©Hajime Isayama, Kodansha / “ATTACK ON TITAN” Production Committee

Der Anime von Attack on Titan dreht sich um den verzweifelten Kampf der letzten Menschen dieser Erde. Doch die Serie hält auch erschreckende Botschaften über Nächstenliebe, psychische Krankheiten, blinden Hass und Intoleranz bereit. Wir decken das wohl größte Geheimnis des Animes auf und zeigen euch, was euch bis jetzt höchstwahrscheinlich entgangen ist.

Es war einmal eine Welt, in die Menschheit noch kein Leben in der Gefangenschaft eines goldenen Käfigs fristete und frei von der Unterdrückung willenloser Titanen die wunderschönen Weiten dieser Erde durchstreifen konnte. Ein Zeitalter, das nach dem Ende aller Kriege die Liebe, die Gemeinschaft und die Harmonie unter allen Lebewesen des Planeten als oberstes Gut und als Leitweg in eine bessere Welt bestimmte.

Doch der Frieden, der diese Zeit prägte und zum größten Meilenstein in der Geschichte der Menschheit hätte werden können, war nicht von Dauer. Wir Menschen sind nicht dafür geschaffen, in einem Zustand völliger Zufriedenheit zu leben – und wenn wir keine Probleme mehr haben, über die wir uns täglich auskotzen und durch die wir unserer Negativität Luft machen können, kann unser Glück nicht perfekt sein.

Da nun jedoch die größten Beschwernisse und Konflikte aus der Welt geschafft waren, stand die Menschheit vor der Herausforderung, inmitten dieser idyllischen Utopie neue Probleme zu finden, die es rechtfertigen würden, weiterhin in Selbstmitleid zu versinken und die eigenen Mängel auf die ungerechte Welt, die korrupte Regierung oder die böse Gesellschaft zu schieben.

Die Menschen in Attack on Titan fristen ein Leben in Gefangenschaft, doch sind sich nicht darüber bewusst, wie nahe sie dem Frieden doch eigentlich sind. | ©Hajime Isayama, Kodansha / “ATTACK ON TITAN” Production Committee

Doch Not macht erfinderisch – und so wich der tägliche Kampf ums nackte Überleben und die Angst vor Verfolgung, Folter und Tod einer chronischen Unzufriedenheit, die einzig und allein durch die beharrliche Suche nach neuen Unannehmlichkeiten gelindert werden konnte.

Wie banal und belanglos Probleme wie „Warum hab ich nicht genug Likes auf meinem Instagram-Post?“, „Warum fällt mein Toast immer mit der Butterseite auf den Boden?“, „Warum schreibt die Ninotaku-Redaktion so doofe Artikel?“ oder „Warum sind die Leute im Internet immer so fies zu mir?“ auch sein mögen, spielte keine Rolle. Hauptsache Probleme. Hauptsache ein Grund zum Meckern. Das ist alles, was wir im Leben brauchen.


Der Beginn einer blutigen Tragödie

So nahm auch die Geschichte von Attack on Titan ihren Anfang, indem sich zahlreiche Gruppen von Nörglern im Internet zu Communities und Selbsthilfegruppen für alltägliche Wehwehchen zusammenschlossen. Eine dieser Guppen bestand aus einem Zusammenschluss griesgrämiger Meckertanten und -onkel, die ihre gesamte Kindheit lang von ihren gemeinen Eltern dazu gezwungen wurden, brav ihr Gemüse aufzuessen, statt sich immer nur von Chicken McNuggets zu ernähren.

Im Kindesalter beantworteten jene gepeinigten Seelen diese niederträchtige Unterdrückung mit einem zornigen Protest gegen jegliches Kaninchenfutter. Doch als sie später als Erwachsene dann schließlich in Gestalt einer durch Vitaminmangel bedingten Wachstumsstörung die Quittung dafür bekamen, wurde den verbitterten Kleinwüchsigen endlich klar, dass sie sich durch ihre ungesunde Lebensweise wortwörtlich ins eigene Fleisch geschnitten hatten.

