KIMETSU NO YAIBA © 2016 by Koyoharu Gotouge/SHUEISHA Inc.

Nachdem der Anime zu »Demon Slayer« 2019 enorme Erfolge feierte, geht Tanjirou nun auch in den deutschen Bücherregalen auf Dämonenjagd! Wir haben für euch in den ersten Band reingelesen!

Wem die sanft und doch nachdrücklich gesungenen Worte »Tsuyoku nareru …« einen wohligen Schauer über den Rücken laufen lassen, der weiß: »Demon Slayer« ist sowohl in Anime-, als auch in Mangaform einer der vielversprechendsten Shounen-Newcomer der letzten Jahre!

Während sich das Ursprungswerk schon seit Längerem mit dem Geheimtipp-Status brüsten darf, erlangte die Geschichte der Zeichnerin Koyoharu Gotouge 2019 mit der Anime-Adaption vom »Fate«-Studio Ufotable ihren internationalen Durchbruch.

Kein Wunder, dass die Hypewelle auch nach Deutschland geschwappt ist, wo der Publisher Manga Cult Tanjiro und co durch den Buchhandel fegen lässt.
Wir haben den ersten Band in die Hand genommen und verraten euch, ob die Vorlage zum Anime-Hype genau so gut funktioniert wie seine Bewegtbild-Adaption!


Alle Infos zu »Demon Slayer«!

Originaler Titel: Kimetsu no Yaiba
Genre: Action, Abenteuer, Drama, Fantasy
Verlag: Manga Cult
Mehr Infos: Beschreibungen und Preise
Story & Zeichnungen: Koyoharu Gotouge
Original erschienen bei: Shueisha
In Japan erschienene Bände: 19 (laufend)
Deutscher Rhythmus: Alle 2 Monate


Darum geht es in »Demon Slayer«

KIMETSU NO YAIBA © 2016 by Koyoharu Gotouge/SHUEISHA Inc. 

Die Geschichte von Demon Slayer beginnt an einem friedlichen Wintermorgen im Japan der Taisho-Ära. Der Tod des geliebten Vaters hat ein klaffendes Loch in die einst so heile Welt der Kamado-Familie gerissen. Und dennoch lässt sich der junge Tanjirou von diesem harten Schicksalsschlag nicht unterkriegen und übernimmt schon in jungen Jahren die Verantwortung, für die Familie zu sorgen.

Doch als Tanjirou eines Morgens vom Kohleverkauf nach Hause kommt, bietet sich ihm der Anblick eines grausigen Massakers. Seine Familie liegt ihm blutüberströmt zu Füßen und die einzige Überlebende, seine Schwester Nezuko, verwandelt sich in einen der niederträchtigen Dämonen, die nachts auf der Jagd nach Menschenfleisch die finsteren Wälder durchstreifen.

Bei seiner Heimkehr bietet sich Tanjiro ein verstörender Anblick. | KIMETSU NO YAIBA © 2016 by Koyoharu Gotouge/SHUEISHA Inc. 

Doch bleibt Tanjirou keine Zeit, seinen Verlust zu betrauern, steht der verzweifelte Knabe doch schon bald einem geheimnisvollen Dämonenjäger gegenüber, der seiner armen Schwester nun nach dem Leben trachtet.


Shounen mal anders!

KIMETSU NO YAIBA © 2016 by Koyoharu Gotouge/SHUEISHA Inc. 

Obwohl Koyoharu Gotouge die Geschichte von »Demon Slayer« auf dem Fundament einer typischen Rachestory baut, nimmt Tanjirous Charakterentwicklung einen unerwarteten Verlauf: Denn statt nun jeden einzelnen Dämonen ins Nirwana befördern zu wollen, liegt es ihm schlicht und ergreifend nur daran, seine Schwester zu retten.

Dass Tanjirou auf dem Weg zu diesem Ziel einigen der Biester den Garaus machen muss, ist ihm wohl bewusst, gleichzeitig bereitet es ihm jedoch Unbehagen. Denn Mord ist Mord und auch in jedem zähnefletschenden Dämonenbiest steckt eine Seele, die nach ihrem Tod betrauert werden möchte.

In seiner dunkelsten Stunde gibt Giyuu Tanjiro einen flammenden Rat. | KIMETSU NO YAIBA © 2016 by Koyoharu Gotouge/SHUEISHA Inc. 

