© ONE, Yusuke Murata/SHUEISHA, Hero Association HQ

Der wöchentliche Besuch der glatzköpfigen Testosteronkanone Saitama gestaltete sich auch diese Woche wieder spannend und intelligent zugleich – wir haben die neue One-Punch Man-Folge für euch analysiert!

Kaum hat One-Punch Man 2 angefangen, hat das Superheldenspektakel auch schon seine siebte Episode erreicht. Und dieses Mal scheint sich das Blatt im Kampf zwischen Helden und Monstern allmählich zu wenden, nachdem letztere Partei in den vergangenen Wochen einiges einstecken musste. Allerdings ist die Schlacht noch nicht geschlagen und die A-Klasse-Helden müssen all ihr Können aufwenden, um die anhaltenden Wellen von fiesen Angreifern zurückzustoßen.

Die wirklich starken Kämpfer dagegen scheinen den Konflikt gar nicht so wirklich ernstzunehmen. Ist es wirklich schon an der Zeit, aufzuatmen, oder warten die Monster nur auf eine günstige Gelegenheit, sich die Charakterschwäche der selbst ernannten Helden zunutze zu machen?

Wir haben Episode 07 analysiert und verraten euch, warum die Heldenvereinigung ein düsteres Spiegelbild unserer Gesellschaft ist!

Dieser Artikel beinhaltet Meinungen und basiert auf der persönlichen Interpretation des Autors. Es ist nicht garantiert, dass der Autor von One-Punch Man diese Vermutungen unterstützen würde.


Mit großer Macht kommt eine große Klappe

Nachdem in den vergangenen Wochen Scharen von Monstern über Z-Stadt und die umliegenden Bezirke herfielen und zu allem Überfluss der mächtige Bösewicht Garo sich daran machte, die Helden nach und nach auszurotten, scheint sich die Lage nun allmählich zu stabilisieren. S-Klasse-Helden wie Tatsumaki oder Flashy Flash eilen den verzweifelten Bürgern zur Seite und scheinen mit ihren großartigen Fähigkeiten das Blatt allmählich wenden zu können.

Trotz weiterer Monster-Angriffe, stoßen die Helden allmählich vor. | © ONE, Yusuke Murata/SHUEISHA, Hero Association HQ

Doch warum steht die Situation auf bröckeligen Säulen und könnte jederzeit wieder ins Negative umschlagen? Der Grund dafür ist ganz simpel: Die Gefahr für die Menschen kommt aus ihren eigenen Reihen.

Ein ausgezeichnetes Beispiel dafür ist die Situation, die sich im Laufe der Episode zwischen den A-Klasse-Helden, Tatsumaki und Flashy Flash abspielt. Nachdem dieser sich in einem coolen Auftritt als großer, mit coolen Sprüchen geradezu um sich werfenden Retter inszenierte, wurde er fuchsteufelswild, nachdem Tatsumaki das Monster an seiner Stelle erledigte und sich gleich aus dem Staub machte – obwohl die Gefahr dadurch gebannt wurde.

S-Klasse-Held Flashy Flash scheint sein Image weitaus wichtiger zu sein, als die Rettung der Menschheit. | © ONE, Yusuke Murata/SHUEISHA, Hero Association HQ

Für Flashy Flash steht offensichtlich nicht die Rettung der Menschheit und das Bekämpfen der Feinde, sondern seine eigene Selbstbeweihräucherung und Machtdemonstration im Fokus. Statt sich möglichst effektiv am Kampf gegen die Monster zu beteiligen, hat er nichts besseres zu tun, als sich mit Tatsumaki anzulegen und einen Streit vom Zaun zu brechen, während anderswo wahrscheinlich gerade unschuldige Bürger von einem Protonenstrahl in ihre molekularen Einzelteile zerlegt werden.

Das das spielt für den»Helden« keine Rolle, für ihn zählt nur eines – sein eigenes Prestige.


Der ewige Kreis

Während die A-Klasse-Helden sich zusammenraufen und mit allen Mitteln versuchen, ihre Mitmenschen zu beschützen, haben die S-Klasse-Helden also immer noch nicht aus den Fehlern gelernt, die dem Angriff der Monster Tür und Tor geöffnet haben – müssen sie allerdings auch gar nicht.

