©2017 REKI KAWAHARA/KADOKAWA CORPORATION AMW/SAO-A Project

Obwohl das Schlachtfeld ein Ort der Schmerzen und des Leidens ist, sehen manche Persönlichkeiten im Schatten das Licht – doch ist das rechtens? Wir haben die neue Folge von Sword Art Online für euch ausführlich unter die Lupe genommen!

Wie jeden Samstag tobt der Krieg um Underworld um die Vorherrschaft innerhalb der Pixelwelt von Project Alicization weiter und fordert von Stunde zu Stunde immer mehr Opfer auf beiden Fronten. Während manch einer das Klingenrasseln kaum noch abwarten kann, ziehen andere mit Angstschweiß auf der Stirn in den Kampf und wieder andere sind immer noch auf der Suche nach einem persönlichen Grund, das Blut ihrer Gegenspieler auf dem rötlichen Vulkangestein des Dark Territory trocknen zu lassen.

Was jedoch feststeht, ist, dass der Konflikt schon viel zu weit vorangeschritten ist, um jetzt noch einen Rückzieher zu machen. Und während beide Armeen bis aufs Äußerste um den Sieg ringen, erhalten wir einen Einblick in die verworrene Psyche einer bisher unbeachteten Integritätsritterin …

Die folgende Analyse enthält Spoiler zur aktuellen Episode des Sword Art Online-Animes! Weiterlesen auf eigene Gefahr!
Außerdem enthält dieser Artikel Meinungen und basiert auf der persönlichen Interpretation des Verfassers. Es ist nicht garantiert, dass der Autor von Sword Art Online diese Vermutungen unterstützen würde.


Eiskalter Engel

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Während sich die Armee der Faustkämpfer immer weiter der Menschenfront nähert und langsam in einen bedrohlichen Radius gerät, entschließt sich die bisher nur wenig beachtete Integritätsritterin Scheta zu einem Gegenschlag. Die toten Augen der grauhaarigen Frau verwehren jegliche Rückschlüsse auf ihre Persönlichkeit oder auf das, was hinter dem kalten Ausdruck ihres Gesichts vor sich geht und selbst Ritterkommandant Bercouli beschreibt sie als ein Buch mit sieben Siegeln.

Im Herzen der schweigsamen Schönheit scheint sich eine bohrende Mordlust zu spiegeln, die sie damals vor Administrator persönlich brachte und sie zu einer wichtigen Säule der Integritätsritter werden lies. Dabei ist Scheta jedoch kein böser Mensch: Denn einfache Kategorien wie »gut« oder »böse« existieren für sie augenscheinlich nicht und sie scheint ihr Umfeld kaum wahrzunehmen – das einzige, das für sie zählt, ist ihr Wille, zu kämpfen. Ob sie nun wirklich als leere Person geboren wurde oder erst durch Administrators Gehirnwäsche und das Synthesis-Ritual zu der Scheta geworden ist, die sich nun todesmutig den Faustkämpfern entgegenstellt, kann nur spekuliert werden.

Wie alle Integrationsritter bekam Scheta ihre ungeheure Macht von Administrator verliehen. | ©2017 REKI KAWAHARA/KADOKAWA CORPORATION AMW/SAO-A Project

Eine Sache steht jedoch fest: Sie steht nicht für den Schutz der Bewohner des Human Territory und der Gerechtigkeit auf dem Schlachtfeld, sondern um den Kampf zu zelebrieren. Ein Umstand, der außerhalb der Animationswelt von Sword Art Online auch in unserer Realität nicht unbekannt ist. Autoritäte Berufe wie Soldat, Polizist oder Türsteher bieten Leuten mit einem gewissen Gewalttrieb einen Kanal, diesen auch auszuleben.

Bevor man diesen Personen jedoch den ausgestreckten Zeigefinger entgegenhält und mit lauter Stimme verurteilt, sollte man sich im ersten Schritt fragen, ob dieser Umstand zwangsläufig etwas Schlechtes ist, solange die Aggression kanalisiert und im Sinne des Berufes genutzt werden kann. So ist Scheta ein unverzichtbarer Teil der Menschenarmee und kommt ihrer Berufung als Soldat gewissenhaft nach, ohne dabei über die Stränge zu schlagen und ihre eigenen Kameraden in Gefahr zu bringen.

