Zwischen Ecchi und Fanservice liegt für viele Anime-Fans nur ein schmaler, wenn nicht sogar völlig unsichtbarer Grat. Wir verraten euch, wo der Unterschied liegt.

Ecchi und Fanservice. Die meisten von euch würden wohl sagen: »Ist doch eigentlich ein und dasselbe«, allerdings haben die beiden Begriffe, die häufig als Synonyme füreinander verwenden werden, doch unterschiedliche Bedeutungen.

Ob ein Cameo-Auftritt als Ecchi gilt oder Fanservice immer etwas mit Nacktheit zu tun hat, klären wir in diesem Artikel!


Was ist denn eigentlich Fanservice?

»Fanservice« bedeutet das, was es heißt – Service für die Fans. Schon in antiken griechischen Theaterstücken fanden sich immer wieder Stilmittel, die das Publikum zusätzlich zur Handlung erheitern sollten, wie etwa das Durchbrechen der vierten Wand.

Der Begriff selbst entstand hingegen erst Ende der 80er-Jahre in der Anime- und Mangaszene, um alles zu beschreiben, was dem Zuschauer gefallen soll und wurde insbesondere durch das komödiantische Selbstportrait Otaku no Video des Evangelion-Studios Gainax gefestigt.

Dabei bezeichnet Fanservice schlichtweg alles, was dem Zuschauer gefallen soll, ohne die eigentliche Handlung voranzutreiben oder ein festes Element der Geschichte zu sein.

Auch dieses Naruto-Cameo im Anime Assassination Classroom ist Fanservice. | © Dentsu, Studio Hibari, Fuji TV

Ein Beispiel hierfür wären die zahlreichen Namen bekannter Persönlichkeiten in Jojo’s Bizarre Adventure oder Anspielungen auf andere Anime im Fighting-Shounen-Epos Gintama.

Fanservice sind auch ausschweifende technische (Fantasie-)Erklärungen in Titeln wie Gundam oder die komplexen Verstrickungen von Magie in der Fate-Reihe.

Wenn Fanservice sexuelle Inhalte oder Nacktheit darstellt, so sind diese stets unaufdringlich in die Handlung eingewoben, etwa in Form einer Dusch- oder Badeszene.


Warum ist Fanservice kein Ecchi?

Obwohl Ecchi definitiv ein Teilbereich des Fanservice ist, sollten die Begriffe nicht als Synonyme füreinander verwendet werden.

Die berühmte Duschszene aus Neon Genesis Evangelion ist wohl das beste Beispiel unaufdringlicher Fanservice-Nacktheit. | © TV Tokyo, Kadokawa Shoten, Nihon Ad Systems

Denn Ecchi zeigt eine wesentlich härtere und aufdringlichere Darstellung von sexuellen Themen, die über voyeuristische Einblicke in das Alltagsleben einer Figur weit hinausgeht.

So etwa der typische Ecchi-Moment, in dem ein männlicher Charakter stolpert, auf einen weiblichen Charakter fällt und diesem versehentlich an die Brüste fasst.

Fanservice dagegen deckt zwar durchaus Darstellungen von Nacktheit ab, fasst aber noch ein viel weiteres Feld an Tropen, die nichts mit sexuellen Inhalten zu tun haben.


Es hagelt Kritik!

Trotz der unterschiedlichen Bedeutungen stehen Ecchi und Fanservice gleichermaßen in der Kritik.

Die einen jauchzen, die anderen schütteln den Kopf: Manche Anspielungen hinterlassen bei vielen Zuschauern ein großes Fragezeichen.  | © Kadokawa

Während ersteres das »Anime-ist-Schweinkram«-Klischee bestätigt und dadurch viele Fans auf die Palme bringt, kann Letzteres im übertriebenen Maße die Zuschauer ebenso abschrecken.

Langes Mecha-Geblubber oder zu viele Anspielungen auf andere Serien können Leute, die weniger tief in der Materie stecken als andere, weniger begeistert zurücklassen.

Anime wie Lucky Star mögen für Otakus zwar lustig sein, lassen den Mainstream-Zuschauer jedoch in die Röhre gucken, der bei dem heillosen Durcheinander von Anime-Eigenheiten und Anspielungen schnell den Durchblick verliert.


Wenn Ecchi-Anime genau euer Ding sind, findet ihr auf ninotaku.de einige Empfehlungen für feurig heiße Ecchi-Titel.


Jetzt seid ihr gefragt!

Freut ihr euch über Fanservice-Szenen oder nerven euch alle Elemente, die die Story nicht vorantreiben? Schreibt es in die Kommentare!

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Ace

Einerseits stimmt es natürlich, dass es per Definition nicht das Selbe ist, und die Begriffe entsprechend “richtig” genutzt werden sollten.
Andererseits ist gerade Sprache sehr viel flexibler und entwickelt sich kontinuirrlich weiter. (Ob nun zum Besseren oder Schlechterem sei mal dahingestellt) So ist die Bedeutung von Begriffen viel mehr an ihre Nutzung und Verbreitung gebunden, als an strickte Deffinitionen.
Fragt man nun 1000 Anime-Fans, was sie unter dem Begriff “Fanservice” verstehen, werden wohl die meißten mit “Darstellung von Sexualität”, einige mit “Cameo/Eastereggs”und die wenigsten mit “nerdiger Detaildarstellung” antworten. In 20 Jahren sieht es vielleicht schon wieder anders aus.

