OROKA NA TENSHI HA AKUMA TO ODORU © SAWAYOSHI AZUMA 2016 / KADOKAWA

Wenn sich Engel und Teufel begegnen, ist das der Startpunkt für eine monumentale Schlacht – oder doch nicht? »Die mit dem Teufel tanzt« zeigt, dass manchmal alles ganz anders verläuft, als geplant … 

Als Verkörperung von Gut und Böse stehen sich Engel und Teufel schon in uralter christlicher Mythologie als fundamentale Erzfeinde gegenüber, so liefert ihr Konflikt den Stoff für zahllose Geschichten, von denen eine der Muse von Doujin-Künstler Sawayoshi Azuma zu verdanken ist.

Sein seit 2016 in Japan erscheinendes, erstes kommerzielles Werk »Die mit dem Teufel tanzt« wird seit März vom Altraverse-Verlag in die deutschen Regale gestellt und greift die Frage auf, ob der Kampf zwischen Gut und Böse wirklich nur durch rohe Gewalt beigelegt werden kann.

Wir waren neugierig und haben uns den ersten der bisher drei auf Deutsch erschienenen Bände in die Hand genommen, um euch von Azumas Antwort auf diese Frage zu berichten!

Alle Infos zu Die mit dem Teufel tanzt!

Originaler Titel: Oroka na Tenshi wa Akuma to Odoru
Genre: Comedy, Romance, Action, Supernatural
Verlag: Altraverse
Mehr Infos: Beschreibungen und Preise
Story & Zeichnungen: Sawayoshi Azuma
Original erschienen bei: Kadokawa
In Japan erschienene Bände: 7 (fortlaufend)
Deutscher Rythmus: Alle 3 Monate


Darum geht es in Die mit dem Teufel tanzt!

Der Kampf zwischen Gut und Böse, Himmel und Hölle, Engeln und Dämonen ist ein ewigwährender Konflikt, so alt wie das Universum selbst. Und obwohl bislang keine der beiden Seiten die andere in der Schlacht bezwingen konnte, steht es nicht gut um die Krieger der Höllenarmee: Die Streitkräfte der Engel konnten die teuflischen Mächte beinahe vollständig in die Knie zwingen, was die Bewohner der feurigen Glut zunehmend demoralisiert.

So fasst der Fürst der Finsternis persönlich den Entschluss, den Dämon Masatora in die Menschenwelt zu schicken, um jemanden zu finden, der das Feuer in den Herzen seiner Truppen wieder entfachen kann. Kaum angekommen, wittert der gerissene Höllenbewohner seine Chance, als er der bildhübschen und von allen Jungs ihrer Klasse umgarnten Lilly begegnet, die mit wallendem Haar und funkelnden Augen den Kampfeswillen der Höllentruppen im Nullkommanichts wiederherstellen könnte.

Nicht nur sein cooles dämonisches Auftreten, sondern auch Masatoras überdurchschnittliche Kräfte beeindrucken Lilly – trotzdem gelingt es ihr, sich den Höllenbewohner untertan zu machen. | OROKA NA TENSHI HA AKUMA TO ODORU © SAWAYOSHI AZUMA 2016 / KADOKAWA

Schade nur, dass sich das blonde Mauerblümchen schon bald als Engel mit gewaltigem Hass auf Dämonen entpuppt, der den vermeintlichen Höllenretter mittels eines Fluchs unter seine Knute spannt und von nun an als persönlichen Sklaven deklariert. So muss Masatora seine Mission zunächst hinten anstellen, um der überraschend sadistischen Lilly beim Aufspüren und Töten seiner Artgenossen zu helfen – doch ist seine Lage wirklich so aussichtslos, wie es zunächst scheint? Und woher kommt die vogelwilde Neugier, die die beiden Erzfeinde bei den flüchtigen Blicken zueinander verspüren?


Verrückte Schale, unschuldiger Kern!

Schon in seiner Storybeschreibung macht »Die mit dem Teufel tanzt« klar, dass hier alles ein wenig anders läuft – was wie eine shounenhaftes Supernatural-Epos beginnt, entwickelt sich zu einem völlig abgedrehten Mix aus Romance, Action, verrückten Sadomaso-Momenten und durch und durch sympathischem Haudrauf-Humor! Während sich im ersten Band das Ausgangssetting nach und nach entfaltet, steht dieser auch im Vordergrund und schickt euch in die Schusslinie einer dauerfeuernden Witzekanone unterschiedlicher Kaliber:

