©諫山創・講談社/「進撃の巨人」製作委員会

Das Zittern geht weiter: In der fünften Episode teilt die zweite Hälfte von Attack on Titan 3 ordentlich aus – nicht nur grafisch, sondern auch metaphorisch! Wir haben uns die neueste Titanen-Folge zur Brust genommen und für euch auf Herz und Nieren geprüft!

Schon in der ersten Folge setzten die Produzenten von Attack on Titan 3 (Part 2) alles daran, den Zuschauern klar zu machen, dass die neue Season kein Kindergeburtstag, sondern blutiger Ernst werden wird. Statt Sightseeing in Shiganshina stehen hier Blut, Rauch und Asche, sowie die Frage, welche der beiden Parteien wohl zuerst bis auf den letzten Mann ausgehaucht ist, im Mittelpunkt.

Kurz vor der Halbzeit fährt die Staffel nun noch mal zu ihrem Höhepunkt auf und spitzt das Katz- und Maus-Spiel zwischen Aufklärungstrupp und Titanenwandlern zu einer herzzerreißenden Höllentour zu, die dank der temporeichen und unvorhersehbaren Story selbst langjährigen Titanen-Fans den Atem raubt.

Doch wie gravierend sind die Ereignisse der Episode wirklich? Und was verbirgt sich hinter dem Handeln der Charaktere? Betrachten wir die Episode doch einmal aus der Nähe …


Dieser Artikel beinhaltet Meinungen und basiert auf der persönlichen Interpretation des Autors. Es ist nicht garantiert, dass der Autor von Attack on Titan diese Vermutungen unterstützen würde.


Wenn ein Anime Ernst macht

Schon seit Wochen setzen die kreativen Köpfe beim Studio Wit alles daran, uns zu verklickern, dass es sich bei Attack on Titan 3 (Part 2) nicht einfach nur um einen beliebigen Action-Arc, sondern einen zentralen Wendepunkt der Story handelt. Die extra in eine eigene Staffel abgespaltene Entscheidungsschlacht um den Fortbestand der Menschheit macht mit donnerndem Pathos, kalten Farbtönen und bedrohlicher Stimmung klar, dass sie ihre Spuren in der Welt und den Charakteren hinterlassen wird.

Der Tier-Titan profitiert mit seinem Plan von der Verzweiflung des Aufklärungstrupps. | ©諫山創・講談社/「進撃の巨人」製作委員会

Nach einigem hin- und her in den letzten Wochen schafft es der Aufklärungstrupp, das Ruder herumzureißen, doch bezahlt dafür mit dem Leben zahlreicher junger Soldaten, die bereitwillig dem Felshagel des Tier-Titans entgegen reiten. Egal ob Erwin oder Marlow, der Großteil der Soldaten wird kurzerhand von der steinernen Macht zermalmt und verkommt zu einem Teil des wohl teuflischsten Ablenkungsmanövers, das sich ein Mensch auszumalen vermag.

Der emotionale Höhepunkt für langjährige Attack on Titan-Fans ist jedoch Armins beherzte Selbstaufopferung in den feurigen Wellen des kolossalen Titans. Zwar ist die Serie nicht unbedingt dafür bekannt, zimperlich mit ihren Figuren umzuspringen, doch hätte sicherlich niemand beim Beginn der Episode damit gerechnet, dass der kluge Kopf der Soldaten in 24 Minuten nur noch eine verkohlte Leiche sein würde.

Armin opfert sich inmitten der Feuerschwaden des kolossalen Titans, um Eren eine Chance zum Angriff zu verschaffen. | ©諫山創・講談社/「進撃の巨人」製作委員会

Isayama zeigt keine Zurückhaltung, wenn es darum geht, die Grausamkeit seiner Welt voll auszuspielen und sorgt mit dieser Unberechenbarkeit für eine unfassbare Spannung, sodass wohl nicht wenige Fans sich bereits die Finger nach der nächsten Episode lecken. Die Spannung, die Attack on Titan einst in den Status als Teil der erfolgreichsten Anime aller Zeiten gehievt hat, ist also immer noch genau so präsent wie vor sechs Jahren …


Die Macht der Gemeinschaft

Bleibt nur noch die Frage, warum die Soldaten sich so bereitwillig ihrem Tod entgegenstürzen. Schließlich handeln die meisten Menschen bis zu einem gewissen grad egoistisch und es würde wohl kaum etwas geben, für das jemand sein Leben bereitwillig opfert.

