© 堀越耕平/集英社・僕のヒーローアカデミア製作委員会・MBS

Unter den zahlreichen Anime-Studios da draußen hat sich vor allem die Kreativschmiede BONES sowohl im Mainstream als auch unter Sakuga-Fans einen nachklingen Namen gemacht – wir verraten euch, wie es dazu kam und warum die BONES-Anime so verdammt gut aussehen!

Ich würde wetten, jeder von euch kennt Studio Bones. Wenn nicht namentlich, dann zumindest indirekt durch Serien wie Wolf’s Rain, Eureka Seven, Noragami, Fullmetal Alchemist (Brotherhood) oder My Hero Academia. Seit Kurzem gibt es die ersten 12 Folgen von Bones’ aktuellstem Anime Carole & Tuesday (Cowboy Bebops Shinishiro Watanabe arbeitete hier mit) sowohl in deutscher als auch untertitelter japanischer Sprache bei Netflix. Mit dieser Serie feiert dieses renommierte Studio sein 20-jähriges Bestehen. Für mich ein Grund, euch die Studiogeschichte sowie den wohl beliebtesten Animator der aktuellen Zeit kurz vorzustellen.

Während der Produktion von Cowboy Bebop beim Studio Sunrise entwickelte sich beim Produzenten Masahiko Minami der Wunsch, ein eigenes Studio zu gründen. Dort wollte er mehr originale Anime produzieren und den Künstlern mehr Freiheit bieten. Im Oktober 1998 gründete er dann mit den beiden Sunrise-Animatoren Hiroshi Ōsaka (2007 plötzlich verstorben) und Toshihiro Kawamoto (auch Character Designer und Animation Director, war 2016 Ehrengast auf der AnimagiC) das Studio Bones.

Fokus auf die Künstler

© Sunrise Inc.

Im Schlepptau hatten die drei einige Kontakte zu talentierten freien Animatoren, die zuvor hauptsächlich für Sunrise arbeiteten. Um sich dieses Kapazitäten zu sichern, stellte Minami die kreativen Köpfe fest ein. Somit ist Bones eines der wenigen Studios, die einen Stab an festangestellten Animationskünstlern haben (ähnlich wie beispielsweise Kyoto Animation und P.A. Works). Durch die so entstandene Lücke bei Sunrise entstanden die Filme zu Cowboy Bebop und Vision of Escaflowne in Kooperation mit Bones. Und Hand aufs Herz, wer dachte nicht mindestens einmal, dass Cowboy Bebop eine Bones-Serie wäre?

Durch die Zusammenarbeit mit Masahiko Minami tauchten einige typische BONES-Eigenschaften bereits in Cowboy Bebop auf. | © Sunrise Inc.

Dass die Förderung von Kreativität bei Bones nicht nur Gerede, sondern Philosophie ist, unterstreicht ihr Ruf als Schmiede für außergewöhnliche Sci-Fi-Originalstoffe wie Un-Go, Concrete Revolutio und speziell Space Dandy, wo jede Folge einen anderen Regisseur und Animationskünstler hat, oder Adaptionen von oftmals eher weniger massentauglichen Vorlagen wie Gosick und Blood Blockade Battlefront. Auf dem Panel zu Noragami auf der AnimagiC 2016 erzählte Studiogründer und Animationsveteran Kawamoto, der beispielsweise die ikonische erste Szene des Fullmetal Alchemist Brotherhood-Openings schuf, dass Noragami nur als Anime umgesetzt wurde, weil die Studio-Bosse die Serie selbst gut finden. Drehbuchautorin Mari Okada (u.a. AnoHana und für Bones jüngst Hisone & Masotan) sagte in einem Interview, dass sie von Masahiko Minami alle Freiheiten zugestanden bekäme, solang sie nur selbst davon überzeugt wäre. Bei P.A. Works müsse sie die Entscheider immer erst überzeugen.

Bones-Animationen per excellence

Im Oktober startet My Hero Academia Staffel 4 und ein zweiter Kinofilm ist ebenfalls in der Mache. Ohne Zweifel sieht dieser Fighting-Shounen im Vergleich zu anderen animations- und designtechnisch mit am besten aus. Das liegt zum einen am Chief Animation Director und Character Designer Yoshihiko Umakoshi (u.a. Key Animation für Yu-Gi-Oh! und Dragon Ball Super: Broly). Seine Markenzeichen (detaillierte Schattierungen und dicken Outlines) ziehen sich durch die ganze Serie, insbesondere auf der Blu-ray, für die er nachträglich weitere Verbesserungen vornahm.

Zum anderen aber sind es die Animationen, die Bones-Produktionen immer wieder hervorheben. In den insgesamt vier Produktionsstätten arbeiten routinierte Animationskünstler als auch aufstrebende Talente. Nachdem euch der Begriff Sakuga bereits nähergebracht wurde, will ich euch mit Yutaka Nakamura den Animator näher bringen, der den Begriff wie kaum ein anderer mit Leben füllt.