Suiryu hat es erfasst – außer Nächstenliebe oder Selbstinszenierung bleibt den Starken kein Grund, sich für die Schwachen einzusetzen. | © ONE, Yusuke Murata/SHUEISHA, Hero Association HQ

Denn genau wie Suiryu es gesagt hat, überleben die Helden mit übermächtigen Fähigkeiten jeden noch so starken Angriff und haben daher keinen persönlichen Grund, ihre Energie voll in den Kampf gegen die Monster zu investieren. Für sie sind die Kämpfe eine Bühne, auf der sie sich selbst präsentieren können, nicht mehr und nicht weniger.

Ihre »Heldenhaftigkeit« hängt somit einzig und allein von ihrem Ehrgefühl ab. Dass dieses nicht bei jedem Recken so stark ausgeprägt ist wie bei Tatsumaki oder Genos, könnte sich als die größte Archillesferse der Menschheit herausstellen, wenn der Zusammenhalt und die überwältigende Macht der Monstervereinigung über die zerstrittenen und arroganten Menschen siegt.

Tatsumaki gehört zu den wenigen Helden, die auch aus eigenem Antrieb die Schwachen beschützen. | © ONE, Yusuke Murata/SHUEISHA, Hero Association HQ

Das Verhalten der Heldenvereinigung ist ein finsterer, aber leider nur allzu wahrheitsgemäßer Spiegel unserer Gesellschaft: Den mit Stärke, Reichtum oder Macht gesegneten, die theoretisch über Mittel verfügen würden, die Situation der Schwachen zum Besseren zu wenden, ist es meistens herzlich egal, was mit diesen passiert.

Sie leben häufig nur zu ihren Gunsten und handeln ausschließlich aus egoistischen Beweggründen, sodass sie für nichts einen Finger rühren würden, das ihnen nicht auf irgendeine Art und Weise einen persönlichen Vorteil bringt.

Die Schwachen jedoch raufen sich zusammen und stehen füreinander ein, da sie gemeinsam die Situation für alle ein wenig verbessern können. Die Botschaft der gesamten Story rund um die Heldenvereinigung stellt parabelhaft dar, wie sich beispielsweise Großkonzerne einzig und allein auf Gewinn konzentrieren, obwohl sie über die Mittel verfügen würden, die Situation für Menschen in Dritte-Welt-Ländern anzupacken und zu verbessern.

Spendenkampagnen verkommen meist zur reinen Selbstinszenierung als großer Wohltäter und aufrichtige Akte der Nächstenliebe findet man meist nur unter denjenigen, die nicht viel haben und den Schmerz der Schwäche selbst nur zu gut kennen …


Fazit – harte Fäuste, tiefe Gedanken

Obwohl die aktuelle One-Punch Man-Episode zunächst wie ein mitreißendes Action-Spektakel wirkt, wurden doch einige tiefsinnige Ideologien in die Handlung eingewoben und auf unterschiedliche Art und Weise zum Ausdruck gebracht. Neben witzigen Comedy-Momenten im Finale des großen Kampfsportturniers, in dem Saitama mit seinem Widerstand gegen Suiryu Selbstgefälligkeit ein weiteres Zeichen setzte, zeigte sich dort auch das Animatorenteam vom Studio J.C. Staff ambitioniert:

Animator Kenichiro Aoki beweist mit Saitamas Schlag gegen Suiryu, dass OPM 2 trotz aller Kritik hin und wieder mit guter Animation glänzen kann. | © ONE, Yusuke Murata/SHUEISHA, Hero Association HQ

Saitamas Schlag gegen seinen Gegner gehört wohl zu den technisch versiertesten Szenen der Staffel und zeigt, dass die Verantwortlichen sich trotz fehlenden Manpower darüber im Klaren sind, was für einen gewaltigen Titel sie in den Händen halten und ihr Bestes geben, die Erwartungen der Fans zu erfüllen.

Wie es nun weitergeht, bleibt abzuwarten – ob Suiryus leerer Blick nach der ersten Niederlage seines Lebens ein erstes Anzeichen für einen verheerenden Rachefeldzug ist, die Monster die Zwietracht zwischen den Helden ein zweites Mal schamlos ausnutzen oder Saitama rechtzeitig zum Ausverkauf für fettarme Sojasprossen kommt, bleibt abzuwarten.

