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Es ist wieder an der Zeit für schillernde Schlachten und glühende Befehlszauber – das Fate-Franchise ist in der Fall Season mit einem brandneuen Ableger zurück und führt euch dabei in das antike Mesopotamien – was die Geschichte erfrischend von den anderen Fate-Teilen abhebt und mit welchen Fehlern sich die Adaption selbst ins Bein schießt, erfahrt ihr jetzt!

Von Urzeiten an sind die Menschen fasziniert von der übernatürlichen Welt der Magie – das beweist auch das Fate-Franchise, das nachdem Lord El Melloi II nach seinen letzten Ermittlungen in der Summer Season eine wohlverdiente Pause antritt den nächsten großen Blockbuster ins Anime-Rennen schickt: Fate/Grand Order – Absolute Demonic Front Babylonia!

Damit erhält das namensgebende Handy-Game seine mittlerweile dritte große Anime-Adaption und bringt damit eine der populärsten Otaku-Domänen der letzten Jahre auf den Bildschirm: Mit über sieben Millionen Downloads, verschiedenen Manga, Stage Plays und Events und einem Umsatz von über drei Millionen US-Dollar ist das Spiel um die Reise zum Erhalt der Menschheit ein Phänomen, das selbst die massive Popularität seiner Wurzel Fate/stay night mühelos in den Schatten stellt.

Wir haben in die erste Folge der Anime-Umsetzung des wohl beliebtesten Grand Order-Arcs reingelunst und verraten euch, ob die Serie dem massiven Hype gerecht wird!

Vinland Saga Key Visual Titel: Fate/Grand Order: Absolute Demonic Front Babylonia
Art: Serie, Fortsetzung
Episoden: 21
Genre:
Abenteuer, Fantasy, Action
Studio: Clover Works (The Promised Neverland, Rascal Does Not Dream of Bunny Girl Senpai)
Regisseur: Toshifumi Akai (Episodenregie bei Darling in the Franxx, The Idolm@ster: Cinderella Girls)
Vorlage: Mobile-Game von Type-MOON und Delightworks
Simulcaster: Wakanim
Trailer: Hier anschauen
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Wo kann man Fate/Grand Order – Babylonia auf Deutsch schauen?

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Falls ihr gemeinsam mit Mash und Ritsuka das antike Uruk erkunden wollt, erwartet euch jeden Samstag um 18:00 Uhr eine neue Fate/Grand Order-Folge beim Streaming-Anbieter Wakanim. Dort könnt ihr den Anime sogar kostenlos schauen, müsst euch in dem Fall jedoch eine Woche länger gedulden als Premium-Nutzer und außerdem gelegentliche Werbe-Unterbrechungen verschmerzen.

Ein Abonnement, mit dem euch nicht nur pünktlich die neuesten Folgen zur Verfügung stehen, sondern auch zahlreiche weitere Titel aus dem Wakanim-Katalog, wie etwa die restlichen Fate-Teile, erwarten, schlägt mit 5€ monatlich zu Buche. Wer kein Abo kaufen, den Anime aber trotzdem schauen möchte, kann die ersten 12 Folgen der Serie dauerhaft als Einzelkauf erwerben und erlangt so die zusätzliche Möglichkeit, die Folgen neben dem Stream in exzellenter Qualität runterzuladen.

Darum geht es in Fate/Grand Order – Babylonia!

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Die Menschheitsgeschichte und unser Überleben ist ein fragiles, nahezu instabiles Konzept – zahllose Wege schlängeln sich am Erhalt der menschlichen Spezies vorbei in einen bodenlosen Abgrund und in zahllosen Realitäten hat sich der Egoismus des Menschen schon selbst vom Angesicht der Erde getilgt.

Um dieses grausame Schicksal zu verhindern, gründete der Magier Marisbury Animusphere die Organisation Chaldea, die sich mit dem erklärten Ziel befasst, mithilfe einer »Chaldeas« genannten Miniaturausgabe der Erde den Status der Menschheit in Vergangenheit und Zukunft zu überprüfen und so die bestmögliche Ereigniskette herbeizurufen. Doch ein heimtückischer Sabotageakt des Magiers Lev Leinur brachte die Geschichte aus dem Gleichgewicht und ruft die Auslöschung der Menschheit im Jahre 2017 herbei.

