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Zum mittlerweile elften Mal fand am vergangenen Wochenende die DoKomi in Düsseldorf statt und vereinte erneut Aussteller, Publisher, Künstler, Bands und allerlei Besucher unter dem Dach des großen Messegeländes. Wir waren für euch vor Ort und haben kunterbunte Eindrücke von der »deutschen Comiket« mitgebracht!

Die Rheinmetropole Düsseldorf ist nicht nur Heimat einer riesigen japanischen Anwohnerschaft, die das Stadtbild mit einer ganzen Fülle an fernöstlichen Restaurants, Shops und Kulturvereinen bereichert und Austragungsort des europaweit bekannten Japan-Tags. Hier ist auch seit 2009 die mittlerweile größte Anime- und Japan-Convention Deutschlands zu Hause: Die DoKomi!

Mit ihrer mittlerweile elften Ausgabe konnte die Con über 55.000 Besucher in die Messe locken und bot unter dem Motto »Retro« die Fläche für über 650 Aussteller und Künstler. Grund genug, nach zwei Wochen in die Stadt am Rhein zurückzukehren und zu berichten, ob die DoKomi ihrer Popularität gerecht wird!

Von Fans für Fans

Als vor zehn Jahren zum ersten Mal die DoKomi-Tore für die deutsche Anime-Fangemeinschaft aufgestoßen wurden, stand insbesondere eines im Mittelpunkt: Das Miteinander. Das Gefühl, einen schönen Tag mit Gleichgesinnten zu verbringen, neue Kontakte zu knüpfen und sein heiß geliebtes Hobby zu zelebrieren.

Auf der DoKomi treffen sich zahlreiche Fans japanischer Popkultur, um einen schönen Tag miteinander zu verbringen. | © Endo / Ninotaku.de

An dieser Tatsache hat sich bis heute nichts geändert: Denn bereits beim Einlass werden Neuankömmlinge in die euphorische und positive Grundstimmung der Messe hineingesogen: Ob klassische Free Hugs, der neu aufgekommene Trend, sich in der Warteschlange gegenseitig abzuklatschen und einen schönen Tag zu wünschen oder der schon jetzt legendäre »Mit Ticket weiter, ohne Ticket hier!«-Ausruf. Egal ob groß oder klein, jung oder alt – das Gefühl, in der Anime-Community vereint zu sein hat alle Besucher und Aussteller fest im Griff.

Die große Oase inmitten der Verkaufshalle bot die Gelegenheit zum Ausspannen. | © Endo / Ninotaku.de

Der in den vorherigen Jahren vielkritisierte Einlass floss in diesem Jahr übrigens in stetem Gang ohne größeres Auf-der-Stelle-Warten oder sonstige Probleme. Lobenswert ist auch die Food Court im Innenhof in der, passend zum Thema, japanische Speisen und Getränke feilgeboten wurden – wer schon immer mal Ramune trinken, Kinoko no Yama probieren oder sich ein Melon Pan zwischen die Zähne klemmen wollte, hatte hier (zu zugegebenermaßen sportlichen Preisen) die Gelegenheit dazu.

Shoppen bis zum Umfallen

Ein wichtiges Element der DoKomi ist schon seit Jahren der große Händlerraum, der den Besuchern die Gelegenheit verschafft, seltenes Anime-Merchandise zu shoppen und vielleicht das ein oder andere Schnäppchen zu ergattern.

Wie jede größere Convention bietet auch die DoKomi die Gelegenheit, sich reichlich mit Anime-Merch einzudecken. | © Endo / Ninotaku.de

Egal ob auf der Suche nach preiswerten Figuren-Deals, sexy Dakimakuras, witzigen Shirts, beeindruckenden Wallscrolls oder Postern zu aktuellen Toptiteln – im Händlerraum wurde wohl jeder fündig und ist mit einem neuergatterten Schatz für seine Sammlung nach Hause zurückgekehrt.

Neben Händlern wie Figuya, DAKIMAKURA GmbH oder Moodrush war natürlich auch alles, was in der deutschen Anime-Landschaft Rang und Namen hat ebenfalls vor Ort. So stellten sich Anime-Publisher wie Kazé, Peppermint, KSM, AniMoon, Anime House, FilmConfect oder Nipponart genau wie die Manga-Verläge Carlsen, Tokyopop, Manga Cult und Altraverse Lob und Kritik der Fans und hatten ihre demnächst den Handel bereichernden Juni-Neuheiten bereits im Schlepptau.

Neben Bergen von Figuren und Tälern aus Wallscrolls haben natürlich auch die Anime- und Manga-Publisher ihre neuen Veröffentlichungen mitgebracht. | © Endo / Ninotaku.de

Dabei konnten sich auch die Aussteller der positiven Stimmung der DoKomi nicht entziehen und waren sich nie für ein Schwätzchen über die aktuelle Anime-Season, ihr Portfolio oder die Con selbst zu schade.