Actionkönig Yutaka Nakamura

Yutaka Nakamura startete Ende der 1980er Jahre bei Sunrise seine Karriere, indem er 11 Folgen der Comedy-Serie Kariage-kun animationstechnisch verantwortete. Bis Mitte der 1990er animierte er primär Mecha-Serien und kam durch dort entstandene Kontakte zur Produktion von Neon Genesis Evangelion, in der er unter anderem Shinjis und Asukas Synchronkampf animierte. Für Cowboy Bebop animierte er 12 der 24 Folgen, weshalb er fast schon selbstverständlich mit zu Bones wechselte.

Nichtsdestoweniger ist er immer mal wieder für andere Studios bzw. Produktionen tätig. 2002 animierte er bisher zum letzten Mal für Sunrise (Overman King Gainer) und in diesem Zuge entstand sein wohl markantestes Stilmittel: die Yutapon-Cubes. Ihr erkennt Nakamura-Animationen im Grunde an drei besonderen Merkmalen:

Yutapon-Cubes

Aufprall durch harte Attacken oder zerstörte Gebäude und Umgebungen stellt Nakamura in oftmals totalen Einstellungen und mit quadratischem Geröll dar. Diese expressionistische Darstellung erlaubt eine dynamischere Darstellung animierter Zerstörung. Diese Darstellung inspiriert immer mehr Animationskünstler, z.B. Shingo Imashita bei Naruto Shippuden (Folge 167) oder sogar nicht japanische Animationen (hier erwähnt In-Seung Chois Arbeit für Die Legende von Korra, Buch 1 Folge 9).

Impact-Frames

Durch Impact-Frames werden Aufschläge oder Aufprall dargestellt, auch der Moment kurz vor einer Explosion gewinnt durch solche Impact-Frames an Durchschlagskraft. Eindrucksvoll nutzte Yutaka Nakamura diese Frames in One Punch Man Folge 12. Seither entwickelt er seinen Einsatz dieser, oft schwarz-weißen, Frames weiter und nutz sie für die Animation selbst. Perfektioniert hat er dieses Stilmittel in Concrete Revolutio – the Last Song, um die Szene, wenn Jiro seine Kraft aktiviert, komplett mit Impact-Frames zu animieren. Weitere beeindruckende Beispiele dazu gibt es z.B. in Blood Blockade Battlefront oder in My Hero Academia Staffel 2 (Todoroki vs. Deku).

Realistische Kampfchoreografien

Wohl das Element, dem Yutaka Nakamura seinen Ruf als einer der besten Action-Animationskünstler zu verdanken hat. Mitreißende Winkel, Kamerafahrten und realistische Kampf-Choreographien, seien es nun Handgemenge wie in Cowboy Bebop (insbesondere beim Film) oder Schwertkämpfe wie beim Finale von Sword of a Stranger: Jeder von Nakamura animierte Kampf fasziniert durch individuelle Einstellungen und spürbare Haptik. Seine Action-Animationen sind ein Punkt, weshalb Fans direkt an Bones denken, wenn gewisse Szenen in Serien vorkommen.

Durch diesen Ruf hat Nakamura in der Regel die Freiheit, seine Szenen selbst zu storyboarden. Aus diesem Grund gewinnen selbst Adaptionen bestehender Werke eine eigene Note. Für Animationsstudios ist ein gleichbleibendes Qualitätslevel essenziell, um als Marke wahrgenommen zu werden. Bones hat das in relativ kurzer Zeit durch seinen Fokus auf Kreativität erreicht. Persönlich kann ich euch nahezu jede Bones-Serie empfehlen, wenngleich Geschichten und Ästhetiken wie in Concrete Revolutio, Mob Psychro oder Blood Blockade Battlefront auf den ersten Blick nicht so reißerisch daherkommen. Die geballte Kreativität macht alles wett!

Ihr möchtet weitere Einblicke hinter die Kulissen der Anime-Welt?

Jetzt seid ihr gefragt!

Welcher BONES-Anime konnte euch am meisten mitreißen? Und welcher Animator hat euch mit seiner Arbeit am meisten beeindruckt?

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Luee Ryuzaki
Gast
Luee Ryuzaki

Das passt zwar jz nicht so zum Thema aber weiß jemand warum Cowboy Bebop auf Netflix noch gelistet ist man es aber nicht mehr abspielen kann?

Endo
Editor

Soweit ich weiß ist die Lizenz für Cowboy Bebop bei Netflix ausgelaufen, deswegen wird es wohl in naher Zukunft auf der Datenbank entfernt.

Luee Ryuzaki
Gast
Luee Ryuzaki

Ok danke für die Antwort:)

Leon_Zubaki
Gast
Leon_Zubaki

Passt nicht zum Thema weißst du wo man My Hero Legal Schauen kann

OZB
Gast
OZB

Bei Anime on Demand oder die erste Staffel bei Netflix.

FMA:B
Gast
FMA:B

Erste Staffel auf Netflix und Anime on Demand, zweite und dritte Staffel im Moment nur bei Anime on Demand.

BeimirgibtsFreibier
Gast
BeimirgibtsFreibier

Das passt jetzt vielleicht nicht zum Thema aber warum passen hier eigentlich alle Fragen nicht zum Thema?