Ihre Reise führt Ritsuka und Mash dieses Mal nach Uruk an die absolute dämonische Front – der letzten Bastion der Menschheit. | © TYPE-MOON / FGO7 ANIME PROJECT

So wird die Grand Order ausgerufen – eine Mission, bei der Jungmagier Ritsuka Fujimaru und die mit einem Servant verschmolzene Mash Kyrielight in die Vergangenheit reisen, um den Lauf der Historie zu korrigieren. Nachdem es dem Team gelang, sechs Singularitäten aufzulösen, wartet der letzte Heilige Gral im antiken Mesopotamien auf seine Bergung. Doch bereits kurz nach ihrer Ankunft erwartet die beiden eine bedrückende Stimmung, denn nicht nur sind die Dämonenwesen dieser Ära ihnen besonders feindlich gesinnt, auch machen sie schon bald eine rätselhafte Begegnung, die ein markerschütterndes Geheimnis zu verbergen scheint …

Story & Charaktere

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In der nahezu endlos erscheinenden Riege der Fate-Spin-offs sticht Grand Order nicht nur durch seinen monumentalen Erfolg ganz besonders heraus, sondern nutzt das Konzept der Master und Servants auf eine ganz eigene, kreative Art und Weise. Denn anstatt wie seine Schwesternwerke den Krieg um den Heiligen Gral schlichtweg in ein anderes Setting zu versetzen, belässt Grand Order die schillernden Helden in ihrem natürlichen Habitat und schickt Master Fujimaru auf Roadmovie-ähnliche Abenteuer voller niedlicher Charakter-Interaktion und wilde Querverweise auf das übergreifende Nasuverse.

Dass die Geschichten selbst sich dabei die meiste Zeit über relativ simpel gestaltet, offenbart die größte Achillesverse der Adaption: Die Struktur der Handlung. Denn anstatt das steife Handygame-Format der Geschichte etwas aufzuweichen, klammert sich Drehbuchautor Fuuta Takei ehrfürchtig an die ursprüngliche Erzählung, die stets dem Muster Dialog -> Kampf -> Dialog -> Kampf folgt.

Mal witzig, mal merkwürdig – die oft exakt aus der Vorlage übernommenen Dialoge funktionieren in Anime-Form nicht immer perfekt. | © TYPE-MOON / FGO7 ANIME PROJECT

Was als kurzweiliges Spiel eine nette Möglichkeit darstellt, Gameplay mit Story zu vereinen, fühlt sich in Anime-Form merkwürdig unausgereift, sprunghaft und undynamisch an, sodass sich die erste Folge als überlange Charaktervorstellung mit gelegentlichen Action-Einlagen beschreiben lässt, die Nicht-Kenner des Spiels mit einem merkwürdig-unbefriedigtem Gefühl in der Magengegend hinterlässt. Babylonia ist ein Passions-Projekt und weite Teile der Besetzung im Studio Clover Works haben sich als exzessive Grand Order-Spieler geoutet – ob der penibel dem Game folgende Anime der Liebe seiner Macher oder Anweisungen von Publisher Aniplex entspringt, um den Fans genau das zu geben, was sie erwarten, lässt sich bloß spekulieren.

Mit seiner Roadmovie-artigen Geschichte bricht Grand Order das Prinzip der Fate-Reihe erfrischend auf. | © TYPE-MOON / FGO7 ANIME PROJECT

Rettungsanker in diesem seltsam schmeckenden Storygemisch sind wie bereits in der Vorlage die Charaktere, die mit natürlichem Charme und einer Reihe von witzigen Quirks auftrumpfen. Obwohl die Wiederbegegnung mit Mash, Ishtar und co gerade Kenner des Spiels zum Kreischen bringt, wissen die Tsundere-Göttin und der schüchterne Demi-Servant mit zuckriger Charakteranimation wie dem Tsundere-Flip ihren Charme in den Dialogszenen auszuspielen, während Master Fujimaru, vorlagengetreu, ein unbeschriebenes Blatt bleibt, das seiner Position als Mittelpunkt der Geschichte leider nicht ansatzweise gerecht werden kann.

Unterm Strich geht dem spannenden Konzept Grand Orders durch die etwas zu sklavische Adaption schnell die Puste aus – die Erzählung klammert sich zu sehr an ihre Vorlage und übernimmt nicht nur deren sympathische Stärken, sondern auch formatbedingte Schwächen, anstatt eigene Wege zu finden, die Reise nach Uruk angemessen auf den Bildschirm zu bannen.