Zwar sollte man jetzt nicht jegliche Deffinitionen und Strukturen bei Sprache über Bord werfen und sie anarchistisch dahinplätschern lassen. Allerdings bin ich der Meinung, das man sie auch nicht vollkommen eingrenzen und strukturieren KANN. Und sehe kein Problem damit Begriffe so zu verwenden, wie sie gerade von der Mehrheit aufgefasst werden.

hoped1988

Ich wünschte es gebe mehr Fanservice! Gerade bei den kleinen Anime, denen kaum bis keine Aufmerksamkeit geschenkt wird, weil zum Xten Mal das selbe Thema behandelt wird, kann es von elementarer bedeutung sein ob es Fanservice gibt oder nicht! Dabei ist natürlich zu beachten wie der Fanservice präsentiert wird! Nur weil es zu einer Nacktszene kommt, muss es nicht automatisch schlecht sein! Ein Anime der mittels Fanservice seine Welt besser erklären möchte, kann zum Beispiel schlecht sein wenn er zu tief ins Detail geht oder es ständig zu unterbrechungen kommt, weil man versucht komisch zu sein? Dieses Jahr sollen wohl auch “H-Ecchi” Anime kommen, dort ist die Grenze zwischen Ecchi und Hentai noch geringer, weil zwar Sexszenen gezeigt werden aber nicht Hauptbestandteil des Anime sind, also ähnlich wie ein Krimi im Abendprogramm, dann kommt es wahrscheinlich zu der Frage:”Ist es Fanservice oder Hentai?”
Wer sich über “Fanservice” aufregt, weil er überflüssig ist, dann kann es demjenigen ja auch egal sein, den wer die Zeit hat sich über belanglose Dinge zu beklagen, der hat keine anderen Sorgen und kann den andern ruhig ihren “Fanservice” gönnen! Den nichts ist bedeutungloser als sich über bedeutungslose Dinge aufzuregen.

Michele

Meiner Meinung gehört Fanservice in einem gewissen grad zu einem Anime dazu, es wertet den Anime auf und gibt im zum teil auch ein Wiedererkennungswert. Ich finde es sehr schade wenn man Fanservice ”abused” um einen Anime am Leben zu erhalten nur zum auf Teufel komm raus die Leute an einem Anime zu binden damit man die zuschauer nicht verliert etc. Im Grossen und ganzen wie oben erwähnt finde ich Fanservice fast ein muss in der Heutigen Anime und Manga Welt.

Felix

Ich mags im gesunden Rahmen schon sehr, wenns lustig mit eingebunden ist. Zu welchem gehört das Bild oben ^^? In der Kopfzeile.

Andre

Müsste wen ich mich nicht täusche Bikini warriors

Felix

Danke.

Arrior

Fan-Service wie der in NGE (der zwar ein schmaler Grad zu Ecchi sein kann) ist mMn noch eigenermaßen angebracht, da man diese Art von Fan-Service auch in diversen normalen RL-Medien sieht (Duschszenen oder Szenen wo Charaktere nur mit Handtüchern bekleidet zu sehen sind)
Aber von Ecchi wie der auf den Beispielbild des Artikels dargestellt wird halte ich weiterhin nichts (aus auch im Artikel bereits genannten Gründen)

DeadPixel

Wie schon im Artikel gesagt, sehe ich es auch so, dass Ecchi ein Teilgebiet von Fanservice ist, also eigentlich alle Ecchi Szenen sind somit also Fanscervie. Aber die Definition von Ecchi hier gefällt mir nicht so ganz :”härtere und aufdringlichere Darstellung von sexuellen Themen, die über voyeuristische Einblicke in das Alltagsleben einer Figur weit hinausgeht”.
Ist euere Definition von Ecchi, wenn wirklich Brüste entblößt werden, oder wenn eine Person unbedint mit einer anderen Person schlafen will? Aber danach habt ihr die Stolperszene als typische Ecchi Szene erwähnt, was ich jetzt nicht unbedingt passend zur Definition finde. Aufdringliche Darstellung ja, aber über über voyeuristische Einblicke in das Alltagsleben einer Figur weit hinausgeht? Weiß ich nicht so recht.
Ich habe jetzt eine Weile überlegt, wo fängt Ecchi wirklich an? Also entbößte Brüste und offentsichtliche Sprüche gehören definitiv rein, obwohl man da schon wieder überlegen kann, weil das teilweise schon an Hentai grenzt.
Aber was ist noch Ecchi? Gehören Dusch und Badszenen dazu, Kamerawinkel die Höschen oder Ausschnitt zeigen, wenn eine Person die Brüste an den Arm einer anderen Person drückt, wenn offen über Brustgrößen gesprochen wird, wenn Personen in Unterwäsche gezeigt werden, man könnte die Liste wahrscheinlich no eine Weile so weiter ergänzen. Aber meistens würde ich diese Szenen schon dem Ecchigenre zuordnen. Diese Szenen tauschen auch in nicht “Ecchi” Animes auf, aber dann ist das meistens nur Fanservice? Ist die Definition von Ecchi-Anime dann, dass solche Szenen regelmäßig auftreten?(Ich nehme hier jetzt mal offensichtliche EcchiAnimes a la Higschool DxD raus) Laut Anisearch hat zB auch FairyTail ein Ecchi Tag, wo man bei einigen Szenen schon mitgehen kann, aber jetzt nicht die Handlung bestimmt oder einen größeren Teil ausmacht. Ist das jetzt ein Ecchi Anime oder nicht?

Mein Fazit ist, dass viele Animes auch mal Ecchi Szenen haben, aber wenn es kein “Ecchi”-Anime ist als Fanservice bezeichnet werden. Also quasi als synonym verwendet werden. Da mich “guter” Ecchi nicht stört (wenn es passend eingebaut ist) können sich gern andere drüber aufregen.

Mottenpups

Anspielungen zu anderen Werken sind in meinen Augen zumindest immer ein großes Zeichen des Respekts, selbst wenn es sich um eine Parodie handelt. Besonders schön finde ich “Die Mail die durch die Zeit sprang” aus Steins;Gate 🙂

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