©2017 REKI KAWAHARA/KADOKAWA CORPORATION AMW/SAO-A Project

Schwerthiebe und Bogenschüsse peitschen durch die Luft, während die Leben der Soldaten beider Fronten am seidenen Faden hängen – in der neuesten SAO-Episode tobt der Krieg um Underworld unerbittlich weiter und wir verraten euch, was es zwischen den Zeilen zu lesen gibt!

Nachdem letzte Woche der titelgebende Krieg in Sword Art Online: Alicization seinen tosenden Anfang gefunden hat, setzt sich die Schlacht in Episode 06 unaufhaltsam fort und treibt die Teilnehmer an ihre Grenzen – doch so mancher Krieger wächst unerwartet über sich hinaus und findet in dem Strudel aus Hass, Gewalt und Trauer endlich seinen vorbestimmten Lebensweg!

Warum der Krieg uns beigebracht hat, sich seine Schwäche einzugestehen, wie standhaft Alice ihre neugewonnenen Ideale vertritt und wie die Animation den Eindruck einer Szene unterstreichen kann, erfahrt ihr nun in der Episoden-Analyse!

Das Phantom, das man sich schafft

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Gegen Ende der letzten Episode durften wir Bekanntschaft mit Integrationsritter Renly machen – der im Opening noch so heroisch in die Ferne blickende Recke bekam beim Anblick der Truppen des Dark Territory weiche Knie und trat die Flucht vom Schlachtfeld an, wobei er seine Truppen ganz allein und unkoordiniert gegen die Armeen des Dark Territory zurückließ. Episode 06 führt uns ein wenig in seine Psyche ein und zeigt, vor welchem Feind sich Renly wirklich so dermaßen fürchtet: Vor seiner eigenen Furcht.

Denn als junger Integrationsritter wurde sein Selbstvertrauen von Administrator zerschmettert, die ihn aufgrund seiner mangelnden Erfolge beim Erlernen der ultimativen Waffenkontrolle die Froststrafe auferlegte. Diese Erfahrung scheint sich tief in Renly Gedächtnis eingebrannt und sein Selbstbild bis heute beschädigt zu haben, denn trotz seines Status betrachtet er sich selbst als schwach und nicht zum Kämpfen in der Lage.

Der versehentliche Mord an seinem besten Freund macht Renly schwer zu schaffen und zeichnete ihn bis heute. | ©2017 REKI KAWAHARA/KADOKAWA CORPORATION AMW/SAO-A Project

Dass dieser Eindruck täuscht, zeigt sich in der Sequenz, als Renly schließlich dem Goblin-General gegenübersteht und seine Schwäche akzeptiert: In dem Moment, in dem er sich selbst zugesteht, schwach zu sein, ist die Angst plötzlich wie weggeblasen und der grünhaarige Ritter entfaltet ohne sich selbst unter Druck zu setzen ungeahnte Fähigkeiten. Denn Angst ist letztendlich ein Phantom, das man sich selbst erschafft.

Die Frage, die über jeder Schwäche schwebt, ist, ob es sich bei ihr wirklich um ebendiese handelt. Denn jeder Mensch blickt auf eine andere Entwicklung, andere Umstände und eine andere Erfahrung zurück, weswegen nicht jedem dieselben Fähigkeiten zugemessen werden können. Akzeptiert man sich selbst als genau die Person, in die man sich nun mal entwickelt hat, raubt man der Angst ihre Kraft und lässt damit auch den quälenden Druck verschwenden, der einen manchmal unter seinen Möglichkeiten hält.