Gemüse ist auch heute noch dafür verantwortlich, zahlreichen Kinder aus aller Welt heiße Zornestränen in die Augen zu treiben. | ©Hajime Isayama, Kodansha / “ATTACK ON TITAN” Production Committee

Unzählige Nahrungsergänzungsmittel, Kotzattacken und Therapiesitzungen später hatte sich der tiefenpsychologisch verankerte Hass gegen das Gemüse nur noch weiter verhärtet. Angesichts ihrer aussichtslosen Lage griffen die Zwerge in einem verzweifelten letzten Versuch, ihr Schicksal zu ändern, letztendlich zu psychedelischen Substanzen.

Doch das war ein gefährliches Spiel mit dem Feuer, durch das die armen Winzlinge schließlich eine schwerwiegende Psychose entwickelten. Einige von ihnen rannten nackt durch die Straßen und riefen dabei laut „Flat is justice!“, andere galoppierten mit einem Schaukelpferd über befahrene Bahngleise und wiederum andere konnten den Unterschied Realität und Aprilscherz nicht mehr auseinanderhalten.

Der ganze Trubel führte letzten Endes dazu, dass alle Mitglieder dieser speziellen Selbsthilfegruppe als Gefahr für die Gesellschaft eingestuft und infolgedessen auf einer unbewohnten Insel weggesperrt wurden. Dort angelangt, sortierte man die unglückseligen Winzlinge nach der Schwere ihrer Psychose aus und pferchte sie dementsprechend innerhalb von drei Mauerringen ein.

Drei Mauern aus massiven Pappmaschee halten die psychotischen Zwerge in ihrer Nervenheilanstalt gefangen. | ©Hajime Isayama, Kodansha / “ATTACK ON TITAN” Production Committee

Diese Mauern aus grau angemaltem Pappmaschee ragen mit einer Gesamthöhe von ungefähr 3 Metern aus dem Boden empor und stellen somit in den Augen der psychotischen Zwerge ein unüberwindbares Hindernis dar. Auf diese Weise sollte der harmonische Fortbestand der Gesellschaft gesichert und eine lebenswürdige Nervenheilanstalt für die Kranken errichtet werden. Doch wussten weder die Zwerge noch die Abgesandten der Strafvollzugsanstalt, dass die Insel überhaupt nicht so verlassen war, wie es zuerst den Anschein hatte.

Die Titanen, die den Frieden lieben

Tief im Innersten des Eilands, im dicht bewachsenen Wald der Baumriesen, lebte der friedselige Stamm der Titanen, welche durch eine höchst vitaminreiche pflanzliche Ernährung und einen überaus gesunden Lifestyle eine durchschnittliche Körpergröße von zwei Metern erreichten. Diese Gruppierung gutherziger Hünen hatte sich bereits vor Jahrhunderten von den oberflächlichen Idealen der modernen Gesellschaft abgewandt und fernab der Außenwelt eine Zivilisation der Harmonie gegründet. Dies ist das Volk der veganen Öko-Giganten.

Ein Volk, das das friedvolle Dasein auf diesem Planeten und den liebevollen Umgang mit allen Rassen der Schöpfung als obersten Leitsatz ihrer Ideologie definiert hatte.

So ernährten sich diese gutmütigen Titanen ausschließlich von tierleid-freien Produkten, entsagten aus Protest gegen Kinderarbeit jeglicher Kleidung und mieden auch sämtliche motorisierte Fortbewegungsmittel, um ihren CO2-Fußabdruck gering zu halten. Doch nicht nur das! Die Riesen verzichteten darüber hinaus in einer stillen Rebellion gegen Pornografie und die sexuelle Ausbeutung junger Menschen selbst auf ihre eigenen Geschlechtsorgane und gaben sich sogar beim Sterben stets allergrößte Mühe, möglichst schnell zu verwesen und somit dem empfindlichen Ökosystem nicht weiter zur Last zu fallen.

Bereits wenige Sekunden nach ihrem Tod verwesen die sanften Riesen bereits und leisten damit ihren Beitrag für ein gesundes Ökosystem. | ©Hajime Isayama, Kodansha / “ATTACK ON TITAN” Production Committee

Doch trotz ihrer friedlichen Lebensweise, oder vielleicht gerade deswegen, schlummerte in ihnen auch ein natürlicher Missionierungstrieb, die Fackel der Wahrheit an andere Menschen weiterzureichen. Dieser unbändige Drang beflügelte die Giganten dazu, die bloße Präsenz der Gemüse hassenden Zwerge wahrzunehmen, sobald diese ihre Insel betreten hatten.