Die Antwort liegt darin begründet, dass der Mensch zwar ein Egoist, aber auch ein Rudeltier ist. Wir finden uns in Städten, Dörfern, Siedlungen zusammen, bilden Familien und Freundeskreise, Vereine und Gruppen – das Gefühl, Teil eines Ganzen zu sein gibt den meisten Menschen Sicherheit und Geborgenheit und steht häufig auch unter einem gemeinsamen Wunsch oder Ideal.

Menschen neigen dazu, das Wohlergehen der Gruppe über ihr eigenes zu stellen. | ©諫山創・講談社/「進撃の巨人」製作委員会

Identifiziert man sich stark mit den Idealen der Gruppe, sieht man sich irgendwann als ein Teil von ebendieser und ihre Interessen dementsprechend als seine eigenen, ist also auch bereit, alles dafür aufs Spiel zu setzen. Die Soldaten in Attack on Titan gehören nicht nur dem Zusammenschluss des Aufklärungstrupps an, sondern hat sich die Spezies Mensch durch den gemeinsamen Feind in Form der Titanen und der Bedrängnis in den Mauern zu einer eigenen, übergreifenden Gruppe zusammengefunden.

Auf dem Weg zur Befreiung der Menschheit musste der Aufklärungstrupp einiges hinter sich lassen. | ©諫山創・講談社/「進撃の巨人」製作委員会

Die Soldaten können sich also mit zwei Personengruppen identifizieren, denen der Sieg über die Titanenwandler am Herzen liegt und die damit ihr oberstes Gut, Freiheit, erreichen kann. Da ist es nur ein kleiner Preis, gemeinsam dem Steinhagel entgegen zu reiten und sich für den Fortbestand der Menschheit zu opfern.

Schön an diesem Teil der Geschichte ist, dass der Anime selbst diese Problematik in keiner Form kommentiert. Ob es gut ist, seine eigenen Hoffnungen und Träume für das höhere Ziel der Gemeinschaft über Bord zu werfen oder ob nichts auf der Welt es rechtfertigen kann, Menschen in den Tod zu führen, muss jeder Zuschauer für sich selbst entscheiden. Die Grenzen zwischen Gut und Böse sind in der Schlacht um Shiganshina jedenfalls schon längst verschwommen.


Fazit – die beste Attack on Titan-Folge?

Der Spannungshöhepunkt von Attack on Titan 3 (Part 2) führt uns nicht nur den zentralen Konflikt der Serie vor Augen, welche Opfer das Erreichen eines höheren Ziels wirklich wert sind, sondern schwebt auch inszenatorisch in ungeahnte Höhen:

Selten hinterlässt eine Anime-Szene so viel Eindruck wie der Angriff von Levi auf den Tier-Titan. | ©諫山創・講談社/「進撃の巨人」製作委員会

Als Levi wie ein tollwütiger Wirbelwind den Tier-Titanen in seine Einzelteile zerlegt, dürfte das wohl einer der emotionalsten Attack on Titan-Momente aller Zeiten gewesen sein. All die Gefühle, die sich in den letzten Episoden angestaut haben, entladen sich in nur einer Sequenz und nie war das Innere des Hauptgefreiten so nahbar wie in diesem Moment.

Die Spannung ist fast zum Greifen nahe und jeder Moment konnte den Sieg für die eine oder andere Seite bedeuten. Doch nun scheinen die Titanenwandler geschlagen und die Schlacht zunächst vorüber – doch was kommt jetzt? Werden wir in der nächsten Episode endlich das Geheimnis in Grisha Jägers Keller entdecken? Wird der entkommene Tier-Titan eine grausame Rache in die Wege leiten? Und ist Armin nun wirklich verschieden oder finden die Soldaten einen Weg, ihren gefallenen Kameraden zurückzuholen?

Die Woche bis zur nächsten Episode verspricht auf jeden Fall, quälend lang zu werden … Falls ihr euch die Wartezeit mit Analysen, Zitaten und jeder Menge anderen spannenden Artikeln zu Attack on Titan vertreiben wollt, schaut doch mal auf unserer Übersichtsseite zum Anime vorbei!


Jetzt seid ihr gefragt!

Was ist eure Meinung? Profitiert der Mensch von der Gruppe und ist es daher nur rechtens, sein Leben für diese aufs Spiel zu setzen oder kann nichts den Verlust von Menschenleben rechtfertigen?

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Hanji

Ich habe vielleicht nur ein bisschen viel geweint.
Dieser Anime ist unbeschreiblich.
Dieses Kribbeln im Bauch wenn die nächste Folge kommt, oft wird mir sogar richtig Flau im Magen weil es mich so mit nimmt.

So viele Emotion, noch dazu spannend und dieser Hass auf manche Charaktere obwohl sie eigentlich doch schon was tolles an sich haben. Einfach nur Klasse.

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