© 諫山創・講談社/「進撃の巨人」製作委員会

Der Moment ist gekommen, auf den Attack on Titan-Fans seit Jahren hinfiebern – endlich wird das Geheimnis um Grisha Jägers Keller im Bezirk Shiganshina gelöst. Doch welche Geheimnisse ruhen hinter der schweren Holztür? Und was bedeutet das für die Zukunft der Attack on Titan-Welt?

Schweren Schrittes schlurfen die in den letzten Stunden geschundenen Mitglieder des Aufklärungstrupps durch die Finsternis. Trotz dass sie sich gerade mal ein paar Meter unter der Erde befinden, ist die Luft staubig und trocken, die übermüdeten Sinnesorgane der Soldaten reagieren weiterhin wachsam auf jede potenzielle Gefahr. Dann stehen sie vor der massiven Eichenholztür und der steigende Herzschlag pocht deutlich in den Schläfen – denn hinter ihr liegt das hundert Jahre lang behütete Geheimnis um den Ursprung der Mauern verborgen.

Die siebte Folge der aktuellen Attack on Titan-Staffel löst das schon vor sechs Jahren aufgeworfene Rätsel um den Keller der Familie Jäger und lässt damit die wohl größte Bombe platzen, die Hajime Isayamas Action-Epos zu bieten hat. Doch bevor die wahre Geschichte der Menschen das erste Mal seit Jahren das Licht der Welt erblickt, verwandelt sich die apokalyptische Endzeitstimmung der Staffel in einer schwerwiegende Melancholie – wir haben sie für euch genauer unter die Lupe genommen.

Ein neuer Morgen bricht an 

Nachdem der Aufklärungstrupp in den letzten Episoden die wohl schwerste Schlacht seines Bestehens schlagen und den Bezirk Shiganshina unter zahlreichen schmerzhaften Opfern zurückerobern konnte, muss zunächst die Lage sondiert werden: Denn Armin Arlert hat sich in einen Titanen verwandelt, Sascha ist schwer verletzt und nur noch eine klägliche Zahl an Kämpfern ist von den einst so stolzen Reihen des Aufklärungstrupps übrig. Doch es bleibt ihnen keine andere Wahl, als sich schlicht und ergreifend mit ihrem Schicksal abzufinden.

Bertholds Erinnerungen als kolossaler Titan sind Armins erste Berührung mit dem Dasein als Titanenwandler. | © 諫山創・講談社/「進撃の巨人」製作委員会

So startet nun die eigentliche Mission der Soldaten: Die Erkundung von Grisha Jägers Keller. Die dort gefundenen Notizbücher enthalten seine Memoiren und geben ohne Zweifel Auskunft über den wahren Ursprung der Welt innerhalb der Mauern. Allerdings wäre Attack on Titan nicht Attack on Titan, wenn uns all die nervenzerfetzenden Antworten auf dem Silbertablett präsentiert würden – stattdessen flackern Teile einer längst vergessenen Vergangenheit über den Bildschirm, die mehr Fragen aufwerfen, als sie zunächst beantworten.

Welches Geheimnis hält Grisha Jägers Vergangenheit wohl in den kommenden Episoden bereit? | © 諫山創・講談社/「進撃の巨人」製作委員会

Am Ende der Episode beginnt schließlich ein Rückblick, der sich vermutlich in die nächste Folge hineinziehen und die heiß begehrten Offenbarungen bereithalten wird. Was ist diese fortgeschrittene Zivilisation, aus der Grisha zu stammen scheint? Existiert sie heute noch oder wurde sie schon längst ausgelöscht? Warum musste sich Erens Vater in die begrenzte Welt der Mauern zurückziehen? All das wird hoffentlich mit großem Aha-Effekt in den nächsten Wochen beantwortet – doch reicht die Zeit dazu überhaupt aus?

Bis zum Staffelfinale bleiben gerade einmal drei Folgen – wird die Zeit ausreichen, um das Geheimnis der Mauern endlich zu enthüllen? | © 諫山創・講談社/「進撃の巨人」製作委員会

Gut informierte Titanen-Verfechter wissen nämlich, dass Attack on Titan 3 (Part 2) am Ende gerade einmal 10 Episoden zählen wird. Somit bleiben Studio Wit noch drei Folgen, um den Inhalt der Notizbücher auf den Bildschirm zu bannen – ein durchaus sportliches Unterfangen.

