Fortnite positionieren konnte. Offiziell nie in Deutschland erschienen, kann die englischssprachige Version des Spiels auch hierzulande immer größeren Erfolg verzeichnen.

Was einst als Passionsprojekt eines ehemaligen Doujin-Zirkels angefangen hat, ist heute ein Schwergewicht mit mehr als drei Milliarden Dollar Gesamtumsatz, sodass es berechtigt ist, zu fragen: Woher kommt der Erfolg überhaupt? Wir haben versucht, es für euch rauszufinden!


Sieben Welten – eine Mission!

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Zunächst einmal gilt es für Unwissende die Frage zu klären, was es überhaupt ist, das da seit 2015 die iOS- und Android-Geräte der Anime-Jünger heißlaufen lässt:

Fate/Grand Order ordnet sich in das altbekannte Fate-Universum ein und erzählt von einer Realität, in der die Organisation Chaldea inmitten von eisigen Bergen den Fortbestand der menschlichen Spezies überwacht. Durch einen Vorfall im Jahr 2016 gerät die Vergangenheit jedoch aus den Fugen und lässt die Menschheit auf ihren Untergang zusteuern – um das zu verhindern, reist der Protagonist an der Seite des Demi-Servants Mash Kyrielight in die Vergangenheit, um an der Seite glorreicher Helden aller Epochen die »Singularitäten« zu lösen und die Welt zu retten. Falls ihr mehr über die Story von Fate/Grand Order erfahren wollt, klickt euch in Fate/Grand Order: Die Geschichte der sechs Singularitäten rein!

Bei einer Beschwörung kann alles passieren, denn die Chance auf seinen Lieblingsservant ist in den seltensten Fällen garantiert. | © TYPE-MOON / FGO PROJECT

Auf spielerischer Ebene fällt Fate/Grand Order in das Genre der sogenannten Gatcha-Games, die derzeit die dominante Spezies auf dem japanischen Mobile-Markt darstellen und über Vertreter wie Granblue Fantasy oder Azur Lane langsam aber sicher auch westlichen Otakus ein Begriff werden. Charakteristisch für diese als Free-to-play-Titel ausgelegten Spiele ist, dass ähnlich wie bei einem Kapselautomat mit Ingame-Währung auf Charaktere »gerollt« werden kann, wobei man nach dem Zufallsprinzip verschiedene Figuren erhält.

Diese dürfen nicht nur bewundert und mit Erfahrungspunkten gelevelt, sondern auch in die Quests der Hauptgeschichte geführt werden, die in FGO bislang in Form der drei Arcs »Observer on Timeless Temple«, »Epic of Remnant« und »Cosmos in the Lostbelt« daherkommt. Hier treten die Servants in Teams aus jeweils drei Charakteren gegen unterschiedlichste Gegner an, während Zwischensequenzen im Stil einer Visual Novel die Handlung weitertreiben.


From Zero to Hero

© TYPE-MOON / FGO PROJECT

Die Entstehungsgeschichte von Fate/Grand Order liest sich ein wenig wie ein Fighting-Shounen: Nachdem das Onlinegame »Fate/Apocrypha Project« zunächst eingestampft und stattdessen als Light Novel-Reihe umgesetzt worden war, wurden 2014 neue Pläne für ein wesentlich zeitgemäßeres Mobile Game gefasst.

Trotzdass Fate-Schöpfer Kinoku Nasu eigentlich nicht mehr an der Reihe beteiligt sein wollte, entwarf er das Szenario »Sieben Grale, sieben Ären« und arbeitete gemeinsam mit Yuuichiro Higashide (Fate/Apocrypha) und Hikaru Sakurai (Fate/Prototype – Sougin no Fragments) an der Geschichte, die von Fans genau wie das Gameplay zunächst mit gemischten Gefühlen aufgenommen wurde.

Die ersten Storyarcs gelten auch heute noch unter Fans als eher schwach und wurden vermutlich deshalb in der Anime-Adaption ausgelassen. | © TYPE-MOON / FGO PROJECT

Erst als der Altmeister selbst den Autorenpult belegte und Regisseur Ryousuke Shiokawa das Spielprinzip ordentlich aufmöbelte, begann Fate/Grand Order mit seinem sechsten Kapitel »Camelot« die Massen zu begeistern und sich allmählich zu dem Phänomen zu entwickeln, das es heute ist …


Der Reiz der heldenhaften Reise

Die aktuelle Anime-Adaption des Babylonia-Kapitels gilt als eine der hochwertigsten Produktionen der letzten Jahre. | ©TYPE–MOON / FGO7 ANIME PROJECT

Fate/Grand Order unterscheidet sich stark von dem, was in westlichen Gefilden die Ranking der Appstores dominiert – anders als Candy Crush und Doodle Jump ist das Spiel kein lockerer Zeitvertreib für zwischendurch, sondern dank ausladender Dialoge, tiefgründiger Charaktere und umfassender Storylines Abendunterhaltung für die Hosentasche.