Das Herz der Convention-Szene

Ein Kernelement der DoKomi ist seit jeher die Zeichner-Allee, in der dieses Jahr über 500 internationale Zeichner und Zeichnerinnen ihre Kunst präsentieren und an den Besucher bringen konnten. Das ist nur allzu passend für die DoKomi, der Name der Messe leitet sich schließlich von »douitsu Komikku Maaketto«, also »deutsche Comic Market« ab. Die Comic Market, oder kurz Comiket, ist die größe japanische Anime-Convention und vor allem durch ihre zahlreichen Doujin-Künstler bekannt, unter denen heutige Größen wie die Fate-Schöpfer Type-MOON oder Higurashi-Schmiede 07th Expansion ihre ersten Gehversuche gewagt haben.

Genau wie im Tokyo Big Sight am anderen Ende der Welt wird auf der DoKomi Hobbykünstlern der Raum geboten, um neue Fans zu finden – so wie Maru. (Instagram/Twitter: @amarururun) | © Endo / Ninotaku.de

Dementsprechend viele talentierte Nachwuchskünstler fanden sich am Samstag und Sonntag in der Halle 13 zusammen, um den Besuchern sowohl zahlreiche Fanarts zu bekannten Serien und Filmen, als auch Eigenkreationen aus allen verschiedenen Stilrichtungen näherzubringen oder sich, wie so häufig auf der Con, in einem netten Plausch über verschiedenste Anime-Themen zu unterhalten.

Ein besonderes Highlight waren dabei die Doujinshika Rosuuri, Anmi, Zekkyou oder 6U☆, sowie die japanische Mangaka Azusa Mase, die an ihrem Stand interessante Einblicke in ihre Arbeit gewährt und mit einem Lächeln auf den Lippen die frisch verkauften Doujinshis persönlich signiert hat.

Showtime!

Die Black Stage befand sich in diesem Jahr in angenehmer Laufreichweite zur Haupthalle und bot ein kunterbuntes Angebot aus interaktiven Programmpunkten wie dem Vorentscheid zur deutschen Cosplay-Meisterschaft, den Dance-off-Contest oder die Charakterversteigerung, als auch das Highlight des Showprogramms – den Auftritt der japanischen Band fhána.

Die vierköpfige Truppe rund um Sängerin Towana ist insbesondere für ihre Arbeit an diversen Anime-Songs wie den Openings zu Märchen Mädchen, Knights & Magic, Fate/kaleid liner Prisma Illya 2wei Herz! oder Miss Kobayashi’s Dragon Maid bekannt und brachte gerade mit der Performance von Letzterem den Saal ganze zweimal zum Glühen.

Die Künstler selbst schienen ebenfalls sichtlich Spaß an ihrem deutschen Publikum zu haben und versammelten sich gegen Ende des Konzerts zu einem gemeinsamen Erinnerungsfoto vor der Bühne.

Von Zeichen- zu Pixelwelten

Das Thema Gaming gehört mindestens genau so sehr zu der Anime-Szene wie der Ketchup zu den Pommes. Dementsprechend war es auch kein Wunder, dass die gesamte Halle 14 den virtuellen Welten gewidmet war und an zahlreichen Gaming-Stationen die Möglichkeit bot, in einem Spiel zu versinken oder im Wettkampf mit anderen Zockern seinen Skill unter Beweis zu stellen.

Auch Gamer kamen auf der DoKomi nicht zu kurz. | © Endo / Ninotaku.de

Doch nicht auf dem Bildschirm, auch in der Realität war reger Wettkampf angesagt: Denn der große, an eine Hüpfburg erinnernde Parcours, sowie ein Lasergame boten die Möglichkeit zu mindestens genau so hitzigen 3D-Wettkämpfen. Währenddessen flackerten zahlreiche selbstgeschnittene Musikvideos durch die AMV-Area und bewiesen erneut, wie Fan-nah sich die DoKomi als Veranstaltung präsentiert.

Die AMV-Area spielte den ganzen Tag über selbstgeschnittene Anime-Musikvideos zu den verschiedensten Themen. | © Endo / Ninotaku.de

Für ein cooles Erinnerungsfoto im Scifi-Look war übrigens wieder der Stand von Kurotoshiro Project am Start, dessen hilfsbereite Helfer nicht nur Cosplayern inmitten der aufwendig selbst gebastelten, futuristisch anmutenden Kulissen die Möglichkeit verschafften, sich in einem Setting á la Evangelion oder Ghost in the Shell wiederzufinden.

Die große Cosplay-Galerie!

Egal ob Doujins oder AMVs, die DoKomi bietet zahlreichen Fans die Möglichkeit, ihr Talent und ihre Passion zu zeigen und anderen Anime-Begeisterten zu präsentieren.

