Koro-sensei Bücher
© Yusei Matsui/SHUEISHA,ASSASSINATION CLASSROOM Committee

Der Anime »Assassination Classroom« vermittelt wichtige Lehren über Selbstwert, Gemeinschaft und Individualität. Wir haben die wichtigsten Botschaften der Serie analysiert.

Der ausgeflippte Comedy-Anime »Assassination Classroom« macht seinem Namen alle Ehre und erteilt nicht nur den Schülern der Klasse 3-E, sondern auch seinen Zuschauern einige zielsichere Lektionen fürs Leben.

Trotz seiner schrulligen Aufmachung und der aberwitzigen Story um den übermächtigen Oktopuslehrer Koro-sensei ist die Serie im Kern ihrer Handlung als ernsthafte Kritik an der modernen Leistungsgesellschaft zu verstehen.

Wir haben den Inhalt der ersten Staffel von »Assassination Classroom« einmal genauer unter die Lupe genommen und verraten euch in unserer Analyse, welche wichtigen Lehren über Selbstwert, Gemeinschaft und Individualität Koro-sensei seinen Schützlingen mit auf dem Weg geben möchte.

Dieser Artikel basiert auf der persönlichen Interpretation des Autors. Gemäß der subjektiven Natur des Artikels besteht keine Garantie, dass sämtliche Auslegungen den Motiven des Autors von »Assassination Classroom« entsprechen.


Darum geht es in »Assassination Classroom«

Um das Kopfgeld von 10 Milliarden Yen zu erhalten, wollen die Schüler der Klasse 3-E ihrem Lehrer an den Kragen. | © Yusei Matsui/SHUEISHA,ASSASSINATION CLASSROOM Committee

Ein übermächtiger gelber Oktopusmann hält die Welt als Geißel. Nachdem das übernatürliche Wesen scheinbar aus einer Laune heraus 70 % des Mondes zerstörte, lud er die Bewohner der Erde zu einem bizarren Spiel ein: Sollte es ihnen nicht gelingen, ihn innerhalb eines Jahres zu töten, wird die Erde dasselbe Schicksal ereilen.

Doch bis es so weit ist, hat die achtarmige Grinsebacke noch ganz andere Sorgen: Als Lehrer an einer Elite-Schule übernimmt er den Unterricht der berüchtigten Klasse 3-E. Diese besteht ausschließlich aus Problemschülern, deren Versetzung stark gefährdet ist. Auf dem Stundenplan stehen Japanisch, Mathe, Chemie, Englisch … und natürlich auch die Kunst des Tötens.


Der entfremdete Selbstwert der Leistungsgesellschaft

Asssassination Classroom Sad
Gute Noten und soziale Stellung entscheiden über die Zukunft und den Wert eines Menschenlebens. | © Yusei Matsui/SHUEISHA,ASSASSINATION CLASSROOM Committee

Was verleiht dem Leben des Einzelnen einen Sinn? Was macht den Wert eines Menschen aus? Sind es seine positiven Charaktereigenschaften, seine Menschlichkeit und seine Moral? Sind es die Bindungen, die er zu anderen Menschen aufbaut, und die positiven Veränderungen, die er in deren Leben bewirkt? Oder vielleicht doch seine guten Taten und der Wille, die Welt zu einem besseren Ort zu machen?

Eigentlich sollte es ein gesundes Zusammenspiel aus all diesen menschlichen Qualitäten, Werten und Entscheidungen sein. Ein großer Teil der Weltbevölkerung erlebt jedoch tagtäglich eine ganz andere Realität. Eine Realität, in der einzig und allein Leistung zählt, und ein harmonisches Miteinander nur noch die zweite Geige spielt.

So ergeht es auch den Schülern der diskriminierten Klasse 3-E aus dem Anime »Assassination Classroom«. Sie sind die Ausgestoßenen in einer Welt, in der Konformität und Leistung menschliche Grundsatzwerte als oberste gesellschaftliche Ideale verdrängt haben.

Da sie den starren Anforderungen des japanischen Bildungssystems nicht gerecht werden, sind sie in den Augen einer Gesellschaft, in der hauptsächlich die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt über den Wert eines Menschen entscheidet, minderwertige Fehlprodukte.

