© NATSUKI TAKAYA•HAKUSENSHA/FRUITS BASKET PROJECT

Auch in der zweiten Folge konnte das Remake des Shoujo-Klassikers Fruits Basket wieder mit virtuosen Bildern, gefühlvoller Inszenierung und einigen interessanten Plotpunkten überzeugen. Doch was genau verbirgt die Handlung der augenscheinlich lockeren Tragikkomödie?

Fruits Basket 2019 wurde schon im Voraus als Neu-Adaption einer der erfolgreichsten Shoujo-Manga aller Zeiten der Status eines Season-Highlights zugesprochen. In der ersten Folge lieferte die Serie einen gelungenen Einstand, doch nun gilt es, die Position zu halten und sich dieser als würdig zu erweisen.

Während in der ersten Episode die gut gelaunte Heldin Toru das Rampenlicht noch allein für sich beanspruchte, rückt Folge 2 ein wenig von dem braunhaarigen Naivchen ab und stellt stattdessen ihre Gastfamilie wider Willen, den Soma-Clan, in den Vordergrund, die der Serie eine zunächst ungeahnte Tiefe verpassen …

Kyou Soma – Die verzweifelte Suche nach Anerkennung

Nicht nur in der Legende wurde die Katze aus der Riege der Tierkreiszeichen augeschlossen, auch Kyou Souma sieht sich in seiner Familie als Außenseiter. | © NATSUKI TAKAYA•HAKUSENSHA/FRUITS BASKET PROJECT

Während die zweite Episode ein wenig den Alltag im Hause der verfluchten Familie abbildet, lernen wir insbesondere den hitzköpfigen Jüngling Kyou kennen, der in der Vorgänger-Folge nur kurz eingeführt wurde.

Nachdem wir uns von dem lauten und energischen Jungen mit scharfer Zunge, die sich auch ein ums andere Mal direkt in Torus unschuldige Gefühlswelt bohrt, ein erstes Bild machen konnten, führt uns die Episode auch schon gleich in die Hintergründe seines Verhaltens ein:

Der Rotschopf, dessen Tierkreiszeichen und Verwandlungsform die Katze ist, wurde nämlich seit jeher vom Rest der Soma-Familie verachtet und ausgeschlossen. So sehnt er sich verzweifelt nach der Anerkennung des uralten Geschlechts und blendet dabei auch schon mal unliebsame Wahrheiten aus – wie zum Beispiel, dass in den Reihen der Somas wahrlich nicht alles Gold ist, was glänzt.

Kyou leidet sehr unter seiner Situation – ob Toru ein wenig Licht in sein Leben bringen kann? | © NATSUKI TAKAYA•HAKUSENSHA/FRUITS BASKET PROJECT

Das geht insbesondere Yuki gewaltig gegen den Strich, der bereits unschöne Erfahrungen mit der Grausamkeit der Somas machen musste und seinen Cousin vor diesem Schmerz bewahren möchte, dieser fasst die Sorge seines Cousins jedoch als Angriff auf und legt sich so immer wieder mit Yuki an.

Die Beziehung zwischen Yuki und Kyou ist ein typischer Fall von ungewollter Fürsorge und Realitätsflucht – da letzterer seinen Wert einzig und allein über die Anerkennung seiner Familie definiert und sein größtes Ziel ist, ebendiese zu erlangen, hat er kein Auge für die gut gemeinten Ratschläge oder gar das Mitleid seines Cousins und versucht, mit dem Kopf durch die Wand sein Ziel durchzusetzen. Ob es Toru gelingt, ihn aufzutauen?

Yuki hat es nicht einfach dabei, seinen Cousins vor den üblen Motiven seiner Familie zu warnen. | © NATSUKI TAKAYA•HAKUSENSHA/FRUITS BASKET PROJECT

Diese behandelt er zunächst ziemlich grob, doch schafft sie es, mit ihrer sanften und freundschaftlichen Art im Gegensatz zu seinem manchmal etwas herrischen Cousins, tiefer in sein Herz vorzudringen und ihm gegen Ende der Episode sogar eine Entschuldigung für sein ziemlich barsches Benehmen abzuringen.

Yuki Soma – Die andere Seite der Medaille

Zwar war der weißhaarige Yuki in der zweiten Episode nicht ganz so präsent wie sein Cousin, doch wurden Toru und uns nach der Einführung in Episode 1 einige tiefere Einblicke in sein Denken und seinen Charakter gewährt.

Yuki leidet stark unter dem Fluch und der Tatsache, dass er kein normaler Schüler sein kann. | © NATSUKI TAKAYA•HAKUSENSHA/FRUITS BASKET PROJECT

Was vor allem im Umgang mit Kyou auffällt, ist dass der zunächst sehr freundlich und sanft wirkende Yuki eine ziemlich herrische und direkte Seite versteckt, die gerade gegenüber dem explosiven Katzenjungen das Öl literweise ins Feuer gießt.