Doch das Aushängeschild einer Anime-Convention sind nach wie vor die bunten und fantasievollen Kostüme der Cosplayer, die in teils stundenlanger Friemelarbeit die aufwendigsten Anime-Outfits bis ins letzte Detail nachbilden und einen Hauch von 2D-Flair in die Messehallen zaubern. Natürlich haben auch wir wieder unsere Kamera gezückt und euch einige beeindruckende Cosplays abgelichtet!

Falls ihr die entsprechenden Cosplayer unterstützen oder mehr von ihnen sehen wollt, findet ihr unten eine ausklappbare Liste mit Social Media-Profilen der entsprechenden Personen! Die Bilder lassen sich zudem mit einem einfachen Klick vergrößern. Bühne frei!

Ein großer Dank geht wie immer an die großartigen Cosplayer, die sich für unseren Artikel vor die Linse gewagt haben! Danke für euer Engangement!

Fazit – eine Messe für Fans

Die DoKomi bietet nicht so viele Stargäste wie die AnimagiC und weniger Diskussionspanels als die Connichi. Auch große Lizenzankündigungen oder andere Exklusiv-Inhalte sucht man hier vergebens. Und doch gehört die gigantische Messe am Rande Düsseldorfs zu den beliebtesten deutschen Animetreffen – denn es ist eine Con mit jeder Menge Herz!

Auf der DoKomi herrscht eine ausgelassene Stimmung, es wird das Talent der Besucher und Künstler zelebriert und die Shoppingmeile bietet wirklich absolut alles, was das Sammlerherz begehrt. So lassen sich zwei spaßige Tage verbringen und die Chance wahrnehmen, nette Gleichgesinnte kennenzulernen, seine Anime-Schatzkiste zu erweitern oder sich am vielfältigen Showprogramm und dem bunten Treiben in den Messehallen zu erfreuen.

Wem nun selbst der DoKomi-Hunger im Magen knurrt, hat am 23. und 24. Mai 2020 erneut die Gelegenheit, die Convention selbst zu erleben! Weitere Infos findet ihr zeinah auf der offiziellen Website der DoKomi!

Jetzt seid ihr gefragt!

Wart ihr dieses Jahr auch auf der DoKomi? Wie fandet ihr die Convention? Und gibt es eine Con, die ihr unbedingt noch besuchen wollt, ob in Deutschland oder international?

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Jan-Niklas Graefe
Gast
Jan-Niklas Graefe

Ich habe im Bring und buy stand a, b und c gearbeitet und wir wurden regelrecht von der Masse erschlagen wenn man’s so will. Ich habe gehört das angeblich Samstag bereits knapp 20000 Leute da waren. Und ich muss sagen ein Lächeln bei 55 k zu zaubern ist jede Bezahlung wert

Jona-Chan
Gast
Jona-Chan

Ich gehe schon seit drei Jahren auf die dokomi mit der Schlange habe ich es nur vor 3 Jahren mitbekommen es hat sich in den letzten zwei Jahren deutlich verbessert letztes Jahr war schon sehr gut es ist absolute genial auf diese Convention zugeben ich habe in den letzten Jahren schon ein paar Leute da kennengelernt mit denen ich immer noch hingehe und auch schreibe und wenn man vernünftiges marchandises haben möchte ist diese Messe das Beste

Marie-Luise Lange
Gast
Marie-Luise Lange

Also ich war diesjahr zum 3. Mal dort. Ich fand das essen erlich garnich gut, (geschmacklich als auch preis).

Einlass ein wenig chaotisch wie immer und naja Waffencheck als cosplayer wieder mal seeehr lange warte zeiten. Mir wars diesjahr fast schon zuuu voll. Weshalb wir auch sehr früh gegangen sind.

Ich habe mich aber dennoch amüsieren können mit Freunden.

Jona-Chan
Gast
Jona-Chan

Ich war ja auch zum dritten Mal da und dieses Mal hatten wir keinen dabei der einen Waffencheck brauchte aber ich kann das aus den letzten Jahren bestätigen das ist immer sehr lange dauert ja es war sehr voll 50000 Leute insgesamt wurde jetzt auch gesagt aber wie du schon gesagt hast es war schön und hat Spaß gemacht

Jones aka Somafan
Gast
Jones aka Somafan

War meine erste Con und muss sagen, war richtig super 😀 So viel Herzlichkeit hat man nicht mal bei Festivals und es war alles komplett sauber , es gab keinen Streit und alle verstanden sich super . Da sollten sich andere ein Beispiel dran nehmen. Wir haben einfach die beste Community 😀 danke dafür

Andreas Rauch
Gast
Andreas Rauch

Ich war noch nie dort, würde aber vielleicht gerne nächstes Jahr. ABER: Wie bei so vielem würde mich interessieren, was mich der Spaß kostet. Ich finde leider nichts mehr zu Ticketpreisen oder auch Preisen auf Essensständen und so weiter. Hat hier jemand Erfahrung? Danke für die Hilfe.