Um die anderen Schüler im Zaum zu halten, soll die Klasse 3-E als Opferlamm und ein Symbol der Angst und Verzweiflung herhalten. | © Yusei Matsui/SHUEISHA,ASSASSINATION CLASSROOM Committee

Ganz nach dem perfiden Plan des Vorstandsvorsitzenden der Kunugigaoka-Elite-Schule entsteht so bereits in der Schulzeit der heranwachsenden Jugendlichen eine durchstrukturierte Klassengesellschaft.

Am untersten Ende der Nahrungskette stehen die Schüler der E-Klasse – demoralisiert und ohne Hoffnung. Für die restliche Schülerschaft sind sie ein Mahnmal der Schande und symbolisieren die Angst davor, was aus ihnen selbst einmal werden könnte, wenn sie nachlässig werden und ihr Leistungsniveau nicht länger halten können.

So hofft der Vorstandsvorsitzende Gakuho Asano darauf, die Arbeitsmoral seiner Elite-Schüler durch permanente Angst auf die Spitze zu treiben und durch die Herabwürdigung der E-Klasse gleichzeitig ihr Ego aufzupolieren. Eine Maßnahme, die offensichtlich Wirkung zeigt: Die leistungsorientierten Schüler haben menschliche Werte wie Toleranz und Gemeinschaftsgefühl vergessen und blicken selbstgefällig auf die E-Klasse herab.

Doch nicht etwa aus purer Boshaftigkeit, sondern aus dem altersgemäßen Wunsch, einen Platz in dieser Welt zu finden und ihr Selbstwertgefühl zu festigen, indem sie die ihnen auferlegte Rolle bereitwillig akzeptieren und ihre vermeintliche Überlegenheit als einen festen Teil ihrer Identität adaptieren.

Man hat ihnen eingetrichtert, dass ein Mensch nur dann Respekt verdient hätte, wenn er entsprechende Leistungen erbringt. Auch wenn diese Überzeugung nicht aus ihnen selbst kommt, sondern fremdbestimmt ist, folgen sie ihr blind. Das Gefühl, anderen überlegen zu sein, ist für sie die einzige Möglichkeit, sich selbst ihren Wert als Mensch zu legitimieren.

Doch wer seinen Wert an akademischer Überlegenheit und Unfehlbarkeit festmacht, auf den wartet ein böses Erwachen. Auf Perfektion getrimmt und daran gewöhnt, zu den Besten der Besten zu gehören, hängt das Selbstwertgefühl der stolzen Elite-Schüler am seidenen Faden. Ein Faden, der reißen wird, sobald sie übertroffen werden oder durch einen Unfall, einen Schicksalsschlag oder etwa durch psychische Krankheiten ihre Leistungsfähigkeit verlieren.

Durch Angst sollen Zucht und Ordnung in die Schule gebracht und die Schüler zu Höchstleistungen angetrieben werden. | © Yusei Matsui/SHUEISHA,ASSASSINATION CLASSROOM Committee

Das Ziel von Gakuho Asano besteht darin, eine hocheffiziente Arbeitsgesellschaft heranzuzüchten, deren Lebenssinn in Leistung und Produktivität besteht. In seiner Vision steht die Karriere an oberster Stelle und das Glück und die Freiheit aller Menschen sollen für das Bruttosozialprodukt geopfert werden.

So werden die Schüler bereits in jungen Jahren auf die Einhaltung einer darwinistischen Machtordnung getrimmt. Sie lernen, dass die Starken die Schwachen fressen und dass diese Ordnung auch in einer zivilisierten Gesellschaft aufrechterhalten werden müsste.

In dieser Denkweise gibt es durchaus markante Parallelen zur Realität. Die japanische Arbeitskultur ist bekannt für horrende Überstunden, starres Hierarchiedenken und schamlose Ausbeutung von Arbeitskräften. Eine ganze Generation verfolgt wie bereits ihre Eltern und Großeltern blind nur ein einziges Ziel, dessen Erstrebsamkeit ihnen von klein auf eingetrichtert wurde: akademische Höchstleistungen zu erbringen und sich gehorsam in die Gesellschaft einzugliedern.

Sowohl in der Welt der Erwachsenen als auch in der der Schüler wird dieses System vehement verteidigt – selbst von denen, die ebenfalls darunter leiden und davon ausgebeutet werden. All das, um eines Tages eine erfolgreiche Karriere zu führen und den Großteil ihrer Lebenszeit gegen wirtschaftlichen Erfolg sowie die Anerkennung anderer einzutauschen.