Yuki selbst steht seiner Familie extrem skeptisch gegenüber, da er um die düsteren Geheimnisse weiß, die das Bild in der Familie Soma trüben und in den kommenden Folgen wohl eine noch größere Rolle spielen werden. Doch der Versuch, seinen Cousin davor zu beschützen und ihn von den fiesen Familienoberhäuptern fernzuhalten, scheitert an dessen Ignoranz – ein Umstand, der Yuki offensichtlich ganz schön zu schaffen macht.

Seit seiner Kindheit schwirrt in Yukis Kopf einzig und allein der Gedanke, dass es nicht normal ist, sich regelmäßig in eine Maus zu verwandeln. | © NATSUKI TAKAYA•HAKUSENSHA/FRUITS BASKET PROJECT

Vermutlich hat er aus reinem Selbstschutz irgendwann angefangen, härter mit Kyou umzugehen, um sich die Angreifbarkeit zu nehmen und versucht verzweifelt, mit seinen Prügeltiraden und Beschimpfungen seinen Cousin irgendwie auf den richtigen Pfad zurückzureißen – unfähig, seine sanftmütige Seite zu zeigen und sich dabei selbst mehr zu öffnen.

Familienbande – Das zentrale Thema von Fruits Basket

Aus der aktuellen Episode geht langsam hervor, dass Fürsorge, Vertrauen und insbesondere Familienbande ein wichtiges Leitthema für die Story des Animes sind.

Toru gelingt es, durch ihre offenherzige und umgängliche Art, die Soma-Jungs aufzuheitern. | © NATSUKI TAKAYA•HAKUSENSHA/FRUITS BASKET PROJECT

Denn die Soma-Jungs stehen als zusammengeschweißtes Team fest gegen die Tyrannei der Familie und teilen das Leid durch den Fluch der Tierkreiszeichen miteinander, wobei sie aber auch in ihrer Denkblase gefangen zu sein scheinen.

Abhilfe dabei schafft Toru, die mit ihrer frischen Herangehensweise, ihrer freundschaftlichen und naiven Art und ihrem einsamen Durchhaltevermögen den Jungs völlig neue Perspektiven zu eröffenen und der es zu gelingen scheint, ein wenig Licht in den düsteren Alltag der Somas scheinen zu lassen.

Fazit – Alles spannend im Fruchtkorb!

Es bleibt abzuwarten, ob Fruits Basket 2019 das hohe Niveau der ersten beiden Folgen über 52 Episoden halten kann. | © NATSUKI TAKAYA•HAKUSENSHA/FRUITS BASKET PROJECT

Die zweite Episode von Fruits Basket ist nicht nur weiterhin motiviert inszeniert und technisch hochwertig umgesetzt, sondern führt uns tiefer in das Setting des Anime ein und erklärt uns allerlei Hintergründe, die den Grundstein für interessante Entwicklungen in der Story legen könnten.

Spätestens jetzt hat der Anime bewiesen, dass es sich bei ihm um mehr als nur einen 08/15-Shoujo handelt, sondern er mit erwachsener Aufarbeitung tiefgründiger Thematiken seinem Kult-Status definitiv gerecht wird.

Es bleibt spannend, wie viel Einfluss Toru noch unbewusst auf das Leben der Soma-Jungs nimmt und wie die Konflikte innerhalb der Familie sich allmählich lösen können. Zeit dazu ist auf jeden Fall genug – inzwischen wurde angekündigt, dass die erste Staffel von Fruits Basket 2019 satte 52 Episoden zählen wird.

Jetzt seid ihr gefragt!

Habt ihr die zweite Folge von Fruits Basket 2019 schon gesehen und wenn ja, wie hat sie euch gefallen? Glaubt ihr, dass Toru den Soma-Jungs bei der Auflockerung ihrer Konflikte helfen kann?

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Leyaa
Gast
Leyaa

Wow, ganze 52 Folgen in einer einzigen Staffel? Das sind ja klasse Nachrichten! Ganz ehrlich muss ich gestehen, dass ich zwischen 13 und 26 Folgen gerechnet habe, ist ja Standard bei Animes. Das würde natürlich dem Manga nicht gerecht, daher kann ich verstehen und freue mich, dass hier eine Staffel so lang ist.

Noch eine Sache: Im Manga zumindest waren Kyo und Yuki immer Cousins, keine Brüder. Ich weiß nicht, wie das im neuen Anime gehandt habt wird, aber irgendwie habe ich meine Zweifel, dass die Mangaka aus Cousins plötzlich Brüder macht.

Jenny
Gast
Jenny

An sich nicht schlecht geschrieben, aber das Wort Geschwister fällt einfach zu oft, dafür dass es nicht stimmt. 😉 ich freue mich auf den Anime.

Maike
Gast
Maike

Kyo und Yuki sind Cousins keine Brüder .. das wird auch in der 2. Folge im Anime bestätigt