Der Deal, Masatora im Austausch gegen seine Unterstützung am Leben zu lassen sorgt für so manche durchgeknallte Situation. | OROKA NA TENSHI HA AKUMA TO ODORU © SAWAYOSHI AZUMA 2016 / KADOKAWA

So reicht die Bandbreite an Comedy von nonverbalen Gags wie Lillys vulgäre Zeichnungen im Sandkasten bis zu völlig entgleisender Randomness wie das (tatsächlich vorhandene) Spongebob-Reactionface, die vor allem durch Azumas gelungenes Timing und seiner motivierten Art, die Witze mittels Zeichnungen in Szene zu setzen, zünden. Doch trotzdem ist die Geschichte nicht nur ein Vorwand für möglichst viele ausgefallene Comedy-Momente, sondern es braut sich im Hintergrund eine überraschend unschuldige und zuckersüße Romanze zusammen:

Im Gegensatz zu ihrem selbstbewussten Auftreten versteckt sich hinter Lilly in Wahrheit ein unschuldiges und etwas unsicheres Mädchen. | OROKA NA TENSHI HA AKUMA TO ODORU © SAWAYOSHI AZUMA 2016 / KADOKAWA

Während Masatora schon von Anfang an Gefallen an der trotz ihrer sadistischen Persönlichkeit femininen Grazie Lillys findet, muss letztere sich doch nach und nach die rebellische Coolness ihres neuen Haustiers eingestehen – natürlich sind beide Parteien viel zu stolz, ihre Faszination aneinander zuzugeben, und so ergibt sich eine voller herzerwärmender Momente steckende, unschuldige Dynamik, die ein wenig an das explosive Liebesspiel aus dem Romance-Hit Kaguya-sama erinnert und trotz zunächst eher zögerlicher Flirt-Versuche im ersten Band die Augen eines jeden Romance-Fans zum Glänzen bringt.


Zwischen Niedlichkeit, Coolness und Spongebob

Wer sich etwas genauer mit der japanischen Doujin-Szene befasst, für den ist Sawayoshi Azuma kein Unbekannter – bevor er mit Die mit dem Teufel tanzt seine erste kommerzielle Reihe startete, konnte der Zeichner in der Fan-Blase bereits einiges an Erfahrung sammeln, die er nun ausgiebig in sein Werk einfließen lässt. So dreht der Künstler beim Zeichnen die Kreativität bis zum Anschlag auf und präsentiert in seinem Manga zahlreiche, stets der Situation angepassten Stile:

Mangaka Azuma beweist in Die mit dem Teufel tanzt optischen Abwechslungsreichtum – und setzt die geheime Charme-Technik des sanft-am-Ärmel-Zupfens passgenau in Szene! | OROKA NA TENSHI HA AKUMA TO ODORU © SAWAYOSHI AZUMA 2016 / KADOKAWA

Je nach Atmosphäre wird dabei zwischen SD-Comedy, übermäßig ausdetaillierten Reactionsfaces oder vor Zucker triefendem Moe-Design hin- und hergeswitched, bevor man wieder in die wahlweise coole oder niedliche Standard-Optik der Geschichte umschlägt. Dabei steckt hinter jedem Panel jede Menge Hirnschmalz in Aufbau und Konzeption, denn die angepeilte Wirkung, sei es nun ein quietschiges »Aww« oder ein erstauntes »Ohh« wird jedes Mal zielgenau erreicht.


Fazit – himmlischer Höllentrip!

Die mit dem Teufel tanzt ist durch und durch einfach nur eines – ein Manga zum Spaß haben! Zwischen infantilem Humor und niedlichem Herzklopfen erzählt das Werk eine wunderschöne Geschichte vom ewigwährenden Kampf zwischen Gut und Böse und wie die zwei Parteien trotz ihres ureigenen Zerwürfnisses durch ein wenig Nächstenliebe über einen vor Steinen nur so strotzenden Weg zueinanderfinden.

All dies wird verpackt in bildschöne Zeichnungen und einen von purer Energie durchzogenen Aufbau, sodass die 181 Seiten des ersten Bands im Nu weggelesen sind und der Hunger auf mehr übrig bleibt. Wer einen augenzwinkernden Manga mit einer erfrischendem Geschichte und witzigem Humor sucht, macht mit dem Griff zu Die mit dem Teufel tanzt garantiert nichts verkehrt.


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Jetzt seid ihr gefragt!

Habt ihr schon in den ersten Band von Die mit dem Teufel tanzt reingelesen? Was ist eure Meinung zum etwas anderen Romance-Manga?

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habsgleich

Vielen Dank für den Tipp, klingt sehr interessant, und nach der Leseprobe hab ich mir gleich mal Band 1 bestellt

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