Assassination Classroom Mobbing
Aufgrund seiner schlechten Leistungen in der Schule wird Nagisa von seinem ehemaligen Klassenkameraden gemobbt. | © Yusei Matsui/SHUEISHA,ASSASSINATION CLASSROOM Committee

Obwohl dieses Ziel so betrachtet nicht sonderlich erstrebenswert klingt, ist den regulären Schülern der Kunugigaoka-Elite-Schule eine angesehene Stellung in der sozialen Hierarchie wichtig genug, um ihre Mitschüler aus der E-Klasse zu diskriminieren und als Trittleiter auf ihrem Weg zum Erfolg zu missbrauchen.

In ihrem Weltbild ist das vollkommen gerechtfertigt: Ihre Leistungen sind überlegen und deshalb sind sie auch als Individuen insgesamt mehr wert. Toleranz, Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft, Mitgefühl und Moral haben in dieser Gleichung keinen Platz.

So entfremden und entzweien Leistungsdruck und Elitismus die Gesellschaft bereits in jungen Jahren. Der Fokus wird von menschlichen Werten weg gelenkt. Letztendlich leiden unter dem Druck und der Diskriminierung vor allem das Selbstwertgefühl und damit die psychische Gesundheit jener, die in dieser Leistungskultur nicht funktionieren können.

Doch natürlich bedeutet das nicht, dass Arbeit, Qualitätsbewusstsein und Fortschritt grundsätzlich schlecht oder ungesund wären. Im Gegenteil: Im richtigen Rahmen sind diese Bausteine nicht nur ein elementarer Teil jeder funktionierenden Gesellschaft, sondern auch der Schlüssel zu einem erfüllten Leben für das Individuum.

Wenn diese Gesellschaft wie in der Vision von Gakuho Asano jedoch nur auf Kosten von Gesundheit, Gemeinschaft und Freiheit bestehen kann, ist dieser Rahmen gesprengt.


Der Wurm im engstirnigen Schulsystem

Als absoluter Musterlehrer geht Koro-sensei genaustens auf die individuellen Bedürfnisse seiner Schüler ein. | © Yusei Matsui/SHUEISHA,ASSASSINATION CLASSROOM Committee

Auch gegen eine Eingliederung in die Gesellschaft sowie das Lehren eines angemessenen sozialen Umgangs ist grundsätzlich natürlich nichts einzuwenden. Ebenso wenig gegen eine akademische Vorbereitung auf den Eintritt in die Berufswelt und damit verbunden eine produktive Beteiligung am Fortschritt der Gesellschaft.

Dennoch ist im Schulsystem selbst ebenfalls der Wurm drin: Die Bahnen, auf denen sich Schüler bewegen und entfalten können, sind zu starr und zu einseitig. Die festgezurrten Lehrpläne und die zu großen Klassen bieten normalsterblichen Lehrern nur wenig Spielraum, um auf die individuellen Bedürfnisse einzelner Schüler einzugehen.

Wer den starren Anforderungen des Schulsystems nicht gerecht wird, fällt durch das Raster und wird mit schlechten Zensuren dafür bestraft. Zensuren, die trotz oft geringer Aussagekraft über praktische Kompetenzen beim Lösen realitätsnaher Aufgaben später einmal über die gesamte Zukunft der Schüler entscheiden werden.

Assassination Classroom Doppelgänger
Zugegeben: Ohne einen Lehrer, der sich klonen kann, ist maßgeschneiderte Förderung für jeden einzelnen Schüler schwierig. | © Yusei Matsui/SHUEISHA,ASSASSINATION CLASSROOM Committee

Für Ausnahmen und maßgeschneiderte Lösungen ist kein Platz, kein Geld, kein Personal. Wer nicht in das gewünschte Muster passt, wird entweder passend gemacht oder aussortiert.

So kommt es dazu, dass praxisorientierte Schüler oder solche mit Lernschwächen oder anderen besonderen Bedürfnissen nicht gefördert werden. Das betrifft ebenso Schüler, die eine besondere Begabung für ein bestimmtes Unterrichtsfach besitzen, in anderen Fächern jedoch erhebliche Defizite aufweisen.

Obwohl Letztere auf ihren persönlichen Fachgebieten brillieren könnten, auch ohne ihre anderweitigen Defizite zu beheben, sind auch diese Schüler in ihrer Versetzung gefährdet. Ohne eine entsprechende Förderung zum Ausgleich ihrer Schwächen sind ihre Talente verschwendet und sie erhalten trotz eindeutiger Eignung keine Möglichkeit, diese später einmal beruflich ausspielen zu können.