So brach das liebenswerte Volk der Titanen auf zum neuen Reich der Zwerge, um dort die Lehren der Nachhaltigkeit zu verbreiten. Bis zum Dorf der kleinen Menschen war es zwar nur ein Katzensprung, doch da die sanften Riesen ihren Marsch immer wieder unterbrechen mussten, um am Wegesrand Gänseblümchen zu streicheln und einander zu knuddeln, kamen sie erst nach 20 Minuten am Ziel ihres Spazierganges an und fanden sich dort vor scheinbar massiven Backsteinmauern wieder.

Eine fotorealistische, vom Aussterben bedrohte Raupe hat es sich auf der Mauer Maria gemütlich gemacht. | ©Hajime Isayama, Kodansha / “ATTACK ON TITAN” Production Committee

Im Grunde hätte es keine Schwierigkeit für die hünenhaften Pflanzenfresser darstellen sollen, die 3 Meter hohe Mauer zu erklimmen, doch gab es da ein Problem: Schon von Weitem erblickten die herzensguten Heilsbringer, dass sich auf dem grobschlächtigen Mauerwerk der Mauer Maria eine vom Aussterben bedrohte Raupenart heimisch gemacht hatte. Da die sanften Riesen natürlich auf keinen Fall das Risiko eingehen mochten, die armen Raupen zu gefährden, traten sie ob dieser Erkenntnis unverzüglich den Rücktritt an.

Doch wo ein Wille ist, ist auch ein Weg! Fortan arbeite das Volk der Titanen fieberhaft an einer Lösung, um mit den psychotischen Zwergen in Kontakt zu treten. Bis ihnen eines Tages endlich der Durchbruch gelang. Mit Hilfe einer sagenhaften Tinktur aus Tofuwürfeln und Auberginensaft vollbrachten sie das wissenschaftliche Wunderwerk, einen 3,20 Meter hohen Super-Öko-Hippy zu erschaffen. Noch größer, noch friedlicher und … noch ökologisch wertvoller.

Um gesund zu bleiben, halten sich die Titanen jeden Morgen mit Yoga und einem wohltätigen Spenden-Marathon körperlich fit. | ©Hajime Isayama, Kodansha / “ATTACK ON TITAN” Production Committee

Der missverstandene Anschlag auf Shiganshina

Am nächsten Morgen, zusammen mit den ersten warmen Sonnenstrahlen des heranbrechenden Frühlings, machten sich die Titanen nach einer ausgiebigen Yoga-Session erneut auf den Weg zum Reich der Zwerge – doch diesmal mit dem Super-Öko-Hippy im Schlepptau. Schon wenige Minuten später waren sie an ihrem Ziel angelangt und das gewaltige Haupt des grinsenden Sensibelchens thronte als kolossales Mahnmal der Ethik 20 Zentimeter über der Papp-Mauer Maria.

Geistesgegenwärtig führte der legendäre Wunder-Titan seinen Arm zum Rumpf und zog sich dort eine üppige Stange Sellerie aus der Brustfalte, wo er diese aufgrund fehlender Hosentasche unterbringen musste. Sein Blick fiel auf einen der Zwerge, der gerade Schweinefleisch auf seinem Feld anbaute. Schockiert, doch auch freudig erregt im Angesicht der Gelegenheit, dem Zwerg den Weg in ein moralisches Leben zu bereiten, hob der Super-Öko-Hippy die Selleriestange in die Luft und winkte seinem neuen Freund damit zu, während ein schüchternes Lächeln über seine Lippen huschte.

Das Volk der hünenhaften Sensibelchen ist von Natur aus etwas schüchtern und versteckt sich beim ersten Kontakt mit neuen Menschen lieber erst mal hinter Häusern und Mauern. | ©Hajime Isayama, Kodansha / “ATTACK ON TITAN” Production Committee

Doch leider Gottes verfehlte das Friedensangebot der Riesen seine Wirkung so fatal, wie es nur hätte sein können. Beim Anblick der Selleriestange gefror dem eifrigen Zwerg das Blut in den Adern. Wie vom Donner gerührt, starrte er dem Hünen in sein lächelndes Antlitz. Gemüse-Flashbacks aus seiner Kindheit zogen an seinem geistigen Auge vorbei.