Trotzdass Renly seine üblen Gedanken ziemlich schnell überwindet, ist seine Entwicklung ziemlich lehrreich. | ©2017 REKI KAWAHARA/KADOKAWA CORPORATION AMW/SAO-A Project

Der Weg zu vollkommener Selbstakzeptanz ist jedoch mit einer Menge Hindernissen gesäumt und oft ein jahrelanger Prozess, den manche Menschen in ihrem gesamten Leben nicht meistern können. Dass Renly schon durch eine Schwellensituation zum Umdenken gebracht wird und sein Selbst plötzlich ohne Weiteres akzeptieren kann, ist wohl Reki Kawaharas Gespür für Dramaturgie geschuldet, denn eine so tiefe Wunde, wie er sie einst von Administrator erhalten hat, benötigt in der Regel einige Zeit zum heilen …

Eiserner Wille

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Jemand, der die Entscheidung nach seinem Selbstbild und dem eigenen Weg schon längst hinter sich gelassen hat, ist Alice, die in dieser Episode erstmals aktiv in den Kampf mit einsteigt und gleich eine überwältigende Attacke demonstriert, die in ihrer Bildgewalt und Inszenierung ein purer Gänsehaut-Generator ist. Bereitwillig nimmt sie die Sünde auf sich, die Seelenenergie ihrer Kameraden zu verwerten, um den gegnerischen Truppen zuvorzukommen und einen Präventivschlag gegen sie auszuführen.

Alice hat die Tatsache erkannt, dass nur ein direktes, entschlossenes Vorgehen eindeutige Ergebnisse erzeugt und der Weg zum Ziel von Zeit zu Zeit gewaltige Opfer fordert – es ist fast unmöglich, einen Konflikt wie den Krieg um Underworld zu lösen, ohne sich dabei die Hände schmutzig zu machen.

Alice ist fest entschlossen, die Sünde des Krieges auf sich zu nehmen. | ©2017 REKI KAWAHARA/KADOKAWA CORPORATION AMW/SAO-A Project

Was dabei besonders interessant ist, ist wie Alice die Grausamkeit des Krieges bemerkt – denn obwohl sich die verschiedenen Rassen im Kampf gegenüberstehen, haben sie doch alle eine denkende und fühlende Seele gemein, was den Konflikt gegeneinander vollkommen absurd macht. Was in unserer kriegserprobten Welt altbekannt ist, ist für Alice jedoch eine erschreckende Feststellung, denn in Underworld sind Auseinandersetzungen in diesem Ausmaß noch unbekannt, sodass die Bewohner die grausame Fratze des Krieges erst noch kennenlernen müssen – ein interessantes Detail des Worldbuildings!

Fazit – zwei Schlachten

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Episode 06 zu War of Underworld visualisiert noch mehr als die vorangegangenen Episoden, dass jeder Krieger auf dem Feld zwei Schlachten austragen muss: Eine mit Schwertern und Äxten und eine mit Emotionen und Wertvorstellungen. Atmosphärisch dicht spielt Manabu Ono seine Symphonie der Willenskraft weiter und wird dabei unter anderem von Star-Animator Yoshihiro Kanno unterstützt, der Renlys Entschluss durch ausdrucksstarke Animationen ideal transportiert hat.

Atmosphärisch überzeugt War of Underworld weiterhin auf ganzer Linie und nutzt seine Charaktere auf intelligente Art und Weise, um der Welt noch mehr an Tiefe zu verleihen! Nachdem wir nun ausführliche Einblicke in die Gedankenwelt der menschlichen Krieger erhalten haben, wäre es für die kommenden Episoden jedoch interessant zu wissen, was sich in den Köpfen des Dark Territory tut …

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GameWave
Gast
GameWave

Das war echt traurig zu sehen was damals Renly passiert ist :/ In dem Moment wo in der rückblende bei dem Kampf von ihm das schwert seines Freundes angebrochen war bekam ich instant dieses “Oh Gott bitte nicht” Gefühl und dann als er ihn ungewollt getötet hat war das einfach traurig 🙁 Es ist einfach super wie man bei solchen Nebencharakteren auf deren Hintergrund eingeht um so die Entscheidungen die sie getroffen haben besser verstehen zu können. Besonders gut fand ich aber wie diese und die Episode davor getrennt wurden denn nach dem letzten mal dachte man sich halt so… Weiterlesen »

darkChrid
Gast
darkChrid

Ich will ja nix sagen, aber Renly ist eine sie xD
wobei „er“ seine Truppen ganz allein und unkoordiniert gegen die Armeen des Dark Territory zurückließ.
unter dem titel Phantom dingens zu finden. Sie wurde ständig mit er angesprochen, dabei ist es eine sie…
Naja egal 😛