Um gezielt auf die Stärken und Schwächen jedes Schülers einzugehen, entwirft Koro-sensei individualisierte Klausuren. | © Yusei Matsui/SHUEISHA,ASSASSINATION CLASSROOM Committee

Doch nicht nur in Japan, sondern auch in Deutschland bleibt die individuelle Förderung von Schülern leider oft auf der Strecke. Da sie keine oder zu wenig Möglichkeiten hatten, ihre Talente zu erkunden, und auch nie dazu motiviert wurden, stehen viele Schüler nach ihrem Abschluss vor einem beängstigenden Weg ins Ungewisse.

Sie wissen nicht, was ihre Stärken sind, treffen die Wahl ihres künftigen Berufsweges mehr oder weniger willkürlich und rutschen zwangsläufig in Arbeitsfelder, die nicht zu ihnen passen. Der Grundstein für eine unerfüllte Karriere ist gelegt, in der Glück und Freiheit gegen Sicherheit und Geld eingetauscht werden.

Doch dies ließe sich vermeiden: Statt jeden Schüler in ein einheitliches Muster zu pressen, sollten Schulen ihr Hauptaugenmerk auf die individuelle Förderung ihrer Schüler legen. Diese sollte sich an den natürlichen Begabungen und Interessen des einzelnen Schülers orientieren.

Wie eine zerbrechliche, aber wunderschöne Blume kann auch ein vermeintlich unbegabter Schüler mit der richtigen Pflege in voller Blüte stehen. | © Yusei Matsui/SHUEISHA,ASSASSINATION CLASSROOM Committee

Zu großen Teilen liegt dies in der Verantwortung der Lehrer. Wer auf traditionelle Lehrmethoden nicht anspricht, ist keineswegs automatisch ein hoffnungsloser Fall. Ein guter Lehrer weiß, die Stärken seiner Schüler zu erkennen und ihr Selbstwertgefühl wie eine zierliche Pflanze liebevoll zu pflegen.

Denn genau wie verschiedene Pflanzen unter unterschiedlichen Bedingungen am besten gedeihen und selbst die schönsten Blumen unter falscher Pflege austrocknen und sterben, so benötigen auch verschiedene Schüler eine individuelle Betreuung, um zu wachsen.

Zugegeben: Ohne einen übermenschlichen Lehrer wie Koro-sensei ist eine intensive und perfekt maßgeschneiderte Förderung jedes Schülers regelrecht utopisch. Nichtsdestotrotz liegt es durchaus im Bereich des Möglichen, die derzeitigen Maßnahmen deutlich zu optimieren.


Gesunder Selbstwert in einer menschlichen Gemeinschaft

Im Gegensatz zum Vorstandsvorsitzenden nutzt Koro-sensei nicht Angst, sondern Hoffnung und Nächstenliebe, um seine Schüler zu motivieren. | © Yusei Matsui/SHUEISHA,ASSASSINATION CLASSROOM Committee

Doch auch wenn ein Schüler seine Stärken erkannt hat, sollte er sich dennoch nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen. Ein Tunnelblick, der jedes andere Unterrichtsfach ausblendet und nur noch den Wert des eigenen Spezialgebiets erkennt, ist genauso ungesund, wie die Anforderung, in jedem einzelnen Fach gute Leistungen erbringen zu müssen.

So ist es zwar nicht nötig, sich auf jedem Themengebiet auszukennen, doch nur wer an seinen Defiziten arbeitet, kann auch das volle Potenzial seiner Stärken ausschöpfen. So gab Koro-sensei seiner chemie-begabten Schülerin Manami Okuda den Rat, ihren Lernstoff in Japanisch nicht zu vernachlässigen. Sie sollte auch lernen, ihr Chemiewissen kommunizieren zu können.

Das bedeutet zwar nicht, dass Okuda genauso herausragende Leistungen in Japanisch erbringen müsste wie in ihrem Lieblingsfach, aber dennoch ist es immer sinnvoll, sich neuen Herausforderungen zu stellen und seinen Horizont zu erweitern. Nur so können wir sichergehen, dass wir nicht starrsinnig werden und unsere eigene Entwicklung sabotieren.

