Dr. Stone Senku Wissenschaft
© 米スタジオ・Boichi/集英社・Dr.STONE製作委員会

In dem aktuellen Anime-Hit Dr. Stone dreht sich alles um Wissenschaft. Wir wollen Senku und seinen treuen Gefährten einmal gehörig auf den Zahn fühlen und überprüfen, wie wissenschaftlich die Serie tatsächlich ist.

Eines Tages wird die gesamte Menschheit von einer mysteriösen Versteinerungswelle erfasst und die Uhren der Zivilisation kommen zum Stillstand. 3700 Jahre später wirft der heißblütige Senku, ein leidenschaftlicher Wissenschaftler, endlich die Hüllen seines steinernen Gefängnisses ab.

Von diesem Zeitpunkt an hat er nur ein Ziel im Kopf: Er will mit all seiner Geisteskraft die mit Efeu überwucherte Welt von der Steinzeit aus wieder zurück in die Moderne katapultieren. Ein großes Vorhaben, bei dem Senku sich eine ganze Menge Hirnschmalz und wissenschaftliche Tricks zunutze machen muss.

Doch hat die Wissenschaft, die im Anime gezeigt wird, auch in der Realität Bestand oder haben die Autoren gepfuscht? Wir gehen der Sache auf den Grund!

Wie akkurat ist die Wissenschaft in Dr. Stone?

Dr. Stone Opening
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In der folgenden Tabelle haben wir eine Reihe von wissenschaftlichen Fakten und Methoden aufgelistet, die in den ersten sechs Anime-Episoden von Dr. Stone Erwähnung finden. Davon ausgenommen sind alle Aussagen, die sich auf die mysteriöse Versteinerungswelle beziehen, welche wir in einem anderen Artikel bereits ausführlich behandelt haben.

Zu jedem Punkt haben wir euch mindestens eine Quelle verlinkt, damit die leidenschaftlichen Wissenschaftler unter euch – und all jene, die es noch werden wollen – ihr Wissen vertiefen und noch mehr darüber lernen können, was genau hinter den wissenschaftlichen Phänomenen in Dr. Stone steckt.

# Fakt / Behauptung Beleg Korrekt?
1 Salpetersäure färbt die menschliche Haut gelb. Quelle
2 Salpetersäure kommt in Fledermauskot vor, der sich an Höhlendecken sammelt und die Säure anschließend in kleinen Tropfen absondert. Quelle (Englisch) /
3 Salpetersäure ergibt zusammen mit Ethanol Nital Quelle 01, Quelle 02
4 Um Wein mit geringer Qualität herzustellen, reicht es aus, Trauben oder Rosinen zu zerstampfen und den daraus entstandene Saft zum Gären in einen verschlossenen Behälter zu geben. Quelle 01, Quelle 02 /
5 Durch Destillation (Erhitzen, Kühlen und anschließende Kondensation) kann aus einfachem Wein hochprozentiger Weinbrand/Brandy hergestellt werden. Quelle 01, Quelle 02
6 Tontöpfe bieten eine primitive Möglichkeit zur Destillation, die bereits Jahrtausende vor Christus von den Mesopotamiern genutzt wurde. Quelle 01, Quelle 02
7 Es ist ohne fortgeschrittene Technologie möglich, Salz aus Meerwasser zu extrahieren. Quelle
8 Löwenfleisch ist zäh und riecht nach Ammoniak.
9 Beim Räuchern von Fleisch und Fisch schwächen die Aldehyden des Rauchs die Mikroben ab. Quelle 01, Quelle 02 (Begriffe)
10 Kalziumkarbonat kann aus Muscheln gewonnen werden. Quelle
11 Kalziumkarbonat eignet sich zur Landwirtschaft und macht durch eine Reaktion mit Wasserstoffionen die Erde fruchtbarer. Quelle 01, Quelle 02
12 Kalziumkarbonat lässt sich als Kreide verwenden bzw. ist Kreide. Quelle
13 Wird Kalziumkarbonat stark erhitzt und mit Sand vermischt, entsteht Mörtel. Quelle
14 Natriumkarbonat kann aus Seetang gewonnen werden Quelle 01, Quelle 02 (Englisch)
15 Bronze besitzt im Vergleich zu anderen Bausubstanzen einen besonders hohen Korrosionsschutz. Quelle 01, Quelle 02
16 Eine große Menge Kupferionen ist für die meisten Pflanzen reines Gift. Quelle /
17 Aus Kupfer können Spiegel hergestellt werden. Quelle
18 Schießpulver wurde ca. 700 Jahre nach Christus erfunden. Quelle 01, Quelle 02 /
19 Schießpulver besteht aus Schwefel, Holzkohle, (Bengal-)Salpeter und Zucker Quelle /
20 (Bengal)-Salpeter kann aus Salpetersäure und Kalziumkarbonat hergestellt werden. Quelle
21 Normale Steine können keine Funken erzeugen. Mit Feuersteinen ist dies nur aufgrund der Anwesenheit von Eisen möglich. Quelle 01, Quelle 02