Dass »Demon Slayer« Themen wie Rache oder Vergeltung auf sehr erwachsene und rationale Art und Weise behandelt, zieht sich wie ein roter Faden durch die ganze Reihe. Für den sonst so shounentypischen Idealismus ist hier kein Platz: So lässt selbst der Dämonenjäger Giyuu von Nezuko ab, nachdem er bemerkte, dass immer noch etwas Menschliches in ihr steckt. Ein Kampf gegen sie würde in diesem Fall schließlich nur für die bloße Erfüllung von Idealen ein Leben auslöschen.

Neben den Charakteren ist es unter anderem das Setting, das dem Manga Einzigartigkeit verleiht: Die Taishou-Ära war eine Zeit, in der sich Japan als Land auf dem Scheidepunkt zwischen Tradition und Moderne befand. Diese interessante Epoche kombiniert Gotouge mit detailreicher Lore um die Dämonenjäger, die zwar simpel strukturiert, doch nicht minder interessant oder kreativ ist. Traditionell, fantasievoll und fast schon surreal bilden die Schwertkämpfer fast schon eine Parallelwelt zur »normalen« Gesellschaft und verleihen der Geschichte so einen mystischen Atem …

Die traditionelle Welt der Dämonenjäger wirkt wie ein Kontrast zu der Moderne der Taisho-Ära. | KIMETSU NO YAIBA © 2016 by Koyoharu Gotouge/SHUEISHA Inc. 

Obwohl die Story im ersten Band das Rad nicht neu erfindet und einem eher simplen Ablauf folgt, spielt »Demon Slayer« schon von Anfang an mit Setting und Charakteren seine größten Stärken aus, die den Manga deutlich vom klassischen »08/15«-Shounen abheben.


Eine andere Welt

KIMETSU NO YAIBA © 2016 by Koyoharu Gotouge/SHUEISHA Inc. 

Das Prinzip »simpel, aber wirkungsvoll« scheint sich nicht nur in der Geschichte, sondern auch im Artwork von Demon Slayer widerzuspiegeln: Ohne übermäßige Detailverliebtheit gestalten sich Gotouges Zeichnungen größtenteils minimalistisch, erhalten durch ihren an klassische japanische Gemälde angelehnten Zeichenstil jedoch eine ganz eigene Note.

Dabei spielt die Autorin gerne mit einem Wechsel aus visueller Dramatik und slapstickartigen Gesichtsausdrücken, die jedoch keinen großen Stilbruch darstellen. Das Paneling wirkt eher filmartig und erschafft so eine extrem dichte Atmosphäre, der Fokus liegt klar dabei auf den Charakteren. Hier präsentiert die Zeichnerin ihre Königsdisziplin, denn während Unreife oft durch extreme Gesichtsausdrücke demonstriert wird, lassen sich »erwachsene« Charaktere ihre Gefühle äußerlich auf den ersten Blick nicht anmerken. Dank ausgeklügelter Körpersprache und Gestik gelingt es Gotouge aber dennoch, den Emotionen ihrer Figuren Ausdruck zu verleihen und somit im wahrsten Sinne des Wortes ihren Figuren Leben einzuhauchen.

Mit einfachen Mitteln erschafft Gotouge schöne Landschaftspanoramen und stimmige Panels. | KIMETSU NO YAIBA © 2016 by Koyoharu Gotouge/SHUEISHA Inc. 

Das trifft auch auf die Kampfszenen zu, die trotz ihrer komplexen Bewegungen problemlos nachvollziehbar sind und sich durch stimmige und mitreißende Illustrationen auszeichnen.
So funktioniert »Demon Slayer« auch als Actionmanga erstklassig, während die Zeichnungen die Atmosphäre der Szenen oft akribisch genau einfangen und den Leser so von der ersten bis zur letzten Seite fesseln.


Demon Slayer
Original
Deutsche Umsetzung

Wir bedanken uns herzlich bei Manga Cult für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!


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Jetzt seid ihr gefragt!

Manga oder Anime – in welcher Form findet ihr »Demon Slayer« besser? Und wer ist euer absoluter Lieblingscharakter?

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Kai Braun
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Kai Braun

Mir geht einfach nicht in den Kopf, warum ein Band mittlerweile schon ZEHN Euro kostet. Geht’s noch? 🤷‍♂️
Und ein Anime kostet mit wakanim dagegen fast nichts… Das steht einfach in keiner Relation.