Ein zentraler Punkt der Geschichte von »Assassination Classroom« besteht darin, dass Koro-sensei all seine Schützlinge stets gleich behandelt. Obwohl nicht jeder von ihnen dasselbe Potenzial besitzt oder durch dieselben Leistungen glänzen kann, bringt er ihnen allen denselben Respekt entgegen. Sein einziger Anspruch ist, dass seine Schüler ihr Bestes geben und ihre Fähigkeiten dazu verwenden, Gutes zu tun.

Nicht nur das Schulsystem, sondern auch Eltern schaden der psychischen Gesundheit ihrer Kinder, indem sie ihnen bei schlechter Leistung die Liebe verweigern. | © Yusei Matsui/SHUEISHA,ASSASSINATION CLASSROOM Committee

Damit vermittelt Koro-sensei die Botschaft, dass jeder Mensch von Geburt an denselben Wert besitzt und auch behält. Es ist nicht entscheidend, wie leistungsfähig er ist oder welche Anforderungen er erfüllen kann. Es sind nicht die Stärken eines Menschen, die seinen Wert ausmachen. Niemand muss sich als nützlich erweisen, um sich seine Existenzberechtigung erst zu verdienen. Viel eher wurde uns das Recht, zu leben und glücklich zu sein, bereits in die Wiege gelegt.

So unterscheiden sich Koro-senseis Lehrmethoden essenziell von der darwinistischen Philosophie des Vorstandsvorsitzenden. Statt seine Schüler mit Angst zu beherrschen und in ein fest vorgegebenes Muster zu zwängen, setzt er stattdessen auf individuelle Zuwendung, Gemeinschaft, Motivation und Anerkennung. Der Fokus liegt nicht auf einem ungleichen Wettbewerb um Macht und Erfolg oder der Unterdrückung der Schwachen, sondern auf einem produktiven und gesunden Miteinander.

Wichtiger als der tatsächliche Nutzen ist der gute Wille, seinen Mitmenschen zu helfen und die Welt nach seinen Möglichkeiten ein kleines Stückchen besser zu machen. Die Betonung liegt hierbei auf »nach seinen Möglichkeiten«. Es ist egal, wie groß oder wie bedeutsam diese Taten objektiv auch sein mögen, solange jeder sich aufrichtig bemüht und mit guter Intention sein Bestes gibt.

Rein rational sind diese Faktoren natürlich nicht egal, da durch mehr Leistung auch mehr Erfolge erzielt werden können, doch da auch der Mensch kein rationales Wesen, sondern lediglich ein emotionales mit rationalen Kapazitäten ist, stellt Koro-sensei ganz nach dem Motto »der Gedanke zählt« die inneren Werte der Menschen sowie die Harmonie innerhalb der Gemeinschaft über objektiv messbare Erfolge und spricht jedem Menschen einen inhärenten Wert zu.

Guter Wille und Menschlichkeit sind wichtiger als Leistung allein. | © Yusei Matsui/SHUEISHA,ASSASSINATION CLASSROOM Committee

Ein Beispiel aus der Realität: Niemand erwartet von einem Neugeborenen, dass es den Klimawandel bekämpft oder die Formel des Universums entschlüsselt. Ein Baby erfährt bedingungslose Liebe. Es genügt, wenn es das tut, was in seiner Macht liegt – und wenn das auch nur darauf beschränkt ist, durch seine bloße Existenz seine Eltern glücklich zu machen. Seine Existenzberechtigung besteht seit dem Tag seiner Geburt und hat kein Ablaufdatum.

Die Anforderungen an das neue Leben werden im Laufe der Zeit zwar stetig wachsen, doch auch dann wird es genügen, das zu tun, was in seiner Macht steht. Welche Stärken es dabei entwickeln wird, spielt lediglich eine untergeordnete Rolle.

Wichtiger ist, dass es seine Stärken zu nutzen weiß und sie richtig einsetzt. Denn bestimmte Begabungen machen einen Menschen nicht mehr oder weniger wertvoll. Nein, in einer Gesellschaft soll es nicht darum gehen, einander zu übertrumpfen und herabzuwürdigen, sondern sich gegenseitig zu helfen, zu ergänzen und gemeinsam eine bessere Welt zu erschaffen.


Jetzt seid ihr gefragt!

Welche Botschaften habt ihr in »Assassination Classroom« entdeckt? Und haltet ihr die Kritik am Schulsystem für berechtigt oder ist diese eurer Meinung nach nichts weiter als der Ausdruck einer jugendlichen »too cool for school«-Mentalität?

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