Fazit: Prüfung bestanden!

Dr. Stone Senku
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Wie ihr sehen könnt, haben die Autoren von Dr. Stone insgesamt ganze Arbeit geleistet und ihre Hausaufgaben gründlich erledigt. Die meisten wissenschaftlichen Fakten und Methoden stimmen – abgesehen von Senkus übermenschlichen Arbeitsgeschwindigkeit – durchaus mit der Realität überein

Zumindest, wenn wir einmal so gnädig sind und ignorieren, dass Tsukasa – ihr wisst schon, die heißblütige Mahou-Shoujo-Fusion aus Peter Pan, Light Yagami und Tarzan – mit bloßen Händen zwei ausgewachsenen Löwen den Schädel zerschmettert und einen 200 km/h schnellen Armbrustpfeil einfach mal so aus der Luft abgefangen hat oder der gute Senku mit seinen zarten 18 Jahren offenbar schon mehr als genug Zeit hatte, um alle Wikipedia-Artikel sowie sämtliche Schriftstücke seit Geburt Christi auswendig zu lernen.

Nächste Woche erwartet euch noch ein Artikel zu Dr. Stone, in dem wir noch einmal genauer auf die in der Tabelle mit dem roten ❌ markierten Fehler eingehen und euch ausführlich erklären, wo sich die Autoren ein wenig vertan haben.

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Jetzt seid ihr gefragt!

Habt ihr selbst auch noch weitere Fehler oder Ungereimtheiten im Anime oder Manga zu Dr. Stone entdeckt, die ihr euch nicht erklären könnt?

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Balmung
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Balmung

Und habt ihr auch kontrolliert, ob sich nicht bei der deutschen Lokalisierung der Untertitel Fehler eingeschlichen haben? Wäre ja nicht das erste mal, gerade bei Simulcasts, die schnell übersetzt werden müssen.

Flat
Gast
Flat

Also das man Zucker zur Herstellung von Schwarzpulver braucht ist mir recht neu und ich glaube in der Serie wurde es so auch nicht erwaehnt.

Eren
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Eren

Fakt 20 ist nicht falsch. Bengalsalpeter ist KNO3 und kann aus Salpetersäure HNO3 und Kalicumcarbonat K2CO3 hergestellt werden (Kalicumcarbonat ist ähnlich wie Calciumcarbonat, da sie gleiche Oxidationsstufen haben). Sprich der Fakt stimmt.

Christian
Gast
Christian

Denke bei der Sache mit dem Bengalsalpeter handelt es sich lediglich um einen Übersetzungs-/Buchstabenfehler.
Zwischen Kalium und Kalzium ist kein großer Unterschied im Namen ^^
Und gerade solch einfachen Herstellungsmethoden von Salzen sind im Anime richtig beschrieben. 🙂

Kris
Gast
Kris

Also, ich muss echt mal wieder deinen Schreibstil loben! Ich schaue immer erst am Schluss, wer für den Artikel verantworlich ist. Als ich den vorletzten Absatz gelesen habe, wusste ich spätestens, dass das dein Werk ist. Dein humorvoller (und typisch sarkastischer) Text bereichert immer meinen Tag. Vielen DANK!! 😀
Nicht zu vergessen deine saubere Recherche! 😉 Good job!