Genau dort liegt wie im gesamten Fate-Franchise jedoch der größte Reiz verborgen, denn jeder Servant bringt eine eigene Legende, eigene Wertvorstellungen, Ideale und Ziele mit, die sorgfältig kennengelernt werden wollen und durch die Spieler ein Verhältnis zu dem Recken aufbauen können, den sie liebevoll gehegt und gepflegt und nebenbei durch die verschiedensten Ausprägungen von Raum und Zeit geführt haben.

In Fate/Grand Order begegnet ihr der jungen Medusa aus der griechischen Mythologie vor ihrer Verwandlung zum Monster – nur ein Beispiel für die vielfältigen Charaktere aus allen Kulturkreisen. | ©TYPE–MOON / FGO7 ANIME PROJECT

Auch für alt-eingesessene Fans ist die Geschichte reizvoll, denn statt wie andere Spin-offs den Krieg um den Heiligen Gral einfach in ein anderes Setting zu versetzen, denkt Grand Order das Konzept der Reihe weiter und schenkt angehenden Mastern die Chance, die Heldengeister in ihrem »natürlichen Habitat« statt Fuyukis finsteren Häuserschluchten kennenzulernen.

Fate/Grand Order ist der lebende Beweis dafür, dass Spiele mit einer durchdachten Geschichte und sympathischen Charakteren in einer schnelllebigen Welt nicht verloren sind, sondern im richtigen Medium dennoch Anklang finden können. Und auch wenn die zunächst etwas verschwommene Vision dem Spiel in den ersten Kapiteln zu schaffen machte, hat sich FGO zu einem modernen Phänomen entwickelt, das seinem nun 16 Jahre alten Vorgänger in nichts nachsteht …


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Jetzt seid ihr gefragt!

Was haltet ihr von Fate/Grand Order – spielt ihr das Spiel selbst oder könnt ihr euch gar nicht damit anfreunden? Und wer sind eure Lieblingsservants?

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Yoyo
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Yoyo

Wo bekomme ich das Game her? Im Store auf dem Handy ist es nicht zu haben? 🤔🤔🤔

Lilac
Gast
Lilac

QooApp. Wenn du bisschen. Japanisch kannst dann nimm die Version. Die amerikanische ist 2 Jahre hinterher, bekommen weniger zeug und genau den gleichen scheiß nur verzögert. Scheint zusätzlich nicht so, als wollen sie es aufholen. Dazu ist es mir schnell langweilig geworden

Xantor
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Xantor

Würde die us Version empfehlen da du dort mehr von der Story und Dialogen mitbekommt. Wenn es nur um die Animationen geht kann man jp spielen aber es kommen alle Inhalte auch für us und ist oft besser weil man sich vorher schon erkundigen kann was die neuen so können

DeadPixel
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DeadPixel

Gerade geprüft, ich bin bei 708 logins. Heißt ich spiel das schon ne Weile und hab schon den ein oder anderen Euro reinversenkt. Als ich eingestiegen bin, war gerade die 4te Singularity neu. Warte schon auf den neuen Lost Belt Arc. Die Idee hinter dem Fate Universum ist einfach genial. Einfach Helden aus der Vergangenheit nehmen. Viele der Figuren sind allgemeinhin bekannt und müssen deshalb nicht wirklich vorgestellt werden auch die Beziehungen zwischen den Charakteren muss nicht erst mühsam aufgebaut werden. Bestes Beispiel ist, Achilles und Chiron in Apocrypha. Beide sind als Lehrer und sein Schüler bekannt und die Geschichten… Weiterlesen »

Shady
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Shady

Heißt das der Anime “Fate/Grand Order: Zettai Majuu Sensen Babylonia” basiert komplett auf dem Handy-Game bzw. ist der storymäßige Nachfolger?

LuciusCastus
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LuciusCastus

939 Logins, 125 Servants in der englischen Version
1090 Logins, 181 Servants in der japanischen Version