Schreiend, die brüchige Stimme von blankem Grauen erfüllt, fiel er auf die Knie. Seine Psychose traf ihn mit der Wucht von tausend herabstürzenden Sonnen und die Gestalt der 3 Meter großen Grinsebacke verwandelte sich plötzlich in die eines 60 Meter hohen Monstrums. Zahlreiche Holztüren flogen krachend auf und weitere Zwerge strömten aus ihren Häusern, gingen ebenfalls in die Knie und schrien sich die Seele aus dem Leib.

Eine Zwergen-Landwirtin erblickt Gemüse. (Anschlag auf Shiganshina, 1922, koloriert) | ©Hajime Isayama, Kodansha / “ATTACK ON TITAN” Production Committee

Im Angesicht dieses plötzlichen Lärms schreckte der von Natur aus ängstliche Super-Öko-Hippy unwillkürlich zusammen und trat versehentlich mit seinem gewaltigen Fuß in die instabile Pappmaschee-Mauer. „Das ist das Zeichen“, dachten sich seine gigantischen Mitstreiter, die ihm bis jetzt lediglich Rückendeckung gegeben hatten.

Einer nach dem anderen von ihnen schritt durch das klaffende Loch und entschuldigte sich dabei in höflichster Manier für die unverblümte Störung. Mit Selleriestangen und Auberginen in den freudig auf- und abwippenden Händen eilten die gutherzigen Umweltaktivisten den panisch schreienden Zwergen zur Rettung, die nun hyperventilierend durch das kleine Dörfchen sprinteten.

Ein klaffendes Loch gewährt den Titanen kostenlosen Eintritt in das Miniaturmuseum der Zwerge. (Anschlag auf Shiganshina, 1922, koloriert)| ©Hajime Isayama, Kodansha / “ATTACK ON TITAN” Production Committee

In einem verwinkelten Eck des Dorfes spielte sich währenddessen eine wortwörtlich beklemmende Szene ab. Begraben unter einem Trümmerhaufen aus Pappmaschee versuchte sich verzweifelt, eine weinende Zwergen-Mutter aus ihrem Elend zu befreien. Einer der Riesen erkannte ihre Not und wollte dem armen Winzling zu Hilfe kommen, doch goss in seinem Übereifer nur noch Öl ins Feuer.

Zu Tode geängstigt, rief die Frau ihren Kindern zu – einem kleinen Jungen und einem kleinen Mädchen, die hilflos das Geschehen verfolgen mussten. Sie sollten fliehen, rief sie. Fliehen, leben, der Gefahr entrinnen. Doch noch bevor der Titan sich erklären konnte, erschien wie ein Blitz aus heiterem Himmel ein blonder Mann mit drahtigem Haar am Schauplatz der missverstandenen Tragödie.

Eine schluchzende Zwergenfrau nimmt das Friedensangebot der Titanen als hinterhältigen Anschlag wahr. (Anschlag auf Shiganshina, 1922, koloriert) | ©Hajime Isayama, Kodansha / “ATTACK ON TITAN” Production Committee

Kühnen Herzens bäumte er sich mit seinen 55cm Körpergröße vor dem Hünen auf, um sein Heil im Kampf suchen. Als sein Blick jedoch auf den Tofu-Würfel fiel, den dieser in seinen gewaltigen Pranken hielt, sank ihm der Mut. Sein Überlebensinstinkt überwältigte ihn und der vermeintliche Held – beschämt, doch auch fest entschlossen, sein eigenes Leben zu retten – schnappte sich die Kinder und ergriff eilends die Flucht.

Die schmerzerfüllten Schreie des Sohnes der nun mit Tränen überströmten Zwergen-Frau zerrissen die Luft, als er mitansehen musste, wie der gutherzige Gigant sich zu den Trümmern hinunterbeugt und seine Mutter, friedlich lächelnd, mit einem Tofu-Würfel fütterte.

Am Ende des Tages zogen die gigantischen Prediger reumütig von dannen. Die Missionierung war gescheitert. Geknickt, und dennoch mit Wellen von Empathie für die armen Zwerge erfüllt, kehrten die Riesen zurück in die Heimat, um dort einem abendlicher 70iger-Jahre-Konzert mit ökologischen Holztrommeln und Grashalmen zu lauschen.