Sind Krieger wie Scheta in einer Schlacht vielleicht unerlässlich? | ©2017 REKI KAWAHARA/KADOKAWA CORPORATION AMW/SAO-A Project

Das Risiko, dass eines Tages eine Sicherung durchbrennt und die verliehene Macht missbraucht wird, besteht, doch kann für veranlagte Personen auch zu einer interessanten Begegnung mit sich selbst werden, ihnen Selbstkontrolle beibringen und so ganz ohne das Ausleben niederer Triebe für persönliches Glück und Erfüllung sorgen.


Neue Tricks …

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Gemäß dem Motto »Einem alten Hund kann man keine neuen Tricks beibringen« gerät Autor Reki Kawahara in War of Underworld in alte Muster zurück und degradiert Ritterschülerin Ronye mal wieder zum bloßen Kanonenfutter für brenzlige Situationen. Obwohl sie zunächst ihre Auffassungsgabe demonstriert und so wirkt, als hätte sie das Image des schwächlichen Mädchens endlich abgelegt, entpuppt sie sich im nächsten Moment als Möglichkeit, Asuna als große Retterin zu inszenieren.

Dieser kommt beeindruckend daher, reicht jedoch nicht ganz an Alices epischen Actionmoment aus der letzten Episode heran. Nichtsdestotrotz sorgt Regisseur Manabu Ono dank Szenen wie die mit Laternen im Wald umherstreifenden Späher für eine beklemmende und fesselnde Atmosphäre.


Fazit – solides Stelldichein

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Die neunte Episode zu War of Underworld war eindeutig wieder eine Actionfolge, die den Krieg nicht nur als ideologischen, sondern auch als physischen Wettstreit präsentieren möchte. Obwohl Kawahara sich schreiberisch einige Abkürzungen verschafft, kann der Plot trotzdem nach wie vor fesseln und wirft mit dem Auftauchen von Asuna und der rätselhaften Persönlichkeit Schetas einige spannende Fragen für die Zukunft auf …


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Wie seht ihr das – sollten gewaltbereite Personen autoritäre Berufe ergreifen? Und welches Sword Art Online-Mädchen aus vergangenen Staffeln würdet ihr gern in Alicization wiedersehen?

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Bleedblue

Naja ich fand Asunas Auftritt zu sehr nach einer, in diesem Fall wortwörtlichen, Deus ex Machina.

Warum bekommt sie als Charakter die Göttin? Ich meine man hätte ihr auch ein”logischeren” Charakter wie zum Beispiel einen der Integrationsritter, die in der Kathedrale geblieben sind geben können.
Das wäre immernoch ein sehr starker Charakter und nicht schlichtweg ein Charakter der eigentlich nur im Schöpfungsmythos eine Rolle spielen sollte.

Zudem vergingen ich glaube 3 Episoden ohne ein Auftritt von ihr, so dass man mit einem epischen Einstand rechnen konnte, aber auch in dieser Hinsicht fand ich diese Szene enttäuschend.

Caveman

Na ja. Es wird interessant zu sehen wie sich asuna weiter entwickelt. Als Göttin welche mit einem fingerschnippen die Gegner verschwinden lässt müsste sie eigentlich jeden Feind locker bezwingen können oder, wenn nicht, hätte kein anderer eine Chance.

Des weiteren kam auch wieder eine Anspielung auf Sao. Wer ist der Kerl der ins Loch fiel? War er ein Mitglied von laughing coffin? Er kannte jedenfalls asuna aus sao

Jaime Klimczak

Naja er kannte sie aus glaube aus GGO wo die Gruppe “trainiert” hat sind sie doch gegen kiritos Gruppe angetreten

Philipp Phan

Hmm einen gefährlichen Trieb, wie z.B. Mordlust, für etwas Gutes zu nutzen klingt nicht schlecht. Jedoch habe ich aus Dexter, Death Note uvm. bereits gelernt, dass so etwas eher schlecht endet. Immerhin ist es in der Realität auch kaum anders. Ich kann es nicht komplett verurteilen, da ich mir auch manchmal denke, dass Kriminelle, beispielsweise Vergewaltiger, kein ordentliches Leben verdient haben. Aber etwas Schlechtes ausnutzen für eine gute Sache hinterlässt manchmal schon einen bitteren Nachgeschmack.

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