Fest steht jedoch, dass die neueste Episode der Serie in Sachen Spannung und Sinngehalt dem Erstling in nichts nachsteht.


Jetzt seid ihr gefragt!

Was denkt ihr über das Verhalten der Helden in One-Punch Man? Und welche Botschaft lest ihr aus dem Anime heraus?

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Meteorc

Also ich weiß nicht so recht ich komm mit der Arbeitsmethode von J.C. Staff nicht so richtig klar. Die Animationsqualität hält sich noch im Rahmen obwohl sie noch viel besser sein könnte. Was mich aber viel mehr stört ist, dass das Studio immer 4-5 Manga Kapitel in eine Folge quetschen muss sodass alles viel zu schnell geht. Klar muss es nicht 1:1 wie im Manga sein. Aber die Leute die nur den Anime kennen sehen nicht das volle Potential was die Story zu bieten hat. Dadurch dass so viel Inhalt in eine Folge gequetscht wird und die Szenen deutlich verkürzt werden und viel schneller vorbei sind fühlt man nicht so richtig mit. Die Messages könnten viel besser rüberkommen wenn man in diese einzelnen Momente mehr Leidenschaft reinstecken würde. Madhouse hats damals genau richtig gemacht und die Folgen mit Liebe gestaltet. Die Qualität war 1A und es wurden nicht so viele Manga Kapitel in eine Folge gequetscht. Aber dass J.C. Staff nicht so viel Leidenschaft reinsteckt wissen wir alle schon. Die setzen halt mehr auf Quantität statt Qualität und produzieren möglichs viele Anime mit möglichst viel Inhalt drin dass man gar nicht mehr so richtig mitkommt. Bei Index 3 wars genau dasselbe, obwohl ich davon nicht den Manga oder die Light Novels kenne hab ich gleich gemerkt dass viel zu viel Inhalt reingequetscht wurde und bei jeder Folge hat jeder kommentiert, dass sie nichts raffen weil es einfach viel zu schnell geht. Das ist das genaue Gegenteil von Toei Animation die versuchen die One Piece Folgen möglichst lang zu strecken und immer ganz viele Rückblenden einbauen dass man mit der eigentlichen Handlung schleppend vorankommt.

Meteorc

Um aber den eigentlichen Sinn der Kommentare zu dieser Folge zu erfüllen möchte ich sagen, dass ich die Suiryu Folgen sehr gut finde, da wir viel von den moralischen Ansichten einer starken Personen lernen die kein Held ist und man dann etwas mehr über die Helden nachdenkt und evtl. ihr Arbeitsverhalten hinterfragen kann. So wie es damals bei My Hero Academia mit Stain war der auch immer das heutige Heldendasein hinterfragt, hat weil es zur Arbeit mit Geld usw. verwandelt wurde. Solche Folgen sind immer sehr gut, die dann zeigen dass es nicht immer nur um stumpfes Heldendasein geht sondern auch die Philosophie dahinter. Die Beweggründe der Charaktere warum sie das tun.

KuroMandrake

Also ich komme ganz gut klar, auch wenn es 4-5 Kapitel sind, ach ja das haben Madhouse vorher auch schon getan, also J.C. Staff sind nicht die ersten die, wie du es sagst viele Manga Kapitel in 1 Folge stopfen…

Meteorc

Du hast zwar Recht, Madhouse hat das auch schon getan aber im Durchschnitt bei jeder Folge stopft J.C. Staff mehr Kapitel rein. Die ersten Staffel von Opm hatte 12 Folgen und adaptierte 37 Kapitel. Wir haben jetzt 8 Folgen von der zweiten die aber auch schon bereits 37 kapitel adaptiert haben. Es kommen ja noch 4 Folgen wo dann auch wieder einige Kapitel adaptiert werden. Aber ich versteh was du meinst und du hast Recht, weil jeder hat seine eigene Meinung.
Nach meinem Geschmack hätte man bei manchen Folgen es etwas langsamer angehen und mehr Liebe reinstecken können. Aber absolut schlecht find ich die 2te Staffel jetzt auch nicht. Es ist immer noch in irgendeiner Weise gut 🙂

KuroMandrake

Wer den Manga liest, weiß was noch so passieren wird mit einigen Helden….

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