Hier seht ihr einen kleinen Titanen dabei, wie dieser versucht, einen Menschen zu knuddeln, während ihm sein stark behaarter Vater liebevoll dabei zusieht. | ©Hajime Isayama, Kodansha / “ATTACK ON TITAN” Production Committee

Die grausame Rache der psychotischen Zwerge

Von jenem Tag an schwor sich das Volk der Riesen, die kleinen Menschlein für alle Ewigkeit in Frieden leben zu lassen und sie nie wieder mit Gemüse zu quälen. Doch hatten sie nicht mit dem blutrünstigen Rachedurst der psychotischen Zwerge gerechnet. Zornig ob des grausamen Anschlags der Titanen, schmiedeten die einstigen Mitglieder der ehemaligen Gemüse-Selbsthilfegruppe nun einen perfiden Masterplan, um sich gegen ihre kolossalen Peiniger aufzulehnen und gerechte Vergeltung zu üben.

Beflügelt durch die Macht ihres kollektiven Hasses, entwickelten die kleinwüchsigen Miesepeter über die nächsten Jahrzehnte hinweg eine eindrucksvolle Superwaffe. Ein eisernes Mordinstrument, betrieben mit Methangas, welches sie ihren in Massentierhaltung lebenden Rindern und Schweinen entnahmen. Mit Hilfe dieses Gases war es ihnen nun möglich, sich endlich über die Köpfe der Giganten zu erheben und wie süße, kleine Schmetterlinge durch die Lüfte zu gleiten.

An einer Schule für Zwergenkrieger lernen die erbosten Winzlinge den Umgang mit der Methangas-Superwaffe, ohne dabei durch den garstigen Gestank in Ohnmacht zu fallen. | ©Hajime Isayama, Kodansha / “ATTACK ON TITAN” Production Committee

Ausgerüstet mit jenem wundersamen Apparat und scharfen Klingen aus Stahl traten die Zwerge ihre 20-tägige Reise zum Stamm der Riesen an, bei der sie immer wieder kurze Pausen einlegten, um Gänseblümchen am Wegesrand gewaltsam aus dem Boden zu reißen.

Nach einem kräftezehrenden Marsch durch die Wildnis standen sie nun vor den Toren des Riesendorfes, welche aus der morschen Rinde auf natürliche Art und Weise abgestorbener Bäumen erbaut worden war. Dass dies die Heimat der Öko-Titanen sein musste, stand außer Frage, drang doch der unverkennbare Klang von Hippy-Trommeln an die (sehr, sehr süßen) Ohren der Zwerge.

Fest entschlossen und mit brennender Wut in ihrem Herzen, griffen sie zu den Waffen und schwärmten aus. Nur eine halbe Stunde später war die Schlacht entschieden. Zelte aus Bio-Kautschuk hingen in Fetzen, die Gemüsebeete waren verwüstet und das Blut zahlreicher Giganten sickerte in die fruchtbare Erde.

Das Massaker hatte mit einem vernichtenden Sieg der Zwerge sein Ende genommen. Zwar waren nicht alle Riesen dem scharfen Stahl zum Opfer gefallen und einige von ihnen konnten sich in den Pilates-Bunker der Gemeinde flüchten, doch war die Anzahl der sanften Riesen stark dezimiert. Ein vernichtender Schicksalsschlag, bedenkt man, dass diese sich aufgrund fehlender Genitalien nicht weiter fortpflanzen konnten, um die Welt neu zu bevölkern.

Tief im Wald leben die Titanen, wo sie sich, abgeschottet vom Rest der Menschheit, der Gemüseernte widmen. | ©Hajime Isayama, Kodansha / “ATTACK ON TITAN” Production Committee

Ein friedfertiges Volk wird zum Krieg gezwungen

Doch diese grausame Blutfehde war der letzte scharlachrote Tropfen, der einen gewaltigen Umbruch in der friedfertigen Gemeinde der Riesen heraufbeschwor. Ganz gleich, ob sie nun ihre eigenen Gebote brechen und all ihre Ideale über Bord werfen mussten, ein weiteres Blutbad auf Kosten ihrer Rasse konnten sie nicht hinnehmen.