Fragmente der Vergangenheit

Neben dem extrem spannenden und fast schon sadistisch langsam voranrollenden Inhalt ist es nicht weiter verwunderlich, dass die neue Attack on Titan-Episode auch atmosphärisch wieder bei den ganz Großen mitspielen kann: Haupt-Regisseur Tetsuro Araki und Serien-Regisseur Masashi Koizuka verstehen ihr Handwerk bis ins letzte Detail und schaffen mit dem Gang zum Keller eine der wohl tiefgründigsten und intensivsten Szenen der jüngeren Anime-Geschichte.

Der Gang durch den Bezirk Shiganshina führt Eren und Mikasa an Orte ihrer Vergangenheit zurück. | © 諫山創・講談社/「進撃の巨人」製作委員会

Denn auf dem Weg durch überwucherte Pflastersteine, vorbei an zersplitterten Holzbalken und kokelnden Fachwerkhäusern, begegnen Eren und Mikasa der unschuldigen Kindheit, die sie durch den Angriff des kolossalen Titans vor einigen Jahren hier verloren.

Ein schwingendes Ladenschild oder ein schmutziger Korb erinnern an Tage, in denen Shiganshinas Mauern Heimat eines bunten Alltags waren und erwecken die bittere Wahrheit, dass im Leben der beiden jungen Erwachsenen wohl nichts mehr so sein wird, wie es einst war.

Die Bilder, die vor dem geistigen Auge der beiden Soldaten herzucken, werden sie nie wieder in der Realität zu sehen bekommen. | © 諫山創・講談社/「進撃の巨人」製作委員会

Es muss zwar nicht unbedingt die Heimatstadt von einem sechzig Meter hohen Giganten attackiert worden sein, doch kann sich jeder wohl ein wenig mit diesem Gefühl identifizieren – denn egal ob soziales oder räumliches Umfeld, die wenigsten Dinge im Leben sind in Stein gemeißelt und die Welt einer ständiger Veränderung unterworfen. Und sowohl für Eren und Mikasa, die nun als Teil des Aufklärungstrupps im Kampf gegen die Titanen ihr Leben aufs Spiel setzen als auch für diejenigen, die sich durchs ernste und harte Erwachsenen-Dasein kämpfen stellen die unbeschwerten Tage der Kindheit ein angenehmes Luftschloss mit bittersüßem Geschmack dar.

Egal wie schön die Vergangenheit war – es wartet irgendwo auch immer eine Zukunft. | © 諫山創・講談社/「進撃の巨人」製作委員会

Doch liegt das Geheimnis dieser Disziplin darin, sich nicht in dieser zuckersüßen Nostalgie zu verrennen, sondern in die Zukunft zu blicken: Denn genau wie die Vergangenheit existiert hat, existiert auch eine Zukunft und hält unzählige Möglichkeiten bereit – zum Beispiel eine Welt, in der die Menschheit von den schweren Ketten der Titanen befreit ist und glücklicher und freier leben kann als jemals zuvor.

Zwar ist niemand in der Lage, die Vergangenheit zurückzuholen, allerdings steht in den meisten Fällen die Möglichkeit zur Wahl, die Zukunft dafür zum Positiven zu wenden.

Fazit – der Beginn eines neuen Kapitels

Folge 07 von Attack on Titan 3 (Part 2) ist eine Episode voller Sinngehalt: Denn nicht nur trägt Erens und Mikasas Gang durch Shiganshina eine Botschaft in sich, sondern steht auch sinnbildlich für den Verlauf der Geschichte. Egal was sich im Inneren von Grisha Jägers Notizbüchern befindet, es wird nicht nur das Weltbild der Charaktere, sondern auch Hajime Isayamas Geschichte in ein völlig neues Licht tauchen.

Attack on Titan 3 (Part 2) setzt was Beliebtheit angeht völlig neue Maßstäbe. | © 諫山創・講談社/「進撃の巨人」製作委員会

Somit dürfen wir der nächsten Folge voller Spannung entgegenfiebern und uns auf ein völlig neues Attack on Titan freuen. Fest steht, dass die Serie gerade so spannend ist wie nie zuvor – während sich die aktuelle Season beim Beliebtheits-Ranking aller Anime der Datenbank MyAnimeList noch vor dem Blockbuster your name auf den zweiten Platz manövrieren konnte, ist die fünfte Episode der Staffel sogar auf der Film-Plattform imdb als beste Einzel-Episode einer TV-Serie gelistet – vor Schwergewichten wie Game of Thrones oder The Walking Dead.

Jetzt seid ihr gefragt!

Sehnt ihr euch manchmal nach den Tagen eurer Kindheit zurück? Oder freut ihr euch auf die Zukunft? Was glaubt ihr, wie sich die Geschichte von Attack on Titan weiterhin entwickeln wird?

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Hanji
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Hanji

War es nicht so, dass nach der 10 Folge die Animation eingestellt wird?