Künstlerische Umsetzung

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Schon seit Monaten wanderten die Augen der Sakuga-Fanatiker immer wieder in Richtung Mesopotamien, denn bereits im Vorfeld wurde laut, dass Fate/Grand Order im experimentierfreudigen A1-Splitterstudio Clover Works ein Gipfeltreffen der obersten japanischen Animationsriege veranstalten wird. Entsprechend macht die Serie in ihrer ersten Folge eine atemberaubend gute Figur:

21 Folgen sind eine Menge Zeit – in der auch nebensächlichere Szenen problemlos übernommen werden können. | © TYPE-MOON / FGO7 ANIME PROJECT

Sein es subtile Details wie Da Vincis fliegender Haarschwung oder Ishtars rasanter Kampf gegen die Dämonenbestien, in dem Animatorin Megumi Kouno die Muskeln spielen lässt und eine vollanimierte Actionsequenz der Superlative präsentiert, Grand Order ist wie erwartet ein Animationsspektakel sondergleichen, das entweder eine episch-mitreißende oder witzig-verspielte Atmosphäre erzeugt.

Auch musikalisch zeigt sich das Team überzeugt von seiner Domäne und so vereint Komponist Ryo Kawasaki epische eigene Soundtracks mit dem liebevoll eingepflegten Game-OST von Keita Haga, der bei Fans andauernde Gänsehautschübe hervorruft und deutlich zeigt, für welche Zielgruppe der Anime gemacht ist. Regisseur Toshifumi Akai ist sich dem Reiz des Spiels durchaus bewusst und verschafft den viel geliebten Charakteren mit einem Auge für Präsentation Authentizität, so stecken die Szenen voller interessanter Bewegungen, wie etwa Mashs Angewohnheit, sich stets die Haare zu richten.

Fazit – ein Spektakel mit Schwächen

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Trotzdass es an der Reise nach Uruk viel zu kritisieren gibt und sich das Team hinter Babylonia in Episode 1 etwas im eigenen Hype verrennt, präsentiert die erste Episode einen grundsoliden Anime, den sich Fans der Reihe auf keinen Fall entgehen lassen sollten und für alle anderen trotz des kargen Beigeschmacks zumindest einen kurzen Blick wert ist.

Trotz aller wohlwollenden Worte konnte die erste Episode jedoch nicht voll und ganz überzeugen und lässt für die folgenden 20 Teile noch eine Menge Luft nach oben – Zeit, diese zu füllen, ist ob des langsamen Pacings durchaus gegeben und es wäre noch zu früh, Fate/Grand Order als Flop zu verurteilen. Doch der größte Wurf der Fate-Reihe ist die Serie leider Gottes nicht …

Lust auf mehr spannendes Lesefutter zum Thema Fate?

Jetzt seid ihr gefragt!

Was haltet ihr von der ersten Folge von Fate/Grand Order – Babylonia? Auf welchen Charakter freut ihr euch ganz besonders?

Schreibt es uns in die Kommentare!

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Meteorc
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Meteorc

Ich freu mich am meisten auf Gilgamesh. Ich fand die erste Folge an sich gar nicht so schlecht. Die Kritikpunkte in dem Artikel hab ich auch nicht alle als so schlimm empfunden. Was ich gut fand ist, dass es gleich zur Sache ging. Ich will nach der ersten Folge jetzt kein Fazit ziehen wie der Anime insgesamt sein wird. Es kann sich ins Schlechte entwickeln aber auch ins Gute. Das einzige Problem was ich sehe ist, dass wenn man kein Vorwissen hat von Games oder anderem (wie ich zum Beispiel in dem Fall), dass man dann mit der Story nicht… Weiterlesen »

Meteorc
Gast
Meteorc

Die Charaktere haben mir in der ersten Folge außerdem schonmal gefallen. Das pinkhaarige Mädchen ist voll in Ordnung und ihr Master ebenfalls. Von Enkidu und Gilgameshs backstory hatte ich schon einiges gelesen auf dem Wiki. Ich freue mich auf die Interaktionen dieser beiden. Und natürlich auch auf ihre Kämpfe.