So gelobten die letzten Angehörigen ihres Volkes, von jenem Tag an unter Einsatz ihres Lebens all jene zu schützen, die ihnen lieb und teuer waren, und dem Tod ihrer einstigen Gefährten einen Sinn zu verleihen. Selbst wenn dafür Zwergenblut vergossen werden musste.

Als Antwort auf den grausamen Anschlag der Zwerge schlugen die Titanen zurück. Hier seht ihr einen Zwerg, wie er seinem gefallenen Kamerad empfiehlt, sich wegen einer gebrochenen Wirbelsäule doch nicht so anzustellen wie eine kleine Prinzessin. (Der erster Krieg zwischen Zwergen und Riesen, 1943, koloriert) | ©Hajime Isayama, Kodansha / “ATTACK ON TITAN” Production Committee

Der Krieg, der damals zwischen der Fraktion der veganen Riesen und jener der psychotischen Zwerge entbrannte, dauert bis heute an. Auch wenn die einst so friedfertigen Kolosse immer noch strikt gegen den Verzehr von Fleisch sind, bleibt ihnen zum Schutz ihrer Freunde und Familien nichts anderes übrig, als gegen ihre eigenen Moralvorstellungen zu verstoßen und die Zwerge zu verschlingen.

Dass ihnen dieser grausige Akt der Gewalt jedoch selbst nach vielen Jahren nach wie vor schwer zu schaffen macht, erkennt man auch heute noch daran, dass die sanften Riesen sich nach dem Fressen der Zwerge stets übergeben müssen.

Die Titanen sind selbst angeekelt von ihren Gräueltaten und können nicht anders, als sich nach dem Verzehr von Menschenfleisch zu übergeben. (Der erste Krieg zwischen Zwergen und Riesen, 1945, koloriert) | ©Hajime Isayama, Kodansha / “ATTACK ON TITAN” Production Committee

Doch ganz gleich, wie sehr es ihnen das gigantische Herz bricht, solange die psychotischen Zwerge weiterhin in ihrem kranken Wahn leben und sie als bösartige Bestien wahrnehmen, wird das sinnlose Blutvergießen kein Ende finden.


Jetzt seid ihr gefragt!

Was glaubt ihr, wann diese erschreckende Offenbarung auch endlich im Anime von Attack on Titan adaptiert wird? Schreibt es uns in die Kommentare!


Dieser Artikel ist nicht als erst gemeinte Kritik zu verstehen. Weder an Attack on Titan noch an Veganern, Fleischessern, kleinen und großen Menschen oder Personen mit psychischen Krankheiten.

Die besagten Personengruppen sollen lediglich mit unwahren und überzogenen Stereotypen ein bisschen auf die Schippe genommen werden. Wenn ihr euch trotzdem getriggert fühlt, schreibt uns meinetwegen auch das in die Kommentare!  (╯°□°)╯︵ ┻━┻


Ihr wollt mehr über Attack on Titan erfahren? Verpasst auf unserer Übersichtsseite keine Infos aus dem Universum rund um die Serie.

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Daniel

Das habt ihr hoffentlich alles aus dem Keller mit diesem speziellen Schlüssel den der eine Zwerg um den Hals trägt. Wie könnt ihr das so kurz vor Beginn der 3 Staffel veraten

Kadda

Ich wünsche mir ein spinoff wo das wirklich die Story ist

Linda

Endlich traut sich mal jemand im deutschsprachigen Raum, die Wahrheit hinter AoT zu beleuchten. Der aufmerksame Internetnutzer hat aber bereits vor wenigen Tagen darüber lesen können, dass eine Adaption im Anime tatsächlich bereits in Arbeit ist. Ob diese in die bisher geplanten Folgen eingebaut wird oder erst später nachgereicht wird, ist allerdings noch unklar.

Daniel

Ein äußerst amüsanter Text! Es muss vor allem die Idee der alternative Vorgeschichte gewürdigt werden, welche eine so komplexe, neu erdachte Auslegung der Geschichte überhaupt erst möglich macht. Für einen Text zum 1. April war mir der Bericht schon fast ein wenig zu ausführlich. Besonders gefallen haben mir die originellen Bildunterschriften sowie das antithetische Motiv der Gänseblümchen am Wegesrand.

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